Kambodscha: Ein Tuk Tuk in Angkor, Teil 4

Mönche in Angkor Wat

Angkor: Endlose Aufgabe

Aber Khim Sok lauscht nicht nur den Geschichten aus fernen Ländern, er hat auch selbst etwas zu erzählen. Anstatt seine Kunden bei den Tempeln abzuladen wie eine Postsendung, hält er jedes Mal einen kleinen Vortrag, in dem er ihre Wahrnehmung schärft und ihnen erklärt, worauf sie achten sollen.

„Das hinter mir ist der Bayon Tempel“, sagt Khim Sok nun und deutet mit einer weiten Geste über einen Teich hinweg auf das vertikale, mit meterhohen Steingesichtern übersäte Labyrinth. Grünes Moos und Flechten wuchern auf den mächtigen Zügen der in Fels gehauenen Fratzen, durch die sich Risse und Sprünge ziehen. Monumentale Steine wurden hier übereinandergeschichtet und mit höchster Kunstfertigkeit bearbeitet. Es sind beinahe 50 Türme, gespickt mit überlebensgroßen Antlitzen mit steinernen Mündern, Augen, Nasen, und komplexe, in Stein geschnitzte Szenen mit Figuren, die elegante Gewänder tragen. Die Augen wissen nicht, an welchem jahrhundertealten Detail sie sich zuerst laben sollen. Khim Sok erklärt Autor die Tempel

„Das ist der Haupttempel von Angkor Thom“, fährt Khim Sok fort, „der einstmaligen großen Hauptstadt des Khmer-Reiches. Nahezu zehn Quadratkilometer war sie groß, und die alte Stadtmauer verläuft noch heute in diesem Umkreis. Jayavarman VII. König von Kambuja, das ihr als Angkor kennt, hat gegen Ende des 12. Jahrhunderts mit ihrem Bau begonnen. Er war ein guter Herrscher. Doch ein paar Jahrhunderte später vertrieben feindliche Thai die Khmer, und die Tempel verfielen und gerieten in Vergessenheit. Seit 20 oder 30 Jahren werden sie nun restauriert, in ganz Angkor, Stück für Stück, die wichtigsten zuerst. Es sind so viele, dass die Aufgabe endlos sein wird.“

von Erik Lorenz

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