Mit 6237 Fotos in fünf Minuten um die Welt

Kien Lam war 343 Tage unterwegs, hat 17 Länder besucht und 6237 Fotos gemacht. Schauen Sie sich die Höhepunkte seiner Reise  in knapp fünf Minuten an.

USA: SanDiego – West Coast und Lebenslust

Coronado Beach -Courtesy Brett Shoaf

Coronado Beach © Brett Shoaf

San Diego im Süden Kaliforniens besticht mit Traumstränden, viel Grün und einem sehr entspannten Lebensgefühl.

Wir sind in einem Lokal in North Park, einem angesagten Viertel von San Diego, verabredet. Mittags um halb eins. Bevor wir loslegen können, braucht der Mann, der mir mit Jeans, Karohemd und kurz gestutztem Backenbart gegenüber sitzt, aber erst einmal ein Frühstück. Er bestellt einen Burger mit Speck, einen großen Kaffee – ein kleines Bier. Dann plaudert Josh Damigo, Gitarrist und Singersongwriter, über die Musikszene in seiner Heimatstadt San Diego, erzählt von der Zeit vor zehn Jahren, als er mit seinen ersten selbstkomponierten Songs landauf, landab durch Kalifornien tingelte.

Josh Damigo

Local heroe Josh Damigo ©Susanne Kilimann

Der Konkurrenzdruck in Los Angelos habe ihm zu schaffen gemacht, sagt der 32jährige „In L.A. kann es passieren, dass du spielst und anschließend herrscht eisiges Schweigen im Raum.“ In San Diego habe er so etwas nie erlebt. „Hier helfen dir Kollegen, klopfen dir auf die Schulter, spornen dich an. Und das Publikum applaudiert immer. Selbst wenn es von deiner Musik nicht so begeistert war.“
Das entspannte Miteinander spürt man nicht nur in Damigos Branche. In der Millionenstadt nahe der Grenze zu Mexiko gehe man das Leben „laid back“, also zurückgelehnt, an, hört man allenthalben. Hier fühle sich selbst der Alltag immer ein bisschen wie Urlaub an. Dass das so ist, hat wohl in erster Linie mit dem ganzjährig milden Klima und mit den traumhaften Stränden zu tun, von denen es entlang der 110 Kilometer langen Küste von San Diego County Dutzende gibt.

Pacific Beach_Courtesy Brett Shoaf

Pacific Beach © Brett Shoaf

Feinsandige Bade- und Surfparadiese liegen quasi vor der Haustür. Black’s Beach, Cadriff Reef, Swami’s – das sind nur einige der Hotspots, an denen Surfer rund ums Jahr die Wellen reiten. Andere zieht es zu weniger adrenalinlastigen Aktivitäten an die Strände von La Jolla und anderen Vierteln der Stadt. Man kommt zum Joggen oder zum Yoga an den Strand, geht spazieren, schaut den Walen und Delfinen zu, die sich hier, vor der südkalifornischen Küste tummeln, trifft Freunde zum Beach Barbecue oder kommt, wie Josh Damigo, am liebsten nachts, um unterm Sternenhimmel auf der Gitarre zu klimpern und vielleicht ein Lied zu komponieren.
Natürlich verdienen auch in San Diego die wenigsten das Geld am Strand. Die großen Geschäfte werden Downtown gemacht. Vor allem Unternehmen der Kommunikations- und Biotechbranche haben sich in den letzten Jahrzehnten in der südkalifornischen Stadt angesiedelt, haben ihre Büros in den Glastürmen der City. Auf relativ kleiner Fläche konzentrieren sich sämtliche Wolkenkratzer. An die hochaufragende City schließen niedrig bebaute Wohnviertel an. South Park zum Beispiel, das mit kleinen Holz- oder Ziegelhäusern, Vorgärten und Straßenbäumen beschaulich wirkt. Oder North Park, wo sich in jüngster Zeit immer mehr kleine Läden auf Hand- und Hausgemachtes spezialisieren.

Little Italy Diners -Courtesy Joanne DiBona SanDiego.org

Little Italy ©Joanne DiBona

Selbstgenähte Mode, Schokolade mit Zutaten aus biologischem Anbau, Schmuck aus Recyclematerialien – Nachhaltiges ist in North Park total in.
Coronado, eine Insel, die sich von Downtown aus über eine hohe Brücke in wenigen Autominuten erreichen lässt, ist ein Wohnort der Besserverdienenden. Der breite, feinsandige Coronado Beach gilt als einer der schönsten des Landes. Zum Baden kann jeder kommen. Um „Hotel del Coronado“ zu logieren, braucht es schon ein etwas größeres Budget. Als das Luxushotel – eine Art Märchenschloss im viktorianischen Stil, mit Türmchen und Veranden – 1888 seine Türen öffnete, zog es sogleich den amerikanischen Geldadel an. Die Reichen kamen, um den strengen Wintern an der Ostküste zu entfliehen. Bald reihten sich auch Leinwandstars und US-Präsidenten in die illustre Gästeschar ein. Hollywood-Regisseuren gefiel das „Del“ auch als Kulisse. Am prominentesten hat Billy Wilder das Hotel am silberweißen Strand auf die Leinwand gebracht. Er drehte hier seine Komödie „Manche mögen’s heiß“ mit Marylin Monroe.
Heute geht es in dem 900-Zimmer-Haus eher lässig zu. Gäste schlendern mit Badelatschen und Shorts durch die vornehme Lobby und selbst im feinsten Hotel-Restaurant ist man zum Dinner in legerem Freizeitlook völlig korrekt gekleidet. Die Promi-Dichte ist nicht mehr so hoch wie einst, Berühmtheiten checken aber heute noch ein. First Lady Michelle Obama und die Töchter haben auch schon Urlaubstage im „Del“ verbracht.
Man könnte ohne weiteres jeden Tag am Strand verbringen, doch locken noch etliche andere Attraktionen.

Pandas im Zoo von San Diego ©San Diego Zoo

 

Eine davon ist San Diegos Zoo. Mit über 3700 Tieren und 650 Arten ist er einer der größten der Welt – und einer der besten. Besucher spazieren zwischen hohen Pflanzenwänden wie auf Dschungelpfaden, Affen, Zebras, Tiger & Co streifen durch große, naturnah gestaltete Gehegen. Dass sie sich wohlfühlen, lesen Zoologen an den Zuchterfolgen ab. Sogar bei den Pandas, die sich mit der Fortpflanzung im Tierpark gemeinhin schwertun, konnte San Diego schon mehrfach Nachwuchs vermelden.
Als grüne Lunge, botanischer Garten und Spielplatz für Golfer präsentiert sich der fast fünf Quadratkilometer große Balboa Park. Er wurde 1868 auf einem Hügel nördlich der Innenstadt angelegt. Zur Weltausstellung anlässlich der Eröffnung des Panamakanals im Jahr 1915 ließen die Planer Ausstellungsgebäude mit üppigen Barockfassaden in den Park setzten.

_Balboa Park Courtesy Museum of Man

Balboa Park ©Museum of Man

Noch heute wirkt das einstige Expo-Gelände wie eine fantastische Stadt in der Stadt, beherbergt rund ein Dutzend Museen und ist beliebte Fotokulisse.
Tief in die kalifornische Geschichte taucht man in Old Town San Diego ein. Das Gebiet zwischen Mission Valley und Mission Bay gilt als Geburtsstätte des 31. US- Bundesstaats. Hier wurde 1769 die erste von 21 Missionarsstationen an der kalifornischen Küstengegründet. Um diese christlichen Niederlassungen herum entstanden Siedlungen, die sich im Laufe weniger Jahrzehnte zu den großen Städten des amerikanischen Westens entwickelten. im alten Schulhaus, im Sheriffmuseum, im Drugstore Wild-West-Atmosphäre schnuppern, bei Kunsthandwerkern nach Souvenirs stöbern und den Köchinnen zuschauen, die virtuos mit hauchdünnen Teigfladen hantieren.
Während sich Touristen in Old Town Tortillas schmecken lassen, füllen sich anderswo in der Stadt die Bierlokale. Bier ist Kultgetränk in San Diego. Für Sortenvielfalt sorgen fast 100 Mikrobrauereien. Eine davon gehört Mike Hess, einem Selfmademan mit deutschen Wurzeln. Wie man Bier braut, das habe er sich im Internet angelesen und die ersten Brauversuche dann in der Küche gemacht, erzählt der ehemalige Soldat. Heute hat er sechs Angestellte, die vor den Augen der Kundschaft „Orange Honey Wheat“, „Vienna Cream Ale“ und „German Style Kölsch“ brauen. Kinder und Hunde sind sehr willkommen in dem lichtdurchfluteten Lokal. Für die einen hält der Wirt die guten alten Brettspiele bereit, für die anderen gibt’s Hundekekse an der Bar.
Nächte können kurz werden in Kaliforniens südlichster Stadt. Das historische Gaslamp Quarter mit den viktorianischen Klinkerbauten ist seit jeher Vergnügungsviertel und lockt noch immer mit Theatern, Konzerthäusern und gemütlichen Pubs. Auch Little Italy mit seinen durchgestylten Restaurants und den vielen Straßencafés ist ein quirliger Ausgehkiez. Allabendlich öffnet hier das Casbah die Tore. Seit Jahrzehnten gibt der Musikclub Newcomern der Rock- und Popszene eine Bühne. Natürlich rockt nicht jede Band den Laden, sagt Clubbetreiber Tim Mays. Ganz ohne Applaus musste aber auch hier noch keiner von der Bühne gehen.

