Deutschland: Der Ruf der Kraniche

2015-10-26 180234

Vor den Toren Berlins findet Jahr für Jahr im Herbst ein beeindruckendes Naturschauspiel statt. Auf ihrem Weg gen Süden rasten im Linumer Teichgebiet zehntausende Kraniche. Das Rhin-Havelluch mit dem kleinen Ort Linum ist einer der größten Kranichrastplätze Europas. Die Reise der eleganten Vögel beginnt im Norden Russlands und Skandinaviens und führt sie weiter nach Portugal, Spanien, und Nordafrika wo sie dann überwintern.

In der Dämmerung schweben laut rufend und trompetend Kraniche und Wildgänse von ihren Futterplätzen auf den umgebenden Wiesen und Feldern ein. Mal in kleinen, mal in großen Gruppen ziehen die Vögel ihre Linien am Himmel. An den Fischteichen schweben die scheuen Tiere dann oft nur wenige Meter über die Köpfe der Beobachter hinweg. Sie verbringen die Nächte auf den Schutz bietenden flachen Gewässern der Fischteiche.

In diesem Jahr zählten die Kranichschützer gut 80.000 Kraniche, im vergangenen Jahr lag die Zahl mit gut 130.000 Tieren deutlich höher. Die Zahlen müssen Vogelliebhaber allerdings nicht sorgen, sie zeigen lediglich, dass die Kraniche in diesem Herbst fast durchgängig gute Zugbedingungen hatten. Die Vögel mussten jeweils nur kurz rasten, demzufolge gab es weniger Staus. Und wer den abendlichen Flug der Tiere einmal erlebt hat, wird nicht nach Zahlen fragen, sondern sich nur an ein wunderbares Naturschauspiel erinnern.

Text, Fotos und Video: Bernd Leideritz

 

Kranichrast in Linum

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