Italien: Urlaub im Südtiroler Hochpustertal

Foto: C. Nowak

Schon Kanzlerin Angela Merkel tankte hier Kraft

Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Auf der einen Talseite die lieblichen Kuppen der Karnischen Alpen rund um den Helm, auf der anderen die schroffen Felsen der Sextner Dolomiten und des Naturparks Drei Zinnen. Und dazwischen liegt beschaulich der Ort Sexten mit der Schwefelquelle in Bad Moos, direkt am Eingang zum Fischleintal.

Das Südtiroler Hochpustertal, an der Grenze zu Österreich, ist umgeben von einzigartiger Natur. Und die schätzt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Da drüben hat eure Kanzlerin immer gewohnt, wenn sie hier Urlaub gemacht hat.“ Dr. Erwin Lanzinger auf dem Kutschbock deutet mit den Zügeln nach links, auf ein mehrstöckiges Haus. Früher sei sie oft dagewesen, um in den Bergen Ruhe und Erholung vom Stress der Politik zu finden, eröffnet der Hotelier und passionierte Kutschenfahrer eine kleine politische Debatte.

Mehrere Dutzend Kutschen und Schlitten nennt Lanzinger sein Eigen. Aufwändig restauriert, kommen sie gerne zum Einsatz – je nach Größe der Gesellschaft und Jahreszeit. Selbst von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat er schon einiges ersteigert. Seine jüngsten Errungenschaften stammen übrigens von einem Sammler aus dem Taubertal: Drei Kutschen und etliche Geschirre. Gezogen werden die historischen Wagen, die teilweise über 100 Jahre alt sind, von seinen eigenen Pferden. 23 stehen im Stall und freuen sich auf ihren Einsatz.

In einem viktorianischen Zweispänner nimmt Lanzinger die Gäste mit ins wild-romantische Fischleintal. Abgelegen und ruhig ist es dort, beschaulich rauscht der Bach vorbei. Nur wenige Wanderer sind in den Nachmittagsstunden noch hier unterwegs, dafür aber einige Familien mit Kindern. Und die bekommen große Augen, als die beiden stolzen Lipizzaner Richtung Talschlusshütte marschieren.
Die milde Sonne taucht Dreischusterspitze, Gsell und natürlich die Sextner Bergsonnenuhr Neuner, Zehner, Elfer, Zwölfer und Einser in mildes Abendlicht. Dreizinnen- und Zsigmondyhütte sind von hier aus gut zu erreichen.

Für Interessierte hat Lanzinger einen besonderen Tipp: Eine historische Wanderung an der Rotwand. Denn dort kämpften im Ersten Weltkrieg italienische und österreichische Truppen erbittert. Informative Tafeln erläutern den Kriegsschauplatz rund um die Anderter Alpe auf 2008 Metern Höhe. Noch immer kann man im Freilichtmuseum des Vereins „Bellum Aquilarum“ Überreste der Schlachten entdecken.
Rotwand  bei Sexten Bekannt ist Bad Moos aber aus einem anderen Grund. Schon um 1650 nutzten die Menschen das heilende Wasser, seit 1765 ist der Badebetrieb nachgewiesen. Der Legende nach sollen vor allem Frauen mit Kinderwunsch dorthin gepilgert sein und tatsächlich soll sich der Kindersegen nach einer Kur in Bad Moos regelmäßig eingestellt haben.

Dr. Erwin Lanzinger ließ das traditionsreiche Bauernbad wieder aufleben. Heute wird das mineralreiche Wasser der Schwefelquelle im Wellness- und Gesundheitszentrum des Vier-Sterne S „Sport- und Kurhotels Bad Moos“ angewendet. Nur wenige Meter vom Haus entfernt steht das Brunnenhaus der Quelle, die für Anwendungen genutzt wird, um Seele und Körper in Einklang zu bringen. Schon zum Frühstück sollte man ein Glas des mineralreichen Wassers trinken, rät er. Ob Trinkkur, Gesundheitsbäder, Inhalation oder einfach nur eine entspannende Ruhephase in der Schwefelgrotte: Im Gesundheitszentrum kommt das Wasser zum Einsatz, ebenso im großzügigen SPA-Bereich. Für Kinder gibt es ein eigenes Kinderplanschbecken. Kein Chlor reizt ihre Augen, denn Ozon sorgt für die Wasserhygiene.

Und im Sommer kann man von der Liegewiese aus die berühmten Dolomitengipfel bewundern – und gestärkt erwandern.

Diana Seufert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *