Island: Die leidenschaftlichen Fußballer von der Vulkaninsel

Island, Lava am Myvatn, Foto C. NowakSeit der EM 2016 wissen es alle: Die Isländer können auch Fußball spielen. Als Außenseiter ins Turnier gegangen, stehen sie nach dem sensationellen Sieg gegen England im Viertelfinale.

„Komm und träume mit uns von einer Insel, einer Welt mit Wasser im Überfluss, mit natürlichen Ressourcen, die sich ständig erneuern, mit sauberer Energie und unberührter Natur, wo der Mensch in Harmonie mit der Umwelt lebt. Komm und träume mit uns von einer Insel an der Grenze der bewohnbaren Welt, vom Golfstrom umarmt, von Thermalwasser erwärmt und von Vulkanen beheizt. Komm und träume mit uns von einer Insel der Neuzeit, mit modernster Technologie und althergebrachten Traditionen, einer Insel mitten zwischen der Alten und der Neuen Welt. Komm und träume mit uns von Island, wo Träume wahr werden.“ Es ist zwar schon einige Jahre her, dass Island mit dieser Liebeserklärung auf der EXPO 2000 in Hannover für sich warb, doch auch heute könnte man den Charme der abgeschiedenen Insel im Atlantik kaum besser beschreiben.

Die Republik Island (isländisch: Lýðveldið Ísland) liegt im Nordatlantik nur wenig unterhalb des Polarkreises zwischen 63 und 66 Grad nördlicher Breite sowie 13 und 24 Grad westlicher Länge. Island ist Europas westlichstes Land, nur knapp 300 km von Grönland entfernt, bis zu den Faröer-Inseln sind es rund 400 Kilometer, nach Schottland rund 800 Kilometer und nach Norwegen rund 1000 Kilometer. Mit einer Fläche von 103.000 Quadratkilometern, dies entspricht in etwa der Größe der ostdeutschen Bundesländer, ist Island nach Großbritannien die zweitgrößte Insel Europas. Außerdem gilt sie als größte Vulkaninsel der Welt.

Eine Landschaft der Extreme

Große Teile sind von Wüsten, Vulkanen und Gletschern geprägt und wirken gleichermaßen faszinierend wie unwirtlich. Rund zwölf Prozent der Landesfläche sind von Gletschern bedeckt; mit dem Vatnajökull besitzt Island den größten Gletscher Europas. Insgesamt sind rund zwei Drittel der Insel Ödland, nur rund ein Viertel ist von meist karger Vegetation bedeckt, landwirtschaftlich nutzbar sind sogar nur zwei Prozent. So ist es nicht verwunderlich, dass Island mit gut 300.000 Einwohnern äußerst dünn besiedelt ist. Die Bevölkerungsdichte verteilt sich innerhalb des Landes sehr unterschiedlich: Rund ein Drittel der Isländer lebt im Großraum Reykjavik, der Rest in der Nähe der Küste, das Landesinnere ist vollkommen menschenleer. Die höchsten Berge erreichen rund 2000 Meter (Hvannadalshnjúkur 2119 Meter, Bárðarbunga 2000 Meter); die größten Seen sind Þórisvatn (83 Quadratkilometer) und Þingvallavatn (82 Quadratkilometer); der höchste Wasserfall (190 Meter) ist der Glymur im Botnsá, doch viel beeindruckender ist der nur 44 Meter hohe Dettifoss, der als wasserreichster Fall Europas gilt.

Island, Pingvellir Nationalpark, Allmännerschlucht, Foto C. NowakText und Fotos: Christian Nowak

 

Christian Nowak: Merian Momente Island