Deutschland: Hopfen-und Malz-Anwendungen im Bayerischen Wald

Bierbottich, Foto:  Gut Riedelsbach

Hopfen und Malz, Wasser und Hefe – gar köstliche Biere werden daraus gebraut. Was innerlich gut mundet, das tut auch Körper und Seele gut, ist Bernhard Sitter fest überzeugt. Der Wirt betreibt mit seiner Familie das erste Bier-Wohlfühlhotel Deutschlands: das Gut Riedelsbach, bei Neureichenau im Bayerischen Wald.

Günstig für den Stoffwechsel

Bernhard Sitter (50) setzt als Biersommelier nicht nur bei seinen kulinarischen Köstlichkeiten auf die Grundstoffe des bayerischen Nationalgetränks. „Das Bier besteht zu 90 Prozent aus Wasser, dazu mengen sich Hopfen, Malz und Hefe. Diese Mischung fördert die Blutgerinnung, kann Herz- Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und begünstigt den Stoffwechsel“, ist der Hotelier überzeugt. Selbstverständlich werden diese Gaben bei ihm bereits bei der Vorbereitung für Sauna und Co. eingesetzt. Ein Peeling aus getrocknetem Biertreber, Sesamöl und Meersalz reinigt und pflegt die Haut. Bereits auf dem Weg zum großzügig angelegten Sauna- und Wohlfühlbereich riecht es nach frisch geschlagenem Holz, vermischt mit dem Duft frisch gebrauten Bieres, getrocknetem Hopfen und süßlichem Malz.

Hopfendolden und Biosauna

„Der Hopfen vor einigen Jahren zur Arzneimittelpflanze des Jahres 2007 gewählt. Warum sollte ich nicht gerade auf unsere heimischen Produkte zurückgreifen“, zeigt der begeisterte Bierkenner auf. So ist es kein Wunder, dass in der Biosauna die getrockneten Hopfendolden über dem Kocher ein herb-fruchtiges Aroma verbreiten.

Relaxen im Bierbottich

Als absolute Spezialität bei den Gästen gelten die fünf B´s. Sie prangen als Insignien für Bernhards Bayerisches Bierbottich Bad über der Tür zum „Körper-Sudhaus“. Mitten im Raum steht ein großer ovaler Holzbottich. Stefanie Sitter, Tochter des Hauses und Herrin der Sauna, überprüft die Temperatur im Zuber, in dem man gemütlich zu zweit Platz hat. Den rund 400 Liter Wasser fügt sie mehrere Zusätze hinzu und natürlich das Wichtigste: selbstgebrautes Schwarzbier! Der im Zuber zirkulierende heiße Luftsprudel sorgt für ein angenehm prickelndes Gefühl. Nach zwanzig Minuten im Bier-bottich ist Schluss. Fünfzehn Minuten heißt es noch intensiv nachschwitzen. Die Poren werden gereinigt und der Körper entschlackt.

Kuhhörndlmassage

Sind die Muskeln gelockert, ist die Kuhhörndlmassage ein Hochgenuss. Das Wort Wellness hat Sitter allerdings aus seinem Wortschatz verbannt.

Kuh-Herndl,  Foto:  Gut Riedelsbach„So wird doch fast alles nur noch genannt. Bei mir im Haus gibt es niemanden, der seine Massagetechniken nur an einem Wochenende gelernt hat. Wir arbeiten hier mit einer Fachpraxis zusammen, “ erläutert Sitter seine Qualitätsvorstellungen.

Bierbrandtrüffel und Schokoladenbier

Auf das äußerliche Verwöhnprogramm folgt „die Liebe durch den Magen. Selbst gebackenes Bierteberbrot mit Bierrahmsuppe, Leberkäscarpaccio, Bierlikör und gebackene Bierbrandtrüffel machen die Wahl zur Qual. Zu den außergewöhnlichen Schmankerln empfiehlt der Biersommelier natürlich die passenden Sorten, wie belgisches Kirsch-, Honig- oder doppeltes Schokoladenbier. Wer dann Lust auf mehr bekommen hat, kann sich bei Sitters Bierverköstigungen erst so richtig in die hohe Kunst des Bierbrauens und –geniessens einführen lassen, inklusive Führung durch Deutschlands größtes Brauerei-Kulturmuseum, das ebenfalls zu Sitters Reich gehört.

Text: Petra Keidel-Landsee
Fotos: Gut Riedelsbach

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *