Service: Medikamente auf Reisen

Medikamente

Ob für einen Urlaub oder einen beruflichen Auslandsaufenthalt: Die persönliche Reiseapotheke sollte immer mitreisen. Nasenspray, Schmerztabletten und Mittel gegen Durchfall können helfen, kleinere Erkrankungen ohne Arzt- oder Apothekenbesuch zu überstehen. Doch Vorsicht: Nicht alle Medikamente dürfen bedenkenlos eingepackt werden! Worauf Reisende im Vorfeld achten sollten, erläutert Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung).
Eine Reiseapotheke gehört genauso ins Gepäck wie Sonnenmilch für den Strandurlaub oder eine Regenjacke für die Wandertour. Und zum sogenannten persönlichen Gebrauch – das heißt für maximal drei Monate pro Medikament – dürfen Reisende Arzneimittel auch ohne Einschränkungen mitführen. „Allerdings kann es bei der Einreise in ein anderes Land bei manchen Mitteln zu Schwierigkeiten kommen“, warnt die Reiseexpertin der ERV. Starke Schmerzmittel, etwa gegen Migräne oder Rückenschmerzen, sowie Medikamente zur Behandlung von ADHS, fallen in der Regel unter das Betäubungsmittelgesetz. Für Patienten, die auch auf Reisen auf bestimmte Arzneimittel angewiesen sind, heißt das: Sich frühzeitig im Vorfeld über die Einfuhrbestimmungen des Reiselandes informieren und einen Arzt konsultieren.

Bescheinigung vom Arzt

Aufwändig, aber zumindest einheitlich geregelt, ist das Vorgehen bei der Einreise in eines der Mitgliedsländer des Schengener Abkommens, wie Frankreich, die Niederlande oder Ungarn. Wer ein Medikament einführen will, das als Betäubungsmittel eingestuft wird, braucht dazu eine vom Arzt ausgefüllte Bescheinigung – möglichst auf Englisch. Der Inhalt: Angaben zu den Medikamentendosen, den einzelnen Wirkstoffen sowie zur Dauer der Reise. Anschließend muss in Deutschland die oberste Landesgesundheitsbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle die Bescheinigung beglaubigen. Mit dem Dokument ist der Patient bei einer Reisedauer von bis zu 30 Tagen auf der sicheren Seite. „Leider besteht für Reiseziele außerhalb des Schengener Abkommens keine einheitliche Bestimmung für die Mitnahme starker Medikamente“, so Birgit Dreyer. „Die Voraussetzungen können von Importgenehmigungen, einer Einschränkung der Menge bis hin zu einem kompletten Verbot reichen.“ Deshalb rät die ERV Expertin betroffenen Patienten, sich an die diplomatische Vertretung des Reiselandes zu wenden. Diese erteilen Auskunft über die geltenden Bestimmungen und erforderlichen Genehmigungen. Nähere Informationen zu den Auflagen einzelner Länder sowie deren Botschaften in Deutschland bietet beispielsweise die Webseite des Centrums für Reisemedizin www.crm.de. Was aber, wenn das für den Reisenden notwendige Medikament im Zielland verboten ist? „Dann sollte sich der Patient erkundigen, ob dieses oder ein ähnliches Mittel vor Ort verfügbar ist und ob ein dort ansässiger Arzt es verschreiben kann“, rät die Reise-Expertin.

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