Frankreich: Ein Rundgang durch Paris (2. Teil)

Champs-Élysées, Arc de Triomphe, ­Eiffelturm und Sacré-Cœur

Ein kurzer Blick in den Conceptstore Colette, der Kult ist und vielfach kopiert wurde, dann geht’s zurück in die Tuilerien. Wie die anderen schönen Pariser Parks, die alle ihren eigenen Reiz haben, ist auch der Tuilerien-Garten eine Oase der Stille in der Betriebsamkeit der Großstadt. Hätten wir doch Zeit für einen verträumten Nachmittag: Einfach einen der grünen Stühle kapern, in einem netten Schmöker stöbern oder die Spaziergänger beobachten!

Aber es locken zu viele andere Pariser Attraktionen, gleich hier in den Tuilerien die Orangerie, in der neben den berühmten großformatigen Seerosenbildern von Claude Monet weitere sehenswerte Gemälde hängen, etwa Stillleben von Matisse.

Schon an der Place de la Concorde wird man wieder sehr nachdrücklich mit den Realitäten einer Großstadt des 21. Jahrhunderts konfrontiert. Ein nie abreißender Strom von Fahrzeugen rotiert rund um den großzügig angelegten Platz, der Mitte des 18. Jahrhunderts unter Ludwig XV. angelegt wurde. Nur wenige Jahrzehnte später, zur Zeit der Französischen Revolution, stand hier die Guillotine, Schauplatz der Hinrichtung Tausender. Heute ragt in der Mitte des Platzes ein über 3000 Jahre alter Obelisk empor, der aus einer Tempelanlage in Luxor stammt und im 19. Jahrhundert dem Bürgerkönig Louis-Philippe vom ägyptischen Statthalter geschenkt wurde.

Schon aus dem Tuilerien-Garten hatte sich der Blick durch die schmiedeeisernen Tore auf die Champs-Élysées jenseits der Place de la Concorde eröffnet. Die von Bäumen gesäumte, weltberühmte Avenue zieht sich leicht ansteigend zum Arc de Triomphe hinauf; jenseits erblickt man in der Ferne schon die Silhouette der Grande Arche. Dieser gigantische moderne Triumphbogen verlängert die historische Sichtachse, die vom Louvre über die Champs-Élysées bis zum Arc de Triomphe reicht, bis zur Wolkenkratzerskyline von La Défense. Paris als »Hauptstadt des 19. Jahrhunderts« hatte andere Treffpunkte der mondänen Welt als die Gegenwart: die Oper, die Boulevards, die Passagen – und die Champs-Élysées. Vor allem der Name der legendären Flaniermeile klang weltweit nach Luxus und Eleganz. In den Seitenstraßen wie Avenue Montaigne, Avenue George V und Rue Saint-Honoré reihen sich auch tatsächlich die Parfümerien und Modehäuser der Haute Couture mit klangvollen Namen wie Hermès, Cardin, Christian Lacroix, Lancôme, Rubinstein und Lanvin aneinander.

Die Champs-Élysées selbst zeigen sich – nach weniger gloriosen Jahren – erst dank eines stadtplanerischen Liftings wieder ihres Ruhmes würdig: Die Bürgersteige wurden verbreitert, parkende Autos und grelle Werbung verbannt. Die breite Avenue will wieder zur schönsten Prachtstraße der Welt werden. Die Erfolge der Maßnahme sind offensichtlich: Luxusboutiquen kehren zurück, elegante Cafés werden neu eröffnet.

Legendär ist auch der Arc de Triomphe, der 50 Meter hohe, antiken Vorbildern nachempfundene Bogen. 1806, nach der Schlacht von Austerlitz, wollte Napoleon seiner »Großen Armee« ein Denkmal setzen lassen. Als 1836 der mächtige Bogen fertiggestellt war, war sie längst geschlagen. Seit 1920 erinnert unter dem Bogen das Grabmal des Unbekannten Soldaten an die Toten des Ersten Weltkriegs. Von der Dachterrasse in 50 Metern Höhe wird deutlich, warum der Platz früher Place de l’Étoile hieß: Sternförmig treffen zwölf Avenuen aufeinander. Heute heißt er Place Charles de Gaulle; durch einen Fußgängertunnel gelangt man zum Triumphbogen in seiner Mitte.

Nun geht es ein Stück mit der Métro bis zur Station Trocadéro. Vom gleichnamigen Hügel hat man einen großartigen Blick auf den Eiffelturm, das weithin sichtbare Pariser Wahrzeichen. Die erhöht gelegene, von vergoldeten Statuen gesäumte Terrasse am Palais de Chaillot nutzt wirkungsvoll die Perspektive zum gegenüberliegenden Seine-Ufer: Frei schweift der Blick über Eiffelturm und Marsfeld bis zur Tour Montparnasse. Viele Sightseeingbusse halten deshalb hier für einen kurzen Fotostopp.

Wenn das Wetter gut ist, verspricht die oberste Plattform der Dame der Fer einen grandiosen Blick. Meist bilden sich lange Warteschlangen am Fuß der mächtigen Stahlpfeiler, doch die Geduld wird mit einem sagenhaften Blick über das Häusermeer der Millionenstadt belohnt, die besonders abends ihrem Ruf als »Stadt der Lichter« alle Ehre macht. Aus Anlass der Hundertjahrfeier der Französischen Revolution und der Weltausstellung von 1889 errichtet, war das stählerne Ungetüm anfänglich Gegenstand heftiger Kritik. Maupassant pflegte angeblich im Restaurant auf dem Eiffelturm zu speisen, weil dies der einzige Ort war, »wo ich ihn nicht sehen muss«.

Wer noch nicht müde ist, lässt den Tag mit einem Abstecher zum Montmartre ausklingen und fährt mit der Métro zur Station Abbesses. Es lohnt sich durchaus, hier noch ein wenig durch die Straßen zu schlendern: Neben sehr Touristischem rund um die Place du Tertre gibt es dort auch noch verträumt-dörfliche Ecken – wie aus »Die fabelhafte Welt der Amelie«. Hauptattraktion ist die Kirche Sacré-Cœur ganz oben auf dem Montmartre-Hügel oder vielmehr der Blick

auf Paris von den Treppen davor. Hier blicken wir auf das berühmte Grau der Dächer und schwören uns: Wir kommen wieder.

Infos

Office du Tourisme et des Congrès de Paris
25, rue des Pyramides
F – 75001 Paris
Tel: +33 (0)8 92 68 30 00
Weitere Tourismusbüros: Gare de Lyon, Gare du Nord, Gare de l’Est, Anvers, Parc des Expositions
http://de.parisinfo.com (deutsch)
 
 
 

Go Vista City Guide

Paris
Friederike Schneidewind
ISBN 978-3-86871-603-0
www.vistapoint.de
 

Den ersten Teil des Stadtrundgangs Paris lesen Sie HIER

 
 
 
 

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