Mückenschutz wird für Reisende immer wichtiger

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Während der Kampf gegen Malaria in den letzten Jahren deutliche Erfolge verzeichnen konnte, sind andere mückenübertragene Infektionskrankheiten weltweit auf dem Vormarsch. So wurde etwa Dengue-Fieber noch in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts nur vereinzelt registriert. Heute zählt das Fieber zu den häufigsten Infektionskrankheiten und ist in etwa 100 Ländern verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit jedes Jahr etwa 50 bis 100 Millionen Menschen daran erkranken.

Grund ist die zunehmende Ausbreitung der Überträgermücke. Vor allem für Reisende in tropische und subtropische Regionen wird umfassender Mückenschutz deshalb immer wichtiger. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Weltgesundheitstages der WHO hin. Dieser wird in diesem Jahr zum Schwerpunktthema „vektorübertragene Erkrankungen“ veranstaltet.

Obwohl Malaria mit geschätzten 200 Millionen Fällen pro Jahr noch immer zu den relevantesten und häufigsten Infektionserkrankungen gehört, konnte die Erkrankung – und ihre Überträgerin, die Anopheles-Mücke, – in den vergangenen Jahren deutlich zurückgedrängt werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind die Fallzahlen seit dem Jahr 2000 um etwa 29 Prozent gesunken.

Eine andere Mückenart hingegen breitet sich weltweit immer weiter aus: Die ägyptische und asiatische Tigermücke. Sie überträgt sowohl Dengue- als auch Chikungunya- Fieber. „Diese Mücken sind sogenannte ‚Kulturfolger‘ – sie siedeln in städtischen Gebieten und können problemlos in verschmutztem Wasser brüten, etwa in Abwasserkanälen, auf Müllhalden oder in Slums“, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Mit der Ausdehnung der Städte und Slums, vor allem in Schwellenländern, gewinnt auch die Tigermücke zunehmend an Lebensraum.“ Durch den Klimawandel und mit Hilfe des weltweiten Handels- und Tourismusverkehrs wandert das anpassungsfähige Insekt heute auch in Länder außerhalb der Tropen und Subtropen ein und siedelt sich dort an.

Ausbrüche von Dengue-Fieber treten in fast allen Ländern der Tropen und Subtropen regelmäßig auf. Schwerpunkte liegen im süd- und südostasiatischen Raum sowie in Lateinamerika, Zentralafrika und in der Karibik. Auch in Europa ist Dengue-Fieber inzwischen angekommen: 2010 wurde das Virus erstmals in Kroatien und Südfrankreich übertragen. Im Winter 2012/13 brach die Krankheit auf der Atlantikinsel Madeira aus.

Chikungunya-Infektionen treten vorwiegend in Afrika, Südostasien, dem indischen Subkontinent und auf den Inseln im Indischen Ozean auf. Im Dezember 2013 hat das Virus den Atlantik überwunden und ist erstmals auf den amerikanischen Kontinenten aufgetreten. Ebenfalls zu den mückenübertragenen Infektionen zählen West-Nil-Fieber und Japanische Enzephalitis. Diese Erkrankungen sind jedoch deutlich seltener.

„Durch die zunehmende Verbreitung der Vektoren und die gestiegene Reiseaktivität stellen mückenübertragene Infektionen – und insbesondere Dengue-Fieber und auch immer noch Malaria – für Reisende ein relevantes Gesundheitsrisiko dar“, sagt Jelinek. So nimmt die Zahl der importierten Dengue-Fieber-Infektionen seit Jahren zu: 2001 registrierte das Robert Koch-Institut noch 60 eingeschleppte Fälle in Deutschland, im Jahr 2010 schon 595. 2013 wurde die Erkrankung bereits bei 879 Reiserückkehrern diagnostiziert.

Gegen viele mückenübertragene Infektionen, etwa Dengue-, Chikungunya-, oder West Nil-Fieber, existieren keine Impfungen. Auch Prophylaxe-Medikamente, wie etwa gegen Malaria, gibt es nicht. Deshalb ist bei Reisen in Verbreitungsgebiete konsequenter Mückenschutz wichtig. Dafür eignen sich etwa Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid). Da die Überträgermücken auch tagsüber aktiv sind, sollten Reisende zu heller und geschlossener Kleidung greifen. Weil Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Moskitonetze über dem Schlafplatz und an Fenster und Türen sind nachts als Schutz vor den Insekten unverzichtbar.

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