Deutschland: Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze

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Die Nachbildung des Grabschatzes in seiner originalen Fundsituation vermittelt die historisch einzigartige Entdeckung des Pharaonen-Grabes im Tal der Könige in Ägypten vor 91 Jahren.

„Ich sehe wunderbare Dinge!“, soll der britische Archäologe Howard Carter am 26. November 1922 laut seinen Aufzeichnungen gesagt haben, als er eine Kerze in ein Loch zur Vorkammer des Grabes des vor über 3000 Jahren verstorbenen Pharaos Tutanchamun hielt. Nach fünf Jahren mühevoller und zunächst vergeblicher Grabungsarbeit im Tal der Könige hatte der britische Archäologe kurz vor der Aufgabe des Ausgrabungsprojektes eine bis heute einmalige Entdeckung gemacht: Ein nahezu unversehrtes Pharaonengrab mit all seinen Schätzen.

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Diesen historischen Moment und die Geschichte der Entdeckung des Grabschatzes stellt nach dem Sensationsfund in einzigartiger Weise die Ausstellung „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ in einem monumentalen Gesamtzusammenhang auf über 2000 Quadratmetern mit 1000 Objekten, Grafiken, Filmen und Audioguide lehrreich, spannend und unterhaltsam dar.

Virtuelle Archäologie

Der Schatz des Tutanchamun zählt bis heute zu den bedeutendsten Entdeckungen der Archäologie. Seit Howard Carter das Grab des Pharaos im Tal der Könige fand, ist die Faszination, die von den tausenden Beigaben, den goldenen Särgen und Schreinen, den Masken, dem Schmuck und dem Schicksal des jung verstorbenen Königs ausgeht, ungebrochen.

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Während einer internationalen Tournee von Objekten konnten im Ägyptischen Museum Berlin im Jahr 1980 aus konservatorischen Gründen nur wenige Stücke des Grabschatzes aus dem Ägyptischen Museum Kairo gezeigt werden. Darunter befand sich die berühmte Goldmaske des Königs, die vom Ägyptischen Museum Kairo heute nicht mehr verliehen wird. Der Schatzfund, so wie Howard Carter ihn 1922 entdeckt hat, lebt heute nur noch auf den exzellenten Schwarz-Weiß-Bildern des Grabungsfotografen Harry Burton weiter. „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ bietet nun erstmals die Gelegenheit, Carters bedeutenden Fund dreidimensional in seiner originalen Fundsituation zu erleben.

Wissenschaftlich fundiertes Edutainment

Zu Beginn der Ausstellung wird der Besucher in die Kultur des Alten Ägyptens und in die Zeit Tutanchamuns eingeführt. Anschließend erlebt er mit dem Ausgräber in einem Doku-Spielfilm die verzweifelte Suche nach dem Grab, die mit der Entdeckung des Eingangs am 4. November 1922 gekrönt wird. Danach betritt der Besucher einen Raum, in dem er die Schätze des Pharaos in drei Grabkammern so vorfindet wie Howard Carter, der Entdecker.

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Im zweiten Ausstellungsteil wird schließlich die Möglichkeit geboten, sich intensiv in die schönsten und bedeutendsten Objekte des Grabschatzes zu vertiefen. Den Mittelpunkt bilden die großen, vergoldeten Schreine aus der Sargkammer des Königs. Aufgereiht wie in einer gewaltigen Magistrale werden die Schätze ausgehend vom äußeren Schrein über die Särge bis zur berühmten Goldmaske präsentiert. Eine kühne Idee des Ausstellungsarchitekten, die den Besuchern ein ehrfurchtgebietendes wie weltweit einzigartiges Erlebnis vermittelt.

Anschauliche und wissenschaftlich fundierte Grafiken sowie eine integrierte Hörführung, verfasst von einem Schriftsteller in Zusammenarbeit mit einem Ägyptologen, erklären ihre tiefe Bedeutung im Kontext des ägyptischen Jenseitsglaubens.

Der Zauber des authentischen Gesamtbildes

Die Ausstellung zeigt, wie faszinierend es sein kann, mit Hilfe von sorgfältig gearbeiteten Rekonstruktionen einen lebendigen Eindruck von der bedeutendsten archäologischen Entdeckung im Tal der Könige wiederzugewinnen. Einen originalen Fundzusammenhang wiederzufinden, dies ist die faszinierende Herausforderung, der sich die Ausstellung mit Erfolg stellt. Die Ausstellung bringt zusammen, was selbst in Ägypten nur getrennt zu sehen ist: Während die Schätze des Königs im Museum von Kairo aufbewahrt werden, ist heute sein Grab im Tal der Könige mit den Wandmalereien bis auf die Mumie des Königs, den äußeren Sarg und den steinernen Sarkophag ausgeräumt.

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Zur Verwirklichung dieser Ausstellungsidee war der Einsatz von Repliken im Hinblick auf den Schutz der fragilen Originale und der Fülle an Objekten unumgänglich. Die Grabbeigaben wurden von ägyptischen Kunsthandwerkern in Abstimmung mit Ägyptologen detailgetreu nachgebildet – sie sind in ihrer größtmöglichen Vollständigkeit weltweit einmalig.

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