Deutschland: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Völklinger Hütte

In der industriellen Blütezeit der Völklinger Hütte lag stets ein feiner Ruß über der Stadt. Und wer mit weißem Hemd das Haus verließ, konnte durchaus mit einem grauen nach Hause kommen. Heute besitzt Völklingen eine der bedeutendsten Weltkulturerbestätten der Industriekultur – die Völklinger Hütte. Sie ist weltweit das einzige Eisenwerk vom Ende des 19. Jahrhunderts, das vollständig erhalten ist. 1994 wurde die Völklinger Hütte in der Nähe von Saarbrücken zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Der drohende Verfall konnte so abgewendet werden, das Gelände ist mittlerweile zu zwei Dritteln restauriert.

Seitdem erwacht das Industriedenkmal zu neuem Leben. Es ist ein einzigartiger Ort der Industriekultur, wurde zum Drehort für den fünften Teil der „Wilden Kerle“ und ist Schauplatz großer Ausstellungen wie „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.“ oder „Macht & Pracht“. 6.000 Meter Besucherwege stehen den Besuchern offen: Sie führen tief hinein in die dunklen Gänge der Möllerhalle und bis in 45 Meter Höhe.

„Aus einer Niederlage haben wir einen Sieg gemacht“,  bringt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, die Geschichte der Völklinger Hütte auf den Punkt.  In der Tat war vor 25 Jahren die Bestürzung groß, als das Eisenwerk am 4. Juli 1986 geschlossen werden musste. Eine weltweite Krise der Stahlindustrie bedeutete für die Roheisenphase der Völklinger Hütte das wirtschaftliche Aus.

Die Ernennung zum Weltkulturerbe kam gerade noch rechtzeitig, um den drohenden Verfall aufzuhalten. Zu Beginn mussten selbst die Denkmalpfleger davon ausgehen, dass das stillgelegte Bauwerk langfristig nicht zu retten sein würde. Das Schlagwort vom „kontrollierten Verfall“ machte die Runde. Heute ist klar: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte kann dauerhaft und für Generationen erhalten werden.

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