Costa Rica: Erstmals auf der Weltkulturerbeliste

Foto: Visit Centroamérica, Steinkugeln Diquís

Insgesamt vier Ausgrabungsstätten im Diquís-Delta im Südosten von Costa Rica wurden am 23. Juni 2014 zum UNESCO Welterbe der Menschheit erklärt: Finca 6, Batambal, El Silencio und Grijalba-2. Hier findet man die berühmten Steinkugeln der Diquís-Kultur, die das Komitee wegen ihrer weltweiten Einzigartigkeit auszeichnete. Die archäologischen Stätten sind ein Spiegelbild der Kultur der Diquís und damit wichtige Zeitzeugen der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen des präkolumbianischen Volkes. Die Region im Südwesten des Landes, in der die neuen UNESCO-Stätten liegen, zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Man hofft nun, dass dieser Landesteil durch die Auszeichnung vermehrt in den Fokus der Touristen gerät.

Karibik: Zwischen Korallen, Reggae und Natur

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Mit der Norwegian Epic in die Karibik

Es riecht nach Salz. Weniger nach Fisch oder Meer, einfach nur nach Salz. Der Himmel ist blau mit nur einigen kleinen Wölkchen behangen und liegt wie ein subtropisches Tuch über mir. Das Wasser unter mir zeigt gar keine Farbe. Es schäumt. Sonntag um 16 Uhr legt der Ozeanriese Norwegian Epic von der Pier in Miami ab. Die meisten Leute, die uns zuwinken, tun dies von den anderen Megaschiffen aus, die ebenfalls in diesem Moment in See stechen. Unser Signalhorn blökt noch um einiges lauter, als das der anderen. Die Skyline von Miami, die Hochhäuser und die Brücke, zoomen sich langsam weg und lösen sich in Nichts auf.

Kapitän Trygve Vorren hat das Schiff gegen die offene See gedreht. Wir, groß und weiß nehmen die Fahrt in die westliche Karibik auf. In den Mayastätten Chacchoben, Costa Mexiko und Honduras werden wir an Land gehen. Dort wo die weißen und pudrigen Strände Lagunen säumen und Legenden und Ruinen die Landschaft mit einem Geheimnis aufladen.

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Norwegian Epic heißt das Schiff. Seit seiner Taufe ist es in amerikanischen Gewässern unterwegs. Das Herzstück des Schiffes ist das Pool Deck 15. An der Bar sieht man amerikanische Mittelschichtsurlauber, die sich vor dem hellen Himmel gegenseitig fotografieren. Ein Deck höher steht Linda mit ihrem Mann Gerry. Sie ist Immobilienmaklerin aus Michigan. Ihr Mann arbeitet bei der Bank. Beide halten einen Cocktailbecher in der Hand. „Die sieben Tage hier, das ist unser Jahresurlaub. Wir arbeiten hart. Wir brauchen Entspannung.“

Zum Entspannen gehe ich dann doch lieber in meine Kabine. Ich blicke vom Balkon aufs Meer. Das hat etwas ungemein Beruhigendes. Es scheint als lächele die ganze Welt einen an. Nach einer Stunde mache ich mich auf den Weg in die Lounge, zu anderen Alleinreisenden. Robert sitzt an der Bar und nippt an seinem Cocktail. Er hat ein kleines Studio gebucht, geräumig und stilvoll eingerichtet, mit Fenster zum Gang. „Ist vom Flur nicht einsehbar“, sagt Robert. Ohne Fenster und Balkon, das wäre für mich die Hölle. Ich möchte das Meer sehen und riechen.

Wir beide werden in sieben Tagen gemeinsam mit fast 4000 Passagieren 1607 Seemeilen zurücklegen. Wir werden sieben Tage auf einem 329 Meter langen und 40 Meter breiten Gefährt gefangen sein. Sieben Tage das Gleiche: Den gleichen Sonnenaufgang, den gleichen Sonnenuntergang, Frühstück vom Buffet, Sport im Fitnessstudio mit Blick auf das Meer, Mittag vom Buffet. Wir werden die gleiche Hitze ertragen und die gleiche Aufzugsmusik im Fahrstuhl hören.

Abends sehe ich Robert wieder. Robert tanzt im Zweiviertel-Takt zur Disco-Musik. Ich sehe nur noch blasslila Hosenanzüge, luftige bunte Sommerkleider und weiße Freizeitschuhe. Und ich sehe Michael Jackson. Das Double singt Lieder aus den 80ger Jahren. Viele, der Gäste kommen aus einem Amerika, das die Welt nicht so gut kennt: Indiana, Tennessee, Wyoming.

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Ein paar Europäer findet man auch. Sogar aus Deutschland, aus Hamburg. Andreas und Kerstin haben diese sieben Tage Urlaub gebucht, um die Freiheit zu genießen, an Land zu gehen und durch fremde Länder zu stöbern. In der Handtasche befindet sich nur das Nötigste für unterwegs. Sie wollen Maya Städte besuchen. Sie informierten sich in Reisebüchern über Yucatán, wo die Maya vor eineinhalbtausend Jahren die Paläste und Tempel ihrer Stadtstaaten in den dampfenden Regenwald bauten, oder an Buchten wie in Tulum Terrassenfelder und schwimmende Gärten anlegten, ihre Welt mit sprechenden Bildern aus den rund 800 Glyphen ihrer Schriftsprache schmückten und den Mondmonat auf 23 Sekunden genau berechneten. Eine Hochkultur, deren rasanter Untergang bis heute rätselhaft ist.

Alle Schiffe halten in Costa Maya in Mexiko. Eine halbe Stunde Busfahrt und dann ist man mitten im Dschungel zwischen Maya-Pyramiden und Tempeln in Chacchoben. Wer hofft, jetzt mit den Geheimnissen der Maya allein zu sein, der wird enttäuscht. Obwohl noch nicht vom Massentourismus überlaufen, etliche sonnenverbrannte Touristen sind bereits da und klettern zwischen den Ruinen, die zum Teil noch vom Regenwald überwuchert sind. In San Miguel, der Hauptstadt der Insel Cozumel, befinden sich im Regionalmuseum Ausgrabungsstücke der Maya-Kultur. Auch wer sich zuvor in die Welt der Maya vertieft hat, wird während dieser Stippvisite die Rätsel der geheimnisvollen Hochkultur nicht verstehen. Aber immerhin, Maya Kultur für Anfänger.

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Robert entscheidet sich für den Naturpark und besucht die verschmusten Delfine. Samantha ist ein achtjähriges Delfinweibchen. Zusammen mit einem Dutzend ihrer Artgenossen lebt sie in der Lagune Colombia im Naturpark Faro Celarain. Die Touristen, die sie besuchen, stehen bis zum Bauch im glasklaren Wasser der Karibik und dürfen unter Leitung eines Trainers die handzahmen Tiere streicheln.

Die Einheimischen offerieren den Epic-Leuten am Kai, sich mit einem grünen Leguan fotografieren zu lassen. Ein schöner Tagesabschluss, findet ein Pärchen. In den folgenden Seetagen an Bord lerne ich, was „Rollen“ und „Stampfen“ bei schwerer See bedeutet. Ich habe festgestellt, dass das Meer nicht immer ein und dasselbe Meer ist. Das Wasser verändert sich. Mal ist es trübe, lichtlos und wirkt bedrohlich. Mal leuchtet der See hell aquamarin, mal tiefblau oder fast violett.

Nach zwei Seetagen hat man genug vom prallgefüllten Veranstaltungskalender mit all seinen Spiel-und Spaßaktivitäten, Bordfesten, Discos und Bühnenshows. Die verbreiten zwar eine Menge Partylaune, kitzeln das Adrenalin und machen müde Knochen munter. Ich möchte wieder festen Boden unter den Füssen spüren und freue mich schon auf den Morgen im Hafen, auf Honduras mit dichten Regenwäldern und unberührten Riffs.

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Während aus dem Nabel des Schiffs der Anker an seiner Kette in die Tiefe rattert, strömen die ersten Gäste nach draußen. Die Epic-Leute suchen sich zu zweit, zu viert oder in kleinen Gruppen ihren Weg über die Gangway in die Hafenstadt.

Die See vor der Insel Honduras ist hellblau, so dass man den weißen Meeresgrund sehen kann. Glasklares Wasser sagen die Leute dazu. Noch immer ist die Karibik fast geruchlos. Der Strand ist pudrig, fast weiß. In einiger Entfernung beginnen violette, wolkenartige Korallenformationen. Hinter den Korallen wird das Wasser in kartographisch – präzisen Stufen immer dunkler. Statt Piratenschiffe kreuzen Glasbodenboote vor den Korallenbänken vor Honduras. Schwerfällig teilen sie das Wasser, denn sie sind entsetzlich überladen mit Kreuzfahrern, die sich diese Exkursion nicht entgehen lassen wollten.

Im lagunenflachen Wasser erlernt eine Gruppe das Schnorcheln. Gut 50 Leute treiben reglos auf den Wellen. Das Ganze wirkt wie das Resultat einer Schiffskatastrophe.

Am späten Nachmittag gehen wir wieder auf das heimatlich anmutende Schiff zurück. Hier trifft man auf Bekannte, die vorgestern noch Unbekannte waren. Ich begrüsse den Kabinensteward, dessen asiatisches Gesicht mir vertraut geworden ist. Der Geruch der Kabine, das frisch aufgeschlagene Bett ist eine kleine Welt für sich geworden.

Heidrun Lange

Costa Rica: Der Corcovado-Nationalpark, grünes Dickicht und Papageiengeschrei

Auf Nahrungssuche: der Ameisenbär ©José R.

Costa Rica ist weltweit bekannt für seine zahlreichen Reservate und Nationalparks.

Fast ein Drittel des Landes sind Naturschutzgebiete. Costa Rica kann 35 davon vorweisen. Welchen also sollte man besuchen? Den Corcovado-Nationalpark (41.788 Hektar) auf der Halbinsel Osa. Laut „Nacional Geographic“ ist das der biologisch vielfältigste Ort der Welt. Das ist er vielleicht auch deswegen, weil noch keine Schneisen geschlagen wurden. Oder, weil er bis in die 60er Jahre von Menschen unberührt blieb.  Es gehört ein wenig Abenteuergeist dazu, diesen Nationalpark zu erkunden. In diesem Stück Regenwald gibt es mehr als 140 Arten Säugetiere wie etwa Ozelots oder Pumas. Die noch größte existierende Population an hellroten Aras ist hier anzutreffen und 375 weitere Vogelarten. In den Wipfeln der 850 Baumarten schwingen sich nicht nur Affen. 6.000 unterschiedliche Insekten schwirren umher; 120 Reptilien- und Amphibien wurden festgestellt. Ein guter Start für Wanderungen und Charter in den Nationalpark ist der Ort Puerto Jimenez. Tipps gibt die Parkverwaltung, die hier ansässig ist.

KF

British Virgin Islands: Weiße Segel unter der Karibiksonne

Mit dem „Star Clipper“ durch die schillernden Wasser der British Virgin Islands

Von der Hängematte vor „Foxy’s Bar“ schweift der Blick über Bucht und Meer. Leise rollen die Wellen heran, überspülen den elfenbeinpudrigen Strand, Palmenwedel wiegen sich träge im Wind. Eine Frau streift barfuss über den Saum der weitgefächerten Brandung. Ihre Fußabdrücke füllen sich mit Wasser, Augenblicke später hat das Meer alle Spuren verwischt. Warm der Wind, warm die Wellen, warm der Sand: Süßes Nichtstun unter Palmen, Rum Punch unter Zunge und Gaumen, so frisch, so kühl, so fruchtig. Angehaltener Traum. Don’t move – das hört man oft in der karibischen See.

Foto: Katharina Büttel

Ortsbestimmung: Fliederfarbene Häuschen mit weißen Dächern und rosa Türen im Grün der White Bay. Kennen Sie nicht? Auf dem winzigen Eiland Jost van Dyke. Kennen Sie nicht? Auf den Britischen Jungferninseln, (BVI). Kannte ich bis dato auch nicht. Kleine Antillen, Inseln über dem Wind östlich von Puerto Rico, wo das Karibische Meer und der Atlantik zusammenschwappen. Die Einwohner, so an die 18000, schwarzer Hautfarbe zumeist und Nachfahren afrikanischer Sklaven. Neben der britischen Kronkolonie gibt es noch die benachbarten US Virgin Islands. Ganz anderes Feeling meinen alle, die mal dort waren. Viel mehr Leute, vielmehr Rummel, amerikanisch eben.

Foto: Katharina Büttel

Sint Maarten, eine Insel, zwei Länder. Der Norden gehört zu Frankreich, der Süden zu Holland. Im Yachthafen vom Hauptort Philipsburg wartet die weiße Viermast-Bark „Star Clipper“, 115 Meter lang, 15 Meter breit. Für Kapitän Loretto Mancino und seine Crew heißt es am Abend: Sail away, Leinen los! Es erklingt der Soundtrack aus dem Kolumbus-Film „1492: Conquest of Paradise“. Welch ein Spektakel! In wenigen Minuten takelt sich der Großsegler fast selbsttätig auf, dank starker Hydraulik. Keiner muss mehr in die Wanten steigen und auf die Rahen klettern. Wind frischt auf, Wellen klingen. Winden knarzen, Seile quietschen, Segeltuch flattert, grummelt und bollert wie ein aufziehendes Gewitter. Hinreißend romantisch!

Die British Virgin Islands, aus Vulkanen geboren, sind ein Traum zum Segeln: Stetige Passatwinde und türkisfarbenes Wasser. Wilde Felsenberge und sattgrüne Macchia von weißen Stränden umschlungen. Unberührte Natur, Kulturschätze kaum.

Am nächsten Mittag: Ankern vor Anguilla in der Road Bay. Schon wieder ein anderes Land, jetzt die Engländer. Wie ein Aal schlängelt und räkelt sich die flache, schmale Insel im Meer, 25 Kilometer lang, fünf breit. Mit eleganten Resorts und ausgezeichnetem Golfplatz. Der klapprige Inselbus bringt uns zu dem allerschönsten Traumstrand der gesamten Karibik: An der Shoal Bay kräuseln sich smaragdfarben die Wellen auf strahlendweißem Korallensand, Strand und Meer soweit das Auge reicht. Wenige Touristen nur, keine Casinos, nette Beachbars, bunte Fische und am Strand spielt eine Reggae-Band – was will man mehr.

Auf dem Weg nach Virgin Gorda, der „Dicken Jungfrau“, passieren wir den engen Francis Drake Channel und sehen bald einen wirklich schnuckeligen Hafen, Marina Bay. Kaum mehr als ein pastellbunter Würfelhäuserhaufen mit einer Puppenstubentankstelle für Eis und Benzin. Und dem Bitter End Yacht Club, feinste Segleradresse im Inselreich, und der Sunset Bar, wo zum Tagesausklang so richtig die Post abgeht. Hier werden die BVI’s sehr amerikanisch.

Wir genießen lieber das beschauliche Bordleben. Die Gäste auf dem Star Clipper sind Foto: Katharina Bütteleine interessante Melange aus Amerikanern, Briten, Franzosen, Deutschen, Italienern und Russen. Jeden Abend treffen sich alle im kleinen, feinen Restaurant zum exquisiten Dinner. Danach gesellt man sich zum Pianospieler oder trifft sich auf einen Drink an der Tropical Bar auf dem Hauptdeck, alles schick in Teak und Messing. Es ist eine Nacht, in der man nicht schlafen gehen will. Satt leuchten die Sterne am Himmel, an Land funkeln die Lichter die Hänge hinauf.

Weiter geht die Fahrt frühmorgens unter vollem Tuch – das sind 3365 Quadratmeter voll Wind! Und wie er segelt, der Windjammer, gebläht, selbst bei mäßiger Brise! Jederzeit – Prinzip der Reederei – können die Passagiere den Seeleuten bei ihrer Segelkunst zuschauen, selbst auch mit Hand anlegen. Ziel ist Norman Island im scheinbar undurchdringlichen Gewirr der vielen Jungferninselchen. Das bot einst Seeräubern ideale Verstecke. Hier muss wohl R. L. Stevenson den Schauplatz seiner berühmten „Schatzinsel“ gefunden und sie wohl auch dort geschrieben haben.

Foto: Katharina Büttel

Von Norman Island ist es zur Hauptinsel Tortula nicht weit. Man ankert auf Reede. Tenderboote bringen die Gäste an den Zuckerstrand. Längst hat das Sportteam im Schatten einer Palme Kajaks, Wasserski und das Bananenboot ausgebreitet. Von hier führen alle Wege nach Road Town. Es ist kein altes, eher ein konstruiertes Dorf im bunten Karibikstil, wo Banken und Firmen aus aller Welt Briefkästen angenagelt haben – in die niemals Steuerbescheide eingeworfen werden! Im kleinen Hafen wiegen sich die Yachten, deren Eigner zur Happy Hour die In-Kneipe „Pusser’s“ bevölkern, Einheimische sieht man kaum. Wer bummeln will, schlendert durch die Main Street. Bei „Sunny Caribee“ gibt es einheimische Gewürze, im „Pusser’s Company Store & Pub“ den besten Rum.

„Pina Colada oder Rum Punch?“, fragt die Schaffnerin an Bord der Scenic Railway auf der Insel St. Kitts. Wir sitzen auf dem offenen Oberdeck der farbig angestrichenen Eisenbahn und genießen eine der schönsten Bahnstrecken der Welt. Bei leiser Musik und Insel-Historie fährt sie rund um’s Eiland. Es geht durch Zuckerrohrfelder, vorbei an Windmühlen, die Küste entlang, hinauf in den Regenwald, den Vulkan Mount Liamuiga im Blick und die Schwesterinsel Nevis. Weiter über Stahlbrücken, die sich über tiefe Canyons spannen, hinab in die kleinen Örtchen, etwa St. Paul’s, und nach gut drei Stunden wieder zurück in den Hauptort Basseterre. Auf dem Inselduo geht es noch gelassener zu, als in der Karibik eh schon üblich. Mit Affenzahn geht hier gar nichts. Aber Affen gibt es auf St. Kitts mehr als genug. Mittags ist Affenhitze und Affenzeit! So kann es passieren, dass eine Grüne Meerkatze oder ihr ganzer Trupp anrückt, auf die Waggons springt und saufen will – gern auch mal Rum Punch.

Das Meer ist friedlich, der weiße Segler lichtet die Anker und gleitet lautlos ins Abendrot hinein. Die Antilleninsel St. Barthélemy ist Frankreichs glamouröser Außenposten, das karibische St. Tropez. Angenehmes, Teures, angenehm Teures kommen hier zusammen: Die oberen Zehntausend geben sich ein Stelldichein, Royals und halb Hollywood machen hier Ferien. Im Hafen von Gustavia liegen die Millionärsyachten dicht an dicht; in den Restaurants stehen die Köche aus Paris hinter dem Ofen. Showtime und Starreigen ist fast immer. Sehen und gesehen werden, das ist hier wichtig! Beim Sundowner im In-Treff „Carré d’Or“ oder im „Le Select“, dem ältesten Lokal der Insel. Oder natürlich beim Shopping in den unzähligen Nobelboutiquen, wo Kreditkarten schmelzen wie Butter unter der Sonne. Aber auf St. Barth sei man diskret, sehr diskret und verkrümele sich eher an die 22 Traumstrände, versteckt und verschwiegen, bitte sehr! In St. Jean ist „Nikki Beach Bar“ die prominente und originelle Adresse für das St. Barth-Feeling und den Kult-Cocktail „Hibiscus“ – gemixt aus Rum, Baileys, Kokos und Grapefruit: Karibik in Flüssigform.

Text und Fotos Katharina Büttel

 

Panama: Viel mehr als nur der Kanal

Oh, wie schön ist …

Panama: Mit dem kleinen mittelamerikanischen Land verbinden wir meist nur einen Kanal. Ein Fehler! Abseits davon gilt es, paradiesische Natur, eine quirlige Stadt und faszinierende Indianer-Kultur zu entdecken.

Nein, das kann nicht klappen. Der riesige Frachter-Koloss mit den bunten Hamburg-Süd-Containern ist doch viel zu breit! Das wäre ja so, als wolle man eine Zwiebel durch ein Nadelöhr quetschen. Zumindest liegt der Gedanke nahe bei dem Schauspiel, das sich da vor den Augen der neugierigen Zuschauer abspielt. Träge nähert sich die MSC Bremen, die um die Taille doch recht füllig ist, der schmalen Miraflores-Schleuse. Es ist wie bei einer menschlichen Geburt: Man glaubt, dass der Kopf niemals durch den Geburtskanal passen wird, und dann geht es irgendwie doch. Jedenfalls steckt das plumpe Riesenbaby plötzlich in der Schleusenkammer drin – rechts und links bleibt gerade noch eine Handbreit Platz. Von starken Stahlseilen und mehreren Dieselloks gesichert, wird das tonnenschwere Containerschiff knapp 17 Meter angehoben und auf der anderen Seite wieder ausgespuckt. Freie Fahrt Richtung Pazifik. Die langwierige Umrundung des Kap Hoorns locker eingespart und zwei Wochen gut gemacht. All das ermöglicht durch ein technisches Wunderwerk namens Panama-Kanal. Es ist schon erstaunlich, wie sehr diese Nabelschnur von Ozean zu Ozean das kleine mittelamerikanische Land definiert.

PanamakanalPanama ohne Kanal? Undenkbar! Die Franzosen wollten ihn als Erste bauen und haben sich dabei buchstäblich verhoben. Dann kamen die Amerikaner, sprengten ganze Berge weg, legten riesige Stauseen an, schufen mächtige Dämme und rammten ihre Flagge ins trübbraune Fahrwasser. Der gehört uns, sollte das besagen, und so war es auch bis zum 31. Dezember 1999. Dann geschah das, was auf viele Panamaer noch heute wie ein Wunder wirkt: Nach 85 Jahren traten die USA den Kanal offiziell an die panamaische Regierung ab. „Ihr hättet mal die Gesichter meiner Landsleute am Tag der Kanalübergabe sehen sollen! Sie waren voller Stolz“, sagt Reiseleiter Gustavo Zevallos und dabei leuchten auch seine Augen.

Meisterleistung der Ingenineurskunst?

Nun kann man den Panama-Kanal betrachten wie man will – als Meisterleistung menschlicher Ingenieurskunst, als verheerenden Eingriff in die Natur, als eine der größten Sehenswürdigkeiten weltweit – Tatsache ist, dass er für das panamaische Nationalbewusstsein steht. Was lange Zeit nicht mehr als ein verlängerter Arm der USA war, hat sich zu einem – zumindest halbwegs möchte man sagen – unabhängigen Staat entwickelt. Und der erlebte in den vergangenen zwölf Jahren einen irren Bau- und Wirtschaftsboom, was sich schon allein an der Skyline ablesen lässt, die in Panama City aus dem Boden geschossen ist. Betrachtet man die Stadt von der Wasserseite, könnte man sie glatt mit Manhattan oder Chicago verwechseln. Im Bankenviertel schrauben sich zahlreiche kunstvoll gedrechselte Wolkenkratzer in den Himmel, so als wollten sie der Welt das neue panamaische Selbstbewusstsein entgegen schreien. Hier arbeiten, shoppen und speisen die so genannten „rabi blancos“, jene Familien, die seit jeher das Geld und den Einfluss im Land unter sich aufteilen. Dabei besitzt Panama City viele Gesichter. Ursprünglicher und wesentlich bunter geht es auf der Avenida Central im Stadtteil Caledonia zu. Von günstigen Haushaltswaren-Läden über Boutiquen mit Billig-Chic bis hin zu Zeitschriftenhändlern, die die Magazine des Vormonats vertickern, ist hier alles vertreten. Und das Essen erst! An der Ecke „lockt“ ein kleiner Mann mit dem Inhalt seines Plastikbehälters. Für das, was da in essigsaurer Marinade und Bergen von Zwiebeln schwimmt, braucht man einen starken Magen – schließlich sind eingelegte Schweinsfüße nicht jedermanns Sache, auch wenn der Händler darauf schwört, dass es in ganz Panama City keine größere Delikatesse gibt. Die gerösteten Palmnüsse und die frittierten Kochbananen-Chips, die ein paar Meter weiter ihr würziges Aroma verströmen, wirken da wie die ungefährlichere Wahl.

Mann mit PanamahutBesonderen Zulaufs erfreut sich ein alter Mann mit markantem Panama-Hut, der alle Arten von „Glückskräutern“ verkauft. Bade man drei Tage lang in ihrem Aufguss, könne man gar die Lotterie gewinnen, behauptet er ohne mit der Wimper zu zucken. Hier tut sich ein Einblick in eine der beiden großen Leidenschaften der Panamaer auf – die eine ist der Baseballsport die andere die nationale Lotterie. Losstreifen gibt’s an jeder Ecke, der wöchentliche Flirt mit dem Glücksspiel ist so selbstverständlich wie schlafen und essen. Manche Leute ziehen gar die Botanik zu Rate. Eine grün-weiß gesprenkelte Pflanze namens „Millonaria“ ziert nicht nur Vorgärten, sie soll auch die geheime Kombination verraten, mit der der Jackpot zu knacken ist. Tatsächlich kann man in der Marmorierung der Blätter mit einiger Fantasie Zahlen entdecken. Da! Das ist doch eine 44. Her mit dem Tippschein!

Jongliertricks auf der Via España

Szenenwechsel: Eine große Kreuzung an der Via España, der Hauptgeschäftsstraße der Stadt. Fernando und Santiago, zwei junge Argentinier, verdienen sich hier das Geld, mit dem sie quer durch Lateinamerika reisen. Kaum schaltet die Ampelanlage auf Rot, springen die beiden auf die vierspurige Straße und vollführen mit je drei Bällen ein paar Sekunden lang kunstvolle Jongliertricks vor Hunderten wartender Autos. Nach galanter Verbeugung schreiten sie die Reihen der Fahrzeuge ab und nehmen fröhlich Münzen und Dollarscheine entgegen, die die überraschten Panamaer den findigen Jungs gern zustecken. „Hier in Panama läuft es richtig gut“, sagen sie. „Wir nehmen zehn bis fünfzehn Dollar die Stunde ein.“ Weshalb ihnen zwei Stündchen Arbeit am Tag genügen. In Brasilien, wo man diese Form der Ampelunterhaltung bereits kennt, mussten sie deutlich länger ran, um die nächste Busfahrkarte gen Norden zu lösen.

Stadtbus in Panama CityApropos Busse. Die sind in Panama City echte Hingucker. „Rote Teufel“ heißen die qualmenden Monster im Stil der Vehikel, mit denen amerikanische Teenager normalerweise zur Highschool fahren. Das Besondere: Einer ist verrückter bemalt als der andere. Ein wahres Eldorado für Graffiti-Künstler, von dem hiesige Sprayer nur träumen können. Mit ihnen geht’s für ein paar Cent zur Plaza 5 de Mayo, dann zu Fuß weiter durch die Avenida Central bis hin zur Casco Viejo. Die Altstadt offenbart eine weitere, ungeschminkte Facette von Panama City. Lange dem Verfall preisgegeben, erwacht sie allmählich aus ihrem Dornröschenschlaf. Die Tatsache, dass der koloniale Kern mit seinen pastellfarbenen Prachtbauten spanischer und französischer Architektur Unesco-Erbe ist, dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben. Gerade abends entfaltet die Casco Viejo den ihr eigenen Zauber. Im sanften Schein nostalgischer Straßenlaternen verschwinden nicht geflickte Risse im Mauerwerk, abblätternde Farbe und bröckelnder Putz. Bars und Kneipen öffnen ihre Pforten und locken überall mit Live-Musik. In einer geschmackvollen Enoteca spielt ein Duo Bossa Novas. Ein paar Straßen weiter gibt eine fünfköpfige Salsa-Band den Ton an. Dazu dringt Merengue- oder Reggaeton-Musik aus den Fenstern und Türen etlicher Häuser. Die Bewohner feiern Privatpartys, stellen Tische und Stühle auf die Straße, köcheln Eintopf auf einem Gaskocher und laden die Nachbarn kurzerhand auf eine Cerveza ein. So gleicht die Altstadt einer bizarren Mischung aus Weggehviertel und spontanem Nachbarschaftsfest.

