Italien: Die Etrusker in der Toskana

Chiusi Museum

Der Königssitz in Chiusi

Doch vorher, um 500 vor Christus, hat der legendäre König Porsenna den Sieg über die Römer davon getragen. Chiusi wurde zu seinem Königssitz und damit zu einer Metropole erhoben. Porsennas Grab soll irgendwo unter den Stadtmauern zu finden sein. Entdeckt hat man es noch nicht, wohl aber ein gigantisches Labyrinth mit Wasserversorgung und Belüftung. Der Besuch in diesen unterirdischen Gewirr aus dunklen Gängen und feuchten Kanälen ist ebenso spannend wie in den beiden Katakomben der Stadt, der Santa-Catarina-Katakombe und der Santa-Mustiola-Katkomben. Urchristen sollen hier noch nach etruskischem Ritus bestattet worden sein. Wie die Etrusker selbst ihre Toten im 5. Jahrhundert v. Chr. zur letzten Ruhe betteten, davon berichten die mittlerweile vier zugänglichen Gräber. Unscheinbar sind die Eingänge zu den Gräbern, in den weichen Tuff gehauen und gut zwei Kilometer vor den Toren der Stadt. Drinnen riecht es nach feuchter Erde und nach dem Atem der Geschichte. Neben der Tomba della Scimmia, der ein in der reich bemalten Grabkammer abgebildeter Affe seinen Namen gab, enthält auch die Tomba del Leone (Grab des Löwen) verzierte Sarkophage. Kampfszenen zwischen Galliern und Griechen finden sich in der Tomba della Pellegrina (Grab der Pilgerin). Aus drei Grabkammern besteht auch die Tomba dell’Iscrizione, die mit einer etruskischen Inschrift aufwartet. Trasimenischer See
Von den Gräbern ist es nur ein kurzes Wegstück zum Lago di Chiusi, der den Stadtbewohnern als Naherholungsgebiet dient. Der See, ein ehemaliges Sumpfgebiet, ist nicht nur Lebensraum vieler Vogelarten, sondern auch Ziel zahlreicher Mountainbiker, die auf der „Drei-Seen-Runde“ entlang der Regionsgrenze die Seen von Chiusi und Montepulcano mit dem Trasimenischen See verbinden. Der ist mit seinen 128 Quadratkilometern der viertgrößte See Italiens. Mit seinen drei Inseln ist der Lago Trasimeno, der seinen Namen vom etruskischen Prinzen Trasimeno hat, ein kultur- und geschichtsträchtiges Refugium und ein wunderbarer Ausgangspunkt für Ausflüge ins Umland. Siena und Florenz in der Toskana, das religiöse Zentrum Assisi und die ehrwürdige Kunst- und Universitätsstadt Perugia in Umbrien sind so prima zu erreichen.
Die sanften Hügelketten der Umgebung, mit Pinien und Zypressen, Olivenbäumen und Weinreben malerisch bewachsen, muten fast bilderbuchartig an. Pittoreske Dörfer mit ihrem Flair säumen den See. Und wenn im Frühsommer die strahlend gelben Ginster und betörend duftenden Jasmine blühen, möchte man mit einem Gläschen Chianti einfach die Seele baumeln lassen.

Diana Seufert

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