Deutschland: Die Eifel barrierefrei

Wilder Kermeter, Foto: Nationalparkverwaltung Eifel, U. Giesen

Kaum ein anderes Mittelgebirge in Deutschland ist so vielfältig wie die Eifel. Bizarre Felsen aus Sandstein treffen auf tief eingeschnittene Flusstäler, weite sattgrüne Hochflächen sowie raue Gebirgslandschaften und die für die Vulkaneifel charakteristischen Vulkankegel, Maare und Mineralquellen. Begrenzt von den Städten Aachen, Köln, Koblenz und Trier überschreitet die Landschaft die Ländergrenzen zu Belgien und Luxemburg. Die Natur ist im Nationalpark Eifel, im Naturpark Hohes Venn-Eifel, im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark und im Natur- und Geopark Vulkaneifel einem besonderen Schutz unterstellt.

Auch die Geschichte der Eifel ist äußerst facettenreich. Viele Völker und Kulturen haben im Verlauf der Jahrtausende ihre Spuren hinterlassen. An die Herrschaftsverhältnisse der letzten Jahrhunderte erinnert ein großer Schatz an Burgen, Schlössern, Klöstern und Kirchen. Malerische Dörfer und Kleinstädte bezaubern mit ihren Fachwerkhäusern und Stadtbefestigungen.

Barrierefreiheit

Wilder Kermeter, Aussicht Hirschley, Foto: Nationalparkverwaltung, Eifel, U. Giesen

Gäste mit Behinderung finden Angebote bei barrierefreien Nationalpark-Gastgebern, die durch die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo e.V.) qualifiziert wurden. Barrierefrei sind auch die Nationalpark-Tore, die Informationsstellen des Nationalparks Eifel. In den Naturschutzgebieten gibt es zudem barrierefreie Führungen, Umweltbildungsprogramme und Ausstellungen. Ein besonderes Erlebnis bietet der Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter in den Eifel-Nationalparkwäldern. Er umfasst ein 4,7 Kilometer langes Wegenetz für Wanderer mit und ohne Behinderung. Sehbeeinträchtigte werden anhand taktiler Systeme vollständig durch das Gebiet geführt und finden an wichtigen Stellen ein gepflastertes Leitsystem.

Im Nationalpark schaffen barrierefreie Angebote wie Ranger-Führungen, Schiffstouren und das Wegenetz des Wilden Kermeters für Menschen mit und ohne Behinderung Zugang zur Natur. Außergewöhnlich ist der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang. Viele Jahre war dieser für die Öffentlichkeit gesperrt, weshalb sich gefährdete Tier- und Pflanzenarten ansiedeln konnten. Dies bietet heute die Möglichkeit, Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Etwa zur Brunftzeit der Rothirsche im Herbst. Das tiefe Röhren der in Mitteleuropa größten frei lebenden Wildtiere ist kilometerweit zu hören. Das ist auch für blinde und sehbehinderte Menschen ein eindrucksvolles Naturerlebnis. Ein beliebter Standpunkt ist die Rothirsch-Aussichtsempore auf der Dreiborner Hochfläche, die auch mit dem Rollstuhl barrierefrei zu erreichen ist.

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