Deutschland: Langlauf am Großen Arber

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Die Luft ist klar. In der Mittagssonne glitzert der Schnee auf den Feldern. Das Bilderbuchwetter lädt einfach zum Spaziergang durch die weiße Pracht ein. Schnell sind Schuhe und Jacke angezogen und dick eingepackt kann die Winterwanderung im Nationalpark Bayerischer Wald, am Fuße des Arber, starten. Hier darf die Natur noch Natur sein.
Hoch hinauf auf den 1456 Meter hohen Großen Arber muss man nicht, um den ältesten Nationalpark Deutschlands zu erleben. Wen es gerade im Winter dennoch nach oben zieht, sucht nicht nur den Ausblick ins benachbarte Tschechien. Vielmehr zieht es die meisten mit Skiausrüstung in Richtung Gipfel. Denn der höchste Berg des Bayerischen Waldes ist mit Gondeln und Liften als Skigebiet erschlossen.

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Dem Rausch der Geschwindigkeit frönen aber nicht alle. Wer es beschaulicher mag, lässt sich von der Skischule „Berghexen“ aus Bodenmais in die Kunst des Langlaufens einweisen. Ob im Langlaufzentrum Bretterschachten mit den zehn verschiedenen Loipen oder auf den unzähligen gespurten Routen in der Region: Mit Trainer Max sind die ersten Gehversuche auf den dünnen Brettern kein Problem. Fast in Sichtweite des beschaulichen Örtchens Drachselsried ist im Langlaufzentrum Frath der klassische Stil angesagt. „Das ist gerade für Anfänger einfacher zu lernen“, ist der erfahrene Skilehrer überzeugt. Der „alte Hase in seinem Metier“ ist von keinem Neuling der Gruppe aus der Ruhe zu bringen. „Jeder muss sein eigenes Tempo finden“, ist seine Devise. Das gibt Sicherheit. Denn in der Ruhe liegt für ihn die Kraft – und das Gefühl für Balance und Geschwindigkeit.
Nach dem ausführlichen Aufwärmen geht es in die Loipe – erst zaghaft, dann immer beherzter. Auch wenn man gelegentlich mal das Gleichgewicht verliert und im Schnee landet. Und nach kurzer Zeit sind sogar die zögerlicheren Anfänger munter bei der Sache und ziehen ihre schweißtreibenden Bahnen. Ausgelaugt, aber ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis des Schnupper-Langlaufens wird das Training beendet.

170 Kilometer gespurte Loipen

Über 170 Kilometer gespurte Loipen warten in der Region auf die sportlich Aktiven. Ein besonderer Genuss für Geübtere ist die Auerhahn-Höhenloipe, die über 30 Kilometer auf einer Höhe von 850 m bis 1260 m vom Skizentrum Eck über Schareben bis zum Langlaufgebiet Bretterschachten bei Bodenmais verläuft. Und dann gibt da noch die Bayerwald-Loipe. Mit 150 Kilometern Länge schlängelt sie sich vom Arber-Gebiet quer durch den Bayerischen Wald bis zum Dreisessel.

Hotel LINDENWIRT" - D-94256 Drachselried  Fotograf:  GüŸnter Standl Nach der sportlichen Betätigung sollten sich die Muskeln wieder erholen. Im naturverbundenen Refugium Lindenwirt, einem Vier-Sterne-Hotel in Drachselsried, direkt an der Loipe, darf man sich Gutes für Körper und Seele gönnen. Zugegeben, ein Tourismusmagnet ist das Dörfchen, nur sechs Kilometer vom heilklimatischen Kurort Bodenmais entfernt, nicht. Muss es auch nicht. Es strahlt jede Menge Ruhe aus. Hektik scheint hier ein Fremdwort zu sein. Das geschäftige Treiben in der Glasstadt in der Nachbarschaft vermisst man auch nicht, wenn man sich auf die verschneite Natur einlässt. Da darf man gerne abseits der Wege die weiße Pracht genießen – Wellness in der Natur. Und nicht nur bei den Kleinen kommt die unbändige Lust auf eine ausgiebige Schneeballschlacht.

Eine Auszeit vom Alltag bietet das frische, familiär geführte Hotel schon beim Eintreten. Das Wohlbefinden der großen und auch vielen kleinen Gäste wird hier groß geschrieben. Christian Geiger und seine Frau Maria haben das Haus für rund sieben Millionen Euro zu einem großzügigen Wellnessrefugium umgebaut. Holz und natürliche Materialien sind vorherrschend, bayerischer Charme ist in den vielen Nischen im Hotel überall zu spüren – nicht nur im Spa-Bereich mit dem gemütlichen Kaminfeuer. „Der Tilia-Spa-Bereich ist unser Wohnzimmer des Wohlfühlens“, sagt Chef Christian Geiger. Denn mit allen Sinnen will man die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Geiger hat sich der ganzheitlichen Therapie verschrieben. Die nachhaltige Behandlung mit basischen Salzen, von der Massage bis zum Wickel, fördert die Entgiftung des Körpers. Danach ist auf der Schaukelliege Ruhe angesagt. Oder man lässt sich vom russischen Baderitual Banja faszinieren, das den Körper regeneriert.

Ganzheitliches Gesundheitskonzept

Das ganzheitliche Gesundheitskonzept der „Gourmet Vital Küche“ wird den Gästen auch bei den verschiedenen Ernährungsvorträgen vorgestellt. Man verzichtet auf Säurebildner für den Körper, kocht weitgehend cholesterin- und laktosefrei und setzt auf natürliche Zutaten von hoher Qualität, auf saisonale und vor allem regionale Produkte. „Das ist nicht nur für Gesundheitsbewusste, sondern gerade für Allergiker wichtig“, ist Christian Geiger überzeugt. Das Wasser der hauseigenen Quelle mit einer Qualität, die fast an Heilwasser grenzt, sprudelt eh aus jedem Wasserhahn. Wer bisher mit dieser Küche nichts am Hut hatte, kann die basische Vitalküche nach Lust und Laune testen. Danach geht es wieder raus in die verschneite Natur, zum Skifahren am nahen Riedlberg, zum Rodeln auf der Naturrodelbahn bei Oberried oder am Abend zur gemütlichen Fackelwanderung mit Chef und Wanderführer Geiger.

Diana Seufert

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