Deutschland: Aktivurlaub mit Handicap

Aktivurlaub

Die Barrierefreien Reiseziele in Deutschland präsentieren ihre Angebote für Aktivurlauber und sportbegeisterte Reisende mit Behinderung.

Wer seinen Urlaub aktiv verbringt, hat nicht nur reichlich Abwechslung und Spaß, sondern weckt auch innere Kräfte und findet seinen ganz persönlichen Zugang zur Natur. Das gilt selbstverständlich auch für Menschen mit Mobilitäts-, geistigen oder sensorischen Einschränkungen. Radfahren, Wandern und Klettern sind wunderbare Betätigungsfelder für alle. Spezielle Angebote sind jedoch noch rar. Einen wichtigen Ausgangspunkt für die Recherche bietet die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland. Acht verschiedene Regionen, die zu den Vorreitern auf dem Gebiet des barrierefreien Reisens gehören, geben Anregungen für erfüllte Urlaubstage – für Behinderte und Nichtbehinderte gleichermaßen.

Lausitzer Seenland: Auf dem Tandem durch neue Natur
Das Lausitzer Seenland bietet sportliche Erholung auf und am Wasser. Mit mehr als zwanzig Seen ist das sich wandelnde Tagebaugebiet die größte von Menschenhand erschaffene Wasserlandschaft Europas. Man erlebt sie am besten vom Kajak, Ruder-, Tret-, Motor- oder Segelboot aus. Entlang der Ufer geht es mit Handbikes und Rollfiets, einer Kombination aus Rollstuhl und Fahrrad, aktiv voran. Blinde und sehbehinderte Radler begleiten Aktivanbieter auf dem Tandem durch die Natur. Mit vier Rädern und hoher Beschleunigung lassen sich auch Quads durch mondähnliche Tagebauflächen steuern. Gästen mit Handicap stehen diese Fahrzeuge mit Halbautomatik zur Verfügung.

Sächsische Schweiz: Klettern am Sandstein
Der Nationalpark Sächsische Schweiz im Elbsandsteingebirge beweist, dass sich Berge und Barrierefreiheit keinesfalls ausschließen. Hier, wo skurrile Sandsteinformen, verwunschene Schluchten und luftige Höhen Aktivurlauber anziehen, geht es mit dem Rollstuhl, Hand- oder E-Bike auf gut ausgebauten Wegen durch die Felsenwelt. Für hör-, lern- und geistig behinderte Besucher werden spezielle Kletterkurse angeboten. Die konzentrierte Bewegung in der Vertikalen, das Ertasten des Sandsteins auf der Suche nach Haltepunkten und die Beherrschung des Körpers beim Ausbalancieren des Gleichgewichts schaffen ganz neue aktive Naturerlebnisse.

Ostfriesland: Auf Ballonreifen das Wattenmeer erkunden
Wer Urlaub in Ostfriesland macht, kommt am Watt nicht vorbei. Auch Rollstuhlfahrer brauchen auf den Hautkontakt mit dem faszinierenden Lebensraum nicht zu verzichten. Viele Orte halten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Wattmobile für Touren durch das UNESCO-Weltnaturerbe bereit. Die extrabreiten Reifen der Fahrzeuge verhindern das Einsinken in den weichen Schlickboden. Die Sitzfläche befindet sich knapp über der Erde. So kommt der Wattboden tatsächlich zum Greifen nah. Ein Paradies ist die Region auch für Radfahrer. Die Wege weisen kaum Steigungen auf, führen mal direkt an der Küste entlang und mal durch das Binnenland. Highlights sind die vier Ostfrieslandtouren, die thematisch über die gesamte Ostfriesische Halbinsel führen.

Eifel: Wildes Naturerlebnis im Nationalpark
Vor zehn Jahren wurde ein Teil der Eifel zum Nationalpark deklariert. Die Nationalparkverwaltung bringt seitdem nicht nur Tourismus und Naturschutz in der Region in Einklang, sie macht sich auch für die Zugänglichkeit der Landschaft stark. Ein Paradebeispiel ist der barrierefreie Naturerlebnisraum „Wilder Kermeter“ mit durchgehendem Blindenleitsystem, unterfahrbaren Informationstafeln, Führungen in Gebärdensprache und einem barrierefrei ausgebauten Wegenetz, das auch mit dem Handbike erfahren werden kann. Pünktlich zum Jubiläum des Nationalparks wird ergänzend ein neuer Erlebnispfad eröffnet. Der „Wilde Weg“ führt entlang von Forschungs-, Interaktiv- und Ruhe-Stationen mobilitätseingeschränkte, blinde, gehörlose und nichtbehinderte Besucher auf 1,5 Kilometern durch die geschützte Natur.

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