Spanien: Eine andere Art zu träumen – Übernachten in Höhlenwohnungen

Die touristischen Unterkünfte in den Höhlen der Regionen Guadix- El Marquesado und Baza-Huéscar haben sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten und ungewöhnlichsten Ziele der Provinz entwickelt. Im Moment existieren in den beiden genannten Regionen sowie im granadinischen Viertel Sacromonte 31 katalogisierte, geregelte Einrichtungen, die die Übernachtung in Höhlen anbieten. Allen gemeinsam ist die hohe Qualität des Services, die Nachhaltigkeit sowie die Bewahrung und Wiederbelebung einer eigentümlichen Wohnkultur.

Die Höhlenwohnungen in den Hügeln und Schluchten entwickelten sich ohne Bauplan. Sie richteten sich nur nach dem geologischen Relief, dessen Teil sie sind und nach dem Lauf der Sonne. Es gibt keine Straßen oder Gassen. Modernere Konstruktionen mit Reihenhausfassade und Anbauten reihen sich an traditionelle Wohnungen an. Gemeinsam sind ihnen die stattliche Schornsteine und die bunt bepflanzten Veranden.

Im legendären Viertel von Sacromonte gleichen die Höhlen in der heiligen Berglandschaft wahren Tempeln der Romakunst. Sie wirken wie Museen des an moderne Umstände angepassten Höhlenlebens. Während der „Reconquista“, der christlichen Rückeroberung Granadas, befand sich diese Idylle außerhalb der Stadtmauern. Die Wohnhöhlen waren ein Fluchtort für verschiedene Völker und soziale Gruppen wie den Juden und Morisken. Die Chroniken von Sacromonte berichten, dass die „Gitanos“ in Begleitung der Truppen der katholischen Könige in Granada eintrafen und dort für sie als Schmiede arbeiteten. Daher ist es nicht erstaunlich, dass sich schon immer auch Handwerker dem Flamenco widmeten, der aus der alten und verzaubernden Zambra hervorgegangen ist, die noch heute in Höhlen wie Los Tarantos, María La Canastera, Cueva La Rocío oder Venta el Gallo ein vielgesehenes Spektakel ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *