Argentinien: Buenos Aires – Tango, Fußball, Maradona und saftige Steaks

Am Plaza de Mayo hat alles angefangen, hier soll Juan de Garay 1580 Bueos Aires gegründet haben. Rings um den Platz stehen pompöse Gebäude, vom rosaroten Regierungspalast über große Banken bis zum Rathaus.

Buenos Aires ist alles: eine riesige 12-Millionen-Metropole, laut, hektisch, immer in Bewegung, wenn nicht gerade wieder mal Megastau herrscht, voller Monumentalbauten mit prächtigen Fassaden, dazwischen quetschen sich jede Menge hässliche Betonbauten, jeder Quadratmeter ist kostbar, moderne Hochhäuser in Reih und Glied, dann wieder ärmliche Einwandererviertel. Nach ein paar Erkundungen zu Fuß wird mir schnell klar, dass so die Stadt nicht zu erkunden ist. Also eine Fahrt mit dem Hop on Hop off Bus und die Stadt vom Sonnendeck aus inspizieren. Gut drei Stunden wühlt sich der Bus durch den Verkehr, hält an hundert Ampeln, steckt im Dauerstau, kommt langsamer als so mancher Fußgänger vorwärts, angeblich alles ganz normal, deshalb verliert auch kaum einer die Nerven.

Egal, wo man hinkommt, wartet schon eine Schlange. Die Argentinier lieben es Schlange zu stehen. Ob an der Bushaltestelle oder vor dem Restaurant, da wird nicht gemurrt oder gedrängelt, egal, wie lange es dauert. Jeder Engländer würde bei so viel Disziplin vor Neid erblassen.

Puerto Madero ist der neueste Stadtteil von Buenos Aires und der am schnellsten wachsende. Hochhäuser schießen in dem einst heruntergekommenen Hafenviertel förmlich in den Himmel, ständig entstehen neue Büros, Wohnungen, Geschäfte und Restaurants. Geld scheint hier keine Rolle zu spielen.

Was fällt einem ganz spontan zu Argentinien ein? Tango, Fußball, Maradona und natürlich saftige Steaks. Wo Touristen sind, ist auch der Tango nicht weit. Zu jeder Tages- und Nachtzeit tanzt ein Paar auf der Straße oder in den Restaurants – natürlich nicht nur aus reinem Spaß, ein paar Pesos müssen dabei schon den Besitzer wechseln.

Maradona lebt immer noch in La Boca, zumindest will mir das sein Double weismachen. Seine Nationalmannschaftstrikots mit der legendären Nummer 10 verkaufen sich noch heute bestens in den Läden neben dem Stadion, dort wo der Göttliche für die Boca Juniors gespielt, nein gezaubert, hat. Auch in Caminito ist er allgegenwärtig.

Caminito ist bunt und touristisch, der Montmartre von Buenos Aires. Tangotänzer an jeder Ecke, bereit für ein Foto zu posieren, Künstler, Souvenirshops, Restaurants.

Die Argentinier sind Weltmeister im Rindfleischverbrauch. Hühnchen, Lamm und Schweinefleisch gibt es zwar auch, aber nur ein saftiges Rindersteak vom Grill zählt für Argentinier. Zu Recht, denn egal, wo man hingeht, die Steaks sind einfach göttlich. Leicht rauchig im Geschmack, wunderbar zart und auf den Punkt richtig gegrillt.

Christian Nowak

Argentinien: Buenos Aires, die Stadt der Vielfalt

Foto: C. Nowak

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Die Wiege des Tangos

Große Boulevards und Prachtarchitektur: Die argentinische Metropole zählt zu den schönsten Städten Südamerikas.

„Paris Südamerikas“ wird die Stadt gerne genannt. Tatsächlich wirkt Buenos Aires auf den ersten Blick überraschend europäisch. Das liegt zum einen an den vielen neobarocken Gebäuden, zum anderen daran, dass sich seine Bewohner – die „Porteños“ – gerne auf ihre europäischen Einwanderer-Vorfahren berufen. Buenos Aires hat jedoch ganz unterschiedliche Gesichter. Das Geschäftszentrum Microcentro besticht durch den Präsidentenpalast Casa Rosada und das Wahrzeichen der Stadt: den Obelisken, der auf der Avenida 9 de Julio steht, die mit 140 Metern als breiteste Straße der Welt gilt. San Telmo ist der Geburtsort des Tangos. Hier findet auf der Plaza Dorrego sonntags ein großer Flohmarkt mit Open Air Tango statt. La Boca ist das bunte Hafenviertel, an dessen Rand auch das berühmte Fußballstadion La Bombonera liegt. Und zu den schicken Stadtteilen zählen Recoleta und Palermo mit ihrer Vielzahl an Bars und Cafés, sowie hervorragenden Restaurants.

Alexa Christ

Foto: C. Nowak

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Infos:

www.bue.gov.ar

Beste Reisezeit: Buenos Aires kann ganzjährig bereist werden. Besonders angenehm ist es jedoch im argentinischen Frühsommer, im November, wenn die Temperaturen noch nicht zu hoch klettern.

Übernachtungsmöglichkeit: Craft Boutique Hotel, im Szeneviertel Palermo, Nicaragua 4583, Palermo Soho, Buenos Aires, Argentinien, Tel 0054 11 4833 0060/1011, www.crafthotel.com

Foto: C. Nowak

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