Österreich: Durch den unberührten Pulverschnee

millstadt5

Im Drei-Länder-Eck Kärtnen zwischen Österreich, Italien und Slowenien gibt es viele Möglichkeiten für ruhigen Wintersport

Der Schnee funkelt in der Mittagssonne. Und es knirscht unter den Füßen. Den pudrigen Neuschnee, direkt neben der Skipiste, will man eigentlich gar nicht zerstören, so schön strahlt das Weiß der Abertausend Flocken, die über Nacht gefallen sind. Eine Schneeschuhwanderung am Goldeck, Kärntens Sportberg, mit Blick auf Spittal an der Drau, ist eine perfekte Alternative für alle, die nicht mit Hochgeschwindigkeit den Berg hinunterbrausen wollen.

„Sich Zeit nehmen“ ist dabei das Lieblingswort von Bergführer Peter Auer. Die hat man bei Schneeschuhwandern allemal. Sind die großen „Plattfüße“ erst einmal unter die Winterstiefel geschnallt, geht es gemütlichen Schrittes bergan. Langsam, jeder in seinem Tempo. Das ist Peter Auer wichtig. Nur so könne man sich Zeit nehmen für die Schönheit der Landschaft.

millstadt1

Dann schwenkt er in den nahen Wald. Hüfthoch liegt der Schnee dort, unberührt und faszinierend. Und wer nicht aufpasst, versinkt schnurstracks in der weißen Pracht. Der Spaß ist es wert, im Schnee zu tollen. Denn bald schon hat man die Bäume hinter sich gelassen und den Gipfel des Goldeck erreicht. Bei Sonnenschein bietet sich eine wunderbare Rundumsicht auf die Bergwelt rund um den Ort Spittal.

Aber an der Kuppe peitscht der eisige Wind die Eiskristalle wie spitze Nadeln vor sich her. Daher lenkt Auer die Schritte etwas schneller auf die Sonnenseite des Bergs in Richtung Skipiste und zur Mosthütte, wo es zur Jause geht. Dort zeigt sich der Winter von seiner schönsten Seite, mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Ideal für Sonnenhungrige.

millstadt3

Das Goldeck ist ein Familienskigebiet. Es gehört zum Skikarussell rund um den Millstädter See – ein perfekter Ausgangspunkt für Touren aller Art. Bergführer Peter Auer ist auch Skilehrer. Und überzeugt, dass jeder den richtigen Umgang mit den beiden Brettern lernen kann. „In zwei Tagen bringe ich das jedem bei“, ermutigt er auch die blutigen Anfänger, die noch wackelig auf dem Ski stehen. Die können dann mit dem „Top-Ski-Pass Kärnten-Osttirol“ innerhalb von 20 Minuten mehrere Skigebiete erkunden. Und am Goldeck mit den 32 Kilometern präparierte Piste gibt es auch die längste schwarze Piste der Alpen: mit einer Länge von 8,5 Kilometern und einem Höhenunterschied von 1600 Metern ein Adrenalinstoß pur. Freerider kommen hier auf rund 50 Hektar ebenfalls auf ihre Kosten.

Dank der Nähe zu Slowenien und Italien kommen Kärnten-Urlauber in den besonderen Genuss von grenzübergreifenden Wintererlebnissen. So bieten sich am Nassfeld auf rund 1500 Meter Seehöhe für Langläufer die zwei schneesicheren Loipen am Lago Pramollo und auf der Tressdorfer Alm an, die Ausflüge nach Italien ermöglichen. Zu geführten Touren können auch Schneeschuhwanderer starten. Bei den etwa drei- bis vierstündigen Ausflügen, die an der Talstation Seltschach beginnen, begibt man sich auf die Spuren der Wildtiere, genießt das Bergpanorama und die Hütteneinkehr mit Schmankerln aus der Alpen-Adria-Küche.

millstadt4jpg

Ein besonderes Schmankerl gibt es für Tourenskigeher. Am italienischen Monte Lussari, in der Nähe von Villach, führt die technisch einfache Strecke über 1000 Höhenmeter zur kleinen Wallfahrtskirche am Gipfel. Der Berg eignet sich übrigens auch für nächtliche Stirnlampen-Abfahrten.

Wer nach der sportiven Anstrengung die Seele baumeln lassen will, kann in der Region nicht nur die KärntenTherme in Warmbad-Villach testen, sondern auch das erste Kärntner Badehaus am Millstädter See. Diese Wellness-Oase, erbaut unter ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten, liegt direkt am Ufer und bietet ein herrliches See- und Bergpanorama.

Danach ist man gut gerüstet für das weitere Winterprogramm. Denn auch geführte Rodeln und Schlittschuhlaufen, etwa auf der Natureisbahn auf dem zugefrorenen Weißensee, sollten sich Wintersportbegeisterte nicht entgehen lassen.

Diana Seufert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *