Sri Lanka: Gesund essen nach Vata, Pitta oder Kapha

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Eine Ayurveda-Ärztin erklärt den Ernährungs- und Behandlungsplan, der individuell an den
Konstitutionstyp angepasst ist (Foto: Barberyn Ayurveda Resorts).

In der ayurvedischen Gesundheitslehre besitzt jeder Mensch von Geburt an eine nur ihm eigene Konstitution, beeinflusst von den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Ihr Zusammenspiel reguliert alle körperlichen und geistigen Funktionen. Bei einer Kur in den beiden Häusern der Barberyn Ayurveda Resorts auf Sri Lanka lernen Gäste ihre Veranlagung sowie die Zusammensetzung einer typgerechten Ernährung kennen. Denn ein speziell ausgerichteter Speiseplan kann Mangelerscheinungen oder Überfluss ausgleichen und so helfen, die Gesundheit entscheidend zu verbessern. Kurz: Der Körper bleibt oder kommt in Balance.

Wer seine Konstitution weiß, hat durch die Wahl seiner Nahrungsmittel vielfältige Möglichkeiten, sein Wohlbefinden zu beeinflussen. In den Barberyn Resorts helfen die Ärzte des eigenen Ayurveda Gesundheitszentrums dabei. Nach einer eingehenden Untersuchung mit Bestimmung der Doshas erhält jeder Gast einen persönlichen Plan. Eigens zubereitete Kräutermedizin und spezielle Treatments ergänzen die Heilbehandlung. So unterschiedlich die Speisepläne sind: Jedes ayurvedische Gericht ist ein bewusster Versuch, alle Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit zu treffen. Neben süß, sauer, salzig, scharf und bitter bezeichnet die jahrtausendealte Gesundheitslehre eine weitere als „herb und zusammenziehend“. Die Eigenschaften von Nahrungsmitteln werden mit heiß oder kalt, ölig oder trocken und schwer oder leicht typisiert. Ziel ist eine ausgewogene Mischkost, für manche Lebensmittel oder Getränke gilt es, sie zurückhaltend oder in kleinen Mengen zu konsumieren. Während des Aufenthalts in den Barberyn Resorts lernen Gäste, wie sie verschiedene Nahrungsmittel am besten kombinieren können, auch für zu Hause in der eigenen Küche.

Die Barberyn Ayurveda Resorts sind Vorreiter des Ayurveda-Tourismus auf Sri Lanka. Heute vereint der Name zwei einzigartige Hotels an der Südwestküste, die gleichermaßen von der langen Tradition und dem Erfahrungsreichtum der Betreiber profitieren. Beide Häuser, das 1968 eröffnete „Barberyn Reef Ayurveda Resort“ nahe Beruwela und das neuere „Barberyn Beach Ayurveda Resort“ bei Weligama, liegen an langen palmengesäumten Tropenstränden. Herzstück der Hotels ist jeweils das Ayurveda Gesundheitszentrum. Beide gehören zu den angesehensten Sri Lankas und bieten eine große Auswahl an Ayurveda-Kuren sowie Yoga und Meditation. Wiederholt wurden die Barberyn Ayurveda Resorts vom sri-lankischen Tourismusamt als bester Ayurveda-Anbieter des Landes ausgezeichnet.

Preisbeispiel: 2 Wochen Kur im Barberyn Reef Ayurveda Resort kosten pro Person ab 1.505 Euro im Doppelzimmer (ohne Flug). Im Preis enthalten sind ayurvedische Vollpension, Anwendungen, Medikamente, ärztliche Betreuung, Akupunktur, Yoga, Meditation, Ausflüge und die Transfers vom und zum Flughafen. Damit Ayurveda seine Wirkung voll entfalten kann, empfiehlt sich ein Mindestaufenthalt von 2 Wochen.

Sri Lanka: Kandy und Kasyapas Wolkenpalast

Sechs Uhr morgens. Colombo ist längst hellwach, der Verkehr schon chaotisch.Großes Gedränge auch am Bahnhof. Fast im Minutentakt spucken die vollbeladenen Vorortzüge Hunderte Passagiere aus. Trauben geduldiger Männer und Frauen warten auf die Abfahrt ins Land. „Unser Zug wird gleich kommen“, sagt Ruwan, ein schlanker, fast grazil wirkender Mann mit freundlichem Lächeln und schwarzgelocktem Haar. Man schätzt ihn höchstens auf Mitte zwanzig, doch unser Guide hat schon den 40. Geburtstag gefeiert und begleitet seit 17 Jahren Touristen über seine Insel. Dann rollt der rote Zug heran. Am Ende der Salonwagen in den wir einsteigen dürfen, in Vorfreude auf die Fahrt, die als eine der schönsten Bahnstrecken Asiens gepriesen wird. Wie in einem Panoramakino gleitet die tropische Landschaft an uns vorbei: sattes Grün auf allen Seiten, Palmenwälder und Reisterrassen, weit geht der Blick ins Tal und auf Gebirgszüge in der Ferne. Der Zug ruckelt und schuckelt uns durch Tunnel und über Viadukte, vorbei an Schluchten und hart am Abgrund vorbei. Bis zur Endstation in Bandulla braucht er zehn Stunden, erzählt Ruwan. Dabei schnaufe er auch bis in eine Höhe von 1.270 Metern hinauf, wo die Teeplantagen das Land mit einem grünen Teppich bedecken.

Königliches Kandy

Für uns ist die begeisternde und abenteuerliche Fahrt in Kandy zu Ende. Umgeben von fünf üppig grünen Hügeln und umflossen vom Mahaweli-Fluss hat die letzte Königsstadt der Singhalesen – seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe – ihren einstigen Zauber bewahrt. Glänzend weiß und symbolhaft thront eine Dreißig Meter hohe Buddhastatue über der Stadt, die das kostbarste Heiligtum des Landes, einen Zahn Buddhas, hütet. Der Dalada Maligawa, eine Mischung aus Palast und Kloster, außen eher schlicht, überrascht im Innern mit Fresken,  Verzierungen und silberbeschlagenen Türen. Drei Mal am Tag kommen Pilger und Touristen zum Zahntempel, um die Puja-Zeremonie zu erleben. Dann wird der edelsteingeschmückte Schrein, in dem die Relique bewahrt wird, für eine Stunde geöffnet.

Am Vormittag mischen auch wir uns unter die Besucherscharen und erleben, wie Trommler und Flötenspieler die Öffnung des Schreins ankündigen. Berge von Lotosblumen häufen sich vor dem Heiligtum, an dem wir vorbeigehen dürfen, den aber nur wenige Auserwählte zu Gesicht bekommen. Idyllischer Mittelpunkt der Stadt ist der Kiri Muhada, ein vom letzten König angelegter künstlicher See. Auf dem Inselchen in der Mitte sollen der Legende nach die Gemächer der königlichen Gespielinnen gewesen sein. Nach einem Spaziergang um den Milchsee herum gönnen wir uns eine Pause im kolonialen Queens-Hotel. Hier hat vielleicht auch Hermann Hesse seinen Tee getrunken, als er 1911 Sri Lanka besuchte und im Queens logierte. Für den Abend hat unser Guide einen Besuch bei den „Kandyan Dances“ organisiert. Ein Ereignis, dass allabendlich in der Arts Association Hall zig Hunderte Einheimische und Gäste begeistert. Tänzer, Artisten, Trommler und Feuerschlucker gestalten in historischen Kostümen und Masken traditionelle Bräuche und Rituale, den Kampf des Guten gegen das Böse.

Ins Kulturdreieck

Weiter nach Norden – ins Kulturdreieck Anuradhapura, Sigiriya und Polonnaruwa. Links und rechts der kurvenreichen Straße wuchert der Urwald, im üppigen Grün versteckt kleine pastellfarbene Häuser. Die Sonne glitzert silbern auf Palmenwedeln, die sich sanft im Wind wiegen.

„Wollt ihr sehen, was alles aus Kokospalmen gemacht wird“, fragt Ruwan und lässt den Bus vor einer Hütte halten. Die Begrüßung mit der Familie ist herzlich, man kennt sich. Und wir erleben in einer spannenden dreiviertel Stunde, wie vielseitig der „Lebensbaum“ der Insel verwendet werden kann. Er liefert Stroh für Dächer, Matten und Haushaltsgeräte, Öl zum Braten, Saft zum trinken und Kokosfleisch und –milch für die Küche. Entlang der Straße locken zahlreiche „Spice Gardens“, Mustergärten großer Gewürzplantagen, die Führungen anbieten. Hier kann man sehen, wo und wie der Pfeffer und Zimt wächst, wie eine Kardamon- und Currypflanze und eine Kakaofrucht aussieht und dass die Muskatnuss in einer noch härteren Schale wächst.

Allmählich verändert sich die Landschaft, Palmen und Bananenstauden werden seltener, das Grün ist nicht mehr so üppig und weicht dem Graugrün des niedrigen Dschungels. Dann ist Dambulla erreicht, der geografische Mittelpunkt der Insel und eindrucksvolles Pilgerziel. Hinter dem großen vergoldeten Dagoba beginnt der etwas schweißtreibende Aufstieg über zahlreiche Felsenstufen zu dem berühmten Höhlentempel, dem vierten Welterbe im Kulturdreieck. Vor mehr als 2000 Jahren haben Mönche fünf Höhlen in den Granitfelsen gehauen. Die größte und prächtigste beeindruckt mit sechzig Buddhastatuen in verschiedenen Posen. Decken und Wände sind vollständig von farbigen Malereien bedeckt, die Geschichten aus dem Leben Buddhas erzählen. Die ältesten Kunstwerke stammen aus vorchristlicher Zeit, die jüngsten aus dem 20. Jahrhundert. Noch heute wird das Höhlenkloster von Mönchen bewohnt. Ein mit bunten Wimpeln geschmückter Bodhibaum, der heilige Baum des Buddhismus, wächst vor dem Kloster. Unweit davon bezaubert ein Tempelbaum mit der verschwenderischen Pracht seiner weißen Blüten. Von der Höhe des Felsrückens aus geht der Blick weit übers Land. Bei guter Sicht sei sogar der Sigiriya-Felsen zu erkennen, erzählt unser Guide. Heute ist er nicht zu sehen, doch schon bald werden wir dort sein.

Das Lächeln des Buddhas

In nordwestlicher Richtung führt die Straße nach Polunnaruwa. Eingebettet in ein hügliges Waldgebiet liegt die nach Anuradhapura zweite altertümliche Hauptstadt. Im 12. Jahrhundert eine der größten Städte Südostasiens, war ihre Blütezeit jedoch nur von kurzer Dauer. Nach einem Überfall der Tamilen wurde sie 1314 als Hauptstadt aufgegeben, dem Urwald und der Vergessenheit überlassen. Erst im 19. Jahrhundert begannen die Engländer mit der Ausgrabung. Da das parkähnliche Gelände sehr groß ist und die einzelnen Sehenswürdigkeiten weit auseinander liegen, macht es Spaß, hier mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Es sind fast ausschließlich Relikte sakraler Bauwerke, die auf dem Ruinenfeld bewundert werden können: mehrere Tempel im ehemaligen heiligen Bereich, Reste des königlichen Palastes,  zahlreiche Skulpturen, die als Zeugen der hohen Bildhauerkunst beeindrucken. Wie groß und prächtig mag die Stadt einst gewesen sein! Am besten erhalten geblieben ist der riesige Dagoba, vor dem sich zwei Affen-Gangs lautstark miteinander streiten. Am Seerosenteich vorbei radeln wir zum wohl schönsten Ort Polunnaruwas, dem Gral Vihara. Vier Buddhastatuen sind in einen länglichen Granitfelsen gemeißelt. Besonders der zwölf Meter lange liegende Buddha, dessen Kopf auf einem Kissen mit Lotosblume ruht, zieht jeden in seinen Bann. Ein Lächeln scheint auf dem Gesicht des Erleuchteten beim Eingang ins Nirwana zu liegen. Ein ergreifender Ort, an dem man gern länger verweilt.

Unweit von Polunnaruwa erstreckt sich der Minneriya Nationalpark. Das fast 9.000 Hektar große Schutzgebiet um den Minneriya See ist Heimat für viele Vögel. Hirsche und Elefanten. Der Nachmittag sei günstig für eine Jeepsafari, versichert unser Guide. Mehr als hundert der grauen Riesen leben im Park und die Gewissheit, einige von ihnen zu entdecken, sei groß. Von den offenen Jeeps halten wir Ausschau. Es dauert auch nicht lange, bis sich der erste Dickhäuter zeigt. Die Spannung steigt, die Fotoapparate klicken. Und weiter geht die Fahrt auf holprigen Wegen, denn die Ranger kennen die Lieblingsorte ihrer Schützlinge. Ruwan hat nicht zu viel versprochen, bis die Dämmerung kommt, haben wir noch viele Elefanten – sogar eine Familie mit Kind – beobachten können.

Kasyapas Wolkenpalast

Dann ist es so weit. Wir sind auf dem Weg zu den Wolkenmädchen, der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit Sri Lankas. Wir sind früh aufgestanden, denn am Morgen ist es dort noch nicht so voll und die Temperaturen am angenehmsten. Unterwegs erzählt Ruwan die Geschichte Sigiriyas, die vor 1500 Jahren begann. Eine Geschichte von Königsmord und zwei verfeindeten Prinzen. Aus Angst vor der Rache seines Bruders habe Kasyapa seinen Palast auf der Spitze des Felsens errichtet. Wie vom Himmel gefallen erhebt sich ein zweihundert Meter hoher Monolith aus dem Grün. An seinem Fuß die königlichen Lustgärten mit zahlreichen Lotosteichen, Becken, Kanälen und Springbrunnen, die noch heute Wasser speien. Über unzählige Steinstufen klettern wir nach oben, erreichen schließlich die erste Plattform und die Wendeltreppe, die zu der Höhle mit den legendären Wolkenmädchen führt. Nach den Mühen des Aufstiegs macht der Anblick im wahrsten Sinne atemlos. Ein Foto der Fresken hat sicher schon jeder gesehen, doch dem Original gegenüber zu stehen, hat eine magische Wirkung. Denn diese anmutigen Wesen mit Blüten und Früchten in den Händen sind wirklich bezaubernd. Von den einst 500 Malereien sind nur 21 erhalten geblieben, und ein Uniformierter wacht darüber, dass kein Blitzlicht die mehrfach restaurierten Fresken beschädigen könnte. Gern würde man sich an dem märchenhaften Anblick länger erfreuen, doch schon drängen die nächsten Besucher in die Höhle. Erst die Hälfte des Weges ist jetzt geschafft, Stufe für Stufe geht es weiter zur mittleren Plattform. Zwischen zwei riesigen Löwentatzen führt eine Metalltreppe steil nach oben. Von dem einstigen Palast sind nur noch die Fundamente zu sehen. Doch der Blick auf den grünen Dschungel ringsum ist überwältigend.

Christel Seiffert