Frankreich: Gallische Gelassenheit im Parc Astérix

Er sitzt auf seinem überdimensionalen Hinkelstein und schmunzelt verschmitzt. Vermutlich darüber, dass alle Spaß haben: Monsieur Asterix, die Pariser Alternative zu Mister Mickey Mouse.

Immer mit der Ruhe

Wer mit amerikanischen Themenparks vertraut ist, merkt es schnell: Der Parc Astérix ist anders. Schon am Eingangstor fällt es auf: Kein Drängeln, keine Hektik. Hier ist der Einlass in eine bunte und blühende Welt, die sich große und kleine Besucher in Ruhe betrachten können, ohne gleich von den Eindrücken erschlagen zu werden. Die Geräuschkulisse: keine genervten Eltern oder überdrehtes Kindergeschrei, mehr die Atmosphäre von fröhlichem Familienausflug. Automatisch stellt sich Schlendrian ein und der Bummel durch fünf Themenwelten mit 31 Attraktionen kann beginnen.

Dorfidylle

Im „Village Gaulois“ kann man das Zuhause von Asterix und Obelix erforschen. Kinder staunen über Obelix’ kleine Mahlzeit für Zwischendurch, den überdimensionalen Wildscheinbraten am Spieß, und finden es ulkig, in seine Riesenlatschen zu steigen. Na, und dann erst die Kulleraugen, wenn sie dem Comichelden in Persona gegenüberstehen. Während der beschaulichen Bootsfahrt, vorbei an liebevoll und lebendig nachgestellte Szenen aus dem Leben der verrückten Gallier, die so gerne Römer verhauen, weiß mancher Erwachsener nicht, wohin er schauen soll: Zu den Pimpfen, die sich darüber kringelig lachen oder dem Gebotenen. Im Druidenwald haben Eltern von Mini-Kids Pause, denn die sind auf dem dazugehörigen Kinderspielplatz, mit Wasserfontänen und Baumstammrutschen schwer beschäftigt.

Hier geht’s rund

Doch wer glaubt, hier läuft alles nur in ruhigen Bahnen, irrt gründlich. Dafür sorgt spätestens eine der Hauptattraktionen „Goudurix“, die stählernde Achterbahn, bei der es mit 75 Sachen durch sieben Loopings geht. Hier fällt einem tatsächlich der Himmel auf dem Kopf und den Boden unter den Füßen findet man nach dieser Fahrt kaum mehr. Der Adrenalinspiegel hat sich eingepegelt, also gleich weiter zum hölzernen Pendant. Der „Tonnerre de Zeus“ macht seinem Namen alle Ehre und donnert 84 Stundenkilometern fast anderthalb Minuten durch die Kurven. Hinter bleibt das Gefühl, dass die Gesichtszüge auf der Strecke geblieben sind.

Für Abkühlung sorgt, sofern man im Spritzbereich der neun springenden Delfine sitzt, die Show im „Théâtre de Poséidon“. Mit etwas Glück, wird für Kinder wahr, wovon viele Erwachsene träumen. In riesigen Schwimmwesten versunken dürfen sie zusammen mit den Trainern die Tiere zu Kunststückchen animieren und natürlich auch streicheln. Wenn die Tiere dann durch das Becken flitzen, ist kaum möglich dem akrobatischen Wasserballet zu folgen. Aber auf keinen Fall möchte man auch nur einen Sprung verpassen. Das Herz hüpft jedes Mal mit.

Immer noch frisch, aber aktionsreicher geht es beim Menhir Express mit der finalen Fahrt vom 13 Meter hohen Wasserfall zu. Wasserratten kommen auf der 195 Meter langen Reifenrutsche des L’Oxygénarium auf ihre Kosten und nicht minder auf der Wildwasserfahrt in der römischen Ecke bei „Romus et Rapidus“.

Liebe zum Detail

Was am meisten Laune macht in diesem Park sind die Farben: Prall, aber nicht schrill mit viel Liebe zum Detail. Das offenbart sich ganz besonders auf der Zeitreise im Bereich „A travers le temps“, wo vor bunten Buden schaustellerisches Treiben herrscht und Künstlerisches wie Kunsthandwerkliches vom Mittelalter bis zum späten 19. Jahrhundert präsentiert wird. In der Rue de Paris fehlt eigentlich nur der rauchige Klange der Diseuse, um die Stimmung perfekt zu machen.

Immer wieder führt der Blick hoch zu Monsieur Asterix: Vielleicht schmunzelt er auch aus Stolz über seinen Park, in dem sich seit seinem Bestehen über 30 Millionen Menschen vergnügt haben.

Petra Meisel

 

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