Frankreich: Elsässischer Wein

 

Elsässischer Wein zur traditionellen Küche ist ein Muss. Über 170 Kilometer schlängelt sich die  Weinstraße am Rhein an der französisch-deutschen Grenze entlang und bietet köstliche Tropfen. Weiter im Norden liegt die kleine Weinstraße mit der nördlichsten Weinlage des Elsass in Cleebourg, nur wenige Kilometer von Rheinland-Pfalz entfernt.  Und dort ist eine von zehn Weinbruderschaften des Elsass zu finden.

„Lupfet s’Glasl bis zur Nasl, trinket noch en gute Schluck, Gsundheit.“ Die Mitglieder der Weinbruderschaft in Cleebourg, in grüne Mäntel und weiße Handschuhe gehüllt und mit einem schwarzen Hut geziert, singen ihren Trinkspruch aus voller Kehle. Und mit Begeisterung. Die vier Orte Cleebourg, Oberhoffen, Rott und Steinseltz bilden die „Confrérie des Vins des  Quatre Bans“, die 1996 ins Leben gerufen wurde, um den nördlichsten Wein des Elsass bekannt zu machen. Und der kommt teilweise sogar aus Deutschland, denn einige Weinberge liegen nicht nur an, sondern direkt auf der Grenze in Schweigen, wo auch das deutsche Weintor steht.

Seit Jahrhunderten wird im Herzen des Naturparks der Vogesen, rund 60 Kilometer nördlich von Straßburg, ein edler Tropfen gekeltert. Die Wurzeln des traditionellen Weinanbaus im Pays de Wissembourg reichen zurück bis auf die Dominikanerabtei aus dem 13. Jahrhundert. „Schon damals verstanden es die Mönche, die geistige Nahrung mit den Freuden des Leben zu vereinen“, lächelt Richard Juncker. Er weiß, wovon er spricht, seit drei Jahrzehnten ist er Kellermeister der Genossenschaft. Die ersten, die bei Cleebourg Wein anbauten, waren allerdings  im 8. Jahrhundert die Benediktiner.

Zwar blieb auch das Elsass und die Gegend rund um Wissembourg nicht vor der Reblaus verschont, doch sorgten ein  mildes Klima und der lehm- und mergelhaltige Boden für eine fruchtbare und ertragreiche Arbeit der Winzer. 1946 taten sich Anbauer  mit einer Rebfläche von 70 Hektar schließlich zu einer Genossenschaft zusammen, die im Laufe der Jahre mehr und mehr ausgebaut wurde. Heute werden 200 Hektar Fläche bewirtschaftet, vor allem mit den Reben  Auxerrois und Pinot Gris. Selbst Bioweine gibt es mittlerweile rund um Cleebourg. Und die Klimaerwärmung schreckt die Winzer nicht: „Dadurch sind wir bald die einzigen, die noch typischen Elsässer Wein produzieren.“ Ausgewogene und harmonische Tropfen eben.

„Cleebourger Wein im Glasl is ä Pläsier für Zung‘ und Nasl“, findet Kellermeister Juncker, der sich bei einer Führung durch den Weinkeller und die neue Abfüllanlage gerne über die Schulter schauen lässt. Nach dem Einblick in die Vinifizierung und den Gang durch den Keller lädt er zur Weinprobe in der Empfangshalle. Im Ornat der Bruderschaft. Denn Juncker ist einer von 160 Mitgliedern der Bruderschaft, die sich als Botschafter des heimischen Tropfens sehen. Drei Stufen musste er wie alle Novizen bis zur Reife in der Vereinigung erklimmen. Will der Novize für würdig befunden werden, ein erleuchteter Bruder zu sein, muss er schließlich sechs Elsässer Weißweine bei einer Verkostung erkennen. Für richtige Weinkenner dürfte das mit etwas Übung zu schaffen sein. Der Bruderschaft kann übrigens jeder Interessierte beitreten.

Diana Seufert

Für die Besichtigung des Cleebouger Weinkellers sollte man sich unter www.cave-cleebourg.com anmelden. Dort sind auch die Öffnungszeiten und Infos zur Direktvermarktung zu finden.

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