Susanne Kilimann

Kanada: Fernie – Am Powder-Highway sind die Bären los

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Es war die wohl absurdeste Szene der ganzen Saison. Als ein Bergwachtler in Fernie am Ende der Saison die Pistenmarkierungen einsammelte, lief ihm plötzlich ein Grizzly über den Weg. Der Bär setze sich in den Schnee, hob die Tatzen und schlitterte den Hang hinab.

Grizzlybären haben eine verdammt gute Nase. Anscheinend auch für Skigebiete. Der Grizzly, der vor einigen Jahren einen Ski-Patroler in British Columbia (BC) fast zu Tode erschreckt hat, wusste jedenfalls ganz genau, wo man richtig Spaß im Schnee hat: in Fernie, dem Tor zum Powder-Highway mit seinen legendären Heliskiing-Lodges von Canadian Mountain Holidays (CMH).

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„Der Bär hatte offenbar Riesenspaß und auch einen guten Riecher dafür, wo die besten Abfahrten sind“, scherzte der Ski-Patroler. Einen ähnlich guten Riecher für ideale Hänge hat auch Heiko Socher, ein großer deutscher Ski-Pionier in Fernie. Der weit über 80 Jahre alte Deutsche legte den Grundstein für eines der besten Skigebiete der Welt. In Europa ist das Minenstädtchen am Fuße der beeindruckenden Lizard-Felswand zwar bei Weitem nicht so bekannt wie Whistler oder Banff und Lake Louise, „dabei haben wir alles, was zu einem grandiosen Skiresort gehört“, sagt Heiko.

Ende der 1960er kam der Auswanderer nach Fernie und erkannte sofort das Potenzial des Gebiets im Südosten British Columbias, das pro Saison im Durchschnitt mehr als elf Meter Schnee abbekommt. Der studierte Forstwirt musste zunächst viel für seinen Traum opfern. Er gab seinen Job auf, begann Schneisen für Pisten zu schlagen und baute die ersten Lifte und Gebäude an der Talstation. Mit seiner Frau Linda eröffnete der gebürtige Berliner eine Skischule und einen Ski-Shop mit Verleih.

Fernie wurde als Familienbetrieb groß. Linda und Heiko führten das Skiresort 25 Jahre gemeinsam, bis sie es 1997 an die Gesellschaft Resorts of the Canadian Rockies (RCR) verkauften. Der Konzern des kanadischen Öl-Milliardärs N. Murray Edwards aus Calgary pumpte viel Geld in das Resort und verwandelte Fernie in ein Weltklasse-Skigebiet. Neue Lifte entstanden, die 142 Pisten bedienen und den Zugang zu über 1000 Hektar befahrbarem Gelände ermöglichen. Die Pionierleistung von Heiko aber bleibt unvergessen. Die Menschen in Fernie bewundern den unermüdlichen Selfmademan, der vor kurzem noch mit eigenen Händen ein historisches Gebäude auf der Rückseite der Main Street restaurierte.

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„Heiko ist schon jetzt eine Legende“, sagt Shawn Clarke, ein zugezogener Backcountry-Guide aus Ostkanada. Seit 18 Jahren lebt er in Fernie. Er schwelgt noch immer gerne in den Erinnerungen an die alten Zeiten: “Heiko sammelte damals persönlich den Müll auf dem Parkplatz ein, brachte die Dosen zum Recycling. Auch als Besitzer des Skiresorts war er sich für nichts zu schade“, erzählt Shawn.

Shawn ist Experte für steile Tiefschneehänge – und Fernie ist für eben diese besonders bekannt. „Die steilsten Hänge haben wir unter dem Polar Peak“, berichtet Shawn im Polar Peak-Sessellift, auf dem Weg zum höchsten Punkt des Skigebiets auf 2134 Metern. Fast alles hier oben ist „Double Black“, die schwierigste Pisten-Kategorie in Nordamerika.

In Kanada kann man, anders als in Europa, innerhalb des Skigebiets überall fahren, auch im Wald. Im Sommer wird immer wieder ausgelichtet, damit die Bäume beim „Tree-Skiing“ für den Naturslalom im perfekten Abstand zueinander stehen. „Wer sich auskennt, findet auch Tage nach dem letzten Neuschnee noch unverspurte Flächen“, verspricht Shawn. Die Wälder in der Timber Bowl, der Currie Bowl und den tieferen Lagen der Lizard Bowl sind erstklassig. Wer auf der Suche nach offenen Steilhängen ist, geht in das Lieblings-Areal des Grizzlys, in die Cedar Bowl, hoch hinauf an den Polar Peak oder in den oberen Teil der Lizard Bowl.

IMG_8837-Fernie-Fotos. Die Frau auf den Fotos ist die Autorin Brigita Krieger - der Mann dieser Shawn Clarke aus der Story.’

Fernie ist was für gute Skifahrer, sie werden von dem Ski-Ort regelrecht angezogen. Die Schickimicki-Fraktion ist da völlig fehl am Platz. Entsprechend locker geht es in den Kneipen und Restaurants zu. Fernie ist deutlich günstiger als Banff oder Whistler, ohne schlechter zu sein. „Gourmets halten unser Yamagoya sogar für eines der besten Sushi-Restaurants in British Columbia“, erzählt Shawn. Auch die Steaks in der Fernie Cattle Company sind top. Die Après-Ski-Schuppen Griz Bar im Ski Village und das Brick House an der Main Street sind Skifahrern in ganz Kanada ein Begriff.

Fernie ist eine echte Ski-Town mit Seele und viel Charme. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Roadtrip auf dem sogenannten Powder Highway, der in BC einige der besten Skiresorts, Cat- und Heliskiing-Orte verbindet. In Sachen Heliskiing befinden wir uns in Fernie in einer der legendärsten Gebiete Kanadas.

Hans Gmoser hat das Heliskiing in Golden, der Wiege der luxuriösesten Form des Skifahrerns, im Jahr 196 erfunden und sich mit seiner Firma Canadian Mountain Holidays (CMH) die Rosinen rausgepickt. Einige der besten Heliskiing-Areale in den Rocky Mountains konnte er sich sichern. Der Österreicher baute mit der Bugaboos Lodge die weltweit erste Heliskiing-Lodge mitten in die unberührte Wildnis „Die Bugaboos sind unser am besten erschlossenes Gebiet“, sagt Lodge-Manager Dave Cochrane. Die Purcell- und Selkirk-Mountains bieten ein beeindruckendes Panorama und herrliche Bedingungen zum Heliskiing. Die riesigen Gletscher werden von mächtigen Gipfeln eingerahmt und bieten zwischen 1370 und 3050 Meter schier unendlich viel Gelände. Ob bei der Herausforderung Tree-Skiing oder bei Genussabfahrten auf den breiten Gletschern, die Suchtgefahr ist enorm. Einer Gruppe von nur 44 Skifahrern steht ein Areal von 1053 Quadratkilometern zur Verfügung. Maximal elf Gäste bilden eine Helikopter-Gruppe.

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Sicherheit gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Lodge-Betreiber. Noch bevor es die erste Mahlzeit gibt, geht es zum Sicherheitstraining. In den Heli ein- und aussteigen, das Verhalten im Notfall, alles wird detailliert besprochen und geübt. Doch auch trotz der höchsten Sicherheitsstandards, wie sie bei CMH und den anderen kanadischen Heliskiing-Anbieter üblich sind, das Restrisiko eines Lawinenabgangs aber bleibt immer bestehen. Jeder Teilnehmer muss das Verhalten nach einem Lawinenabgang verinnerlicht haben, sonst ist die Gefahr für die gesamte Gruppe zu hoch.

Bereits am Anreisetag beginnen die Teilnehmer sich mit dem Terrain und dem Heli vertraut zu machen und können sich auf kurzen Runs einfahren, um gewappnet zu sein für das große Abenteuer Heliskiing. Die ersten Schwünge im knietiefen Schnee sind für viele noch ungewohnt, auch wenn die kostenlos bereitgestellten Powderlatten den Tanz durch den Pulverschnee enorm vereinfachen. Mit den breiten „Fat Ski“ schwimmt man förmlich auf dem Schnee auf.

Wer in den wahren Genuss des Heliskiing kommen will, sollte mindestens drei Tage in der Lodge einplanen. Bei den meisten hat sich nach dem zweiten Tag die Nervosität erst so richtig gelegt, die ungewohnt breiten Ski gehorchen immer besser und die Schwünge werden rhythmischer. „Mit diesen Brettern ist das Fahren purer Genuss“, sagt Edgar Isermann. Der ehemalige Richter ist nicht zum ersten Mal beim Heliskiing in Kanada, doch nach jedem Run ist er immer wieder fasziniert. „Der Schnee macht süchtig. Mit jedem Schwung tauchst du ein wie in ein Daunenbett“, berichtet Isermann. Allein die Flüge im Helikopter seien schon fantastisch. „Und wenn einen der Heli dann auf einem Gipfel irgendwo im Nichts absetzt, wieder wegfliegt und dann plötzlich absolute Stille herrscht, ist das schon unvergesslich“, erzählt der 68-Jährige.

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Exklusiver als Heliskiing geht es kaum, zumindest nicht im Wintersport. Je kleiner die Lodges und je kleiner die Gruppen sind, desto größer ist der Spaß. „Das Grandiose beim Heliskiing ist, dass du auch Tage nach dem letzten Schneefall immer noch jede Abfahrt im unberührten Powder fahren kannst“, erklärt Powder-Guide Shawn. Er hat in Fernie schon hunderte Heliskiing-Novizen fit gemacht für ihr großes Abenteuer. Shawn ist nicht verwundert darüber, dass so viele Europäer nach Kanada kommen zum Skifahren. “Der trockene Pulverschnee, das Heliskiing und dieses riesige Land mit so wenigen Menschen und so viel unberührter Natur“, listet der Skilehrer auf. Und auch die Tiere dürfen in dieser Liste nicht fehlen. In Fernie findet man Elche, Rehe, Stachelschweine, Füchse und mit ganz viel Glück auch mal einen Grizzlybären.

Text: Lukas Scheid und Brigita Krieger
Fotos: Bernhard Krieger

Kanada: World Pride in Toronto. Stolz aufs Anderssein als Botschaft

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Im Gedenken an den Aufstand Homosexueller gegen Polizeiwillkür und Diskriminierung in der New Yorker Christopher Street im Juni 1969 feiern heute Schwule, Lesben und Transgender in der ganzen Welt ihr Anderssein mit Parties und Paraden. An diesem Wochende (19./20. Juli) etwa in Bielefeld, Frankfurt, Leipzig, München, Rostock, Trier, am nächsten Wochenende (26./27. Juli) unter anderem in Braunschweig, Duisburg, Mainz und Stuttgart, am ersten Augustwochenende in Bonn, Essen, Hamburg, Nürnberg, Ulm, Wiesbaden (weitere Termine unter www.queer-travel.net).

Als eine der homofreundlichsten Städte der Welt gilt Toronto. Als Gastgeberin des World Pride 2014 (vom 20. bis 29. Juni) hat die kanadische Multikulti-Metropole diesem Ruf alle Ehre gemacht. Weltreisejournal-Autor Carsten Heinke war live dabei.#

C.Heinke, Toronto Pride

Bäcker färben ihre Kekse bunt, Floristen ihre Blumen. Textilgeschäfte hängen ihre Sachen dem Farbenspektrum nach. Der CN-Tower wird nachts damit beleuchtet. Regenbogen, so weit das Auge reicht. Als Fahne, auf Plakaten, Werbetafeln, T-Shirts, Kinderwagen… Selbst im Schaufenster des Kebab-Ladens wirbt das internationale Symbol der Homosexuellen für Toleranz und sexuelle Freiheit.
Wenn die Schwulen und Lesben in Kanadas größter Metropole allsommerlich ihren Pride feiern, feiert mittlerweile die ganze Stadt. In diesem Jahr kamen besonders viele Gäste, denn Torontos 34. Gay-Festival war zugleich der vierte „World Pride“, der nach Rom (2000), Jerusalem (2006) und London (2012) erstmalig in Amerika stattfand. Weit über eine Millionen Besucher zählte das zehntägige Mammut-Event Ende Juni in Toronto. Ermöglicht wurde es durch eine starke politische Lobby, zahlreiche Sponsoren sowie mehr als 2.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.
C.Heinke, Toronto Pride „Kanada gehört seit langem zu den homofreundlichsten Ländern der Welt. 2005 war es nach den Niederlanden, Belgien, dem US-Staat Massachusetts sowie Spanien weltweit einer der ersten Staaten, der die Ehe von Schwulen und Lesben gesetzlich erlaubte. Toronto, von dessen zweieinhalb Millionen Einwohnern mehr als 350 000 homosexuell sind, hat viel Erfahrungen mit schwul-lesbischer Alltagskultur“, weiß Michele Simpson von Tourism Toronto.
Seit vielen Jahren wirbt die Vielvölkermetropole mit dem Slogan „As gay as it gets!“ (etwa: „So schwul wie‘s geht!“) ganz gezielt auch um Touristen mit gleichgeschlechtlicher Lebensweise und setzt damit international Maßstäbe für eine offenere und tolerantere Gesellschaft.
„Toronto ist ein Vorbild in der Akzeptanz der Verschiedenartigkeit der Menschen“, sagte die in Hongkong geborene chinesisch-kanadische Stadträtin Kristyn Wong-Tam bei der Eröffnungszeremonie. Wie auch Ontarios Premierministerin Kathleen Wynne ist sie eine offen lesbisch lebende Politikerin, die die politische Forderung nach Gleichberechtigung durch ihr persönliches Vorbild unterstützt.

LGBTTIQQ2SA

Etwas zu gut gemeint war allerdings der eigens für den Torontoer World Pride kreierte, politisch absolut korrekt sein wollende Begriff für die Zielgruppen des Festivals: „LGBTTIQQ2SA“, bei dem sich selbst Frau Wong-Tam verhaspelte. Das unaussprechliche Konstrukt aus den Anfangsbuchstaben (bzw. -ziffern) der englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Transgender, Intersex, Queer, Questioning (für „drittes Geschlecht“), 2-Spirits und Allies (Verbündete) bestand den Praxistest nicht. Keiner der Rednerinnen und Redner brachte das verbale Monstrum fehlerlos und fließend über die Lippen.

Die Braut gibt der Braut das Jawort, der Bräutigam dem Bräutigam

Das Casa Loma ist Torontos Märchenschloss. Kein anderes Bauwerk in Kanadas größter Metropole steht bei Romantikern so hoch im Kurs wie dieser hundertjährige Bau mit seinen verspielten Mittelalter-Fassaden. Verliebte zieht er magisch an, scheint sie zu Treueschwüren zu ermuntern.C.Heinke, Toronto Pride

Wie so oft wird auch an diesem Bilderbuch-Sommertag im Casa Loma geheiratet. Doch diese Hochzeit ist anders – und das nicht nur, weil sich 110 heiratswillige Paare auf einmal das Jawort geben werden.
Sie tummeln sich im Garten, halten Händchen, küssen sich, spülen die sichtbare Aufregung mit Sekt hinunter. Sie tragen topmoderne oder altmodische Kleider, kurze Röcke, lange Hosen, Anzug oder Frack, in Weiß, Schwarz oder schreiend bunt. Auf Schritt und Tritt dabei: ein ganzer Pulk von Presseleuten. Statt ihnen auszuweichen, beantworten die Hochzeitskandidaten ihre Fragen und posieren bereitwillig für Zeitungsfotos.

C.Heinke, Toronto, im Park der Casa Loma
Das öffentliche Interesse ist gewollt. Denn hier haben sich nicht nur ungewöhnlich viele Paare aus aller Welt zu einer gleichzeitigen Vermählung zusammengefunden, sondern hier gibt – sofern sich die künftigen Eheleute einem Geschlecht zuordnen – die Braut einer anderen Braut das Jawort und der Bräutigam einem anderen Bräutigam.
„Unsere Hochzeit ist zugleich eine der größten Massentrauungen nicht-heterosexueller Paare. Es ist eine Botschaft an die Welt – insbesondere an die Länder, die ihren Menschen dieses Recht noch vorenthalten“, sagt die vor Freude strahlende Sydney Downey, eine junge Frau in weißem Hemd und Schottenrock. Mit ihrer Partnerin Laura Gillen, die ein klassisches weißes Brautkleid trägt, ist sie seit acht Jahren liiert.
Gleich werden die beiden Kanadierinnen ein Ehepaar sein – ebenso wie Colin Gunther und Richard Laslett aus Australien, Inae Lee aus Südkorea und Jenny Chang Ho aus Venezuela, Mareks Lindbergs aus Lettland und Felipe Mendes aus Brasilien und viele mehr. Zu den ältesten zählen der Frankokanadier Gerard Pouliot und der Tscheche Petr Rejcha, die sich vor 41 Jahren ineinander verliebten und seitdem ein Paar sind.

C.Heinke

Da alle unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen angehörten, wurde die Trauzeremonie von Vertretern zwölf verschiedener Religionsgemeinschaften vollzogen – neben christlichen auch jüdische, muslimische, buddhistische und sikhistische Geistliche sowie der Stammesälteste eines kanadischen Ureinwohnervolkes. Die Leitung hatte Dr. Brent Hawkes, Pfarrer an der Metropolitan Community Church of Toronto. Mit einer faktisch illegalen Hochzeitszeremonie für zwei gleichgeschlechtliche Paare im Jahre 2001 gehört der langjährige Schwulenaktivist im Priestergewand zu den Wegbereitern der Homoehe in Nordamerika.

Programm von Party bis Politik

Neben zahllosen Parties, Straßenfesten und Konzerten, Ausstellungen und Filmen bot das Programm des World Pride auch politische Inhalte. Auf einer Menschenrechtskonferenz, die in Kooperation mit dem Mark S. Bonham Zentrum für Studien zu sexueller Diversität an der Universität Toronto durchgeführt wurde, diskutierten politische Aktivisten, Juristen, Wissenschaftler und Politiker aus der ganzen Welt über die Rechte Homosexueller. Im Vordergrund standen dabei menschenverachtende Gesetze und alltägliche homophobe Gewalt – besonders in afrikanischen und arabischen Ländern sowie in Osteuropa, Russland und Zentralasien.

