Deutschland: Tastmodelle im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Hessisches Landesmuseum Darmstadt ©Steffen Harms2014

Hessisches Landesmuseum Darmstadt ©Steffen Harms

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt ist auch für blinde und seheingeschränkte Besucher ein Museum mit allen Sinnen. Mit Hilfe von tastbaren Reliefs, die in den Rundgang integriert sind, ist das Museum auch für sie erfahrbar. Als eines der ersten Museen in Deutschland ermöglicht das Hessische Landesmuseum Darmstadt (HLMD) dieser Zielgruppe den barrierefreien Besuch einer Dauerausstellung und unterstützt damit eine selbständige Auseinandersetzung mit den Kunstwerken. Die Tastbilder stellen für blinde und seheingeschränkte Besucher ein besonderes und individuelles Kunsterlebnis dar, da sie zur haptischen Erfahrung einladen. Mit Hilfe von modernster Technik werden zweidimensionale Bildinformationen aus Gemälden in die Dreidimensionalität übersetzt. Von ausgewählten Kunstwerken, darunter Anselm Feuerbachs „Iphigenie“ und Max Pechsteins „Bildnis in Rot“ entstanden zunächst handgefertigte Reliefs, die später auf ein geeignetes Material übertragen wurden.

Bildnis in Rot

Bildnis in Rot

Für jede Übersetzung eines Kunstwerks in ein Tastmodell wurde eine individuelle Lösung gefunden, je nach Form und Inhalt des Originals. Der auf die Tastmodelle abgestimmte multimediale Audio-Guide liefert hierzu unterstützende Bildbeschreibungen. Das HLMD hat in enger Kooperation mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Darmstadt und der Berufsfachschule Holz-Elfenbein in Michelstadt sechs Tastmodelle entwickelt. Blinde und seheingeschränkte Testpersonen waren intensiv daran beteiligt.

 

Bildhinweis: Bildnis in Rot in der Interpretation der Berufsfachschule für das Holz und Elfenbein verarbeitende Handwerk