Schweiz: Der Engadiner Skimarathon

Das Massenphänomen Engadiner Skimarathon

Der Engadiner Skimarathon ist die größte Skilanglaufveranstaltung der Schweiz, weltweit ist nur der berühmte Wasalauf in Mittelschweden noch größer. Seit 1969 treffen sich mittlerweile mehr als 10 000 Skiverrückte an jedem zweiten Sonntag im März zum Marathon auf Skiern.

Xcountry_06_byFilipZuan

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Nur 1991 wurde das Rennen wegen Wärme und Schneemange abgesagt, in allen anderen Jahren lag dank der Lage zwischen 1600 und 1800 m. ü. d. M. immer genügend Schnee. Los geht es in Maloja, das Ziel ist in S-chanf.

Die ersten Kilometer geht es über das Eis von Silsersee und Silvaplanersee – bretteben und im Geschwindigkeitsrausch, angetrieben durch Adrenalin, Motivation und Tausende Mitläufer, die gefühlt alle an einem vorbeilaufen. Die erste Gemeinheit ist der Anstieg zur olympischen Sprungschanze von St. Moritz. Hier wird gedrängelt, gegrätscht, geflucht und im hinteren Feld staut es sich. Doch das ist nur der Vorgeschmack auf die Schlüsselstelle, den Stazer Wald.

Freeride_09_byFilipZuan

Freeride_09_byFilipZuan

Nach einer kurzen, steilen Abfahrt, die aber fast alle elegant nehmen, geht es beständig bergauf, idyllisch durch den Wald und mit Blick auf einen kleinen See – wenn man denn noch schauen mag oder doch lieber vor Anstrengung nur noch den Blick auf die Skispitzen gerichtet hat. Dann wird es eng, buckelig und kurvig, die Bäume am Rand lassen nur eine schmale Piste frei, mit einer tückischen Mischung aus Eisplatten und Tiefschnee. Die Zuschauer freut es, denn hier gibt es jede Menge Stürze zu sehen. Im Sekundentakt fällt jemand kopfüber in den Tiefschnee, verhaken sich Skier, brechen Stöcke, gut, dass die Bäume am Streckenrand mit orangefarbenen Matten gepolstert sind.

MistyMornings_06_byFilipZuan

MistyMornings_06_byFilipZuan

Hat man sich aufgerappelt, geht es in schneller Fahrt hinunter nach Pontresina. Hier hat man dann „schon“ die Hälfte geschafft. Der Sieger und auch die Siegerin sind jetzt vermutlich schon im Ziel, in weniger als 1 ½ Stunden haben sie den Marathon geschafft. Für die Volksläufer geht es aber noch am Flughafen von Samedan entlang, dann nach Zuoz und S-chanf. Zwar eigentlich immer leicht bergab, aber gerade zum Schluss gibt es noch eine zermürbende Wellenschaukel mit kurzen, knackigen Anstiegen und Abfahrten und zu allem Überfluss hängt der Hang auch noch nach links.

ClassicRoseg_01_byFilipZuan

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Hat man sich aufgerappelt, geht es in schneller Fahrt hinunter nach Pontresina. Hier hat man dann „schon“ die Hälfte geschafft. Der Sieger und auch die Siegerin sind jetzt vermutlich schon im Ziel, in weniger als 1 ½ Stunden haben sie den Marathon geschafft. Für die Volksläufer geht es aber noch am Flughafen von Samedan entlang, dann nach Zuoz und S-chanf. Zwar eigentlich immer leicht bergab, aber gerade zum Schluss gibt es noch eine zermürbende Wellenschaukel mit kurzen, knackigen Anstiegen und Abfahrten und zu allem Überfluss hängt der Hang auch noch nach links.

Text: Christian Nowak