TorontoPrideKostuem-HEINKEAuch die drei großen Umzüge hatten mehr als bloßen Spaß im Sinn. Trans March, Dyke March und Grand Parade setzten unter dem Motto „Wir marschieren für die, die es nicht können“ Signale für die Rechte sexueller Minderheiten. Viel unterstützenden Jubel erhielten besonders die mutigen Vertreter aus Ländern, in denen Homosexualität mit Gefängnis, körperlicher Züchtigung oder gar mit dem Tode bestraft wird. Für berührende Momente sorgte etwa auch PFLAG, die Vereinigung von Eltern homosexueller Kinder mit Plakaten wie: „Ich liebe meinen schwulen Sohn!“

Mehr als 12.500 Teilnehmer und insgesamt 285 Motivwagen zählte die fünf Stunden dauernde Große Parade von Torontos legendärem „Gay-Village“ Church-Wellesley über die Yonge Street bis zum Yonge-Dundas-Square, Höhepunkt und Abschluss eines überwiegend beispielhaften Events, dem – man mag es glauben oder nicht – nach einem kurzen Schauer mit Sonnenschein ein echter Regenbogen folgte. Hier und da ging dem Veranstaltungsmarathon mal die Luft aus – etwa wenn mehr Leute draußen Schlange standen, als drinnen Platz zum Feiern hatten oder wenn ein Veranstalter vergaß, dass viele Leute auch viel trinken… Trotz allen Frohsinns, trotz Massenhaftigkeit ließ dieser World Pride nicht vergessen, dass erst ein kleiner Teil der Menschen, die anders lieben, das auch offen zeigen kann.

TorontoPrideWagen-HEINKEText und Photos: Carsten Heinke

USA: Florida – Mit dem Fahrrad durch die Bäume

ORLANDO. Die „Ferienhauptstadt der USA“ ist weltbekannt für ihre Freizeitparks. Ringsherum sorgt Floridas Wildnis für echte Naturabenteuer – von der Radtour über Alligatoren-Sümpfen bis zum Bad mit Seekühen.

K1024_CanopyCycling-ForeverFlorida2Die ersten Meter sind noch zaghaft. Doch es geht leichter als gedacht. Zudem ist es bequem: Fahrrad fahren, fast im Liegen, ohne auf Verkehr zu achten. Auch Wurzeln, schlechte Wege, Holpersteine sind für diesen Waldausflug per Rad kein Thema. Denn statt am Boden fährt man durch die Luft. Canopy Cycling (Baumkronenradeln) heißt dieser Spaß in der Erlebnis-Ökofarm „Forever Florida“. Nur eine Autostunde von Orlando mit zahllosen Hightech-Freizeitparks lockt die Wildnis.
Bald wird der Tritt in die Pedale fester. Die Kette schnurrt, trägt die Kraft nach oben und zieht den Baumradler samt Gefährt per Seilwinde hinauf zu den Kronen der Kiefern, Palmen und Zypressen. Eine Fahrradtour mitten durch die obere Etage des Urwalds von Florida!

K1024_Orlando-AlligatorJedes Rascheln, jeder Laut lenkt die Augen in das Gewirr aus Stämmen, Ästen, Blättern, Wurzeln. Durch das Dickicht  funkeln Wasserläufe und die schwarzen Spiegel schlammiger Tümpel. Vögel, Hirsche, Sumpfschildkröten. Ein Gürteltier. Ein Alligator! Fünf Meter unter den Füßen der Wipfel-Wanderer aalt sich die fünf Meter lange Urzeitechse im Morast.

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Nach dem stillen Höhenflug holt der Super-Truck der Orangenplantage „Showcase of Citrus“ die Orlandobesucher auf den Boden der Tatsachen zurück. Der turbulenten Tour über Stock und Stein folgt ein Ernteeinsatz. Jeder darf so viele Zitrusfrüchte pflücken, wie er tragen kann.
Für mehr Abenteuer sorgt ein Besuch  im Themenpark Disney’s Animal Kingdom. Wer dort einen „Wild Africa Trek“ bucht, kommt Respekt einflößenden Schnauzen und Klauen recht nah. Höhepunkt der Action-Safari ist ein Gang über die Wackelbrücke im Krokodilgehege. Dessen Bewohnern will keiner zu nahe kommen. Dagegen wecken die gutmütigen Karibik-Manatis (Seekühe) im Blue Spring State Park bei Orange City fast Streichellust.

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Bereits vom Ufer des St. John’s River sind die friedlichen Wasserbewohner zu sehen. Vom Kayak aus kommt man ihnen näher. Zuerst ist den Paddlern etwas mulmig. Denn wer hier zwischen Bucht und Fluss kentert, kann leicht als Reptilienmahlzeit enden.
Hinter einer Schutzschleuse, die Seekuhkälber vor fressgierigen Feinden bewahren soll, zeigt sich die Bootsbesatzung viel entspannter. Im Nu ist sie umringt von den sanften, überwiegend stummen Wesen. Wenn sie alle paar Minuten ihre dicke Nasen zum Atmen aus dem Wasser stecken, kann man in ihre schwarzen Hundeaugen blicken. Wer selber in den Fluss steigt und sich ihren langsamen Schwimmbewegungen anpasst, wird von den  faszinierenden Tieren mit Momenten voller Harmonie und Schönheit belohnt.

Text und Fotos: Carsten Heinke

Service-Infos ORLANDO

Anreise: Nonstop mit Lufthansa ab Frankfurt (der Flug dauert 10,5 Stunden), mit United Airlines, Delta Air Lines, British Airways u. a. jeweils mit einem Stopp.
Klima und Reisezeit: Das tropisch feuchte Orlando ist ein ganzjähriges Reiseziel mit durchgehend warmen Temperaturen, von Mai bis Oktober mit bis zu 29 Grad Celsius.
Hotels: In und um Orlando gibt es 440 Hotels mit mehr als 115.000 Zimmern. Für kurzfristige Hotelreservierung vor Ort: Official Visitor Center beim Gala Center, 8723 International Drive, Suite 101 (südöstliche Ecke des International Drive und der Austrian Row). Geöffnet täglich außer 25.12. von 8.30 bis 18.30 Uhr, Telefon 407-363-5872.
Parks und Aktivitäten: Die Erlebnis-Ökofarm „Forever Florida“ bietet Cypress Canopy Cycle (Baumfahrrad), Wald-Achterbahn (Extrem-Ziplining) und Reiten (www.floridaecosafaris.com). Im Blue Spring State Park in Orange City kann man mit Seekühen schwimmen oder sie beim Paddeln aus nächster Nähe bebachten (www.floridastateparks.org/bluespring), eine weitläufige Ranch per Monster-Truck erkunden und danach selber Zitrusfrüchte ernten bei  „Showcase of Citrus“ in Clermont (www.showcaseofcitrus.com).
Naturabenteuer direkt in Orlando gibt es im Echsen-Action-Zoo Gatorland (www.gatorland.com), in den Maritim-Parks Discovery Cove (www.discoverycove.com) und SeaWorld (www.seaworldorlando.com) oder in Disney’s Animal Kingdom (www.disneyworld.disney.go.com/parks/animal-kingdom) zu erleben. Obligatorisch: eine Fahrt mit „Boggy Creek Airboat Rides“ durch die Everglades (www.bcairboats.com).

 

Costa Rica: Erstmals auf der Weltkulturerbeliste

Foto: Visit Centroamérica, Steinkugeln Diquís

Insgesamt vier Ausgrabungsstätten im Diquís-Delta im Südosten von Costa Rica wurden am 23. Juni 2014 zum UNESCO Welterbe der Menschheit erklärt: Finca 6, Batambal, El Silencio und Grijalba-2. Hier findet man die berühmten Steinkugeln der Diquís-Kultur, die das Komitee wegen ihrer weltweiten Einzigartigkeit auszeichnete. Die archäologischen Stätten sind ein Spiegelbild der Kultur der Diquís und damit wichtige Zeitzeugen der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen des präkolumbianischen Volkes. Die Region im Südwesten des Landes, in der die neuen UNESCO-Stätten liegen, zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Man hofft nun, dass dieser Landesteil durch die Auszeichnung vermehrt in den Fokus der Touristen gerät.

Brasilien: Mit der Rolltreppe zu Christus

Fotograf: M. Juhran, Rio ist in eine wunderschöne Landschaft eingebettet


Die Fußball-WM läuft und die Olympischen Sommerspiele 2016 in Brasilien rücken näher. Davon soll auch der Tourismus profitieren – ein Besuch in der “gefühlten” und in der “schwarzen Hauptstadt” des fünftgrößten Landes der Erde.