Schildkröten, Schlangen und Schmetterlinge

Aber Panama, das ist nicht nur Stadt und Kanal. Das ist vor allem Natur. Den Dschungel hat man hier gleich vor der Haustür. Alles, was rechts und links vom Kanal liegt, ist Naturschutzgebiet. In seinen Seitenarmen haben sich Kapuzineräffchen, Leguane, Schildkröten, Schlangen, Schmetterlinge und etliche Vogelarten ihr Wohnzimmer eingerichtet. Im Soberanía Nationalpark kann man ihnen einen Besuch abstatten. Leise gleitet das Boot an das Ufer von Monkey Island heran, worauf alle angestrengt in die Kronen der teils bis zu 40 Meter hohen Baumriesen spähen. Ja, wo sind sie denn, die Tiere, die der Insel den Namen gaben? Und dann geht es urplötzlich los. Fünf, sechs Brüllaffen stimmen eine Kakophonie an, dass die Bäume wackeln und der Kopf dröhnt. Am Timbre könnte noch gearbeitet werden, aber die Lautstärke ist allemal beeindruckend. Kaum zurück an Land, stürzt der typische, heftige tropische Regenguss hinunter. Vor der Veranda des Restaurante Lagartos entfaltet sich eine Szenerie wie aus einem Hemingway-Roman. Wasserdampf steigt vom Kanal auf und legt sich als weißer Watteteppich über die sattgrünen Wipfel des Regenwalds. Die Luft ist drückend und schwer. Neben den Holzplanken des Restaurants liegen zwei Kaimane träge im Wasser, während in der Ferne erneut ein Schiff dem Pazifik entgegenstrebt.

Panama StrandSeine geographische Lage bringt es mit sich, dass Panama über endlose Strände und unzählige kleine bis klitzekleine Inselchen verfügt. Allein von den San Blas Inseln auf der Karibik-Seite gibt es rund 365. Sie sind so etwas wie ein Staat im Staat, denn hier leben die autonomen Kuna, einer der sieben indigenen Stämme Panamas. Dass sie bis heute ihr kleines Paradies bewahren konnten, liegt vielleicht auch daran, dass das Gebiet so unzugänglich ist. Ein unchristlich früher Flug um sechs Uhr morgens mit einer zweimotorigen Maschine ab Panama City ist noch die unkomplizierteste Art, dorthin zu gelangen. Jedwede Müdigkeit verfliegt jedoch spätestens bei der Landung. San Blas empfängt seine Gäste mit derart türkisblauem Wasser und schneeweißem Sandstrand, dass man sich in einem mit Photoshop bearbeiteten Urlaubskatalog wiederzufinden glaubt. Einmal kurz die Augen reiben und vergewissern – doch ja, die Farben sind echt. Und nicht nur die der Natur. Die Kuna-Frauen tragen im Gegensatz zu den Männern noch traditionelle Kleidung. Auffallendstes Merkmal sind die „Strümpfe“ aus kunstvoll arrangierten Perlenschnüren, deren vorherrschende Farbe schönstes Holland-Oranje ist und die so fest gewickelt sind, dass sich die Indianerinnen um Krampfadern keine Sorgen machen müssen. Den Kern der Kuna-Tracht bildet jedoch die Bluse. Das Mieder besteht aus kunstvollen Molas – farbige Stoffapplikationen, die zu Tier-, Pflanzen- oder Fantasiemotiven vernäht werden. Dazu ein bunter Wickelrock und … Flip-Flops. Das lässige Schuhwerk ist nicht etwa ein Stilbruch. Es macht lediglich deutlich, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kuna ihre jahrtausendealte Kultur pflegen und gleichzeitig der Moderne Einzug gewähren. Es gibt das Gemeindehaus, in dem das gesammelte Naturwissen ihres Volkes vermittelt wird und die Dorfschule, in der die Kleinen Englisch und Mathematik pauken. Die Häuser bestehen aus Bambus, Schilf und Palmblättern, doch das ein oder andere Dach ziert eine Satellitenschüssel. 1925 erkämpften sich die Kuna in einem Aufstand die Souveränität. Seitdem zahlen sie weder Steuern noch leisten sie Militärdienst. Stattdessen erklären sie mit einiger Verschmitztheit, dass die Wiege der Demokratie nicht etwa in Griechenland sondern in ihrem als Kuna Yala bezeichneten Territorium zu finden sei. Schließlich werde jede Insel von einem mehrheitlich gewählten Häuptling verwaltet. Dazu kommt eine Prise real existierender Sozialismus, denn die Einnahmen aus dem – bewusst begrenzt gehaltenen – Tourismus fließen der Gemeinschaft zu. Und so stören sich die Kuna auch nicht an den westlichen Urlaubern, denen sie ein paar ihrer Bilderbuch-Inseln als Gäste-Eiland zur Verfügung stellen. Völlig unbeeindruckt gehen sie ihrer Arbeit nach, begießen festliche Anlässe mit der aus Mais, Zuckerrohr und Kakao gebrauten Chicha und dösen ansonsten zufrieden in der Hängematte, in der sie nach ihrem Tod auch begraben werden. Es dauert einen Tag, dann tut man es ihnen einfach gleich, und während die Sonne langsam im Atlantik versinkt, weiß man plötzlich mit absoluter Sicherheit, dass der Kinderbuchautor Janosch San Blas im Sinn gehabt haben musste, als er den kleinen Bären zum kleinen Tiger sagen ließ: „Panama ist das Land unserer Träume, Tiger. Wir müssen sofort morgen nach Panama …“

Alexa Christ

Dominikanische Republik: Walflüsterer gesucht

Buckelwal vor der Küste der Halbinsel Samaná, Dominikanische Republik

Es ist wieder so weit: Die Suche nach einem Walflüsterer, der für vier Wochen die Naturschutzorganisation CEBSE in der Dominikanischen Republik bei ihrer Arbeit unterstützt, geht in die vierte Runde! Ab sofort können sich Naturschutz-ambitionierte Wal-Fans auf der Internetseite www.walfluesterer.de um den Traumjob auf der Karibikinsel bewerben.

Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Walflüsterer 2014“ vom Tourist Board der Dominikanischen Republik in Zusammenarbeit mit Meier’s Weltreisen und dem Center for the Conservation and Ecodevelopment of Samaná Bay and its Surroundings (CEBSE).

