Antarktis: Unterwegs mit der „Fram“ (Teil 9: Danco Island)

Ein gefürchteter Räuber – der Seeleopard

Mittlerweile ist die „Fram“ schon wieder auf dem Rückweg und hat den Windschutz der Antarktischen Halbinsel verlassen. Mal schauen, was die Drake-Passage auf dem Rückweg für Überraschungen bereithält. Noch steht aber der Bericht vom gestrigen Tag aus.

Einer meiner Lieblingseisberge

Wieder hat man uns einige Höhepunkte versprochen. Das erste Highlight ist das Wetter: spiegelglattes Wasser, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein. Nein, ich übertreibe nicht; ja, das hatten wir auch schon gestern; nein, normal ist das nicht. Soviel Glück haben nur wenige!

Spiegelglattes Meer – in antarktischen Gewässern eine Seltenheit

Pünktlich zum Frühstück sind wir an der Einfahrt zum Lemaire Channel, einer gut zehn Kilometer langen und nur rund eineinhalb Kilometer breiten Wasserstraße zwischen Antarktischer Halbinsel und Booth Island. Hängegletscher und Felswände spiegeln sich im Wasser und je weiter wir in den Kanal vordringen, desto mehr Eis schwimmt auf dem Wasser.

Auf der Suche nach Robben und Seeleoparden

Am Vormittag steht statt einem Landgang eine Rundfahrt mit den Polar Circle Booten auf dem Programm. So dicht über der mit Eisbrocken und Eisbergen bedeckten Wasseroberfläche bietet sich eine völlig neue Perspektive. Die robusten Boote schlängeln sich durch die wenigen eisfreien Passagen, hin und wieder schaben Eisstücke an der Bordwand und wir blicken staunend aus nächster Nähe zu den Eisbergen auf. Dann entdecken wir einen Seeleopard, der sich auf einer Eisscholle sonnt. Er blickt kurz auf, zeigt seine beeindruckenden Zähne, beschließt dann aber schnell, dass wir keine Gefahr darstellen.

65° 04′ Süd – weiter geht es dieses Mal nicht

Im Lemaire Channel haben wir unsere südlichste Position erreicht, ab jetzt geht es wieder in Richtung Norden – nach Hause. Was jetzt folgt, ist eine Panoramakreuzfahrt zurück durch den Lemaire Channel und dann über die Paradise Bay nach Danco Island.

Danco Island ist winzig und von einer Kolonie von Eselspinguinen bewohnt. Für uns ist es wieder ein wunderschöner Anblick, wie die Pinguine auf mehreren Felsplateaus teils erstaunlich hoch über dem Meer ihre Jungen aufziehen. Doch Manuel, unser Ornithologe an Bord, erkennt sofort, dass die Jungtiere in der Kolonie in keinem guten Zustand sind. Viel zu klein für den Spätsommer seien sie, sagt er. Durch den langen Winter mit viel Eis konnten die Pinguine erst spät mit dem Brutgeschäft beginnen, außerdem haben sie sich sehr weit oberhalb des Meeres angesiedelt. Dies bedeutet, dass die kleinen Kerle nach jedem Fischzug mühsam den Berg hinauf watscheln müssen, was viel Zeit und Kraft kostet. Bei einem normalen Winteranfang haben nur wenige Jungtiere eine Chance.

Am späten Nachmittag setzen wir unsere Fahrt in Richtung Norden fort. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit werden von der Brücke Wale gesichtet. Die „Fram“ stoppt und wir beobachten knapp eine halbe Stunde lang, wie mindestens vier Buckelwale vor dem Bug schwimmen. Wir sind so nah, dass wir ihren Blas hören können. Hin und wieder tauchen sie ab und zeigen uns ihre Fluke. Ein perfekter Abschluss eines grandiosen Tages.

Sind Sie schon ein Pinguinexperte? Dann wissen Sie bestimmt zu welcher Pinguinart diese Füße gehören. Ich freue mich über Antworten und vor allem wie Sie es herausbekommen haben.

 

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