01 b alternativ christus 1Was mag er wohl denken, der 30 Meter hohe Christus, wenn sich am frühen Morgen die Besucher in großen Reisebussen, auf knatternden Motorrädern und in ethanolbetriebenen Autos Rios Pilgerberg „Corcovado“ hinauf rackern und an der Shuttlebus-Station eine riesige Schlange bilden? Wahrscheinlich wird ihm bereits jetzt vor dem zu erwartenden Ansturm im nächsten Jahr etwas bange. Seit 1931 blickt er von seinem 700 Meter hohen Felsen auf die am schönsten gelegene Stadt der Welt hinunter und genießt die pitoresken Panoramaaussichten auf die Strände von Copacabana und Ipanema, auf die Altstadt, das Maracanã-Fußballstadium, in dem am 13. Juli 2014 das WM-Endspiel ausgetragen wird, und den Zuckerhut.Manchmal würde er dabei sicher ungläubig den Kopf schütteln, wenn beispielsweise das Fußballspielen am Strand verboten wird oder sich einmal mehr die Verkaufsformalitäten für den Eintritt zum Gipfel des „Corcovado“ geändert haben. Dabei war eigentlich von vornherein klar, dass die Bestellung der Tickets im Internet nicht klappen kann und man irgendwann zum Verkauf an der Shuttlebus-Station zurückkehren muss. Viel Zeit zum Nachsinnen bleibt ihm nicht, denn schon eilen die ersten Touristen die letzten 215 Treppenstufen hinauf, um sich in Nachahmerpose mit ausgebreiteten Armen vor ihm fotografieren zu lassen oder um den besten Platz auf der kleinen Aussichtsplattform zu ergattern und voller Begeisterung hinunter auf die malerische “Guanabara-Bucht” zu schauen, wo sich das blaue Meer mit den Ausläufern des zentralbrasilianischen Hochlandes trifft und beide zu einem atemberaubenden Landschaftskunstwerk verschmelzen.

Schweißtreibende Treppen

Für einige dieser Besucher, die etwas mehr Gewicht mit sich herumtragen, sind die Treppen eine echte Herausforderung. Aber es geht auch einfacher: Nur wenige Meter vom Shuttle-Parkplatz entfernt überbrückt ein Fahrstuhl die Höhendifferenz und die letzten Meter zur Christus-Statue lassen sich dann mit Hilfe zweier Rolltreppen mühelos und ohne Schweißperlen unter der drückenden brasilianischen Sonne bewältigen. Christus wirkt wie ein Magnet und das nicht erst seit dem Papstbesuch. 74 Prozent der Brasilianer sind katholischen Glaubens und da gehört ein Besuch einfach zum guten Ton. Aber ein Foto vor einem der “neuen sieben Weltwunder” (seit 2007) ist auch bei ausländischen Touristen ein beliebtes Reiseandenken, das man gern mit in die Heimat nimmt und im Rahmen einer Diashow Verwandten und Freunden zeigt. Schaut man etwas genauer hin, kann man von der Aussichtsplattform auch eine andere Seite Rios entdecken: Die Favelas, die sich vorwiegend an die Berghänge am Rande der drittgrößten brasilianischen Metropole schmiegen. Es sind die Armenviertel, einstige Tabuzonen, die jahrzehntelang von Drogengangs regiert wurden, sich jetzt aber vorsichtig Zug um Zug dem Tourismus öffnen.

03 In der Favela Babilonia geht es bergauf

Aufschwung in der Favela “Babilônia”

Genau in der Blickrichtung der Christus-Statue, auf einem steilen Berghang zwischen Copacabana und Botafogo, liegt die Favela “Babilônia”. Auch sie gehörte einst zum Herrschaftsbereich des sogenannten “Dritten Kommandos” der Drogenhändler, die die Einwohner terrorisierten. 1997, vor dem damaligen Besuch des Papstes in Rio, kam es zu einem ersten Polizeieinsatz gegen die bewaffneten Drogengangs in “Babilônia” und im Jahr 2009 nahm die Polizei die Favela ohne Schusswaffengebrauch ein. Seit einigen Jahren hat nun beispielsweise der Berliner Südamerikaspezialist “viventura” eine geführte Tour durch diese Favela fest im Programm. Deisej und Marcelo aus der 3.400 Einwohner umfassenden Kommune führen gemeinsam mit Monika, der deutschen Rio-Reiseleiterin, durch ein Viertel, in dem es im Jahr 2008 noch zu Schußwechseln kam. “Vor vier Jahren schickte die Regierung ein Friedenpolizeicorps der UPP in unsere Favela und heute gehört sie zu den sichersten in Rio”, begrüßt Deisej ihre deutschen Gäste. Das liegt sicher auch an den Bewohnern, die hier einfach nur friedlich miteinander leben wollen. Bereits vor 15 Jahren starteten sie ein anderes Aufsehen erregendes Projekt. “Wir wollten es einfach nicht mehr hinnehmen, dass unsere mühsam errichteten Behausungen Erdrutschen zum Opfer fallen”, beschreibt Deisej die damalige Aufbruchstimmung. “Einer hatte die Idee, die Erdoberfläche auf dem Bergrücken zu befestigen, indem man den fast vollständig abgeholzten atlantischen Regenwald wieder aufforstet.” 200.000 Bäume wurden seitdem gepflanzt – eine ganze Reihe von Monika und deutschen Touristen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

“They don´t care about us”

Die Favela “Babilônia“ gehört heute neben der durch Michael Jacksons Video “They don´t care about us” bekannt gewordenen Favela “Santa Marta” zu den Vorzeigeobjekten in Rio. Ein dichter Regenwald mit unzähligen Baumarten bedeckt die Bergkuppe, die kürzlich den Status eines Naturparks zugesprochen erhielt, und vom Gipfel eröffnen sich grandiose Blicke auf den benachbarten Zuckerhut, auf die Copacabana zur Rechten und Botafogo zur Linken. Alle Bewohner der Favela verfügen heute über Elektrizität und Leitungswasser, die Kinder tollen auf ihrem neuen Spielplatz herum und es gibt eine Schule. Geführte Touristengruppen werden hier gern gesehen und Deisej vermietet bereits ein ausgebautes Zimmer an ausländische Gäste, die vorwiegend aus Europa kommen.

Schlendert man bei Tageslicht die Copacabana entlang, ergötzt sich an den Aussichten vom Zuckerhut, probiert Karnevalkostüme im Sambódromo oder kämpft sich durch die Altstadt und genießt seinen Kaffee in der ehrwürdigen “Confeitaria Colombo”, so kann man sich kaum vorstellen, dass in Rio noch immer Drogengangs ihre Rivalitäten mit Waffengewalt ausfechten. Doch bereits beim Besuch des Künstlerviertels “Santa Teresa” lässt man angesichts zwielichtiger Gestalten, denen die Körperbeherrschung zeitweilig abhanden kommt, eine gesunde Vorsicht walten. Und an der mit bunten Fliesen aus über 150 Ländern verzierten Treppe des chilenischen Künstlers Jorge Selarón muss man erfahren, dass die Leiche des im In- und Ausland populären Künstlers hier vor zwei Jahren verkohlt aufgefunden wurde. Niemand will so recht an Selbstmord glauben. Manche Cariocas, wie sich die Einwohner Rios selbst nennen, meinen gar, dass sich die Drogenkriminalität seit der Etablierung von Friedenpolizeicorps von den Favelas in die Innenstadt verlagert hat.

So gibt es bis zur Fußball-WM in Sachen Sicherheit noch einiges zu tun, doch die Cariocas sind zuversichtlich. Nicht nur für sie ist Rio noch immer die “gefühlte Hauptstadt” Brasiliens, obwohl die Sechs-Millionen Metropole seit 1960 offiziell auf diesen Status verzichten muss, als in der Retortenstadt Brasilia die Regierungsgeschäfte aufgenommen wurden.

Salvador de Bahia – das schwarze Rom

M. Juhran: Reichlich Blattgold verziert das Innere der Franziskus-Kirche in Salvador

 Noch vor Rio, nämlich bis 1763, war Salvador da Bahia mehr als zwei Jahrhunderte lang die Hauptstadt der damaligen portugiesischen Kolonie. Man nannte sie damals aufgrund der Vielzahl an Barockkirchen, Kathedralen und Paläste sowie der überwiegend dunkelhäutigen Bevölkerung auch “Das schwarze Rom”. Noch heute gilt sie als die schwarze Metropole des Landes. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates Bahia stammen von den vier bis fünf Millionen Sklaven ab, die von den Portugiesen in vier Jahrhunderten vornehmlich aus den heutigen Regionen Angolas, Mocambiques, Nigerias, Benins und des Kongo nach Brasilien verschleppt wurden. Entrechtet und erbarmunglos ausgebeutet, gelang es ihnen dennoch über Jahrhunderte ein wenig von ihrer einstigen Heimat zu erhalten, an das sie sich klammern und neuen Lebensmut schöpfen konnten, während sie auf Zuckerrohrplantagen und als Haussklaven schufteten. Erst 1888 beendete Brasilien diese Form der Ausbeutung als letzter Staat der Welt, die Briten hatten den Sklavenhandel per Gesetz 1831 verboten.

09 Junge Trommler vor der Franziskus-Kirche in SalvadorAn jeder Ecke trifft man in der mit 2,7 Millionen Einwohnern drittgrößten Stadt Brasiliens auf Zeitzeugnisse aus der Sklaverei. Die Altstadt “Pelourinho”, zu deutsch Pranger, erinnert an eine besonders dunkle Seite der Sklavenzeit, als schwarze Arbeiter hier öffentlich ausgepeitscht wurden. Nicht weit vom einstigen Standort des Prangers entfernt befindet sich die Kirche der Sklaven, denen der Eintritt in die prunkvollen Gotteshäuser der Weißen strengstens verboten war. Am “Praca da Sé ist dem Führer schwarzer Aufständischer ein Denkmal gewidmet, fast alle Rebellen wurden im Februar 1694 blutig dahingemezelt.

Hinter der Zumbi-Statue geben heute Capoeira-Kämpfer eine Kostprobe aus afrikanischem Kampfsport, vermischt mit ästhetischem Tanz. Keine hundert Meter weiter stößt man auf die reichlich mit Blattgold verzierten Innenräume der Basilika Kathedrale und ihr gegenüber der berühmten Franziskuskirche, die zudem mit wunderschönen Blaufliesenmalereien verziert ist. “Beide zeugen vom einstigen Reichtum Salvadors, der nicht nur vom Sklavenhandel rührte, sondern sich auch aus den Goldfunden im 18. Jahrhundert generierte, als man in den Minas Gerais 80 Prozent der Weltproduktion schürfte”, weiß Irma Hellwig zu berichten, die seit einigen Jahren deutsche Touristen durch ihre Wahlheimat führt.

Der Klang der Trommeln

Irma ist von der starken Verwurzelung afrikanischer Religionen, Riten, der Küche und Kultur in Salvador fasziniert. Und sie freut sich darüber, dass der afrikanische Glaube des Candomblé mit dem Erstarken des Selbstbewußtseins der schwarzen Bevölkerung neuen Aufschwung genommen hat. “Heute können selbst Touristen an Zeremonien teilnehmen, die noch vor etwa 100 Jahren ein völliges Tabu waren”, sagt Irma. In weißer Kleidung tanzen sich dabei Heiligentöchter in Trance, wobei Orixa-Götter von ihren Körpern Besitz ergreifen und so die Kommunikation zwischen Menschen und Göttern ermöglichen sollen.

Der rhythmische Klang der Trommeln des Condomblé ist täglich im Pelourinho vernehmbar. Er hat der Musikkultur der drittgrößten brasilianischen Stadt ein eigenes Gesicht gegeben und die drei-Millionen-Metropole zur Musikhauptstadt Brasiliens aufsteigen lassen. Ausgelassenheit, Musikalität und folkloristische Verbundenheit sind Wesenszüge nahezu eines jeden Bahianers. „Musik und Tanz gehören in dieser Stadt zum täglichen Leben wie Essen und Trinken“, meint Irma und man sieht ihr an, dass auch sie dieses Lebensgefühl verinnerlicht hat. In ausnahmslos allen musikalischen Stilrichtungen, die in Bahia das Licht der Welt erblickten, spiegeln sich afrikanische Einflüsse wider. Am bekanntesten ist wohl der Axé – eine Mischung aus Samba, Pop und afrikanischer Musik, wie sie von Gilberto Gil und Daniela Mercury in die Welt getragen wurde. Noch heute erklingt Axé allabendlich in zahllosen Restaurants Salvadors. Für die aktuellsten Kompositionen stehen beispielsweise die Gruppen “Chiclette” und “Olodum”.

10 Olodum ist der Name einer Stiftung die sich um Kinder und Jugendliche in Salvador kümmert“Olodum” ist auch der Name einer Stiftung, die sich um Kinder und Jugendliche in der Stadt kümmert, denn noch immer sind Analphabetismus und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit eklatante Probleme des heutigen Brasiliens. Es ist eine Freude, den Olodum-Trommlern und Tänzern bei den nachmittäglichen Proben und abendlichen Auftritten auf den Straßen des “Pelourinho” zuzuschauen, ihre Begeisterung und ihren Rhythmus zu teilen.

11 Früh übt sich    Jugendliche in Ribeira eifern bekannten Fußballstars nachEin ähnliches Projekt bringt im Stadtteil “Ribeira” Jugendliche durch Sport und Kunst aus dem sozialen Abseits. Etwa 100 Kinder und Jugendliche betreuen Fernanda Nunes und ihr Team hier täglich. Besuch bekommen sie dabei auch aus Deutschland von Reisenden des Tourveranstalters “viventura”, der von jeder Reise 30 Euro pro Teilnehmer für dieses Projekt abzweigt. Spricht man mit den Jugendlichen, so erhält man den Eindruck, dass sich die einstige Hoffnungslosigkeit in Motivation verwandelt hat: Beatriz will Kinderärztin werden, Adrian zieht es zum Fußball. “Ein Projektteilnehmer kämpft bereits mit der Nationalmannschaft der Ruderer um internationale Medaillen”, berichtet Fernanda nicht ohne Stolz. “Das spornt an und in Erwartung der Fußball-WM rechnen wir mit einer noch stärkeren Nachfrage von Kindern und Eltern aus unserem Stadtteil.”

Das würde sicher auch Christus gefallen.

Text und Fotografie: Michael Juhran

USA: Mit dem Motorrad durch Alaska

Polarkreis in Alaska

Ich fahre nun schon seit Tagen durch Nordamerika und habe immer noch keinen Bären vor die Augen bekommen. Ständig zeigen mir Mitreisende Bilder von Bären, die sie gerade aufgenommen haben. Ich werde richtig neidisch! Wann wird es endlich bei mir soweit sein? Ich fahre gemütlich an Seen mit glasklarem Wasser vorbei. Gewaltige Wasserfälle plätschern die Berge herunter. Eine landschaftlich reizvol­lere Abkürzung beschert mir kleine Seen mit Binsen am Ufer, frisches grünes Gras, dichter Baumbestand am Wegesrand. Ein Teil der Strecke führt über einen geschotterten Holzabfuhrweg. Kein Auto kommt mir entgegen. Die Straße ist einsam, aber erstaunlich gut in Schuss. Bei Ki­lometer 22 passiert es: ein Bär kommt langsam aus meterhohem Gras gestiefelt. Ich bin völlig überrascht. Obwohl ich die ganze Zeit sehn­süchtig auf diese Begegnung gewartet habe, weiß ich nicht so recht, was ich tun soll. Ich habe Angst und hupe. Sogleich verschwindet das scheue Tier im Unterholz. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig über meine panische Reaktion, denn ich hätte es gern noch länger beobachtet.

Stur geht es weiter durch die Fichtenwälder Nordamerikas. Volle Konzentration auf die Straße, denn Tiere könnten die Straße kreuzen. Beim meterhohen Gras am Straßenrand bleibt dann nicht mehr viel Zeit zum Reagieren. Bei Kilometer 41 kreuzt erneut ein Bär die Stra­ße. Obwohl ich diesmal stehen bleibe und ihn ruhig beobachte, ist er schnell wieder verschwunden. Ich erreiche wieder die Teerstraße. Nur noch 140 Kilometer bis nach Hyder, Alaska. Hyder ist der südöstlichste Punkt von Alaska. Gerade einmal 65 Einwohner, dafür aber immerhin drei Bars! Ein kleines Wildwest-Örtchen! Darauf sind die Einwohner stolz. Nur wirklich Hartgesottene wohnen hier.

Meine Warnlampe leuchtet auf. Der Sprit geht zur Neige – na ja, nach 20 Kilometern kommt die nächste Tankstelle. Als ich die Mediazin Junction erreiche, überkommt mich ein trostloses Gefühl. Eine verlassene Tankstelle, Autowracks, zerbrochene Fensterscheiben, Müll, aber kein Benzin! Was tun? Hyder ist noch 60 Kilometer entfernt. Ich muss es probieren, denn eine andere Chance habe ich nicht. Gemäch­lich mit 3000 u/min und Tempo 90 lass ich es bergab laufen. Ich feu­ere uns gegenseitig an, mein Motorrad und ich schaffen es. Wir sind eben ein gutes Team. Wir rollen an einem riesigen Gletscher vorbei, der Fotostopp muss auf den Rückweg verschoben werden. Jetzt nur nicht trocken fahren! Ein dritter Bär sitzt direkt am Straßenrand und frisst gemächlich Gras in sich hinein. Vielleicht wäre ich da die noch fehlende Kostergänzung?

Das Schild zwei Kilometer bis Hyder erscheint. Ich reiße die Arme in die Höhe und schreie vor Freude in den Helm. Ein Gang mit leerem Kanister zur Tankstelle, wie in der Aral-Werbung, bleibt mir er­spart. Dann geht der Motor aus. Ich lasse die Maschine im Leerlauf wei­terrollen. Starte erneut und… Sie schafft es und springt noch einmal an. Mit vereinten Kräften schaffen wir es an die Tankstelle. 80 Kilometer habe ich aus der Reserve gekitzelt. Ich bin mächtig stolz auf uns!

Heute Abend geht es auf einen richtigen Campingplatz, zu viele Bären in der Gegend, um wild zu campen. Ich treffe auf Jean. Er hat sein Geld in Hollywood verdient. Jetzt radelt er mit dem Fahrrad durch Nordamerika. Ihm ist der Campingplatz zu „eng“. Morgen will er in die Wildnis losziehen und unter „Bären“ campen. Für mich wäre das nichts, aber jedem das Seine.

Ich gehe unterdessen in eine der drei Bars am Ort. Ein dunkler Raum mit langem Tresen. Dort sitzen die Einheimischen und trinken ihr Bier. Bis auf eine Frau, die trinkt Cola. Jane ist seit 25 Jahren für die hiesige Wetterstation zuständig. Sie erzählt mir freimütig von ihrem Brustkrebs und dass sie gerade eine Chemotherapie macht. Ihrer Laune scheint das keinen Abbruch zu tun. Sie ist bestens drauf und reißt einen Witz nach dem anderen. Ich finde es bewundernswert, wie positiv sie mit der Krankheit umgeht.