Was macht der Walflüsterer?

Er fliegt zwischen Mitte Januar und Mitte März 2014 vier Wochen lang in die Dominikanische Republik und übernimmt bei der nicht-staatlichen Naturschutzorganisation CEBSE die unterschiedlichsten Aufgaben, von Touristen-Begleitung auf Bootstouren über Büroarbeiten bis hin zum Führen des Walflüsterer-Blogs. Er informiert täglich über seine Blog-Beiträge und Facebook-Posts die Fan-Gemeinde der Buckelwale zuhause über seine Arbeit, über die Wale und natürlich über das Reiseland Dominikanische Republik.

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Was bekommt der Walflüsterer?

Für seinen selbstlosen Einsatz erhält der Walflüsterer vom Sponsor der Aktion, dem Reiseveranstalter Meier’s Weltreisen, kostenlos die vierwöchige Reise in die Dominikanische Republik, inklusive Flug, Luxus-Hotel mit All-Inklusive-Verpflegung und Transfer.

Was geschah bisher?

Im Februar 2011 reiste der erste Walflüsterer in die Dominikanische Republik. Die Studentin Nadja Wegfahrt aus Darmstadt bahnte dem Pilot-Projekt in Sachen Naturschutz den Weg und meisterte alle Herausforderungen mit Bravour. Ihre Nachfolgerinnen Ines Rülander und Christina Degener führten die Naturschutz-Aktion in den Jahren 2012 und 2013 mit viel Engagement weiter und beeindruckten ihre Fan-Gemeinden in Deutschland, indem sie mit ihrer starken Begeisterung jeweils ganz persönliche Noten einbrachten. Wer wird ihre Ihr Nachfolger / ihre Nachfolgerin?

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Warum sucht das Tourist Board Dominikanische Republik schon zum vierten Mal einen Walflüsterer?

Weil es die CEBSE unterstützt. Die CEBSE kümmert sich um das Wohl von rund 3.000 Buckelwalen, die alljährlich zwischen Januar und März zum Gebären ihrer Jungen und zum Paaren vor die Küste der Dominikanischen Republik kommen. Die flachen Gewässer bieten den Wal-Kühen und ihren Neugeborenen Schutz vor Haiangriffen. Zentrum der Wal-Aktivitäten ist die Bucht der Halbinsel Samaná. Hier lassen sich bis zu 200 Wale auf einmal beobachten. Da gibt es viel zu tun, denn die Wale und ihre sensationellen Luftsprünge und Wasserfontänen, die sie beim Balzen machen, haben seit einigen Jahren immer mehr Freunde gefunden. Von Booten aus sehen Besucher dem faszinierenden Schauspiel zu. Der Walflüsterer wird einen Monat lang zum Walbeobachter und bloggt über seine Erlebnisse.

 Voraussetzung für die Bewerbung

  • Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein,
  • sich für Wale und Naturschutz begeistern und am besten schon mal an einem Naturschutz-Projekt teilgenommen haben,
  • Deutsch als Muttersprache sprechen,
  • Englisch oder noch besser Spanisch können,
  • eine gute Allgemeinbildung besitzen,
  • offen und medienaffin sein und gerne kurze Texte schreiben,
  • einen Fotoapparat besitzen
  • eine Video-Kamera bedienen können
  • gerne im Internet bloggen und auf Facebook posten.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, hat gute Chancen, für die außergewöhnliche Aufgabe ausgewählt zu werden. Anmeldeschluss ist der 25. Oktober 2013; Bewerbungen können ausschließlich über das Anmeldeformular auf der Internetseite www.walfluesterer.de eingereicht werden. Mit einer zusätzlichen etwa zweiminütigen Videobotschaft erhöhen Bewerber ihre Chancen, die Jury und anschließend die Internet-Community für sich zu begeistern. Kreativität wird belohnt: Dem Gewinner der Aktion winkt im neuen Jahr ein kostenloser vierwöchiger Trip in die Dominikanische Republik und damit die Eintrittskarte zu einer unvergesslichen Erfahrung.

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Costa Rica: Auf der Suche nach Öko Rica

Mit seinen Vulkanen und Feuchtgebieten, Urwäldern und Stränden hat sich Costa Rica zu einem Zentrum des Umwelttourismus entwickelt.

Ein pelziger Hintern! Mehr ist nicht zu sehen von dem Zweifingerfaultier. Mit einem ausgedehnten Mittagschlaf wird es seinem Namen gerade gerecht. Wenn es sich doch einmal bewegt, dann nur in Zeitlupe, schließlich lebt es mit gedimmter Körpertemperatur. Selbst die Horde Touristen unter dem Urwaldbaum, die das Tier mit beharrlichem Pfeifen und Schnalzen aus seiner Lethargie zu wecken versuchen, gibt schließlich enttäuscht auf.

Zum Glück gibt es im Ecocentro Danaus in La Fortuna noch mehr Tiere zu erleben: Nasenbär, Costa Rica, Mittelamerika | Costa Rica, Central AmericaAras und Kaimane, Pfeilgiftfrösche und blaue Morphofalter, Leguane und Kammschnabelreiher bevölkern den kleinen Streifen Wald des privaten Schutzgebietes. Vor gut zehn Jahren kauften junge Umweltaktivisten hier ein brachliegendes Stück Land, um darauf bedrohte Baumarten zu züchten. Inzwischen verteilen sie jedes Jahr bis zu 100.000 Bäume im ganzen Land.

„Es gibt einen starken Bewusstseinswandel in Costa Rica“, sagt Aktivistin Xenia Vargas. „Leider setzt er sich nur sehr langsam im Handeln vieler Menschen um.“ Sie konzentriert sich daher mit ihren Partnern auf Erziehungsarbeit. Inzwischen schicken viele Familien ihre Kinder zum Praktikum zu ihnen. Die Umweltschützer wollen deshalb sogar eine eigene Schule bauen. „Wenn nur nicht alles so langsam ginge“, seufzt Xenia.

Ökozentrum  am Fuße des Vulkans Arenal

Das Ökozentrum befindet sich an einem der spektakulärsten Orte Costa Ricas, direkt am Fuß des hochaktiven Vulkans Arenal. Die Besucher des Dorfes La Fortuna erleben den Berg von seiner Schokoladenseite: Dichte Wälder überziehen den ebenmäßig geformten Kegel. Darüber steht wie festgemeißelt die Rauchfahne aus seinem Krater am Himmel.

Wenn man den Arenal jedoch umrundet, stößt man auf seine Schattenseite, mit vom Feuer verbrannten Hängen und erkalteten Lavaströmen. 1968 schleuderte der 1.633 Meter hohe Vulkan Asche, Felsbrocken und Lava in die Luft, nachdem er zuvor 400 Jahre lang geruht hatte. Seitdem ist der Arenal nicht mehr zur Ruhe gekommen, brummelt und brodelt vor sich hin, stößt Lava und Gestein aus.

Dank ihrer Nähe zum Vulkan ist die Gemeinde La Fortuna in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen – ebenso wie die Angebote für den umweltbewussten Reisenden. Es gibt Ökolodges und Ökofarmen, Ökoabenteuer und Ökotouren. Das ganze Land setzt auf Umwelttourismus als Einnahmequelle. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden zwei Dutzend Nationalparks gegründet. Fast ein Drittel Costa Ricas steht inzwischen unter Schutz.

Alles Öko?

Doch der Boom hat auch seine Schattenseiten: Wo „Öko“ draufsteht, ist nicht immer Umweltschutz drin. Zum Beispiel rund um das Caño Negro Naturschutzgebiet, wo man mit dem Boot durch eine scheinbar intakte Flusslandschaft fährt. Aber schon wenige Meter vom Ufer entfernt erreicht man den Rand des vermeintlichen Urwaldes: Die Natur entlang des Flusses bildet nur eine Kulisse für die Ausflugsboote.

In manchen Landesteilen wird immer noch hemmungslos geholzt. Und die Hotelindustrie schließt einen immer engeren Gürtel um manchen Nationalpark – nicht selten unter einem Öko-Label. Umso bedeutender ist die Rolle engagierter Umweltschützer, die auf die Mängel aufmerksam machen. Menschen wie Juan Bautista Castro, der in La Fortuna eine kleine, ökologisch bewirtschaftete Farm gegründet hat.

Mit ausladenden Gesten und pathetischen Worten führt der Biobauer über seine Finca. Dann zieht er eine riesige Machete aus dem Lederköcher an seiner Hüfte. Singend fährt die Klinge in den Stamm einer Yuca-Pflanze. Ein Ruck, und Castro hält ein Bündel brauner Knollen in der Hand: Maniok-Wurzeln, eines der Hauptnahrungsmittel der „Ticos“, wie die Einwohner Costa Ricas heißen.

„Bald ernährt die Farm unsere ganze Familie“, sagt Castro und lässt den Blick über das blühende Land schweifen, das er innerhalb der vergangenen Jahre geschaffen hat. Zuvor hatte er als Lehrer gearbeitet und seinen Schülern Umweltschutz gepredigt. Doch dann beschloss er, Nägel mit Köpfen zu machen: Er kaufte 8000 Quadratmeter Weideland und begann mit ökologischem Landbau: Kakao, Kaffee, Mais, Melonen.

Eifrig wirbelt Castro über seine Felder, zeigt den Besuchern, wie er dank seiner Anbautechniken den Nahrungsbedarf einer Großfamilie decken will. Trägt einer Touristin Lippenstift und Rouge aus der Rinde eines Tropenbaumes auf. Presst aus seiner Zuckerrohr-Mühle frischen, schäumenden Saft zum Kosten. Zum Abschluss wartet ein costaricanisches Festmahl – alles „Bio“ natürlich.

Der Arenal grummelt

Am Abend wandern wir zu einem erkalteten Lavastrom am Fuß des Arenal. Unterwegs tummeln sich Nasenbären in der Hoffnung auf einen Keks oder ein Stück Brot, umlagert von ihren zweibeinigen Fans. Frisches Grün wechselt sich mit scharfkantigem Vulkangestein. Während links des Weges düstere Wolken den schwarzen Berg umkränzen, schimmert rechts die untergehende Sonne im Wasser des Arenal-Sees.

Vulkan Arenal, Costa Rica, Mittelamerika | Costa Rica, Central America

Nach Sonnenuntergang findet hier ein Happening der besonderen Art statt. Alle kommen: Familien mit Kindern und amerikanische Teenies in Flip Flops, Männer mit Trekkingboots und Panamahüten, Russen mit Limousine und Chauffeur, Gruppen rüstiger Rentner. Gespannt stehen alle am Fuße des Berges – und warten.

Plötzlich donnert und grummelt es laut, gefolgt von einem Prasseln. Ein rotes Feuerband zieht sich den steilen Rücken des Vulkans herab, ein paar Bäume gehen in Flammen auf. Dann wieder Stille bis zur nächsten Mini-Eruption. Auch das Plappern und Plaudern der Zuschauer verstummt irgendwann angesichts der Machtdemonstration des Berges – hier hat die Natur noch das Sagen.

Oliver Gerhard

Kuba: Auf leeren Straßen durch den Westen der Zuckerinsel

Fidel Castro war ein Mann der Visionen. Die breiten Autobahnen, die Havanna mit den großen Städten im Osten und Westen der langgestreckten Insel verbinden, könnten täglich problemlos einige Hunderttausend Autos verkraften. Davon hat er zumindest mal geträumt. Aber durch Embargo und Benzinmangel bleiben die sechs- und achtspurigen Betonpisten gespenstisch leer.

So tummeln sich mehr Radfahrer und Pferdefuhrwerke auf den Schnellstraßen als Autos, Lastwagen und Busse. Der private und öffentliche Verkehr ist auf der Zuckerrohrinsel schon lange zusammengebrochen. Im Schatten der Brücken warten die Kubaner geduldig auf eine Mitfahrgelegenheit. Sie hoffen auf einen altersschwachen Bus, einen rostigen Lastwagen mit offener Ladefläche oder einen der wenigen Mietwagen. Niemand weiß, wann eine dieser wackligen Stützen des öffentlichen Transports vorbeikommt. Kubanischer Alltag mehr ein halbes Jahrhundert nach der Revolution. „Die Massen müssen spüren, dass die Grundlage für Wunder existiert“, hat der Comandante einmal gesagt. Die Kubaner warten immer noch auf das ein oder andere Wunder, auch wenn der große Fidel schon seit einiger Zeit nicht mehr an der Macht ist.

Ein grünes Paradies

Auf dem Weg in den Westen Kubas, wird es jenseits der Drei-Millionen-Stadt Havanna schnell ländlich. Am Horizont erstreckt sich eine sanft gerundete Bergkette, davor liegen endlose Zuckerrohr- und Tabakplantagen. Kuba ist eine von der Natur verwöhnte, üppig grüne und fruchtbare Insel. Nahe der Straße zwischen Havanna und Pinar del Rio liegt das kleine Städtchen Soroa an den Ausläufern der Sierra del Rosario. Hier hat der Spanier Tomas Felipe Camacho in den 1950er Jahren einen riesigen Orchideengarten angelegt. An dem steilen Berghang wachsen tropische Bäume, Bromelien und Begonien und ungefähr 700 verschiedene Orchideenarten. Etwa 200 dieser Orchideen kommen nur auf Kuba vor.

Besonders lohnend ist der Besuch des Orquideario zwischen November und April, wenn die meisten Pflanzen in voller Blüte stehen. Nicht weit vom Orchideengarten führt ein kurzer, aber schweißtreibender Pfad zum Wasserfall El Salto. Aus der dichten, tropischen Vegetation schießen die Wassermassen hervor, stürzen ungefähr 20 Meter in die Tiefe und sammeln sich in einem felsigen Becken. Das kühle und kristallklare Wasser am Fuße des Wasserfalls ist bei den Kubanern ein beliebter Badeplatz.

