Kambodscha: Ein Tuk Tuk in Angkor, Teil 3

Steinfigur in Angkor Thom

Tempeltour in Angkor

„Es gibt ein paar Orte auf der Welt“, schrieb der 2004 verstorbene Journalist und Schriftsteller Tiziano Terzani, „an denen man stolz darauf ist, der menschlichen Gattung anzugehören. Einer davon ist zweifellos Angkor.“

Es ist mehr als eine Aura von Altehrwürdigkeit, die die Steine umgibt: Das Alter scheint förmlich an ihnen zu kleben, man spürt die riesige Zeitspanne, die diese gewaltigen, symmetrisch angeordneten Bauwerke hier bereits stehen. Nicht einmal die Roten Khmer haben gewagt, diesen Ort zu zerstören – und hätten es wohl aufgrund seiner schieren, gewaltigen Größe auch nicht vermocht. Auf mehr als 200 Quadratkilometern verteilen sich in der Region Angkor um die 1000 historische Städte und Tempel. Einige der bekanntesten liegen nur ein paar Kilometer auseinander, so dass man ein Dutzend von ihnen mit dem Fahrrad oder einem Tuk Tuk in zwei oder drei Tagen besichtigen kann, bevor die unvermeidliche Tempelmüdigkeit eintritt. Ta Som, East Mebon, Pre Rup, Srah Srang, Ta Keo, Prasat Kravan, Preah Khan, Neak Pean, Leak Neang … Selbst der größte Tempelnarr muss hier irgendwann ermattet, aber unendlich beeindruckt aufgeben. Aber heute ist es noch nicht soweit. Angkor Wat

Khim Sok wartet schon darauf, den nächsten Tempel anzusteuern. Er ist es gewohnt zu warten. Bei einer Tour in die Tempelstadt verbringt er den Großteil der Zeit damit, sich auf der gepolsterten Rückbank des Anhängers auszustrecken oder sich mit anderen Fahrern zu unterhalten, bis seine Kunden den jeweiligen Tempel erkundet haben und zum nächsten gebracht werden wollen.

„Aber am liebsten unterhalte ich mich mit meinen Kunden“, sagt er und zwinkert schalkhaft. Es ist nicht ganz klar, ob er es ernst meint oder nicht. „Doch, wirklich“, beteuert er angesichts der zweifelnden Blicke. „Das Beste an meinem Job ist, dass ich Freunde aus der ganzen Welt gewinne. Ihr müsst wissen, ich komme aus der Takeo Provinz, weit entfernt von Siem Reap und Phnom Penh und jeder anderen großen Stadt.“

In seiner Kindheit hat er nichts von der Welt mitbekommen. Seine Familie hatte kein Radio und keinen Fernseher – heute besitzt er beides. „Aber noch besser ist, dass ich Leute aus all den fernen Ländern treffen kann, von denen ich früher höchstens die Namen kannte und über die ich sonst nichts wusste.“ Durch die Gespräche mit Fremden gewinne er viele neue Ideen, über die er nachdenken könne, während sie durch die Tempel spazierten.

von Erik Lorenz

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