Ach so, ich war ja hier um „Hyderized“ zu werden. Was ist „Hyderized“? Es wird ein Schnapsgläschen voll gemacht, um die Flasche ist eine braune Papiertüte gehüllt. Damit ich auch wirklich nicht erken­ne, was eingeschenkt wird. Jetzt heißt es trinken ohne abzusetzen. Ich gieße das Feuerwasser herunter. 73 Prozent Alkohol! Die Kehle brennt. Danach bekomme ich ein kleines Zertifikat und darf meine eigene One Dollar Note mit Unterschrift an die Wand der Bar heften. Willkommen im „Club“!

Buchcover Echt mutig Der Text ist ein Auszug aus dem Buch Echt mutig  -Vom Banker zum Abenteurer – von Joachim von Loeben. Erschienen im Selbstverlag 19,90 Euro.

Kuba: Salsa, Sonne, Sinnlichkeit mit ärztlicher Begleitung erkunden

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Mit seinen alten Kolonialbauten, nostalgischen Autos und mitreißenden Salsa-Rhythmen ist Kuba Sehnsuchtsort vieler Reisender. Für Best Ager auf der Suche nach dem besonderen Flair der Karibikinsel bietet der Reiseveranstalter Tour Vital die 14-tägige Rundreise „Die Perle der Karibik“ mit ärztlicher Begleitung ab/bis Deutschland an. Geschäftsführer Hans Emde: „Kuba ist für Best Ager ein sehr attraktives Reiseland, für das keine Impfungen vorgeschrieben sind. Viele unserer Gäste können die Zuckerinsel unter den geschulten Augen eines mitreisenden Mediziners noch ein wenig mehr genießen.“

Als Spezialist für sanftes Reisen sorgt Tour Vital auf dieser Rundreise für tiefe Einblicke in das Leben der Einheimischen, beispielsweise beim Besuch der Zuckerrohrplantagen von Valle de los Ingenios, die seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Auch spannend: Klassiker wie das Wohnhaus des berühmten Schriftstellers Ernest Hemingway. Beim zweitägigen Aufenthalt in der kolonial geprägten Hauptstadt Havanna kommen besonders Kulturinteressierte auf ihre Kosten, ebenso wie bei der Besichtigung der Wallfahrtsbasilika El Cobre in Bayamo. Als besonderes Highlight wartet eine Kanonenschuss-Zeremonie am Hafen von Morro Castle auf die Gäste.
Per Nonstop-Flug geht es mit Condor von Frankfurt nach Holguín und von Varadero zurück nach Frankfurt. Sicherheit und Qualität stehen wie bei allen Reisen von Tour Vital an erster Stelle: Die Gäste sind in guten Mittelklassehotels und Vier-Sterne-Unterkünften untergebracht, und ein deutscher Arzt begleitet die Gruppe ab/bis Deutschland und ist rund um die Uhr verfügbar. Die Rundreise ist bereits ab 1.949 Euro pro Person im Doppelzimmer erhältlich.
Wer seine Kuba-Reise mit ein paar entspannten Strandtagen abrunden möchte, hängt einen fünftägigen Badeaufenthalt an den langen Sandstränden von Varadero, dem berühmtesten Badeort der Zuckerinsel, an. Die verlängerte, 19-tägige Rundreise gibt es schon ab 2.358 Euro pro Person.

Mückenschutz wird für Reisende immer wichtiger

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Während der Kampf gegen Malaria in den letzten Jahren deutliche Erfolge verzeichnen konnte, sind andere mückenübertragene Infektionskrankheiten weltweit auf dem Vormarsch. So wurde etwa Dengue-Fieber noch in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts nur vereinzelt registriert. Heute zählt das Fieber zu den häufigsten Infektionskrankheiten und ist in etwa 100 Ländern verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit jedes Jahr etwa 50 bis 100 Millionen Menschen daran erkranken.

Grund ist die zunehmende Ausbreitung der Überträgermücke. Vor allem für Reisende in tropische und subtropische Regionen wird umfassender Mückenschutz deshalb immer wichtiger. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Weltgesundheitstages der WHO hin. Dieser wird in diesem Jahr zum Schwerpunktthema „vektorübertragene Erkrankungen“ veranstaltet.

Obwohl Malaria mit geschätzten 200 Millionen Fällen pro Jahr noch immer zu den relevantesten und häufigsten Infektionserkrankungen gehört, konnte die Erkrankung – und ihre Überträgerin, die Anopheles-Mücke, – in den vergangenen Jahren deutlich zurückgedrängt werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind die Fallzahlen seit dem Jahr 2000 um etwa 29 Prozent gesunken.

Eine andere Mückenart hingegen breitet sich weltweit immer weiter aus: Die ägyptische und asiatische Tigermücke. Sie überträgt sowohl Dengue- als auch Chikungunya- Fieber. „Diese Mücken sind sogenannte ‚Kulturfolger‘ – sie siedeln in städtischen Gebieten und können problemlos in verschmutztem Wasser brüten, etwa in Abwasserkanälen, auf Müllhalden oder in Slums“, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Mit der Ausdehnung der Städte und Slums, vor allem in Schwellenländern, gewinnt auch die Tigermücke zunehmend an Lebensraum.“ Durch den Klimawandel und mit Hilfe des weltweiten Handels- und Tourismusverkehrs wandert das anpassungsfähige Insekt heute auch in Länder außerhalb der Tropen und Subtropen ein und siedelt sich dort an.

Ausbrüche von Dengue-Fieber treten in fast allen Ländern der Tropen und Subtropen regelmäßig auf. Schwerpunkte liegen im süd- und südostasiatischen Raum sowie in Lateinamerika, Zentralafrika und in der Karibik. Auch in Europa ist Dengue-Fieber inzwischen angekommen: 2010 wurde das Virus erstmals in Kroatien und Südfrankreich übertragen. Im Winter 2012/13 brach die Krankheit auf der Atlantikinsel Madeira aus.

Chikungunya-Infektionen treten vorwiegend in Afrika, Südostasien, dem indischen Subkontinent und auf den Inseln im Indischen Ozean auf. Im Dezember 2013 hat das Virus den Atlantik überwunden und ist erstmals auf den amerikanischen Kontinenten aufgetreten. Ebenfalls zu den mückenübertragenen Infektionen zählen West-Nil-Fieber und Japanische Enzephalitis. Diese Erkrankungen sind jedoch deutlich seltener.

„Durch die zunehmende Verbreitung der Vektoren und die gestiegene Reiseaktivität stellen mückenübertragene Infektionen – und insbesondere Dengue-Fieber und auch immer noch Malaria – für Reisende ein relevantes Gesundheitsrisiko dar“, sagt Jelinek. So nimmt die Zahl der importierten Dengue-Fieber-Infektionen seit Jahren zu: 2001 registrierte das Robert Koch-Institut noch 60 eingeschleppte Fälle in Deutschland, im Jahr 2010 schon 595. 2013 wurde die Erkrankung bereits bei 879 Reiserückkehrern diagnostiziert.

Gegen viele mückenübertragene Infektionen, etwa Dengue-, Chikungunya-, oder West Nil-Fieber, existieren keine Impfungen. Auch Prophylaxe-Medikamente, wie etwa gegen Malaria, gibt es nicht. Deshalb ist bei Reisen in Verbreitungsgebiete konsequenter Mückenschutz wichtig. Dafür eignen sich etwa Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid). Da die Überträgermücken auch tagsüber aktiv sind, sollten Reisende zu heller und geschlossener Kleidung greifen. Weil Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Moskitonetze über dem Schlafplatz und an Fenster und Türen sind nachts als Schutz vor den Insekten unverzichtbar.

Brasilien: Vorsorge bei Reisen zur WM und zum Karneval

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Pressekonferenz des Centrum für Reisemedizin im Vorfeld des 15. Forums Reisen und Gesundheit im Rahmen der ITB Berlin 2014

Sowohl der Karneval als auch die Fußballweltmeisterschaft werden Massen von Touristen in die jeweiligen Hochburgen Brasiliens locken. Der Karneval 2012 zählte allein in Rio circa 1,1 Millionen Besucher (davon ein Drittel Ausländer) und 425 „street parties“ mit 5,3 Millionen Teilnehmern (die bestbesuchte Einzelveranstaltung hatte 2,2 Millionen Teilnehmer). Der damit allein in Rio de Janeiro erzielte Umsatz betrug circa 850 Millionen US-Dollar.

Der Karneval findet von Ende Februar bis Anfang März statt. Hauptattraktion sind natürlich die Umzüge in Rio de Janeiro, wiewohl auch andernorts Karneval gefeiert wird. So gibt es bei organisierten Reisen beispielsweise auch Kombiangebote (zum Beispiel mit Salvador da Bahia). Orientierend rechnet man mit ähnlichen Zahlen wie in den Vorjahren.

