Großbritannien: Harry Potter – Magisches von Hogwarts und Hedwig

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Warner Bros. Studios bei London – In den Hallen wird die Welt von „Harry Potter“ für die Fans lebendig.

Einmal eintauchen in die magische Welt von Harry Potter, Ron und Hermine: In den Warner Bros. Studios in Leavesden, 30 Kilometer nördlich von London, geht das in Sekunden. Und dann steht der Besucher mittendrin in der Winkelgasse, kostet Butterbier und geht ehrfürchtig durch die große Halle von Hogwarts, in der Direktor Dumbledore gerade zu einer Rede ansetzen will.

„Wow“, entfährt es nicht nur den jungen Besuchern beim Anblick der großen Halle. In zwei langen Reihen sind die Bänke und Tische angeordnet, gedeckt für die Zauberschüler von Hogwarts. Eingeteilt nach den vier Häusern Hufflepuff, Ravenclaw, Slytherin und Griffindor könnten eigentlich Daniel Radcliffe als Harry Potter, Emma Watson als Hermine und Rupert Grint als Ron sofort Platz nehmen. Licht an, Kamera an und Action. Das sagt dann aber doch keiner.

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Viele liebevolle Details

Zehn Jahre lang wurde in den Hallen eines ehemaligen Fluggeländes gedreht. Acht Filme entstanden nach den fantastischen Büchern von J. K. Rowling über einen ganz besonderen Zauberlehrling. Für viele Darsteller und Mitarbeiter wuchs die Crew zu einer großen Familie zusammen. Diese Begeisterung für die Arbeit ist auch beim Rundgang in den Studios zu spüren.

Wer im Zeitalter von Computer animierten Filmen gedacht hat, bei den acht Streifen um den Zauberlehrling kommt vieles aus der Retorte, sieht sich in den Studios positiv überrascht. Allein schon das Büro von Direktor Dumbledore fasziniert mit einer Vielzahl von liebevoll gestalteten Details. Im kleinen Schränkchen drehen sich 900 Phiolen, in den Regalen reihen sich magische Utensilien und jede Menge Bücher aneinander. Das teuerste Requisit der ganzen Produktion sei allerdings Dumbledores Teleskop, verrät die Führerin. Was dafür ausgegeben wurde, will sie nicht Preis geben. Doch wenn man geschliffene Linsen einbauen würde, sei es voll funktionsfähig.

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Ein Blick hinter die Kulissen

Nicht minder liebevoll eingerichtet sind die Hütte des Halbriesen Hagrid, bewacht von Hund Fluffy, oder auch Wohnzimmer und Küche der Weasleys, in der das Messer ganz von allein Gemüse schneidet. Im Klassenzimmer zur Herstellung der Zaubertränke verleihen die unzähligen Glasgefäße an der Wand, die goldenen Schriftzeichen an der Decke oder auch der magische Kessel, in dem die Zaubertränke entstehen, der Szenerie Authentizität.

Vor drei Jahren öffneten die Studios die Pforten für die Potter-Fans auf der ganzen Welt. Seitdem strömen täglich bis zu 5000 Begeisterte und bestaunen die Filmsets. „Die Potter-Fans wollen wissen, wie die Filme entstanden“, sagt Rachel Parsons, Kommunikationsmanagerin der Studios. Und das können die Besucher in Hülle und Fülle erleben. Die Maske mit Harrys Narbe gibt es gleich mehrfach, die Spinne Aragog erscheint bei Tageslicht nicht mehr ganz so gruselig und Hauself Dobby mit den spärlichen Härchen an Kinn und Ohren ist einfach zum Knuddeln.

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Wutschen und Wedeln

Ein Zauberstab gefällig oder Harrys berühmter Besen „Nimbus 2000“? Mehrere Tausend Zauberstäbe wurden für das Set benötigt, allein für Harry Potter gab es 18 Stück. Und während es für den ersten Film noch einfache „Stöcke“ waren, wurden sie später für den entsprechenden Besitzer modifiziert. So ziert den Zauberstab von Lord Voldemort ein Totenkopf, den von Dumbledore dagegen magische Runen. Wie der Flugbesen Nimbus in Handarbeit geschnitzt wird, erfahren die Besucher gleich nebenan. Davor testen aber die meisten das Gerät erst mal in der „Green Box“. Mithilfe eines grünen Raumes wird die Computersimulation möglich. Schnell den Umhang der Schüler übergeworfen und schon kann es losgehen zum Flug durch London, über die Themse und schließlich über Hogwarts. Ein Foto dieses persönlichen Hogwarts-Besuchs kann man anschließend gleich erwerben. Und wem das noch nicht reicht, der lernt beim „Wutschen und Wedeln“ den richtigen Umgang mit dem Zauberstab.

Zu Hogwarts gehört Butterbier. Aber diese magische Erfrischung, die mehr nach Karamell als nach herben Bier schmeckt und nur mit passender „Schaumkrone“ serviert wird, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Trotzdem testen es die meisten und wandeln mit vollen Bechern über die schwankende Brücke, die Hogwarts mit Hagrids Hütte verbindet.

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Harrys Eule Hedwig

Gleich nebenan steht das Haus der Dorsleys, wo Harry aufgewachsen ist. Allerdings ohne Eulen. „Die sind gar nicht so schlau wie man landläufig denkt. Raben lernen erheblich schneller“, erzählt Tiertrainer Guillaume Grange. Er hat zusammen mit seinem Kollegen insgesamt neun Eulen für die Filme ausgebildet. Für die Szene am Beginn des ersten Films, als zig Eulen die Privet Street bevölkerten, wurden die Eulen immer wieder an andere Stellen umgesetzt und so die große Menge an Vögeln erzeugt. Wton, wie Harrys Eule Hedwig mit „bürgerlichem Namen“ heißt, sei übrigens ein Männchen.

Man muss nicht unbedingt glühender Verehrer des jungen Magiers sein, um sich von der Entstehung der Filme gefangen nehmen zu lassen. Beim Schlendern durch die einzelnen Sets fängt sich der Blick unweigerlich in den vielen Kleinigkeiten. Es gibt viel zu entdecken – auch in der Winkelgasse. Ob Gringotts, Ollivanders Zauberstab-Geschäft oder der Laden für den Quidditch-Bedarf mit einem der fünf goldenen Schnatze: Stundenlang kann man verweilen. Einen ganzen Tag hat übrigens schon mal ein Besucher die Ausstellung genossen. Denn neben den Sets gibt es auch viel Technisches zu bestaunen, etwa die Konstruktionszeichnungen der Gebäude oder ein riesiges Hogwarts-Modell.

Wer die Studios besuchen will, muss sich übrigens vorher anmelden und im Vorverkauf Tickets sichern. Der passende Harry-Potter-Bus fährt im Londoner Zentrum zu den Studios.

Diana Seufert

 

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