Schweiz: Die Schatzalp, Thomas Mann’s Zauberberg

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Die Fahrt mit der Zahnradbahn, von der unterirdischen in die oberirdische, 1900 Meter hohe Graubündner Bergwelt, begann unerwartet gastfreundlich. Breit lächelnd sah mich der Mann im Kassenhäuschen an und fragte in typisch kehligem Schwyzerdütsch: „Warum wollen Sie bei mir bezahlen? Moment mal, erst einmal suche ich Sie auf der Gästeliste.“
Und Schwups, ohne weitere Worte, drehte sich die elektronische Schranke auf. Die Fahrt war kostenlos. Nach knappen sechs Minuten erreichte ich die Bergstation, und die Kabinentür zog sich wiederum wie durch Geisterhand beiseite. Dann Hopps, sechs Stufen, links durch die Schwingtür, und zehn Sekunden später tat sich ein atemberaubendes, zauberweißes Bergpanorama vor mir auf. Eine gigantische Bühnenkulisse.

Bild 2Das Einsinken im Neuschnee verlangsamte meinen Schritt, als wäre ich bereits Sanatoriums-Patient. Die abrupte Umstellung auf die dünne Höhenluft fühlte sich an wie Schwindel, wie auf Watte -Wolken wandern.
Vor hundert Jahren pries man die würzige Höhenluft der Schatzalp wie anderswo die Heilquellen. Wieder beschwerdefrei frei atmen zu können war für Tuberkulose-Patienten ein Zeichen von Freiheit und Genesung.
Bis zu Thomas Mann’s luxuriöser Sanatorienwelt war es ein Katzensprung. Keine hundert Meter. Über einen Wandelgang. Hier mussten täglich hüstelnde Kranke, zum Beispiel das von Thomas Mann so makaber beschriebene Grüppchen “Halbe Lunge“, auf und ab getappt sein.
Durch die bogenförmige Glastür warf ich einen Blick in die prachtvolle Jugendstil-Lobby. Auf der marmornen Theke, da wo einst illustre bourgeoise Patienten ihren Pass vorlegten oder ihre Rechnungen mit Geldbündeln beglichen, lag tatsächlich, behaglich ausgestreckt, ein echter schwarze Kater. Er schnurrte, als hätte man ihn mit der Gästebegrüßung beauftragt. Als ich durch die weiteren Glastüren rechts und links in die weißen Salons spähte, dachte ich unwillkürlich: Kein Wunder, das Thomas Mann tausend Romanseiten brauchte, um dieses mystische Berg-Jugendstil-Milieu so ausschweifend zu huldigen.

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Die Kategorisierung in Sterneklassen, ließ man mich wissen, würde das Gros der feinsinnigen Gäste als schnöde Normierung empfinden. Auf Perfektion pocht man nicht. Jede Restaurationsarbeit wird mit Bedacht überlegt, um den morbiden Charme nicht zu unterwandern.
Die Gästezimmer sind schlicht. Wie einst die Krankenzimmer. Die Messinglampen, die bollrigen Heizkörper und die eingebauten Kleiderschränke hat man im Original erhalten. Nur Bäder wurden im Zuge der Modernisierung in die Räume gezwängt. Ein kleines hölzernes Radio am Nachtkästchen ist für die Unterhaltung gedacht. Ein Flachbildschirm im Zimmer würde das Ambiente verfälschen.
Die Loggia mit Panorama-Bergblick ist der Schatz der spartanischen Zelle. Sechs Stunden am Tag, so lautete die Verordnung, hatte jeder Patient die Liegekur einzuhalten. Bei Wind und Wetter lag man eingehüllt in braune Kamelhaardecken, und sog die Luft wie Medizin ein.

Bild 4 Beim Bau von 1898 bis 1900, errichtete man hundert Meter oberhalb des Sanatoriums ein eigenes Kraftwerk. Jedes Zimmer verfügte vom ersten Tag an über elektrisches Licht. Vom Keller bis zum Dachboden wurde zentralgeheizt. Telefone installierte man auf allen Fluren.
Kaiser Wilhelm ließ sich in prophylaktischer Weitsicht, sollte er einmal Tuberkulose bekommen, eine noble Suite reservieren. Er kam nie nach Davos, aber man bezahlte über Jahrzehnte. In diesen Räumen ist heute noch das  damalige Mobiliar unberührt erhalten.
Die einstige Pracht ist in den Raucher-, Schach- und Musiksalons zu bewundern. Die meterhohen Jugendstilfenster, volle bunter Ranken und Blumen, sind im Original erhalten. Auf einige malte man Wolkengardinen, weil plüschig Textiles aus Hygienegründen nicht erlaubt war. Die Ölgemälde mit ihren romantischen Motiven sollten beruhigend auf die Psyche der Patienten einwirken.

 

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Nur die kuschlig weißen Sofas sind neu. Ab 16.00 Uhr knistert das Kaminfeuer, und am Flügel klimpert eine bezaubernde rumänische Pianistin – mit und ohne Gäste – entspannt vor sich hin. Wer in der verträumt himmlischen Atmosphäre nüchterne Nachrichte aus der „Welt von unten“ möchte, kann sie im ehemaligen Röntgenzimmer auf einer Riesenleinwand sehen.

Wo denn tatsächlich der original Schauplatz für den Zauberberg war, hat Thomas Mann in weiser Voraussicht verschlüsselt. Das Luxussanatorium Schatzalp hat er als einzigen Handlungsort im Roman beim richtigen Namen genannt. Im „Berghof“, dem heutigem „Waldhotel“, litt und lebte nachweislich sein Protagonist Hans Castorp. Das Haus wurde 1911 als „Wald- Sanatorium Professor Jessen“ eröffnet.

Katja Mann begann hier am 22. März 1912 ihre sechsmonatige Kur auf Grund einer Lungenschwäche. Der Professor vermutete bei Thomas Mann während seines Davos Aufenthalts auch eine Tuberkulose. In seinen Aufzeichnungen steht: „Ich befand mich etwa zehn Tage dort oben, als ich mir bei feuchtem und kaltem Wetter auf dem Balkon einen lästigen Katarrh der oberen Luftwege zuzog.“ Na, was lag näher, als den Literaten umgehend als Patienten zu integrieren. Der Literat aber wehrte sich vehement. Sein Ansinnen war einzig und allein, das Milieu zu studieren, und die detaillierten Schilderungen seiner Frau noch illustrer zu Papier zu bringen.

Er schrieb: „Diese Krankenwelt dort oben ist von einer Geschlossenheit und einer einspinnenden Kraft, die Sie ein wenig gespürt haben werden, indem Sie meinen Roman lasen. Es ist eine Art von Lebens-Ersatz, der den jungen Menschen in relativ kurzer Zeit dem wirklichen, aktiven Leben vollkommen entfremdet. Luxuriös ist oder war alles dort oben, auch der Begriff der Zeit. Bei dieser Art von Kuren handelt es sich stets um viele Monate, die sich oft zu Jahren summieren.

Seine Anmerkung, wonach man im Winter die Leichen gefroren über die Bobbahn zu Tal schlitterte, sorgte in ganz Davon für Entrüstung. Dass es mit zur Kur gehörte, so eine Art Seelenklempner wie Dr. Korokowski zu konsolidieren, wollte man verschwiegen wissen. Fünfmaliges Fiebermessung als Lebensinhalt zu reduzieren, das ging zu weit. Die literarische Verarbeitung der amourösen Patienten-Episödchen fanden Sanatoriumsbetreiber ebenso geschmacklos. Bis sie merkten, dass der 1924 erschiene Roman „Der Zauberberg“ zum Muss der Gesellschaftsliteratur avancierte, Davos zum magnetischen Anziehungspunkt aufstieg.

Von 1950 bis 1954 ging es mit der Sanatoriumskultur steiler abwärts als auf der Bobbahn.

Die Erfindung des Penicillins brachte raschere Heilerfolge. Das Höhenklima war nicht mehr von Nöten und keiner wollte sich stundenlangen Liegekuren mit ungewissem Ausgang unterziehen. Mit der Erfindung von Antibiotika wurden die Sanatorien zu einem Schwanengesang einer Epoche, die sich überlebt hatte.

 

Text: Veronika Zickendraht

Fotos: Hotel Schatzalp

Deutschland: Brandenburg für alle. Barrierefrei reisen

Zeuthen 06.06.2016 Fotos : YORCK MAECKE TMB Barrierefrei auf dem Boot.

Foto : Yorck Maecke, TMB Barrierefrei auf dem Hausboot

 

 

 

 

Ausgabe 2017des Magazins  für barrierefreies Reisen in Brandenburg erschienen

Neu in der diesjährigen Ausgabe, die jetzt im sechsten Jahr in Folg erschienen ist, sind Erlebnisberichte von Gästen, die den barrierefreien und für jedermann erreichbaren Ausflugszielen der einzelnen Reiseregionen Brandenburgs vorangestellt wurden. So berichtet der stark sehbehinderte Berliner Yannick von seiner Tour mit einem Oldtimer-Tandem und dem SUP-Board in Potsdam. Und die Rollstuhlfahrerin Judyta Smykowski beschreibt ihr unvergessliches Gefühl von Freiheit, als sie im Sommer das barrierefreie Hausboot Febomobil 990 von Kuhnle-Tours über die Gewässer des Dahme-Seenlandes steuerte. Aktuell nimmt das Heft auch Bezug auf das Lutherjahr 2017. So kann man sich beispielsweise in Jüterbog barrierefrei auf die Spuren der Reformation begeben. Pfarrer Bernhard Gutsche von der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai gibt in dem Heft und bei einem Besuch lebendige Einblicke in die außergewöhnlichen Geschehnisse jener Zeit.
Insgesamt werden auf rund 100 Seiten ausgewählte Angebote für Rollstuhlnutzer, Gäste mit Seheinschränkungen, für gehörlose Menschen und Besucher mit Lernschwierigkeiten sowie Infos für Allergiker für einen erlebnisreichen Ausflug oder einen entspannten Urlaub im Bundesland Brandenburg und in der angrenzenden Mecklenburgischen Seenplatte präsentiert.
Noch mehr barrierefreie Urlaubsangebote – insgesamt über 800 – sind detailliert beschrieben im Internetportal www.barrierefrei-brandenburg.de. Hier kann die Broschüre auch als barrierefreies pdf kostenlos heruntergeladen werden, das auch für Leser mit Sehbehinderung gut geeignet ist. Ebenso ist die Broschüre auch kostenlos bei der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH erhältlich. Telefon: 0331 – 200 47 47. Darüber hinaus wird das Spezial-Magazin ab März bundesweit über den Zeitschriftenhandel  zum Preis von 2,80 Euro vertrieben.

Deutschland: Harz – Die steilste Abfahrt nördlich der Alpen

K1024_Brockenbahn_in_Winterlandschaft__Harzer_TourismusverbandSchneesicher sind die Harzer Wintersportorte nicht. Doch sobald sich die weiße Pracht einstellt, bieten Harzer Loipen und Pisten, Rodelbahnen und Natureisflächen jede Menge Winterspaß.

Der erste Schnee fällt oft schon im Oktober. Zumindest auf dem höchsten und berühmtesten Berg des Harzes, dem 1141 Meter hohen Brocken. So auch in diesem Jahr. Bereits Mitte Oktober meldeten die Meteorologen von der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Brocken eine dünne Neuschneeschicht und posteten launig das Foto vom ersten Schneemann der Saison. Bis sich der ganze Oberharz in ein weißes Wintermärchenland verwandelt, gehen meistens noch etliche Wochen ins Land. Ein Garant für weiße Weihnachten ist auch der Oberharz mit Höhenlagen um 800 Meter schon seit den 1960er Jahren nicht mehr. Im Januar und Februar aber stehen die Chancen auf weiße Pracht noch immer ziemlich gut. Und wenn die Fremdenverkehrsbüros auf der Wintersport-Website die passenden Schneehöhen melden, zieht es nicht nur die Niedersachsen und Sachsen-Anhaltiner in ihre Berge. „Unsere Loipen und Pisten locken auch Hamburger und Berliner “, weiß Christin Faust vom Harzer Tourismusverband in Goslar. Mit dem Auto und auch mit Bahn oder Bus lassen sich die Wintersportorte in dem südlich von Braunschweig und Magdeburg gelegenen Mittelgebirge von Berlin aus in etwa drei Stunden erreichen. Spontan ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung zu bekommen, ist in der Regel nicht schwer. „Die typischen Winterurlauber im Harz sind ja die Kurzentschlossenen“, so Christin Faust. „Die meisten buchen erst, wenn der Wetterbericht für die nächsten Tage Neuschnee und dann knackigen Frost und strahlenden Sonnenschein verspricht. Und denen können die Vermieter vor allem in den kleineren Orten immer noch Fremdenzimmer oder Appartements anbieten.“

K1024_Brockenkuppe_Winter__E._RonkainenWenn man Harzfans nach ihren Winterfavoriten befragt, fallen die Antworten ganz unterschiedlich aus. Für die einen gibt es nichts schöneres, als durch die verschneiten Wälder zu wandern, zum Beispiel auf dem sechs Kilometer langen Rundwanderweg bei Hohegeiß, der vorbei an der Alten Bobbahn durchs Wolfsbach- und durchs Gretchental führt. Andere, die mehr Action wollen, zieht es an den Wurmberg bei Braunlage. Hier liegt das größte Skigebiet des Harzes. Weil die Winterklientel heute anspruchsvoller ist, als noch vor 20 oder 30 Jahren, haben die Harzer hier vor ein paar Jahren die Infrastruktur nachgerüstet und der Natur hier und da nachgeholfen, um den Abfahrtspaß vielseitiger und attraktiver zu machen. Nun gibt es eine neue 1,2 Kilometer lange Piste am Osthang. Kenner loben die ideale Neigung, die zu flotten Carvingschwüngen animiert, Skiläufern und Snowboardern aber auch ganz gemütlich talwärts brettern lässt. Steil und „schwarz“ dagegen ist die neue Piste am Hexenritt, diese Direktverbindung vom Wurmberggipfel zur Mittelstation und ist selbst für Könner kein Spaziergang. Mit einem Gefälle von 60 Prozent sorgt sie – als steilste Skiabfahrt nördlich der Alpen – zumindest bei Nordlichtern für Adrenalinschübe. Anfänger können sich auf einer eigenen Piste ausprobieren, Snowboarder finden ihr Revier am Sonnenhang auf einen Freestyle-Parcours mit verschiedenen Features. Weil sich das größte Harzer Skigebiet vor allem als Freizeitziel für Familien empfehlen will, fehlt auch eine Snow-Tubing-Anlage nicht. In Schlauchreifen rutschen dort schon die Jüngsten jauchzend in den Abhang runter und liefern Bilder, wie sie die regionalen Fernsehsender lieben, wenn sich der norddeutsche Winter einstellt.

Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn HSB fŠhrt zum Brocken (Aufgenommen am 7.2.10) Die Strecke zum hšchsten Harzgipfel ist das Zugpferd der HSB. Rund 700000 FahrgŠste nutzen jŠhrlich das Angebot mit dem Zug zum Brocken zu fahren. Auf der Pressekonferenz der HSB werden am Donnerstag den 11.02.10 die neuesten Zahlen des GeschŠftsjahres 2009 prŠsentiert.

Schnelles Gipfelglück

Lange Wartezeiten an den Wurmberg-Liften gehören erst einmal der Vergangenheit an. Eine neue Vierer-Sesselbahn verbindet Mittelstation und Gipfel. Seit dem Ausbau kann die Anlage nun 3000 bis 4000 Menschen pro Stunde auf den mit 971 Metern höchsten Berg Niedersachsens befördern. Um die weiße Saison ein wenig zu verlängern, haben die Betreiber der Wurmberg-Seilbahnen zudem in eine Beschneiungsanlage investiert. Sobald die Temperaturen unter null Grad sinken, können innerhalb von 72 Stunden fünfeinhalb  Pistenkilometer wintersporttauglich machen, ohne dass eine Flocke Naturschnee fällt.
Weniger idyllisch geht es bisweilen auf dem Parkplatz an der Mittelstation zu. Im Zuge der Modernisierung wurden hier 600 PKW-Stellplätze geschaffen. Doch an Wochenenden mit Bilderbuch-Winterwetter reichen die bei weitem nicht aus. Ab zehn Uhr ist meistens schon alles dicht. Zusätzliche Stellflächen will man aber nicht schaffen. Konflikte mit Umweltschützern wären vorprogrammiert. Wer sich den Parkstress ersparen will, muss frühaufstehen oder, wenn das keine Alternative ist, mit der Seilbahn anreisen, die den Ort Braunlage mit der Wurmberg-Mittelstation verbindet.

K1024_Am_Wurmberg_Braunlage__Wurmberg_AlmWer auf die Harzer Superlative verzichten kann, weder die steilste noch die – mit vier Kilometern längste Abfahrt zum Winterglück braucht, kann andere Orte ansteuern. Bad Sachsa, Hahnenklee, Hohegeiß, Sankt Andreasberg und Schulenberg betreiben ebenfalls Liftanlagen und präparierte Abfahrt-Pisten. Darüber hinaus locken, über den gesamten Harz verteilt, rund 500 Kilometer gespurte Langlaufloipen, Natureisflächen, Rodelberge und Rodelbahnen, auch solche, die abends beleuchtet werden. Eine der längsten Naturrodelbahnen kann Bad Harzburg für sich reklamieren, 1500 Meter lang ist das Vergnügen auf der alten Harzburger Molkenhaus Chaussee. Die Bergstation von Torfhaus, einem Ortsteil der Bergstadt Altenau, liegt in 820 Metern Höhe. Ski-Alpin- und Rodelpisten sind  hier zwar nur wenige hundert Meter lang. Dafür bietet sich bei der Talfahrt – klare Sicht vorausgesetzt – ein herrlicher Blick auf den Brocken. Den sagenumwobenen Hochharzgipfel kann man auch im Winter ganz bequem erreichen. Ab Schierke zuckelt die Schmalspurbahn durch die verschneite Märchenlandschaft. Oben angekommen hilft eine heiße Erbsensuppe gegen die klirrende Kälte.

Text: Susanne Kilimann
Fotos: Harz Tourismus

 

Deutschland: Katalog – Reiseziele für Menschen mit Körperbehinderung

k1024_titelbildUrlaub mit dem Rollstuhl – kein Problem: neue und bewährte Reiseziele für Menschen mit Körperbehinderung stellt der  Bundesverbandes  Selbsthilfe Körperbehinderter in seinem kostenlosen Katalog „BSK-Urlaubsziele 2017“ vor. In diesem Katalog werden betreute Gruppenreisen sowie eine große Auswahl an Individualreisen in Deutschland, Europa und Übersee angeboten.
Der aktuelle Katalog kann gegen Zusendung eines adressierten und mit € 1,45 frankierten DIN A4-Rückumschlag angefordert werden beim: BSK e.V., Reiseservice, Altkrautheimer Straße 20, 74238 Krautheim . Weitere Infos auch unter www.reisen-ohne-barrieren.eu oder telefonisch: 06294 428150.

Viele weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserer Rubrik Barrierefrei Reisen

Österreich: Im Ötztal die Kraft aus der Natur schöpfen

K1024_therme_02_1Bei Längenfeld im Tiroler Ötztal warten gleich sieben Kraftplätze. Und ein sagenhafter Wanderweg durch die Wälder mit einem wunderbaren Blick ins Tal.

Die Worte sprudeln aus  Martin Santer heraus. Er erzählt vom Feuerstein, dem wilden  Mannle und den Feuerreitern. Sagengestalten im Ötztal, deren fantastische Erzählungen  in einem kleinen Büchlein gesammelt worden sind. Dort sind sie lebendig – aber auch in den Skulpturen auf dem Ötztaler Sagenweg zwischen dem kleinen Örtchen Huben und der Berghütte am Feuerstein. Aus der ehemaligen Almhütte ist ein stattlicher Anlaufpunkt für Wanderer und Naturfreunde geworden, die das Ambiente der Bergwelt oder einfach nur eine Jause nach der Wanderung genießen.
Begleitet werden sie bei ihrem mehr als einstündigen Aufstieg von den Kunstwerken, die von den Ötzler Künstlern Fahnes geschaffen wurden. Imposant erhebt sich der schaurige Drache in die Höhe, dem vom Riesen besiegt wird, während die Feuerreiter im Galopp ins Tal preschen, vorbei am verwunschenen Hasen. Alle insgesamt 15 Skulpturen entstanden aus Altmetallteilen der Autozulieferer, erzählt Santer, auf dessen Initiative bis 2010 der komplette Wanderweg durch die Bergwelt neu gebaut worden ist.  Schattige Waldpartien wechseln sich mit offenem Gelände ab. Der Bach gurgelt gemächlich auf seinem Weg ins Tal. „Die Natur ist wie ein Park“, sagt der Visionär. Man habe nur einen Weg hindurch führen müssen.

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Eine weitere Vision Santers ist ein Wanderweg rund um Längenfeld, dem Nachbarort von Huben. Eine Hängebrücke, die zwei Berge miteinander verbinden, hat er schon bauen lassen. Doch ganz umrunden kann man Längenfeld noch  nicht.
Muss man auch nicht. Abschalten, auftanken und entspannen kann man hier trotzdem wunderbar. Und in der Ruhe der Natur die Seele baumeln lassen.  Als reinigendes Energiefeld ist das medizinische Höhenzentrum Längenfeld bekannt. Einer dieser Kraftplätze ist die kleine Pestkirche, 1661 im Wald am Kropfbühel errichtet. An der Lichtung vor dem Gebäude ist die tiefe Ruhe spürbar.  Wenn nicht gerade Peter Droessel mit einer Gruppe TBB, Taiji Bailong Ball,  spielt. Bis das innere Gleichgewicht und der Rhythmus der Zweiergruppen gefunden ist, dauert es einige Minuten. Dann aber scheint der kleine gelbe Ball seinen Weg von der Hand des einen Partners in die des anderen fast von selbst zu finden. Die Schläger nehmen die Energie der Kugel auf und geben sie im nächsten Moment wieder ab. So findet sich  Spielfluss und Balance und der Gast seine innere  Ruhe.

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Rund um den kleinen Ort, unterhalb von Sölden,  recken sich die Ötztaler Alpen in den Himmel, deren Spitzen in den Abendstunden erglühen. Genießen kann man dieses Naturschauspiel besonders in der Tirol Therme Längenfeld und dem angeschlossenen Aqua Dome, als Hotel- und Tagungszentrum. Helle, lichtdurchflutete Räume und jede Menge Holz und Naturmaterialen sorgen schnell für die typische Tiroler Gemütlichkeit.
Aus dem kleinen Bauernbad an einer Schwefelquelle hat sich in den vergangenen Jahren eine stattliche Thermenlandschaft entwickelt, die auch von Tagesgästen gerne frequentiert wird. Der Gegensatz von hohen Gipfeln und tiefen Schluchten ist auch hier erlebbar. Das moderne Thermenresort bietet auf über 50.000 Quadratmetern  ein außergewöhnliches Wellness-Konzept, das die Heilkraft der Natur und die Ressourcen der Alpen verbindet. Erholsam nach der Wanderung auf den mehr als 1300 Kilometer langen Wegenetz oder zum Stuibenfall, den höchsten Wasserfall Tirols, sind nicht nur die schwebenden Schalenbecken mit Sole und Schwefelwasser. Auch die Saunalandschaft, bei der die Natur Pate stand, sorgt für Entspannung.
Die heißen Quellen des besten Thermenresorts der Alpen versetzen Tages- und Hotelgäste in höchste Entspannung und Wohlbefinden. Für die Hotelgäste des Aqua Dome gibt es zudem noch Wellness auf höchstem Niveau.  Auf zwei Stockwerken verteilt, wartet eine besondere Ruhe- und Erholungsoase, die ihresgleichen sucht. Im Spa 3000 warten Saunen und Kräuterpeelings, Ruhezonen und ein wunderbarer Blick auf die herrliche Bergwelt.

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Wer stattdessen lieber körperliche Anstrengung braucht,  für den hat Fitnesstrainer Peter Droessel noch jede Menge Tipps. Oder man findet den ultimativen Adrenalinkick im Outdoorpark „Area 47“ am Eingang des Tals.

Text und Fotos. Diana Seufert

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Deutschland: Hopfen – das „grüne Gold der Hallertau“

K1024_hopfen4„Dass die edle Jauche Wellen schlag‘ in unsrem Bauche, prost!“ Der Trinkspruch von Inge Neumaier sorgt für Heiterkeit in der Frauengruppe aus Abensberg. Ihr Mann war lange Jahre Braumeister in der dortigen Brauerei Ottenbräu. Auch Hopfenbotschafterin Elisabeth Stiglmaier begeistert sich für den Reim. Von der Biersommeliere erfahren die Frauen und auch die drei Männer vieles über die Heilkraft des Hallertauer Hopfens, der nicht nur beim Bierbrauen seine beruhigende Wirkung entfaltet.
Die Region rund um  Ingolstadt ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet in Deutschland und deckt rund ein Drittel des Weltbedarfs. „Natürlich wandert das meiste in die Bierherstellung“, erzählt die Fachfrau, die im kleinen Örtchen Attenhofen lebt, umgeben von unzähligen Hopfengärten. Elisabeth Stiglmaier kennt sich mit den Reben aus, und gewährt einen Einblick in die arbeitsintensive Ernte und das Darren der Dolden. Schließlich betreibt die Familie seit vielen Jahren  Hopfenanbau.

K1024_hopfen1Die Begeisterung, die Elisabeth Stiglmaier für das „grüne Gold der Hallertau“ hegt, gibt sie gerne und sehr charmant an die Gäste weiter – ob beim Hopfenlied mit Zither-Begleitung oder als historische Hopfenzupferin, die von der beschwerlichen Ernte berichtet. Das Niederbayerische ist für Gäste jenseits des „Weißwurstäquators“ nicht immer ganz leicht zu verstehen, aber Elisabeth Stiglmaier liefert auch gerne die passende „Übersetzung“. Bei ihren Führungen geht es hinaus in die Hopfengärten, wo man nicht nur den speziellen herben Geruch beim Zerreiben einer Dolde schnuppert, sondern auch  das Wachstum der Rankpflanze beobachten kann. Bis zu 30 Zentimeter schaffen die Reben am Tag. Erst wenn sie die Hilfsdrähte in rund sieben Metern Höhe erklommen haben, machen sie sich im Juni und Juli an die Blüte. Geerntet wird frühestens im September. Praktisch für die Landwirte: Hopfen kann 40 Jahre und älter  und auf dem gleichen Feld wieder angepflanzt werden. Genutzt werden aber nur die weiblichen Pflanzen. Weil der Brauhopfen nicht befruchtet sein darf, werden die männlichen Exemplare und der Wildhopfen sogar gerodet.

Für die meisten Gäste sind die grünen lupulinsäurehaltigen Dolden eine der vier Grundzutaten neben Wasser, Gerste und Hefe beim Bierbrauen. Und mit dem Reinheitsgebot, das vor 500 Jahren in Ingolstadt erlassen worden ist, existiert  auch das älteste Verbraucherschutzrecht. Elisabeth Stiglmaier hat für ihre Besucher aber zur Einstimmung ein anderes Schmankerl: Hopfentee. Bitter ist das Gebräu, das gerne mit Zucker und Minze „verändert“ werden darf. Die Hopfenbotschafterin brüht die Dolden auf und lässt den Sud gut ziehen.

K1024_hopfen2„Der Hopfen bräuchte als Arzneipflanze mehr Aufmerksamkeit.“ Die will sie ihm schenken. Bereits Hildegard von Bingen hatte die antiseptische Wirkung erkannt und das Haltbarmachen. Die Volksmedizin nutzte die Pflanze bei Nervosität, Rheuma und Gelenkschmerzen, aber auch als Linderung bei Wechseljahrsbeschwerden. Denn der Hopfen enthält Phytohormone, die dem Östrogen sehr ähneln. Neben einer beruhigenden und Blutzucker senkenden  Wirkung kann die Pflanze auch präventiv zum Einsatz kommen. Dem Wirkstoff Xanthohumol wird  bei Krebs eine lindernde Wirkung nachgesagt. Aber Stiglmaier warnt vor der Versuchung: Viel hilft viel.  Wie bei jeder Arznei komme es auf die Dosis an.

Der Wildhopfen in der Region wurde schon um 500 n. Chr von den Wenden genutzt und im 9. Jahrhundert bereits kultivieren. „Wo der Wein der Römer versagt hat, gedieht der Hopfen.“ Gerade der Lösslehmboden der Hallertau tauge dafür sehr gut. Heute existieren von der Arzneipflanze des Jahres 2007 bis zu 40 verschiedene Sorten. Einige wachsen auf dem Stiglmaier-Hof. Wie der klassische Hallertauer Taurus, der dem Bier seinen leicht herben Charakter verleiht. Für die Gruppe hat die Vorsitzende der Landerlebnisführerinnen Bayerns ein paar besondere Biersorten zum Kosten ausgewählt. Von einer Variante, die an Weißwein erinnert, bis zum Zitrusgeschmack gibt es zahlreichen Züchtungen auf dem Markt und in den Braukesseln. „Alles Geschmacksache.“  Kein Pardon gibt es aber beim richtigen Einschenken: Erst das Glas kühl ausspülen, langsam einschenken, riechen. Dann erst die Zungenspitze leicht eintauchen, um die Süßes zu erkennen. Erst danach darf ein richtiger Schluck genommen werden.

K1024_hopfen3Wie aus dem Hopfen, Wasser, Malz und Hefe schließlich ein köstliches Bier entsteht, erfahren die Besucher bei  Kuchlbauers Bierwelt in Abensberg. Natürlich wird anschließend auch verkostet.  Die Kombination „Bier und Kunst“ darf hier wörtlich verstanden wissen. Mit dem 35 Meter hohen Turm hat der Österreicher Friedensreich Hundertwasser sein letztes Architekturprojekt  konzipiert. Sein Freund Peter Pelikan hat das Wahrzeichen der Brauerei nach dessen Tod dann umgesetzt.   Weithin sichtbar lockt es seit 2010 die Besucher an, die im Biergarten gerne sitzen. In der goldenen Zwiebelkuppel hat man einen wunderbaren Blick über die Hallertau.

Die Kunst und die geschwungenen Formen ziehen sich wie eine Schlange durch Brauerei und  Gelände. Einen Abstecher wert ist auch das KunstHaus gegenüber der Weißbierbrauerei. Eine Vielzahl an Hundertwasser-Werken sind hier zu bestaunen.

K1024_hopfen7In der Region Hallertau wird aber nicht nur Bier, sondern auch Schokolade und Likör mit Hopfen hergestellt. Dass die „Seele des Biers“, der Hopfen, auch im Wellness-Bereich seine ätherischen Öle entfalten kann, zeigt sich im **** Hotel „Eisvogel“ in Bad Gögging, das sich seine Landgasthaus-Kultur bewahrt hat. „Hopfen-Well“ für Leib und Seele  haben sich  Geschäftsführerin Margit Zettl-Feldmann und ihre Mitarbeiter auf die Fahnen geschrieben. „Der Hopfen bestimmt das Leben in der Region und den Jahreslauf“, betont sie. Spezielle Anwendungen gibt es im großzügigen Spa-Bereich. Entspannend ist ein Bad in den Hopfendolden oder auch eine Massage mit Hopfenöl. Und zur Erntezeit kreiert der Küchenchef gerne auch Gerichte mit dem grünen Gold, etwa ein Steak mit Hopfenkruste. Ein passendes Bier darf natürlich nicht fehlen.

K1024_hopfen9Wer noch mehr über das bayerische Nationalgetränk erfahren möchte, schwingt sich zur Brauereiraldtour aufs Rad (www.brauereikarte.de). Ein Abstecher nach Kloster Weltenburg an der Donau zur ältesten Klosterbrauerei der Welt ist zu empfehlen. Bereits seit 1040 gibt es hier Gerstensaft. Bevor man sich aber im Biergarten niederlässt, sollte man sich aber die Klosterkirche St. Georg  der Brüder Asam nicht entgehen lassen.

Text und Bilder: Diana Seufert

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Österreich: Marillenrausch

Marillenbaum

Jedes Land hat sein Nationalgericht. Zu Österreich gehört das Wiener Schnitzel. Das wir Österreicher aber auch eine Nationalfrucht haben, ist über unsere Grenzen hinaus noch wenig bekannt.
Sie heißt Marille. Im Hochdeutschen als Aprikose bekannt. Was wäre die Sachertorte ohne den apriko glänzenden Marmeladenschmelz unter der Schokoladenglasur. Es ist in der Tat so: wir haben ein nahezu erotisches Verhältnis zu dieser Frucht.
Die Reife der Marille eruieren wir mit leichtem Fingerdruck auf die Frucht. Wie geschmeidig sie sich öffnen lässt, ist ein weiteres Indiz für ihre Verarbeitungsbereitschaft. Innen sollte sie fruchtig glänzen, und ein sattes oranges Fruchtfleisch zeigen.
Ein wesentliches Qualitätsindiz ist die Herkunft. Der Begriff heimisch allein reicht nicht, Griechisch geht schon gar nicht. Die Königin der Marillen kommt aus der Wachau. Eindeutig.
Der wachauer Obstbaum Spezialist Stefan Hick rät beim Kauf auf altbewährte Marillensorten wie „Ungarische Beste“, „Klosterneuburger“ und „Große Kremser“ zu vertrauen. Neue französische oder amerikanische Marillen, die durch lange Haltbarkeit glänzen, können im Geschmack nicht ansatzweise mithalten.

Unsere Hommage an Liebling Marille beginnt bereits im Frühling.

Bild 5 Marillenba¦êumchenJeden Frühling wiederholt sich das duftende Schauspiel. Wie der Nektar die Bienen, zieht die Marillenblüte Besucherscharen aus allen Himmelsrichtungen an. Je nach Sonneneinstrahlung öffnen sich Ende März (paar Tage früher oder später) die Knospen von rund 100.000 Marillenbäumen. Und dann leuchtet die Weltkulturlandschaft Wachau in zarten weiß bis rosaroten Pastelltönen. Besonders blütenintensiv ist der höchst gelegene Marillenhain im Klostergarten des Stiftes Göttweig. Beim Blick ins Donautal sollte man aufpassen, dass man nicht in einen Blütenrausch gerät. Mit dem Gartenbesuch eine Stiftsführung zu verbinden, ist empfehlenswert., Seit die ersten Benediktinermönche sich um das Jahr 1080 ansiedelten war Kultur in in der Wachau immer eng mit Pflanzenkultivierung verbunden. Traubenanbau und die Kelterei waren ihre Kunst und Passion.

Die jährliche Öffnung der Blüten ist so, als würden die Wintervorhänge zur Seite gezogen

Der Startschuss! Die Fahrräder für die Besucher werden aufgepumpt, die karierten Tischdecken ausgebreitet und die Schiefertafeln mit Menüvorschlägen beschrieben. Etwa 170 Hektar Marillengärten gibt es derzeit in der Wachau. Wie prachtvoll der Blütenteppich im Frühjahr leuchtet und wie hoch der Ernteertrag im Juli ausfallen wird, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab. Der Marillenbaum reagiert sehr sensibel auf Frost. Allerhöchstens zwei Grad Celsius unter Null kann die zarte Knospe verkraften.
Noch immer gehört es zum guten Ton, vor Ort zu sein. An Juli-Wochenenden scheint halb Österreich persönlich in Richtung Wachau zu fahren. In meiner Kindheit gab es einen alten braunen Pappkoffer, der alle Jahre wieder in der Wachau mit Marillen gefüllt wurde. In Nachbarschaft holte man derweil schon die Marmeladekochtöpfe aus dem Keller. Eine Woche lang kochten wir Marillenknödel, Marillenstrudel, Kompott und kandierten fleißig die Marillenschnitzen zu Konfekt.

Viele Marillen

 

Rund um die Zubereitung hat jede Familie aus Großmutterszeiten ihre eigene Hausvariante. Über Kalorienmengen bei den Zutaten zu sprechen, ist keine gute Idee. Butter, Zucker und Semmelbröseln sollen großzügig verwendet werden.

 

Marillenknödel

 

 

 Wer die Marillenblüte bestaunt und von den Früchten träumt, kann sich bestenfalls ein paar Blüten abzupfen. Damit niemand leer ausgehen muss, bietet die auf  Marillenpflanzen spezialisierte Gärtnerei Hick Bäumchen im Topf an. Ob die auch auf einem schattigen Großstadtbalkon süße Früchte tragen, kommt auf den liebevollen grünen Daumen an. Für Souvenier-Jäger stehen klare Marillenschnäpse und süße Marillenliköre aus der vorigen Saison bereit. Die Marmeladen sowieso. Welche Wirkung Kosmetik aus Marille hat, ob der Teint so rosig wie die Frucht wird, das könnte hautbedingt verschieden sein.

Text: Veronika Zickendraht

Deutschland: Der Skulpturenpark in Katzow

 

Das Dorf Katzow liegt in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Greifswald und Wolgast. Hier stellt der Berliner Bildhauer Thomas Radeloff 1991 auf einer Wiese die ersten drei Skulpturen auf. Ein Jahr später lädet er vier Künstler zum Ersten Internationalen Bildhauerworkshop ein und ein weiteres Jahr später wird der gemeinnützige Verein „Skulpturenpark Katzow“ gegründet. 1997 schließlich wird die Kunstscheune fertig, in der bis 2012 mehr als 130 Ausstellungen veranstaltet werden, bis das Projekt aus Geldmangel eingestellt werden muss. Doch der Skulpturenpark wächst weiter – mittlerweile stehen auf dem über 20 Hektar großen Gelände mehr als 100 Skulpturen von fast 100 Künstlern aus 23 Ländern.

Weitere Infos:
www.skulpturenpark-katzow.eu

Österreich: Wien, wienerisch, am wienerischsten

K1024_P1060409Lassen Sie den Stephansdom links liegen. Konzentrieren Sie sich auf den 6. und 7. Bezirk. Dem berühmt-berüchtigten K&K-Multikult- Rotlichtviertel des 19 Jahrhunderts. Die „Unmoral“ war bis in die fünfziger Jahre eine fette Einnahmequelle. Ein diskreter Hauch davon liegt bis heute in der Luft.
Bieder ist hier nichts. Die jungen Kühnen haben die beiden Stadtteile okkupiert. Ob in Kunst, Kultur oder Kulinarik, nur was und wer verrückt genug ist, wird integriert. Die Mariahilferstrasse liegt zwischen den beiden Bezirken 6. Mariahilf und 7. Neubau. Die 1,8 km lange Einkaufsstraße mit ihren allerorts gleichen Kettenläden wirkt wie ein Fossil einstiger Konsumsucht.

 

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„Kreativ Shopping“ läuft ausschließlich in den Querstraßen, rechts und links der Mariahilfer Fußgängerzone. Ein neuer Lifestyle, getragen von Bewusstheit & Wertigkeit, liegt in der Luft. Verkaufsgespräche haben ein spezielles Vokabular. Es geht erst in zweiter Linie ums Produkt. Stress scheint man an manchen Ecken buchstabiere zu müssen.

Nobles Design – und das handgemacht – ist angesagt. Auf Handwerkskunst und edle Materialen legt man Wert. Der Wortschatz der Verkäufer ist voll Poesie. Die Euphorie für die „Kreationen“ lässt sich nicht mit schnöden Verkaufsargumenten ausdrücken. „Eigensinnig“, so heißt eine kreativtriefende Designerinitiative, versteckt hinter der ehrwürdigen Barockkirche St. Ulrich. Hier planen die Kunden zwischen zwei und vier Stunden für ihre Verkaufsentscheidung ein. Eine neue Gesprächskultur entwickelt sich. Die neue Langsamkeit mit geeigneten Worten zu definieren ist der Hype. Lasziv schreitend, sich mit minimalen Hüftschwung bewegen, ist Ausdruck der Philosophie. Aufgeregt laufen nur die selbsternannten Modefetischisten durch die Gassen, die sich in ihren Bloggs in Bewertungen ergehen.
Traditionswerkstätten, wie die 1931gegründete Kürschnerei Freudensprung, bringen die Designerwelt wieder etwas in Balance. Hier wird der Nerz noch repariert, und in der warmen Jahreszeit mottengeschützt präpariert. Auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Feine Nerzstreifchen näht man auf Cashmere-Strick. Das spart Material, bringt Bequemlichkeit und lässt erst auf den zweiten Blick den Reichtum erkennen.
„Sellerie“ in der Burggasse ist kein Gemüseladen. Hier offeriert man Vienna Based Designers. Duftkerzen wie „City of Tomorrow“ oder mit dem Duft „Utopie“. Oder im Sale: Wandkalender gedruckt mit Mineralölfreier Farbe auf österreichischem Recyclingpapier  und Energie aus nachwachsenden Ressourcen.
Total im Trend, passend in der Lage und in der Liebenswertigkeit alle Boutiquen übertreffend, ist das Hotel „Altstadt Vienna“.

K1024_Bild 4 Altstadt Vienna Suite Felix Design Metteo Thun. Foto ART

In dem Wiener Stadthaus, im 7. Bezirk in der Kirchengasse, lebt man mit anderen Wiener Familien Tür an Tür. Das Sozialleben im Hotel ist ein Parade-Lehrstück für die neue Lebensart. Ihr smarter Manager Philipp Patzel verkörpert das Konzept der Entschleunigung. Mit seinen Worten: „Die bewusst gehaltene Langsamkeit, die sich auf seine Gäste übertragen darf“. In den Salons wo sich die Gäste zum Nachmittagstee bei selbst gemachten Kuchen plaudernd begegnen, wird die Philosophie zur Kür.
Eine Reihe von Stammkunden kommen im Jahr vier, fünf Mal, und bleiben oft Wochen. Machen Theaterferien. Das Renaissance-, das Volks-Theater, und das Theater an der Josef Stadt sind fußläufig zu erreichen. Das Museumsquartier, eines der zehn größten Kulturareale der Welt ist nur einen Steinwurf entfernt. Da kann man schon mal zwischen dem einen oder anderen Museumsbesuch entspannt ein Nickerchen einlegen.
Ein Stammgast, der am meerestürkisen Sofa, rechts vom Kamin, Nachmittags gerne sein Plätzchen einnimmt, soll regelmäßig einnicken. Das weiß man, und man schiebt ihm ein kleines Kissen in den Nacken, damit sein Schlummern weiter genussvoll bleibt. Das Hotel ist voller bezaubernden Geschichten. Z.B. links neben dem feudalen Eingangsportal, eine unauffällige Wohnungstür. Eine kleine Plakette macht aufmerksam, dass mit bissigem Hund gerechnet werden muss. Die Bewohnerin ist die ehemalige Hausmeisterin. Seit fünfzehn Jahren ist sie pensioniert. Doch ab und an zieht sie ihre weiß gestärkte Kleiderschürze an und inspiziert das Hotel. Wobei man der Ehrlichkeit halber sagen muss, der Gästebereich zählte nie zu Ihrem Ordnungsbereich.
Weltberühmte Architekten und Modestars
Das Hotel hat 54 Zimmer. Ob von weltberühmten Architekten wie Matteo Thun oder von zeitgenössischen Modestars wie Lena Hoschek entworfen, kein Wohnraum gleicht dem anderen. Eines haben Sie jedoch alle gemeinsam: die berühmte Wiener Gemütlichkeit. Nur Ähnlichkeit haben sechs Zimmer, die dem Stil der berühmtesten Wiener Prostituierten Josefine Mutzenbacher zu Ehren gestaltet wurden. Sicher nicht frivol, nur ein zarter Hauch von Verruchtheit imitiert ihren Stil. Sie hat tatsächlich nur ein paar Häuser weiter residiert. Ein Gästepaar aus Tel Aviv erzählte beim Frühstück, sie hätten bei ihrer Zimmersuche das Wörtchen „unique“ in die Suchmaske eingegeben. Die allerhöchsten Bewertungen zeigte das „Altstadt Wien“.
Auf der Hotel-Homepage ist zu lesen: “Hier darf ich’s sein“. Wir sind professionelle Gastgeber, jedoch keine Roboter. Herzliche Menschen, jedoch mit Ecken und Kanten. Wir lachen und weinen, wir tanzen und sinnieren. So sind wir. So dürfen wir sein.
Die Gärtnerei zum bunten Hund hat gleich um die Ecke in der Kirchengasse 29 eine neue Filiale. Unterm Eingangsschild steht: “Wir machen das Kraut fett.“ Die Indoor-Gärtnerei ist spezialisiert auf Hanfpflanzen. Mit zwanzig verschieden Sorten vom Steckling bis zum Baum. Noch bevor man bedient wird, muss man das Poster mit den österreichischen Richtlinien lesen. Damit man die Legalität versteht. Wie es in Deutschland aussieht, geht in Wien keinen was an. Der ausgefuchste Hanf-Junky heißt mit Vornamen Eis. Mit wienerisch- serbischer Akzent erläutert er alles, was es für den zukünftigen Hauskonsum braucht. Seine Liebenswürdigkeit ging sogar soweit, die Geschäftstür zu schließen und mich hundert Meter weiter zum „Buschdoktor“ zu begleiten. Der Zubehörspezialist, der von der Lampe bis zum Dünger alles vorrätig hat.
Einen Katzensprung weiter über die Mariahilferstrasse ist der Headshop von Bushplanet. Hanf prangt hier nur auf den Fototapeten. Der Chef spricht breites Wienerisch und trägt Lederhosen mit Hosenträgern. Das Sortiment von gläsernen Wasserpfeifen ist immens. Das Rauchzubehör dagegen überschaubar. Hauchfeine Smoking Papers gibt’s ab einen Euro. Die Schächtelchen zu studieren und die Beschriftungen wie „Slim Kukuxumusu“ zu buchstabieren, könnte eine Annäherung an den beschaulichen, neuen Lifestyle sein. Gewiss ist es nicht, ob es das Haus davor oder das des Wasserpfeifen-Spezialisten vor hundert Jahren das K&K öffentlich genehmigte Bordell war. Das einzig Legale in der Illegalen Welt.

