Irland: Burgen in Hülle und Fülle

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Burgen in Irland – schaurig und schön!

Burgen in Irland gibt es fast wie Sand am Meer. Aber warum? Auch in anderen europäischen Ländern finden sich viele Festungen aus dem Mittelalter. Aber gerade mit Irland verbinden Menschen häufig automatisch den Begriff Burgen. Das mag vielleicht an dem Image der grünen Insel und entsprechenden Touristik-Werbekampagnen liegen, die – wie auch in Großbritannien – Reisefreunde mit der mystischen Seite des Landes locken möchten. Und das zu Recht, denn so kann man den manchmal recht widrigen Wetterverhältnissen doch etwas Positives abgewinnen! Burgen in Irland wirken bei Nebel, Regen und grauem Wetter noch imposanter und schaurig-schöner.

Burgen Hülle und Fülle

Die Anzahl der Schlösser und Burgen in Irland ist tatsächlich auffällig hoch. Es gibt um die 30.000 Festungen, einige von Ihnen existieren nur noch als Ruinen, die aber trotzdem nicht vergessen und oft sogar vielbesuchte Touristenattraktionen sind wie das Blarney Castle. Die Iren lieben ihre teils gut erhaltenen, teils nur noch in Bruchstücken vorhanden Anlagen ebenso wie die ausländischen Besucher.

Eine Begründung für die große Zahl könnte darin liegen, dass die irischen Fürsten und Adligen im Mittelalter viel und heftig mit sich selbst, den Normannen und gelegentlich auch mit den britischen Nachbarn stritten. Es ging dabei meist um die territoriale Eigenständigkeit der Fürstentümer. Dafür kämpften die Burgherren mit allen Mitteln und konnten sich so recht gut behaupten. Ihre trutzigen Wehranlagen haben mit Sicherheit einen großen Anteil an ihren Erfolgen gehabt.

Bei den Angriffen wurden zwar viele Burgen in Irland stark beschädigt, aber dank dem Traditionsbewußtsein der Iren und dem Willen zur Bewahrung ihrer Kulturgüter wurden viele wieder in Stand gesetzt und restauriert.

Burgen in Irland sind relativ gleichmäßig über die gesamte Republik verstreut. Man findet sie im Osten um Dublin und in Zentral-Irland genauso wie im Westen Irlands und in Nordirland.

Alte sehenswerte Gemäuer

Es gibt so viele Burgen in Irland, dass man seine Reise allein mit dem Besuch dieser vielen Schlösser, Klöster und Burgen füllen kann, ohne dass einem dabei langweilig wird.

Zu den Wahrzeichen Irlands zählt zum Beispiel das Rock of Cashel im südlichen Zentral-Irland nordöstlich von Tipperary. Ein auffälliges Merkmal dieser Burganlage ist sein idealtypischer Rundturm. Seine exponierte Lage auf einem Hügel – 65 m über den Dächern der Stadt Cashel – hat ihm zu seiner Berühmtheit verholfen. Rock of Cashel gehört zu den Burgen in Irland, die noch ein Innenleben haben. Es handelt sich hier also nicht um eine leere Ruine, bei der nur noch die Hülle stehen geblieben ist.

Intakte Burgen in Irland

Dublin Castle
Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg, die mitten in Dublin auf einer Anhöhe zu finden ist, wurde im 18. und 19. Jahrhundert von Grund auf neu gestaltet und besteht jetzt im Kern aus zwei Höfen mit den um sie errichteten Gebäuden. Sie diente zur Zeit der britischen Vormachtstellung als Regierungssitz. Heutzutage ist sie nur noch alle sieben Jahre im Mittelpunkt des politischen Geschehens, und zwar dann, wenn der neue Staatspräsident in sein Amt eingeführt wird. Zu besichtigen sind aber nur einzelne Abschnitte des Schlosses.

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Kilkenny Castle

Von der ebenfalls im 13. Jahrhundert erbauten Burg im Südosten Irlands sind nur noch die drei Rundtürme erhalten, die übrigen Gebäude stammen aus den nachfolgenden Jahrhunderten. Sehenswert ist die große viktorianische Halle, die man sich unbedingt ansehen sollte.

Cahir Castle

Das nur 25 km südlich des Rock of Cashel gelegene Cahir Castle aus dem 13. und 15. Jahrhundert hat eine imposante Erscheinung. Die mit runden und eckigen Türmen verstärkte Außenmauer umgibt einen dreistöckigen Bergfried, dessen Innenausstattung jedoch weniger sehenswert ist: Die Einrichtung aus dem 17. Jahrhundert ist recht einfach und grob.

Ross Castle

Das Ross Castle wurde im 15. Jahrhundert auf der Landzunge im Lough Lean erbaut und gehört zu der Stadt Killarney im Südwesten Irlands. Die Innenausstattung des Turms entspricht der seiner Erbauerzeit. Man bekommt hier ein Einblick in das Leben eines Clanchefs: Damit der Boden nicht so kalt war, wurden die Schlafräume mit Erde bedeckt, als Toilettenpapier dienten den Herrschaften Moos und Blätter.

Bunratty Castle

Das zu Irlands Vorzeige-Schlössern zählende Bunratty Castle liegt nordwestlich von Limerick unweit des Shannon und stammt aus dem 15. Jahrhundert, sein Bergfried ist quadratisch und die große Halle sowie die Wohnräume ließ der kulturliebende Graf, der das Schloss 1954 erbte, mit Möbeln aus der Erbauerzeit ausstatten und gab die Räumlichkeiten zur Besichtigung frei. Besonders sehenswert ist auch das angrenzende Freilichtmuseum, das die Häuser von Bauern und Fischern aus dem Mittelalter originalgetreu präsentiert.

Beispiele historischer Klöster in Irland

Kylemore Abbey

Die wunderschöne Klosteranlage Kylemore Abbey mit einem ebenso schönen viktorianischen Garten liegt im Connemara Nationalpark im Westen Irlands und wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut. Benediktinerinnen führten hier lange Zeit eine Mädchenschule, heute kann sie besichtigt werden.

Kloster Clonmacnoise

Eine weitere Berühmtheit Irlands ist die mehr als 1400 Jahre alte Klosteranlage Clonmacnoise die nicht nur im geographischen  Zentrum Irlands liegt, sondern hunderte Jahre das irische Zentrum der Gelehrten war. Fast schon legendär sind die drei Hochkreuze, von denen das Cross of Scriptures das bekannteste ist.

Irische Ruinen

Blarney Castle

Der vor den Toren Corks an Irlands Südküste gelegene dreistöckige Festungs- und Wohnturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente 300 Jahre als Bardenschule. Heutzutage ist sie eine Touristenattraktion aufgrund des Blarney Stones, den man küssen muss, um immer eine passende Ausrede parat zu haben!

Schloss Blarney bei Cork

Dunluce Castle

Eine der größten Ruinen von Burgen in Irland ist die des Dunluce Castle in Nordirland. Seine besondere Lage auf einem zerklüfteten Felsen an Antrims Küste bescherte ihm zu bewohnten Zeiten nicht immer Glück: Im 17. Jahrhundert versank ein Teil der Küche mitsamt den Bediensteten im Meer. Das könnte auch der Grund dafür gewesen sein, dass Dunluce Castle seitdem leer steht. In diesem Jahrhundert begann man alleridngs mit Stabilisierungsmaßnahmen um dieses Kulturgut nicht gänzlich ans Meer zu verlieren.

 

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