Österreich: Gastlichkeit im Zillertal

Seufert,  Wildgerlostal

Das Wildgerlostal mit dem Reichenspitz macht seinem Namen alle Ehre – zumindest, wenn man die raue Schönheit der Natur von der Zittauer Hütte aus genießen will: wild, unbändig und atemberaubend präsentiert sich eines der unbekannteren Täler in der Wanderregion der österreichischen Zillertalarena. Hier ist man mitten drin im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten alpinen Schutzgebiet in Österreich.

Eiskaltes Gletscherwasser bahnt sich in Wasserfällen und Kaskaden seinen Weg nach unten zum kleinen See am Naturbad und Alpengasthaus Finkau, dem Ausgangspunkt der Wanderung.  Rund drei Stunden hat Wanderführer Leonhard Obermüller für den Weg auf die idyllisch gelegene Zittauer Hütte auf 2329 Metern  eingeplant. Und die braucht man auch. Zeit sollte man sich nehmen, wenn man die herrliche Umgebung genießen will. Immer wieder bleibt der Blick an den schroffen Felswänden des Tales hängen, die Jahrtausende währende Arbeit des Gletscherschliffs ist deutlich zu erkennen.  Geht es zunächst noch einen gemütlichen Fahrweg durch das vom Gletscher geformte Tal und an genüsslich grasenden  Kühen vorbei, darf man im letzten Abschnitt Kondition beweisen. Am Talschluss führt der Weg über Geröll und teils riesige Steinplatten, vorbei am nächsten Wasserfall stetig bergauf. Steinmandl blicken auf die Wanderer, die die Steinstufen erklimmen. Schwindelfrei sollte man für dieses Schlussstück schon sein, schließlich ist der schmale Pfad nach oben teilweise nur mit einem Seil an der Felswand als Sicherung zu passieren.Während sich Ungeübte für den kräftezehrenden Anstieg Zeit lassen, streben passionierte  Gipfelstürmer schnellen Schrittes in Richtung Zittauer Hütte. Und die lassen sich auch von einsetzendem Regen nicht abhalten. Schließlich „sprüht der Nebel nur ein bisschen Wasser“, wie Leonhard Obermüller erzählt. Und als begeisterter Wanderer kennt er sich in den Zillertaler Alpen aus. Das Bergpanorama entschädigt für die Strapazen. Nicht nur er genießt – an der Hütte angekommen – den grandiosen Ausblick auf den Unteren Gerlossee, hinab ins Tal und das faszinierende Wolkenspiel. Und natürlich eine stärkende Jause drinnen.

Seufert, wildgerlostal

Das Zillertal ist schon seit Jahrzehnten ein Touristenmagnet – im Herzen Tirols und angrenzend an den Nationalpark Hohe Tauern. Seit mehr als 150 Jahren zieht es Sommerfrischler nach Mayerhofen und später nach Zell am Ziller. Nicht nur im Winter, wenn die Skifahrer die Region zwischen Mayerhofen und dem Hintertuxer Gletscher, zwischen Zell, Königsleiten und Gerlosplatte  erobern. Dass sich auch zu allen Jahreszeiten dort genüsslich urlauben lässt, ist man sich im Zillertal sicher. Nicht nur „Bergfexe“ und Mountainbiker kommen bei den unterschiedlichsten Touren voll auf ihre Kosten.

Urige Gastlichkeit wird im Zillertal großgeschrieben. Viele alte Gasthöfe und Restaurants, wie das Wirtshaus „Zum Griena“ in Mayerhofen mit der wohl ältesten Stube des Zillertals oder das „alte Schulhaus“ in Zellerberg mit einer Speisekarte als Schulheft, verwöhnen mit traditionellen Gerichten. Die „Schliechtarnudeln“, ein Nudelgericht mit Graukäse und Ziegenkäse, oder auch „Moosbeerzerggel“ (Blaubeerpfannkuchen) dürfen dabei nicht fehlen. Sie gehören zum Tal wie der Almabtrieb im Herbst und die Hirschbrunft. Und beim Besuch in Zell, dem einstigen Hauptort des Tals, sollte man einen Blick in die barocke Pfarrkirche werfen. Oder sich gleich zum Kochkurs für die Zillertal Krapfen anmelden.  

Diana Seudert, Pfarrkirche Zell

Die Pfarrkirche von Zell

„Die herrliche Luft, das klare  Wasser und unsere schöne Natur und dazu die Besinnung auf die  traditionellen Werte – das wissen die Gäste zu schätzen“, sagen Christina Egger, die Chefin des „Posthotels“ in Zell, und ihr Mann Reinhard Binder.  Das Traditionshaus verbindet als „Umwelt- und Designhotel“ die Tiroler Tradition der Region mit modernem Ambiente. Natürliche  Schönheit und Gemütlichkeit bestimmen das Bild des Hauses, die warme Aura des Holzes darf man in den Suiten und Zimmern mit allen Sinnen erleben. Das Prinzip der  Nachhaltigkeit wird nicht nur bei Lebensmitteln von Bauern der Region deutlich, sondern auch  im solarbeheizten Außenpool und dem kleinen, aber feinen Wellnessbereich.

Damit die  Gäste neben der Natur auch das kulinarische Zillertal kennenlernen, setzt man im Vier-Sterne-Hotel bewusst auf „Bed & Breakfast“ und gibt gerne Tipps. „So entdecken die Gäste die Vielfalt des Tals.“ Oder man holt sich einen Koch einfach aufs Zimmer, der ein herrliches Menü zaubert. Abgeschiedenheit bieten die vier Chalets „Hochleger“ im Nachbarort Aschau mit Blick aufs Zillertal, bei denen Holz aus der Region als Baumaterial dient. Alte Bauernmöbel geben dem modernen Design die besondere Note. Auch hier setzt man auf Nachhaltigkeit und dem Eins sein mit der Natur, ebenso wie bei den vier Appartements  der Golflodge, die direkt am neuen Golfplatz in Uderns entsteht.

Diana Seufert

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