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Schräg gegenüber liegt das charmante Hotel Fürst Metternich.  Das Haus wurde 1896 in der Blütezeit der Leichtlebigkeit erbaut. Im Stil der deutschen Neorenaissance in einer typischen Wiener Häuserzeile. Das Haus ist nach dem Fürsten Metternich benannt. Er war ein bedeutender Staatsmann, unter anderem ab 1908 Außenminister der österreichischen Monarchie. Er glänzte als Grandseigneur auf internationalem Parket. Karl Otman von Aretin beschrieb ihn als zügellosen Lebemann. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er inkognito oftmals im Hotel logierte. Im illustren Kreis der „Historic Hotels of Europe“ ist das Metternich auch gelistet. Die Innenstadtlage ist perfekt. Die Estahazygasse verkehrberuhigt. Nachts kommt kaum ein Auto an. Bei offenem Fenster hört man morgens die Vögel zwitschern.

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Wenn man in der Nacht zuvor „gezwitschert“ hat, ist man bestens in ihren Hotelbetten aufgehoben. Barkenner, die ich über die Qualität der Americanbar im Souterrain befragte, stritten sich, ob sie die Beste oder Zweitbeste Wiens sei. Die imposante, reich mit schmiedeeisernen Beschlägen und Gläsern verzierte Eingangstür scheint wie dafür gemacht, die Hektik und den Lärm des Alltags auszusperren.
Die Bleiverglasung mit den bunten Butzenscheiben sind noch im Original erhalten. Früher zeigte man Reichtum gerne in der Größe der Kronleuchter. Demnach war das Hotel bereits bei der Bebauung im Luxussegment. Heute vertritt das Hotel passend zum Lebenstil im „Grätzel“(wienerisch Bezirk) den Luxus der Authentizität. Die Familie Kleindienst hat es mit Feingefühl restauriert. Die 54 Zimmer im Stil der 20.Jahrhundertwende belassen und mit modernsten Bädern und Wlan-Kompatibilität ausgestattet.Am Frühstücks Buffet steht frisch gebacken der Wiener Gugelhupf. Beim feinen Knochenschinken steht der Minuten zuvor geriebene Kren ( Meerrettich). Alles signifikante Zeichen, das man sich der Tradition verpflichtet fühlt. Wer sich in die Wiener Kulinarik vertiefen möchte, sollte einen fünfzehnminütigen Spaziergang zum Naschmarkt machen. Nach einem ausgiebigen Rundgang um Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch empfiehlt es sich, im ältesten Gasthaus am Naschmarkt „zur eisernen Zeit“ einzukehren. Ein kleines Gulasch für zwischendurch und ein „Glaserl Wein“ bereits am Nachmittag – wienerischer geht’s nicht.

Text: Veronika Zickendraht
Fotos: Rasso Knoller, Veronika Zickendraht, Hotel Altrstadt Vienna, Hotel Fürst Metternich (2)

Mehr Wien im WeltreiseJournal: http://www.weltreisejournal.de/2013/12/02/oesterreich-der-wiener-opernball/

Und hier geht’s zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten Wiens: http://www.weltreisejournal.de/2013/07/15/osterreich-wiens-top-10-sehenswurdigkeiten/

 

 

Österreich: Bad Häring – auf der Suche nach dem inneren Gleichgewicht

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Energie soll fließen. Von der Erde in den Körper, vom Himmel in den Körper. Die eigenen Energietore öffnen, sich einlassen auf den Körper ist das Ziel. Stefan Reinwand steht mit den rund 20 Teilnehmern im Garten des Hotels „Panorama Royal“ im Tiroler Kurort Bad Häring im Kreis und führt sie in die Kunst des Qigong und der Meditation ein.

Ganz zart, aber dennoch durchdringend klingen die Zimbeln, die Reinwand anschlägt. Zweimal ertönt der helle Klang. Dann taucht er mit den Neulingen ein in eine für viele unbekannte Welt.

Universelle Lebensenergie

Die eigene Mitte finden, zur Ruhe kommen, die Gedanken ausblenden: Mit den Übungen, macht Reinwand deutlich, könne das Qi, die universelle Lebensenergie, ohne die das Leben ganz und gar unmöglich ist, wieder fließen. Der 49-Jährige hat bei den Meisters des Shaolin selbst Erfahrungen gesammelt, hat drei Jahre lang mit ihnen gelebt. Nun gibt er seine Erfahrungen bei Kursen im Wellness Schloss Panorama Royal ****S, zwischen Kufstein und Wörgl gelegen, an interessierte Gäste weiter.

K1024_P1070600Von Shaolinmönch Shi Xinggui aus China wurde er in Shaolin Qi Gong, chinesischer Heilgymnastik und Chan- (Zen) Meditation ausgebildet. Das hat ihn geprägt. „Durch schlechte Lebensführung, Krankheiten, Stress, Verletzungen und Operationen wird das Energiepotential des Menschen außerordentlich erschöpft. Qi Gong ist eine einfache Technik, um die verlorene Lebensenergie zu ersetzen und dem Menschen wieder ein normales Leben zu ermöglichen“, erzählt er vor der Gebirgskulisse des Wilden Kaisers.

Von Hundert auf Null

Einfach auf die Bremse treten und den Körper wieder in ein seelisches Gleichgewicht versetzen, geht auch mit Meditation. „Die schnellste Art, um von Hundert auf Null runter zu kommen, ist eine Gehmeditation“, sagt der Wahl-Tiroler. Was die Mönche darunter verstehen, erfahren die Teilnehmer schnell. Oder eher langsam – aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur. Fast in Zeitlupe wird ein Bein gehoben und langsam von der Ferse bis zu den Zehen wird der Fuß wieder abgerollt. Erst danach ist das andere Bein dran. Gleichzeitig die Atmung unter Kontrolle bringen, damit sie sich an das zurückgenommene Tempo anpasst. Und die Gedanken dürfen schweben, aber nicht die Überhand gewinnen. Gar nicht so einfach, wie alle sofort merken. Schließlich ziehen das Vogelgezwitscher, der plätschernde Bach und das Rauschen der Bäume die Aufmerksamkeit auf sich. Gesprochen wird nicht, auch während des anschließenden Spaziergangs zum Wasserfall bei Bad Häring ist Stille eingekehrt. Denn zum Abschluss gibt es Qigong vor der wunderbaren Kulisse des Wasserfalls.

K1024_DSC_0850Dieses Einlassen auf den eigenen Körper bedarf Willen und Disziplin. „Aber es lehrt auch, dass wir nicht viel zum Glücklichsein brauchen.“ Stefan Reinwands Einstellung teilt auch Peter Mayer. Der Hotelier hat diese Philosophie für sein „Wellness Schloss Panorama Royal“ entdeckt. Vor zehn Jahren auf einem Kraftplatz zwischen Bad Häring und Wörgl erbaut, bietet das Wellnesshotel alles zum Entspannen und Erholen. Ein spiritueller Weg zur inneren Einkehr ist Mayer dabei wichtig. Auch er hat mit den Shaolinmönchen gelebt und deren buddhistische Lehre verinnerlicht. „Jeder Gedanke ist Energie, deshalb muss grundsätzlich eine positive Gedankenstruktur vorhanden sein“, betont er. Achtsamkeit gegenüber sich selbst und gegenüber anderen, ist sein Gebot. Und dazu zählt er auch, dass jeder Gast, egal mit welchem gesellschaftlichen Hintergrund, gleich behandelt wird. Und er nimmt seine Gäste – ob Manager oder Hausfrau – gerne mit an den Kraftplatz im Garten. Fünf Monolithe, „verbunden mit Stonehenge“, spenden den Erschöpften im Steinkreis Kraft. Auch wer nicht für solche Strömungen empfänglich ist, merkt schnell, dass eine besondere Anziehung von diesem Punkt im Garten ausgeht. Und genießt den schönen Blick auf die kleine Kapelle, die mit dem Kraftplatz eine kleine Einheit zu bilden scheint.