Für die Fußballweltmeisterschaft werden laut aktuellen Schätzungen circa 600 000 Ausländer (also etwa doppelt so viele wie zum Karneval) in Brasilien erwartet. Ergänzend dazu sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass die Olympischen Sommerspiele 2016 vom 5. bis 21. August 2016 in Rio de Janeiro (und Umgebung) stattfinden werden. Grundsätzlich gilt es, zwischen „INCOMING“ und „DOMESTIC“ TRAVEL/TOURISM zu unterscheiden. Einerseits bedeuten manche Aspekte dieser Massenveranstaltungen auch für den Binnentourismus ein (zusätzliches) Risiko, andererseits steuern die nationalen Reiseströme auch bestimmte Facetten zum Gesamtrisiko der internationalen Reisenden bei. Die folgenden Ausführungen sollen sich auf jene Personen beziehen, die aufgrund dieser Großereignisse (von Europa/Deutschland) nach Brasilien einreisen. Zwar mag es zwischen März (Karneval) und Juni/Juli (Fußball-WM) gewisse saisonale Unterschiede geben (Regenfälle, Temperatur), grundsätzliche Empfehlungen haben aber für beide Gruppen Gültigkeit. Zu berücksichtigen ist auch, dass (Fern-)Reisen dieser Art, abgesehen vom spezifischen Event, oftmals ja auch dafür genützt werden, zusätzliche Ausflüge zu unternehmen. Diese schließen häufig beliebte Touristenattraktionen wie die Wasserfälle in Iguazú oder das Amazonasgebiet mit ein, insofern gilt es, diese Tatsache in die Vorsorgeüberlegungen miteinzubeziehen.

Verletzungen und Unfälle

Das Hauptrisiko hinsichtlich ernst zu nehmender Gesundheitsgefahren sind zweifellos Verletzungen: im Straßenverkehr, durch kriminelle Übergriffe, bei Massenansammlungen durch Panik (Stampede) oder durch andere Unglücke (rezentes Beispiel vom Karneval 2013: Feuer in einem Nachtclub mit 238 Toten). Auch wenn es schwierig ist, hier allgemein gültige und in der Praxis auch umsetzbare Empfehlungen abzugeben, sollte man sich folgender Probleme bewusst sein:

+ Straßenverkehr (besondere Aufmerksamkeit, auf eigene Verkehrstüchtigkeit achten, keine leichtsinnigen Aktionen wie Fahren ohne Sturzhelm, bevorzugt öffentliche Verkehrsmittel/ Taxi, mit Mietwagen auf „guten“ Straßen bleiben)

+ Warnungen ernst nehmen (riskante Stadtgebiete meiden, in der Gruppe bleiben, keinen Reichtum demonstrieren [wertvoller Schmuck, Uhren, Unterhaltungselektronik, Fotoapparat, Filmkameras], Getränke im Auge behalten, nur so viel Geld bei sich führen, wie man auch bereit ist, bei Bedrohung ohne Widerstand abzugeben, schnittfeste Rucksäcke/Taschen; Frauen: ggf. Pfefferspray)

+ Massenansammlungen (Aufenthalt vor/im „Flaschenhalsbereich“ meiden, bei Stau frühzeitig ausscheren, ausreichend Zeit einrechnen, nicht drängeln, jederzeit Fluchtwege sondieren, unsicher empfundene Bereiche wie zum Beispiel überfüllte Räume, Bauelemente, die unter Belastung zu schwingen beginnen, Kontaktfelder „verfeindeter“ Fans/Konfliktzonen bei Demonstrationen meiden beziehungsweise ehestmöglich verlassen, wenn Krankheitswellen zu erwarten sind oder gerade laufen: Kontakte mit offensichtlich Kranken vorbeugen [Taxi statt öffentliche Verkehrsmittel, häufig Hände waschen/desinfizieren, ggf. Mundschutz], Vernunft walten lassen [notfalls Ticket verfallen lassen, Anweisungen des Sicherheitspersonals Folge leisten], Weitsicht [Gruppengröße, ortskundige erste Person/größte letzte Person, ständiger Körperkontakt, zum Beispiel Händehalten obligat, Notfalltreffpunkt vorab vereinbaren])

+ offensichtlich riskante Szenarien (überfüllter Raum mit offenem Feuer, Mitfahren in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln und mit betrunkenem oder Drogen-beeinträchtigtem Fahrer, einspurige Fahrzeuge [insbesondere Verzicht auf persönliche Schutzausrüstung], Einladung durch Fremde [Essen, Trinken, Mitfahren], offene, unbeaufsichtigte Getränke [K.-o.- Tropfen, Drogen], neue „Freunde“ [mit „nach Hause“ gehen], inoffizielle Deals „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, Mitnahme von „Geschenken“ [Drogen!], Mutproben jeder Art [spezielles Risiko: Drogen-, übermäßiger Alkoholkonsum, Imponiergehabe], gewaltsame Auseinandersetzungen [sich nicht provozieren lassen!], als Einzelreisender [im Finstern auf schlecht beleuchteten Straßen unterwegs sein, Gepäcksbeaufsichtigung])

Infektionsprophylaxe

Auch bei der Infektionsprophylaxe ist korrektes Verhalten die wichtigste Maßnahme. Hierzu zählt die Nahrungshygiene, das Meiden von Tierkontakten einschließlich Mückenschutz (Dengue-Fieber!) und so weit möglich des Kontaktes mit möglicherweise/offensichtlich infizierten Personen (sexuell übertragbare Krankheiten, Atemwegsinfektionen [Tuberkulose!], Blutkontakt). All diese Maßnahmen setzen ein Mindestmaß an Zurechnungsfähigkeit voraus, insofern sollte Drogenkonsum gemieden und Alkohol nur in vernünftigen Mengen genossen werden.

Impfungen

In Ergänzung zu den Standardimpfungen ist ein Impfschutz gegen Hepatitis A, Typhus und Influenza (sowie bei Risikopersonen Pneumokokken) zu empfehlen. Je nach Sicherheitsbedürfnis, Reisestil und -modalitäten können, unter Berücksichtigung der Gesamtreiseplanung, auf individueller Basis die Impfungen gegen Meningokokken (Brasilien zuletzt deutliche Zunahme des Anteils von Serotyp C), Gelbfieber, Tollwut und Cholera (wegen Parallelschutz gegen ETEC) sinnvoll sein. Sowohl der Karneval als auch die WM findet im urbanen Umfeld statt – dieses gilt (auch im Amazonasgebiet wie zum Beispiel in Manaus) grundsätzlich als Malaria-frei (beziehungsweise mit minimalem Risiko, das den prophylaktischen Einsatz von Medikamenten nicht rechtfertigt). Konsequenter Moskitoschutz (tags und nachts) ist ohnedies angezeigt, abgesehen von Abenteuertrips in den Amazonas-Dschungel erscheint darüber hinaus eine medikamentöse Malariaprophylaxe in beiden Situationen verzichtbar.

Ergänzung

Für Reisende aus Europa bedeutet die Reise nach/von Brasilien jeweils einen Langstreckenflug. Hier ist eine Bewertung des Thromboserisikos und gegebenenfalls eine entsprechende Prophylaxe sinnvoll. Reisen in die Tropen bedeuten für die Haut (bedingt durch Wasser, Luft und Sonne) einen hohen Stressfaktor: Hautpflege und UV-Schutz haben einen hohen Stellenwert. Es kann immer etwas passieren – nicht die Reiseapotheke (einschließlich einer entsprechenden Reserve, wenn man regelmäßig Medikamente nimmt) vergessen. Die medizinische Versorgung kann je nach Region dürftig beziehungsweise in guten Einrichtungen auch sehr teuer sein. Nicht auf den Abschluss einer entsprechenden Reiseversicherung verzichten.

Schlussbemerkung

Die fünf Grundprinzipien der Vorsorge lauten:

DONʼT GET BIT! (keinerlei Tierkontakte, weder Hund noch Stechmücke)

DONʼT GET HIT! (Verhütung von Unfällen und Verletzungen)

DONʼT GET LIT! (kein übermäßiger Alkoholkonsum – und natürlich auch keine Drogen)

DONʼT DO IT! (kein direkter Blut- oder ungeschützter Sexualkontakt)

DONʼT EAT SHIT! (auf Nahrungshygiene achten)

Schon mit der Einhaltung dieser wichtigsten Verhaltensregeln lässt sich ein enormer Beitrag zu einem schönen Aufenthalt und einer gesunden Heimkehr leisten.

Professor DDr. Martin Haditsch
Ärztlicher Leiter der Labor Hannover MVZ GmbH und des TravelMedCenter Leonding, Österreich

USA: UFO-Beobachtungsturm in Colorado

Ufo Beobachtungsturm in Colorado

Colorado ist bekannt für seine Natur, seine Skigebiete und die beeindruckenden Nationalparks. Doch der US-Bundesstaat hat auch eine Vielzahl echt skurriler Geheimtipps zu bieten: In unmittelbarer Nähe des Great Sand Dunes National Park, in der Kleinstadt Hooper liegt ein UFO-Turm zur Beobachtung fliegender Untertassen. Die Beobachtungsplattform bietet einen Rundumblick über das San Luis Valley, in dem angeblich schon diverse unerklärliche Lichtphänomene und Gegenstände am Himmel gesichtet wurden. Gebaut wurde der Watchtower von der ehemaligen Farmerin Judy Messoline vor elf Jahren. Heute betreibt sie in dem kuppelartigen Bau einen Souvernirshop mit Alienandenken aller Art. Besucher sind angehalten, in den Beeten vor dem Watchtower persönliche Gegenstände zu hinterlegen und so für eine besonders positive Energie zu sorgen.

Hier klicken für weitere Informationen  über den UFO-Watchtower  und über Colorado.