Italien: Etruskisches Erbe in der Toskana

Toskana

Das reiche Erbe der Etrusker

Umbrisch-toskanisches Grenzland: In Chiusi und rund um den Trasimenischen See sind noch viele Schätze der alten Hochkultur zu finden

Wenn sich die Abendsonne auf den Dächern der Altstadt niederlässt und die Hitze des Tages langsam vertrieben hat, erwacht in den Gassen von Chiusi wieder neues Leben. Die Älteren zieht es zum Schwätzchen auf die Steinbänke vor die Häuser, um den Blick weit ins Tal schweifen zu lassen. Die Kinder spielen lieber auf der Domplatte begeistert Fußball. Hoch auf den sanften toskanischen Hügeln gelegen thront die Kleinstadt Chiusi, im umbrisch-toskanischen Grenzland. Typisch mittelitalienisch eben. Und sie unterstreicht noch heute ihren Stolz, als Mitglied des antiken Zwölfstädtebundes und ehemaliger Sitz des etruskischen Königs Porsenna noch vor der Vormachtstellung Roms sehr bedeutend gewesen zu sein.
Beim Spaziergang durch die Stadt stößt man auf die Porta Lavinia, das letzte noch erhaltene antike Stadttor. Dicke Stadtmauern aus hellem Tuffstein trutzten vor Jahrhunderten den Fremden. Heute sind die gerne gesehen. Und auch immer mehr deutsche Touristen zieht es an den geschichtsträchtigen Ort, die den Dom als eine der ältesten Kirchen Italiens für sich entdecken. Die römischen Säulen im Mittelschiff datieren aus dem 6. Jahrhundert. Ein „Hingucker“ sind auch die Fresken und Mosaike, die allerdings erst im 19. Jahrhundert angebracht wurden. Chiusi, Porta Lavinia
Ein reiches Erbe haben die Etrusker den heutigen Bewohnern Chiusis hinterlassen, das mit großem Engagement gehegt wird. Wer auf den Spuren dieser frühen Zivilisation wandeln will, den erwarten im Museo Etrusco direkt neben dem Dom interessante Funde. Hinter der klassizistischen Fassade finden sich bemerkenswerte, mehr als 2000 Jahre alte Exponate, die rund um die Stadt ausgegraben wurden. Vor allem Tongefäße in den unterschiedlichen Varianten, aber auch Schmuck und Kämme, Waffen und Urnen zeugen vom damaligen Leben der Menschen im Chianti-Tal. Ihren Reichtum haben sie in prunkvollen Sarkophagen zur Schau gestellt, teilweise aus reich verziertem Alabaster. Fundstücke aus dem Übergang von der etruskischen zur römischen Epoche zeigt das Museo Civico. Schließlich war Chiusi auch Bundesgenosse der noch jungen römischen Republik, wie die Kopie der kapitolinischen Wölfin auf dem Domvorplatz deutlich macht.

Diana Seufert

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