K1024_P1070606Ruhe und Erholung findet auch der, der sich nicht bewusst auf Energie-Urlaub und Spiritualität einlassen will oder kann. Im mit 2800 Quadratmeter sehr weitläufigen Spa-Bereich, in erdigen Farben gehalten, begegnet man zwar einer Buddha-Statue und auch dem Zeichen Ying und Yang, aber „überfrachtet“ wird man damit nicht. Wellness gibt es auch im Felsenbad, im angenehmen Saunadorf oder auch am Naturteich. So kann jeder seine Seele nach seiner Fac,on auftanken. Sich selbst spüren geht auch im wunderbaren Panoramagarten, im Feng Shui Garten, rund um den Liebespavillon oder auch auf dem Pfad der Energie.

Den Akku auftanken

Der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen hat sich auch Dr. Johannes Albrecht Moslehner verschrieben, der Energiemedizin, Naturheilkunde und Schulmedizin zum Wohl der Hotelgäste in den Behandlungen direkt vor Ort kombiniert.

K1024_P1070604Den eigenen Akku auftanken geht auch ganz hervorragend bei einer Wanderung zu den vielen im Sommer bewirtschafteten Hütten. 300 Kilometer gut gepflegte Wanderwege auf einer Seehöhe von 828 bis 2309 Meter erschließen die wunderbare Bergwelt der Kitzbühler Alpen rund um die Hohe Salve. Und wer den besonderen Adrenalinkick sucht fürs innere Gleichgewicht, der wagt einen Tandemsprung mit dem Paraglider von der Hohen Salve oder dem Markbachjoch in der Wildschönau aus. Wie die Vögel drehen die Profis ihre Runden, lassen sich den Wind um die Ohren wehen und genießen einen traumhaften Ausblick auf die Tiroler Bergwelt mit den bizarren Felswänden des Wilden Kaisers und den sanften Grasbergen. So findet jeder zu sich selbst, wird ausgeglichener und somit auch glücklicher – jeder auf seine ganz eigene Weise.

Text und Bild: Diana Seufert

Belgien: Die Mondlöscher von Mechelen

K800_Mechelen (7)Wer noch nie ein Gemälde von Peter Paul Rubens oder van Dyck im Original gesehen hat, der sollte sich auf den Weg nach Mechelen machen. Die kleine Stadt steckt voller Kunstwunder und Überraschungen.

Ganz genau weiß heute keiner mehr zu sagen, was damals wirklich geschah. Tatsache ist, dass Michail van Beethoven, 1684 in Mechelen geboren und reich geworden durch den Handel mit Mechelener Spitze, 1741 seine Heimatstadt verlassen musste, da er sich verspekuliert hatte, ruiniert war und seine Steuern nicht mehr zahlen konnte. In einer Nacht- und Nebelaktion floh der Urgroßvater des Komponisten mit seiner Familie nach Bonn und hinterließ ein ziemliches Loch in der Stadtkasse von Mechelen. Einer Steuersünde also verdanken wir, dass Ludwig van Beethoven in Bonn und nicht in Mechelen geboren wurde. Jahrzehntelang schien dieser Umstand den Stadtvätern nicht der Rede wert, heute aber ist man stolz darauf, dass die Vorfahren Beethovens aus Mechelen stammen. Eine Brücke über den Fluss Dijle trägt seinen Namen, es gibt eine Beethovenstraße und am Haverwerf, dem einstigen Binnenhafen der Stadt, ist ihm ein etwas sonderbares Denkmal gewidmet.

K800_Mechelen (10)Leichter Wind bewegt die Bäume, es ist ein schöner Frühlingstag. In den engen, verwinkelten Gassen hat die Zeit alles Nötige getan, um gerade Linien und rechte Winkel außer Kraft zu setzen. Mechelen, die kleine Stadt in Flandern (82 325 Ew.), ist voller Anmut. Vieles erinnert an die Gemälde alter flämischer Meister. Allein im Stadtzentrum gibt es acht prall mit Kunst gefüllte Kirchen. In der St. Rombouts-Kathedrale ist die „Kreuzigung Christi“ (1630) von Anthonis van Dyck zu bewundern, in der St. Jans-Kirche hängt ein „Triptychon“ (1617) von Peter Paul Rubens. Bilder, die in Deutschland längst in die Museen gewandert wären. Hier kann man sie am dem Ort bewundern, für den sie ursprünglich geschaffen wurden. Das macht sie noch ehrlicher und lebendiger. Auch an den drei wunderschönen Häusern, die unweit des Beethoven-Denkmals stehen, kann man nicht vorbeigehen. Das in Backstein erbaute barocke Haus St. Josef (1669) zeigt als farbigen Stuck den Hausherrn mit dem kleinen Jesus auf dem Arm. Das Haus daneben mit der hölzernen Fassade heißt „Das Teufelchen“ (um 1550) und den Abschluss bildet das farbenprächtige „Paradies“ (um 1530).

K800_Mechelen (30)Der Grote Markt ist das Zentrum der Stadt. An den Wochenenden ist der Platz schwarz vor Menschen und Buden, die Bauern der Umgebung bieten ihre Waren feil. Es geht zu wie an der Börse, lauthals wird gehandelt, gestritten, diskutiert, gelacht, Birnen und Äpfel wechseln den Besitzer, Kartoffeln und Porree, Mechelen ist das Gemüse- und Obstanbauzentrum Belgiens. Inmitten des hektischen Treibens steht eine Frau auf dem Sockel ihres Denkmals, und schaut dem Ganzen mit versteinerter Miene zu, Margarethe von Österreich, von 1507 bis 1530 Statthalterin der Burgundischen Niederlande, eines Staates, der lange vergessen ist. Die Fürstin machte Mechelen zu ihrer Hauptstadt. Berühmte Gelehrte und Künstler wie Erasmus von Rotterdam oder Albrecht Dürer verkehrten an ihrem Hof. Trotz Reichtum und Macht hatte Margarethe ein trauriges Leben. 24 Jahre war sie alt, als Philibert von Savoyen, ihr ach so geliebter Ehemann, tödlich verunglückte. Bis an ihr Lebensende trug sie die Witwentracht. Eine rote Rose liegt zu Füßen ihres Denkmals. Im Spiel von Licht und Schatten sieht es für einen Moment so aus, als würde sie lächeln.

K800_Mechelen (20)Dominiert wird der Grote Markt von der mächtigen Sankt Rombouts-Kathedrale. Ihr Turm, ein Riesending, sollte einmal mit 167 m der höchste Turm der Welt werden. Man wollte Gott so nah wie nur möglich sein. Chronische Geldnot, Pest und Cholera behinderten das fromme Werk. Nach beinahe 200 Jahren (1452-1529) hatte man 97,28 Meter geschafft. Irgendjemand fand, dies sei nun hoch genug, also stellte man den Bau für immer ein. Man hatte nicht einmal mehr Geld und Kraft, dem Turm eine Mütze aufzusetzen. Doch auch „der Unvollendete“ hat es zur Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der UNESCO gebracht. Und zum Wahrzeichen Mechelens. Schuld daran ist u. a. ein Vorfall, der sich (angeblich) am 27. Januar 1687 zutrug. An diesem eiskalten, nebligen Tag verließ gegen Mitternacht ein Betrunkener die Kneipe, um nach Hause zu stolpern. Plötzlich guckte er auf, und schrie: „Der Turm brennt!“ Tatsächlich war der Rombouts-Turm in rotes Licht getaucht und qualmte. Sofort organisierte er eine Menschenkette. Eimer gingen von Hand zu Hand. Als man endlich die 514 Stufen geschafft hatte, stellte man fest, dass es überhaupt kein Feuer gab. Nebel und Mond hatten ihnen etwas vorgegaukelt. Zu allem Unglück verbreitete sich die „Heldentat“ in Windeseile. Seither haben die Bürger von Mechelen den Spitznamen „Maneblusser“ weg, die Mondlöscher.

K800_Mechelen (36)Ein paar Meter nur vom Grote Markt entfernt, die Altstadt von Mechelen ist winzig, liegt der Kleine und der Große Beginenhof. Häuschen aus roten, efeuberankten Ziegeln, weiß gefugt, davor Hausgärten mit Geranien, Malven und Rosen, ein seltsamer Zauber geht von diesen verschwiegenen Städtchen in der Stadt aus, die zurzeit der Kreuzzüge (13. Jh.) entstanden. Sie brachten zahllosen Männern den Tod. Was sollte nur aus den Witwen werden, aus den jungen, sehnsuchtsvollen Frauen? Alleine konnten sie ihr Leben nicht fristen, das ging damals nicht. Also taten sie sich zusammen, und gründeten eine wohltätige Schwesternschaft. Ohne klösterliches Gelübde und Ordensbindung. Sie versorgten sich selbst, pflegten Kranke, und übten tätige Nächstenliebe. In 13 Städten Flandern gibt es die Beginenhöfe, einige von ihnen werden mittlerweile als Altenheime genutzt, anderen sind Wohnungen oder Studentenheime. Auch ihre Aufgabe hat sich verändert, sie besteht heute darin, Touristenattraktion zu sein.

