Andy Holzer: Balanceakt – Blind auf den Gipfeln der Welt

51EZcJeg06L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_SX385_SY500_CR,0,0,385,500_SH20_OU03_Andy Holzers Tourenbuch als Bergsteiger liest sich beeindruckend. Mittlerweile hat er sechs der Seven Summits, der jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente, bestiegen. Ihm fehlt nur noch der höchste Berg der Welt, der Mount Everest. Der sollte eigentlich 2014 als Verwirklichung aller Träume folgen, doch im Basislager wurde er Zeuge des schweren Lawinenunglücks, bei dem 16 Sherpas ums Leben kamen. Daraufhin war für ihn sofort klar, dass er seine Sachen packen würde.

Aber nicht nur als Expeditionsbergsteiger hat sich Holzer einen Namen gemacht, auch als Felskletterer kann er einiges vorweisen. Die dritthöchste Wand der Ostalpen, die Cinque Torri in den Dolomiten, oder Wände im Kaukasus ist er schon geklettert.

Man mag es kaum glauben, aber der Osttiroler Andy Holzer, Jahrgang 1966, ist von Geburt an blind. Beim Felsklettern und beim Expeditionsbergsteigen orientiert er sich nur mit seinen Fingerspitzen, anhand des Klangs seiner Tritte und des Echos im Stein. Eine ganz wichtige Rolle spielt natürlich auch sein Partner am Seil.

In seinem Buch erzählt er von seinen Verrücktheiten und Träumen und lässt den Leser an seinem aufregenden Leben teilhaben. Bei der Lektüre wird einem nie langweilig, denn man kommt nicht umhin seinen Mut und seine mentale Stärke zu bewundern und sich über seine komische und oft selbstironische Sichtweise zu amüsieren. Das Energiebündel Andy Holzer kann übrigens nicht nur verdammt gut klettern und schreiben, auch seine Vorträge sind grandios.

Dr. Peter Müller

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