Australien: Going North to Cooktown

Pub bei Cooktown

Auf dem Weg nach Cooktown

Manche Städtenamen haben für australische Ohren eine magischen Klang. Cooktown ist einer von ihnen.

Es gibt Städte, die  muss man einmal in seinem Leben gesehen haben! Für richtige Australier sind das aber nicht Weltmetropolen wie New York, Rom, Paris oder gar Berlin. Deren Traumdestinationen heißen Bourke, Birdsville, Broken Hill und Cooktown. Für den romantischen Großstadtaustralier haftet diesen Namen das Flair der großen Freiheit an, für ihn symbolisieren sie „the last great frontier“ – die letzte Grenze der Zivilisation.

Natürlich gibt es diese Grenze schon lange nicht mehr. Schon längst ist auch in Australien jeder Zipfel des Landes entdeckt, jede Region erforscht. Als Symbol für die Zeit des alten Australiens, als sich tapfere Männer eine unwirtliche Natur untertan machten, taugen die Namen aber immer noch.Cooktown

Heute ist Cooktown nichts weiter als ein verschlafenes Städtchen im Norden Queenslands. Gut eineinhalbtausend Menschen leben hier. Man kann sich nur noch schwer vorstellen, dass Cooktown einst mehr als 30 000 Seelen zählte. In den fast 100 Pubs flossen Bier und Rum  durch durstige Kehlen. Damals in der Mitte des 19. Jahrhunderts war Cooktown  die zweitgrößte Stadt Queenslands und Zentrum des Goldrauschs in Nordaustralien. Hier feierten  die Goldgräber bevor sie hinauszogen zum Palmer River um Gold zu schürfen, und hier feierten wenn  sie zurückkamen und in den Banken der Stadt ihre Nuggets verkauft hatten. Spielbanken und Bordellbesitzer nahmen den Goldsuchern das Geld dann wieder ab – sie  waren die wirklichen Gewinner des Goldrauschs.

Ein paar Gebäude im Kolonialstil entlang der Hauptstraße erinnern noch an diese Zeiten. Und auch das James Cook Historical Museum hält noch die Erinnerung an die alten Tage aufrecht. Es erzählt von den Forschungsreisen des englischen Entdeckers, aber auch von den großen und wilden Zeiten Cooktowns und der Geschichte der Aborigines. Sie hatten die Gegend um Cooktown schon lange besiedelt, als  Cook 1770 vor der Küste vorbeisegelte. Als die Goldsucher in ihre Land kamen wehrten sich die Ureinwohner gegen die Fremden. Immer wieder kam es zu kleinen und großen Gefechten, bei denen 500 europäische und chinesische Einwandere ums Leben kamen – und mehr als zehn mal so viele Aborigines.

An James Cook erinnert aber nicht nur das Museum, sondern auch einen Statue in der Nähe des Endeavour River, der – wie sich gehört – nach dem Schiff des britischen Entdeckers benannt wurde. Cooktown, James Cook Statue

Obwohl es in Cooktown heute nur noch eine handvoll Pubs gibt, ist die Bar immer noch der spannendste Ort der Stadt. Denn hier erzählen die australischen Cowboys – die  Stockmen – ihre Geschichten von Abenteuer und Freiheit. Und genau deswegen kommen die meisten Touristen schließlich hierher in den „wilden Norden Australiens“.

Von Rasso Knoller

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