Österreich: In Saalbach-Hinterglemm die Lieblingsseife schöpfen

Seufert  Saalbach

Es duftet verführerisch nach Almkräutern, nach exotischen Früchten und Gewürzen: Bei Stefan Sommerbichler und Elisabeth Breitfuß spielen Gerüche eine ganz besondere Rolle. Die beiden zaubern individuelle Seifen, die der Gast des Hotels „Alpenkarawanserai“ im österreichischen Saalbach-Hinterglemm testen darf.

Seife selber machen

Das moderne Seifensieden ist nicht so beschwerlich wie im Mittelalter und eine Kunst, in die die beiden Hinterglemmer die Gäste gerne einführen. Beste Bio-Pflanzenöle und ätherische Öle sowie Kräuter für den guten Geschmack sind die Ingredienzien. Die Duftnuance dürfen die Teilnehmer selbst zusammenstellen. Orange-Rosmarin? Warum nicht. Mit wenigen Handgriffen sind die Zutaten vorbereitet.
Kokosfett darf im großen Topf flüssig werden, dann folgen Olivenöl und Sonnenblumenöl. Ist der „Seifenstein“, in Wasser aufgelöstes Ätznatron abgekühlt, wird er ebenfalls zugegeben und die flüssige Masse kräftig „gemixt“, ehe die Duftzutaten folgen. Gemahlene Orangenstücke, ein wenig Orangenöl zur Verstärkung und gleich mehrere Handvoll getrockneter Rosmarin wandern in den Bottich. Noch einmal kräftig umrühren und die Seife ist zum Abfüllen in den Formen bereit. „Wegen des ätzenden Seifensteins ist die Arbeit nicht ganz ungefährlich“, erklärt der Seifensieder. Handschuhe und Brille, Mundschutz und Schürzen sind deshalb unabdingbar. Und riechen dürfen die Teilnehmer des Seifensiede-Kurses auch noch nicht. „Jetzt muss die Seife vier Wochen rasten, ehe sie fertig ist und verwendet werden kann“, informiert Elisabeth Breitfuß.

Unzufrieden mit Hotelseifen

Seit gut einem Jahr stellen die Hoteliers des Hinterglemmers „Time Design“-Hotels „Alpen-Karawanserai“ ihre Seife selbst her. Und sie haben damit aus der Not eine Tugend gemacht. „Die üblichen Hotelseifen waren nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, erzählt Chef Stefan Sommerbichler. Schließlich wollte man ein natürliches Produkt – und so begann das Experimentieren. „Wir probieren alles aus, von Schokolade bis Edelweiß“, lachen die beiden und präsentieren eine „Seifen-Torte“, in die man fast reinbeißen möchte. „Unterstützung“ erhalten sie dabei von Nachbarn und Freunden, die Kräuter und Blumen wie Lavendel und Ringelblume für die modernen Seifensieder trocknen. Das Ergebnis kann der Gast schon beim Einchecken begutachten. Denn dort darf sich jeder seine individuelle handgeschöpfte Seife für den Aufenthalt aussuchen.

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Das Tal der Spiele

Ein Genuss rings um das Hotel im Herzen von Hinterglemm ist auch das Panorama der Pinzgauer Berge. Mit der Reiterkogelbahn, direkt neben dem Hotel, geht es auf 1480 Metern Höhe, wo ein toller Ausblick wartet. Wo sich im Winter Ski- und Snowboardfahrer tummeln, kommen im Sommer Wanderer und Mountainbiker voll auf ihre Kosten. Und im „Tal der Spiele“, wie sich die Region zwischen Saalfelden, Saalbach-Hinterglemm und Leogang stolz nennt, haben die kleinen Gäste nicht nur mit der Expedition am Berg Kodok und Montelinos Erlebnisweg jede Menge zu entdecken.

Wald und Berge kann man am Hinterglemmer Talschluss übrigens aus einer völlig neuen Perspektive erleben. Für Schwindelfreie ist der Hochseilpark am Talschluss ein Muss. Nach der ausführlichen Einweisung kann man die sechs verschiedenen Routen in Angriff nehmen. Weniger Mutige erkunden die Landschaft lieber von der „Alpen Golden Gate“, der mit 200 Metern längsten Fußgänger Hängebrücke der Alpen. Hoch hinaus darf es beim Baumzipfelweg gehen. Der rund einen Kilometer lange Rundkurs ermöglicht ganz besondere Einblicke in die Baumkronen – die sind manchmal auch im Frühsommer noch mit Schnee gezuckert. Abkühlung verschafft auch das Teufelswasser am Talschluss, bei dem sich an zahlreichen Spielstationen alles um das Thema Wasser dreht.

seufert Sallbach 3Nach der Anstrengung darf man Körper und Geist verwöhnen lassen. Im „Time Design“ Hotel „Alpen-Karawanserai“ gehen die Uhren dabei anders. „Ankommen im Hier und Jetzt, entschleunigen und entspannen“ heißt die Devise der Geschwister Sommerbichler, deren Konzept für das Haus preisgekrönt ist. Ein modernes Design mit der Besinnung auf die alpinen Wurzeln bestimmt die Optik. „Orient trifft Okzident“ ist die ganzheitliche Philosophie, die das Beste aus zwei Welten vereint. Daher auch der Name: Karawanserai bedeutet einfach Herberge. Dass auch typisch österreichische Pflanzen, wie Edelweiß oder der Apfel, ihren Ursprung im asiatischen Raum haben, registrieren viele Gäste mit Staunen.

Yoga und Entschleuinigung

Das Konzept darf auch in der Küche nicht fehlen: „Bazar meets modern alps“ verbindet Regionales mit exotischen Gewürzen, die im Haus ihren besonderen Duft verströmen. Wellness und Amber Spa-Bereich auf 1500 Quadratmetern zaubern einen Hauch von „1001 Nacht“ – und lassen ebenso wie der neue Naturbadeteich vor dem Haus genügend Raum zum Sein, zum Energie auftanken. Wer noch mehr für sich tun will, nutzt Yoga- und Entschleunigungskurse oder dreht morgens noch vor dem Frühstück in der hoteleigenen Kneipp-Anlage seine Runden. „Bei uns läuft die Zeit eben anders, was den Erholungswert aber beträchtlich steigert“, sind Stefan Sommerbichler und seine Schwester Andrea von der Suche nach den Glücksmomenten für die Gäste überzeugt.

 Diana Seufert

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