Biosphärenreservat Soroa

Einst gehörte fast die gesamte Gegend Don Ignacio Soroa, der hier eine florierende Kaffeeplantage betrieb. Nach Ende des Kaffeebooms wurde Soroa vor 15 Jahren von der UNESCO wegen der einmaligen Flora und Fauna zum Biosphärenreservat erklärt. Seit einigen Jahren versuchen die Kubaner in dem Biosphärenreservat und der Sierra del Rosario den ökologischen Tourismus zu fördern. Zentrum dieser Bemühungen ist der Komplex Las Terrazas mit dem Moka Hotel. Das Hotel liegt inmitten der tropischen Vegetation und wirkt mit den Schatten spendenden Arkaden und den geschnitzten Geländern und Fenstergittern wie eine luxuriöse Dschungel Lodge. Die nach allen Seiten offene Bar ist um einen alten Baum gebaut und eine angenehm luftige Oase in dem feuchtheißen Klima. Vom Hotel kann man auf verschiedenen Wanderwegen wie dem Buenavista Coffee Plantation Trail die Umgebung erkunden.

Ein verschlafenes Nest

Die Provinzhauptstadt Pinar del Rio liegt ungefähr 200 Kilometer von Havanna entfernt und ist das Zentrum von Kubas Westen. Trotz seiner gut 130.000 Einwohner wirkt die Stadt wie ein verschlafenes Nest. Da sie keine spektakulären Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, kann man gemütlich über die Hauptstraße schlendern und ein wenig am Alltag der Einheimischen Teil nehmen. Eine ganze Schulklasse tobt in dem kleinen Park vor der strahlend weißen Kirche herum und freut sich über die Abwechslung, die jeder Fremde bringt. Albern, aber auch stolz, versuchen sie, mit ihren paar Brocken Englisch den Kontakt herzustellen. Ansonsten verströmt die Stadt Ruhe und Gelassenheit. Ein paar Fußgänger und Radfahrer teilen sich friedlich die Straße mit den wenigen uralten Autos. Rush-Hour wird in Pinar del Rio wohl noch für lange Zeit ein Fremdwort bleiben. Bemerkenswert ist die Architektur der Stadt. Fast jedes Haus hat ein weit heruntergezogenes Vordach, das von mehreren Säulen gestützt wird. Als ob alle eine stille Übereinkunft getroffen haben, ist Blau die vorherrschende Farbe. Oft sind es kleine, ärmliche Häuser mit verwitterten Dachziegeln, die zu dieser fast lückenlosen Arkadenreihe beitragen. Dazwischen gibt es aber immer wieder stattliche Gebäude, die sich mit einer klassisch-griechischen Säulenreihe schmücken. Neben dem obligatorischen Blau fallen die goldenen Kapitelle sofort ins Auge.

Die Mural de la Prehistoria

Von Pinar del Rio geht es in Richtung Norden zum Valle de Vinales. Schon von Ferne fallen seltsame Bergrücken ins Auge, die Mogotes. Zwischen den beiden Bergmassiven, der Sierra de los Organos im Westen und der Sierra del Rosario im Osten erinnern sie an riesige, grüne Elefantenrücken. Diese stark verwitterten und dicht bewachsenen Kalksteinfelsen prägen eine der eindrucksvollsten Landschaften Kubas. Zuvor staunen wir aber noch über ein seltsames Kunstwerk: Die Mural de la Prehistoria. In den 1960er Jahren hat der Künstler Leovigildo Gonzales Morillo eine ganze Felswand von Pflanzen gesäubert und ein 120 Meter hohes und 180 Meter breites Monumentalgemälde geschaffen. Mit seinen plakativ bunten Figuren wollte er die Evolutionsgeschichte des Menschen darstellen. Biologisch ist seine Geschichte nicht ganz korrekt, denn sonst müssten unsere direkten Vorfahren riesige Schnecken und Dinosauriern sein. Die Erkenntnisse Darwins sind wohl der künstlerischen Freiheit zum Opfer gefallen.

Die Mogotes im Valle de Vinales

Das Hotel Los Jazmines liegt auf einer kleinen Anhöhe mit einem atemberaubenden Blick auf die Mogotes und das Valle de Vinales. Stundenlang kann man auf der Terrasse sitzen, den rosafarbenen Kolonialbau und den Pool im Rücken, und beobachten, wie sich die Landschaft mit dem Sonnenstand verändert. Schon für diesen Ausblick hätte das Hotel mindestens fünf Sterne verdient. Frühaufsteher werden mit den schönsten Lichtstimmungen belohnt. Dann wirken das Tal und die Mogotes wie eine chinesische Tuschezeichnung, die alle paar Minuten neu gemalt wird. Im fahlen Morgenlicht kriecht Nebel über den Talboden und hüllt alles ein. Nur die Spitzen der Palmen ragen aus der weißen Watte heraus. Dann wird der Nebel lichter und enthüllt immer mehr vom Tal. Tabakpflanzungen, rote Erde und ein paar Schuppen tauchen auf. Lautlos ziehen die Truthahngeier ihre Kreise, lassen sich von den Aufwinden am Hang tragen und kommen dabei so dicht heran, dass man ihnen in die Augen schauen kann. Dann gewinnt die Sonne immer mehr Kraft und zerstört das monochrome Bild. Das Grün der Vegetation wird kräftiger, die tief stehende Sonne steuert jetzt kräftige Gelbtöne bei. Ewig könnte man hier sitzen und die vielleicht schönste Landschaft Kubas genießen.

Christian Nowak

Panama: Bunte Kostüme und schöne Frauen

 

Karneval in Panama

Karneval in Panama

Bunte Umzüge, ausgelassen feiernde Menschenmengen und sexy Karnevalsköniginnen – all das kann man nicht nur in Rio de Janeiro erleben. Auch beim Karneval in Panama geht es hoch her.

Als Karnevalshochburgen gelten in Panama die Hauptstadt sowie einige Ortschaften auf der Halbinsel Azuero, die für traditionelle Brauchtümer und Festivals bekannt ist. Besonders bekannt sind die Feierlichkeiten in der Kleinstadt Las Tablas, die rund fünf Autostunden südwestlich von Panama Stadt gelegen ist. Hier teilen sich die Bewohner in zwei konkurrierende Parteien, die sich gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. Das ganze Jahr über stecken sie in den Vorbereitungen, die schließlich in Straßenumzügen mit reich dekorierten   Paradewagen ihren Höhepunkt finden. Mit Wasser gefüllte Tankwagen, so genannte „Culecos“, sorgen für nasse Erfrischung. „Tunas“, Gefolgsleute der Umzugswagen, und „Murgas“, trompetende Musikgruppen, unterhalten das tosende Publikum. Wer abends noch nicht genug hat, bleibt, um die Wagen mit den Karnevalsköniginnen zu bestaunen, oder zieht in Open-Air Clubs und Discotheken, wo bis in die frühen Morgenstunden weitergetanzt wird.


Info:
www.visitpanama.com