Deutschland: Erlebniswelt Saalfelder Feengrotten

Farbenprächtige Stalaktiten und Stalagmiten

Mit einem kräftigen „Glück auf!“ des Grottenführers geht es am Saalfelder Stadtrand mit Schutzmänteln in den Berg. Erfrischende 10 Grad erwarten ganzjährig die Besucher im Stollensystem des einstigen Alaunschieferbergwerks „Jeremias Glück“. Dort, wo noch vor fast 200 Jahren Bergleute Alaun abbauten, beginnt nun auf der Oberen Sole unsere Führung durch das Schaubergwerk Feengrotten. Je tiefer es in die Saalfelder Unterwelt geht, desto größer werden die Stalaktiten und Stalagmiten, nimmt die Farbenpracht in den einstigen Abbau-Hohlräumen zu. Einzigartig zeigt sich die Mittlere Sole mit ihren drei sehr unterschiedlichen Schaugrotten. Während sich auf der rechten Seite ein riesiger Bodentropfstein gebildet hat, überrascht in der Mitte eine imposante Sinterterrasse, die an einen versteinerten Wasserfall erinnert. Wunderbar ist auch die Wasserspiegelung in der linken Grotte. Hier wurden von Wissenschaftlern bisher die meisten Farbtöne nachgewiesen. So kamen die Saalfelder Feengrotten in den neunziger Jahren als farbenreichste Schaugrotten der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde.

Traumhochzeiten im Märchendom

Beim Durchschreiten eines fast 200 Meter langen Stollens können Besucher nur ahnen, wie schwer einst die Arbeit der Bergleute war. Vorbei am sogenannten „Butterkeller“ geht’s dann auf der Unteren Sole zum Glanzstück der Feengrotten, in den über 400 Jahre alten Märchendom. Mit ausgewählten Musik- und Lichtspielen versetzt der Grottenführer die andächtig staunenden Besucher für einige Minuten in eine wahrhaft märchenhafte Welt unter Tage. Die über zwei Meter hohe Gralsburg wird von einem Stalaktiten-Vorhang überspannt. Daneben sind mit etwas Fantasie eine „Landkarte“ und die „Rokoko-Dame“ an einer rotbraunen Säule zu sehen. Siegfried Wagner hatte die Szenerie im Märchendom in den 1920er Jahren zu einem Bühnenbild des „Tannhäuser“ bei den Bayreuther Festspielen inspiriert. Mit einem eindrucksvollen, computergesteuerten „Sonnenuntergang“ verabschiedet sich der Grottenführer von seinen Gästen. Unter denen hat sich längst herumgesprochen, dass vor dieser einzigartigen Kulisse auch standesamtliche Trauungen gebucht werden können. Über 800 Paare haben sich hier schon getraut. Damit die Pracht der Saalfelder Feengrotten erhalten bleibt, sind immer wieder dienstbare „Geister“ wie der langjährige Technische Leiter Bernd Lochner im Einsatz. Mit einer Speziallösung rückt der begeisterte Höhlenforscher immer wieder der u. a. durch die Lampen entstehenden Flora auf den empfindlichen Tropfsteinen zu Leibe.

Ort der Ideen in Deutschland

Für die gelungene Wandlung eines technischen Denkmals in eine faszinierende Erlebniswelt sind die Saalfelder Feengrotten 2009 als ein Ort der Ideen in Deutschland gekürt worden. Yvonne Wagner, Geschäftsführerin der Saalfelder Feengrotten- und Tourismus GmbH, sieht darin eine Bestätigung ihrer Bemühungen, das Erlebnis Feengrotten für alle Besucher noch nachhaltiger werden zu lassen. So ziehen inzwischen neben den berühmten Schaugrotten und dem für Kuren genutzten Heilstollen auf der Oberen Sole auch der weitläufige Feengrotten-Park mit dem Thüringer Handwerkerhof und seinen typischen Angeboten von Bratwurst bis Klöße sowie das Feenweltchen, die Anderswelt der Feengrotten, die in- und ausländischen Besucher an. Alljährlich zum Feenfest wartet das Reich der Waldgeister, mit Feenpforte, Garten der Feenpflanzen und dem Feenwipfelschloss mit vielen Überraschungen für kleine und große Gäste auf. Kinder können nach vorheriger Anmeldung hier auch einen unvergesslichen Geburtstag feiern.

Zu einem Besuchermagneten hat sich das Mitmach-Museum Grottoneum entwickelt. Seit Juni 2011 kann man sich hier auf eine spannende Entdeckungstour in die Welt der Bergleute, der Tropfsteine und Mineralien begeben. Attraktionen in der multimedialen und interaktiven Ausstellung im Feengrotten-Hauptgebäude sind u. a. ein Riesentropfstein, der Molekültisch sowie sprechende Steine. Während man sich am Grottenbrunnen mit kühlem Mineralwasser aus den Tiefen des Bergers erfrischen kann, macht das Panoramakino Lust auf einem Besuch der Feengrotten. Über 18 Millionen in- und ausländische Gäste haben seit der Eröffnung Pfingsten 1914 die märchenhafte Saalfelder Unterwelt1914 besucht.

Hans-Peter Gaul

Infos

Angeboten werden Traum-Hochzeiten im Märchendom, romantische nächtliche Stadtführungen sowie Kutschfahrten.

Auf einem gut ausgeschilderten historischen Rundweg kann jeder selbst viele Sehenswürdigkeiten der reizvollen Saalestadt erleben: die Burgruine Hoher Schwarm, vier erhalten gebliebene Stadttore, die Johanniskirche, das Stadtmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster und das prächtige Renaissance-Rathaus am Marktplatz.

Saalfeld ist auch eine Stadt der Rostbratwürste. Im Feengrottenpark und vielerorts in der ostthüringer Kreisstadt kann man die leckeren Würste vom Holzkohlegrill genießen.

Urige Gaststätten wie der von Saalfelder Künstlern ausgestaltete „Pappenheimer“, das Gourmet-Restaurant „Güldene Gans“ in den historischen Gewölben des Hotels „Anker“, die „Alte Post“ in der Fußgängerzone Blankenburger Straße und die „Grottenschänke“ laden zudem zu weiteren Thüringer Spezialitäten ein.

Immer wieder ein Erlebnis sind hier Fahrten mit der Oberweißbacher Bergbahn. In knapp 20 Minuten überwindet sie bei einer Steigung bis zu 25 % einen Höhenunterschied von rund 300 Metern.

Weitere Infos: www.feengrotten.de, www.saalfeld-tourismus.de.

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