Niederlande: Tropenmuseum Amsterdam – Unerwartete Begegnungen

Tropenmuseum

Eine afrikanische Fruchtbarkeitsskulptur trifft auf einen Apple Computer, ein Kunstwerk mit Porträts von Marlene Dumas wird  einer deutschen Musterkarte mit 40 verschiedenen Augenfarben gegenübergestellt: Eine afrikanische Fruchtbarkeitsskulptur trifft auf einen Apple Computer, ein Kunstwerk mit Porträts von Marlene Dumas wird  einer deutschen Musterkarte mit 40 verschiedenen Augenfarben gegenübergestellt: Das Tropenmuseum in Amsterdam stellt unter dem Titel „Unerwartete Begegnungen. Verborgene Geschichten aus der eigenen Sammlung“ vom 30. November 2012 bis  14. Juli 2013 jeweils zwei vollkommen verschiedene Exponate gegenüber, die aus der rund 644.000 Stücke umfassenden Kollektion des Museums stammen.

Unterschiedlichste Objekte treffen in der Ausstellung aufeinander: Kunst,  Gebrauchsgegenstände, Ritualobjekte, triviale oder gar sehr kostbare Dinge. Was sagen diese Exponate über die Welt von einst und jetzt, über Vorstellungen und Ideen oder den Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen? Besucher der Ausstellung sind eingeladen, zu schauen, zu hören und auf die ungewöhnliche Zusammenstellung zu reagieren.

Sieben Themen, 55 Kombinationen

Das Tropenmuseum erzählt mit insgesamt 55 Kombinationen von Objekten Geschichten, die bislang unentdeckt geblieben sind. Aufgeteilt sind die „unerwarteten Begegnungen“ in sieben Themen: „Stimmen aus der Vergangenheit“, „Die Welt von heute“, „Von Tieren und Menschen“, „Museale Fragestellungen“, „Nach dem anderen sehen“, „Zufall?“ sowie „Form und Funktion“.

Verborgen blieben die Geschichten einerseits deshalb, weil ein großer Teil der Sammlung normalerweise im Depot liegt, andererseits auch, weil manche Geschichten erst durch die Kombination der Exponate entstehen. Bei einigen Objekten wiederum ist der Besitz inzwischen umstritten; diese Objekte liefern aber andererseits Stoff für spannende Geschichten. So beherbergt das Tropenmuseum eine Sammlung  menschlicher Überreste. Man kann die Frage stellen, ob der Besitz ethisch verantwortbar ist. In der Ausstellung wird nun ein Ahnenbild mit einem Totenschädel in voller Pracht gezeigt, während man sich entschloss, einen Fötus in Formaldehyd aus Suriname nicht zu zeigen, sondern nur dessen Aufbewahrungsbox. Die richtige Entscheidung?

Natürlich behandeln nicht alle „unerwarteten Begegnungen“  museale Dilemmata. Vielmehr werden vielfältige Aspekte der menschlichen Existenz angesprochen. Zum Beispiel werden zwei bunte Vogel-Masken aus Bolivien und Neuguinea gegenübergestellt, um zu illustrieren, dass Vögel in verschiedenen Kulturen als Boten zwischen Welt und Himmel fungieren.
Als Kuratoren der Ausstellung zeichnen Maarten Spruyt und Tsur Reshef verantwortlich, die bereits erfolgreiche Schauen wie „Dreams of Nature“ im Van Gogh Museum Amsterdam, „Fabulous Fifties, Fabulous Fashion“ im Gemeentemuseum Den Haag und „Rot“ (2010) im Tropenmuseum konzipierten.

Tropenmuseum mit Sammlung aus 150 Jahren

Insgesamt bietet die Ausstellung einen Einblick in die Sammlung des Tropenmuseums in den vergangenen 150 Jahren: von der Kolonialzeit bis zur heutigen post-kolonialen Ära, in der sich die Beziehungen zwischen den Kulturen und Ländern ändern und neue Formen annehmen. Nicht viele Museen haben eine so vielfältige Sammlung, die eine endlose Kreuzbestäubung zwischen den Zeiten, Völkern und Kulturen widerspiegelt.

Das Tropenmuseum in Amsterdam präsentiert, untersucht und fördert den Austausch zwischen Kulturen. Neben Ausstellungen und zahlreichen Veröffentlichungen setzt es auf Expertenrunden, Bildungsmaßnahmen und andere Aktivitäten, um die Öffentlichkeit zu informieren und für kulturelle Themen zu begeistern. Und auch der Gaumen lernt fremde Kulturen kennen: Das Museumsrestaurant Ekeko serviert besondere Gerichte und Getränke aus aller Welt.

Unterschiedlichste Objekte treffen in der Ausstellung aufeinander: Kunst,  Gebrauchsgegenstände, Ritualobjekte, triviale oder gar sehr kostbare Dinge. Was sagen diese Exponate über die Welt von einst und jetzt, über Vorstellungen und Ideen oder den Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen? Besucher der Ausstellung sind eingeladen, zu schauen, zu hören und auf die ungewöhnliche Zusammenstellung zu reagieren.

 

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