Text und Bild. Bernd Siegmund

Deutschland/Dänemark: Mit dem Rad von Berlin nach Kopenhagen

Der Radfernweg Berlin – Kopenhagen führt durch die Mecklenburgische Seeplatte, alte Residenzstädte, die Hansestadt Rostock und über die Ostsee bis in die dänische Hauptstadt.

Wir treffen uns am Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen Berlins, früher Symbol der Teilung und des Mauerfalls, heute Touristenmagnet und Mittelpunkt der zusammengewachsenen Hauptstadt. Von hier wollen wir den Radfernweg Berlin – Kopenhagen in Angriff nehmen. Offiziell beginnt er zwar knapp zwei Kilometer weiter östlich am Schlossplatz, doch bei den rund 630 Kilometern, die vor uns liegen, fällt die kleine Abkürzung kaum ins Gewicht.

Auf den ersten Kilometern zeigt sich Berlin mit Reichstagskuppel, Regierungsviertel und Hauptbahnhof modern und weltstädtisch, doch schon bald geht es dann bis zur Stadtgrenze fast nur noch am Wasser entlang. Hohenzollernkanal, Havel, Nieder Neuendorfer See und die Oder-Havel-Wasserstraße bilden den gelungenen Auftakt dieser grün-blauen Radtour, denn bis nach Kopenhagen schlängelt sich der Radweg durch unzählige Wälder und Felder und verläuft über lange Strecken am Wasser.

Wohlwollend nehmen wir schon nach wenigen Kilometern zur Kenntnis, dass sich die Initiatoren dieses Radfernweges sehr viel Mühe mit der Streckenführung gegeben haben. Denn wir radeln fast immer auf wenig befahrenen Straßen oder sogar autofreien Wald- und Uferwegen. Und auch der Straßenbelag wird diese Woche zur Genusstour machen, denn die Reifen rollen überwiegend über makellosen Asphalt, sodass die Fahrt nach Kopenhagen selbst auf dem Rennrad kein großes Problem wäre.

Doch wir lassen uns Zeit, denn rechts und links des Weges gibt es soviel zu sehen, dass wir die Fahrt alle paar Kilometer unterbrechen könnten. In Oranienburg wartet das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg, das als Landsitz für die Frau des Großen Kurfürsten, Louise Henriette, gebaut wurde. 2009 war der historische Schlosspark Teil der Landesgartenschau, die unter dem Motto „Traumlandschaften einer Königin“ stand. Zumindest noch in diesem Jahr sind die liebevoll gestalteten Themengärten im Schlosspark zu besichtigen. Jenseits der bedrückenden Gedenkstätte Oranienburg-Sachsenhausen wird es schnell ländlich, dichte Wälder und Felder, die ihre Farbe mit der Jahreszeit von sattem Grün zu kräftigem Goldgelb ändern, aber auch Bauernhöfe, Dörfer und kleine Städte ziehen vorbei.

Ein Stück Industriegeschichte

Kurz nach Zehdenick führt der Radfernweg durch eine heute menschenleere Tonstichlandschaft, die auf den Ziegeleipark Mildenberg einstimmt. Mehr als 50 Seen, alles ehemalige und später geflutete Tontagebaue, sind entlang der Havel in eine wunderbar grüne Landschaft eingebettet. Von den 1890er Jahren ziemlich genau 100 Jahre lang war Mildenberg einer der wichtigsten Orte der Ziegelproduktion in ganz Europa. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass hier einst mehr als 5000 Menschen arbeiteten und rauchende Schlote die Luft verpesteten.

Vor allem das schnell wachsende Berlin der Gründerzeit hatte einen unersättlichen Bedarf an gebrannten Ziegeln und die kamen zum Großteil aus Mildenberg. Wichtigstes Relikt aus dieser Zeit ist der gewaltige Ringofen, der wegen seiner genialen Konstruktion ununterbrochen Tag und Nacht brennen konnte. Ab dem kleinen Ort Himmelpfort, in dem jedes Jahr ab Mitte November unzählige Briefe an den Weihnachtsmann beantwortet werden, radeln wir praktisch von See zu See, von denen viele bei schönem Wetter zum Baden einladen. Stolpsee, Röblinsee, Menowsee, Ellbogensee, Plättinsee, Gobenowsee, Woblitzsee und Zierker See bringen uns schließlich nach Neustrelitz.

Größte Sehenswürdigkeit der 1733 von den Herzögen von Mecklenburg-Strelitz gegründeten barocken Stadt ist ihr quadratischer Marktplatz, von dem sternförmig acht gerade Straßen in die Haupt- und Nebenhimmelsrichtungen abgehen. Hier steht auch das klassizistische Rathaus, das nach Plänen des Schinkelschülers Friedrich Wilhelm Buttel errichtet wurde. Auch nach Neustrelitz ist das Wasser allgegenwärtig, es sind die Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Nach einem kurzen Stück durch den Müritz Nationalpark führt ein wenige hundert Meter langer Abstecher zur Quelle der Havel, die von hier mehr als 300 Kilometer unter anderem durch Berlin und Brandenburg fließt, bevor sie bei Havelberg in die Elbe mündet.

Das Trojanische Pferd von Ankershagen

Der kleine Ort Ankershagen, im 12.Jahrhundert von Siedlern gegründet, ist ein typisches Angerdorf, hier befindet sich das weltweit einzige Heinrich-Schliemann-Museum. Auch wenn es von den Räumlichkeiten eher klein ist, zählt es doch zu den bedeutendsten Museen Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Anerkennung verdankt es in erster Linie seinem Direktor Dr. Reinhard Witte, der sich seit Jahren der Schliemann-Forschung verschrieben hat, die seiner Meinung nach noch lange nicht abgeschlossen ist. Genügend Material für viele weitere Jahre der Forschung gibt es mit Sicherheit, denn Schliemann frönte während seines ganzen Lebens einer regelrechten Sammelleidenschaft, sein Nachlass besteht unter anderem aus rund 80 000 Briefen.

Das Museum befindet sich in einem schönen Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, einst war es das Pfarrhaus von Ankershagen. Hier verbrachte Heinrich Schliemann, Sohn eines Pfarrers, acht Jahre seiner Kindheit. In seiner Autobiografie beschreibt er auch Ankershagen, den Ort seiner Jugend, die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, das Hügelgrab aus der Bronzezeit und das Ritterschloss, all das kann man auch heute noch besichtigen. Schon als Achtjähriger soll er in Ankershagen davon geträumt haben, irgendwann einmal Troja auszugraben. Vor dem Museum steht symbolträchtig ein großes hölzernes Trojanisches Pferd, in den Innenräumen fallen sofort die Nachbildungen aus dem Schatz des Priamos ins Auge.

Auf kleinen Straßen geht es nun durch Felder und kleine Dörfer an der Grenze des Nationalpark Müritz entlang bis nach Federow. Die Nationalpark-Information bietet je nach Jahreszeit Adlersafaris, Vogelstimmenführungen oder Radtouren durch das Kerngebiet des Nationalparks. Doch der Höhepunkt ist die Live-Übertragung aus einem Fischadlerhorst. Der Horst befindet sich an der Spitze eines Strommastes, eine Kamera mit Zoom- und Schwenkfunktion vermittelt hautnahe Einblicke in das Familienleben der Fischadler, ohne die Tiere beim Brutgeschäft zu stören. Im Laufe der Jahre sind so einmalige Aufnahmen auch vom Füttern der Jungtiere entstanden. Wer will, kann sich natürlich auch die Fischadler in der Natur anschauen, doch selbst mit einem guten Fernglas ist der Adlerhorst immer noch relativ klein und längst nicht so imposant wie aus der Kameraperspektive.

Über Waren, Krakow, Güstrow und Schwaan führt uns der Radweg nach Rostock und ans Meer, das wir von nun an kaum noch aus den Augen verlieren werden. Mit jedem Atemzug füllen sich die Lungen mit frischer Luft, feine Nasen können das Meer schon riechen und im Gesicht ist der Wind zu spüren. Stadtbrand und Zweiter Weltkrieg haben der Hansestadt Rostock arg zugesetzt, doch einige historische Giebelhäuser und Backsteinkirchen konnten rekonstruiert werden, auch das Rathaus am Neuen Markt und die Reste der Stadtmauer sind sehenswert.

Die Kreidefelsen von Møn – fast schöner als Rügen

Doch wir wollen schnell auf die Fähre und in knapp zwei Stunden hinüber nach Dänemark. Der Fährhafen Gedser besitzt wenig Reiz, lohnender ist der Abstecher zu den herrlichen Sandstränden von Marielyst. Die Inseln Falster und Lolland sind bretteben und wenig abwechslungsreich, deshalb entschließen wir uns, den rund 50 Kilometer langen Abstecher um die Insel Møn zu machen.

Vor allem wegen der Kreideklippen, als kilometerlange, senkrechte Wand steigen sie aus dem Meer, von einem Buchenwald gekrönt, der sich bis an die Abbruchkante wagt. Der Abstieg auf endlosen Treppen hinab zum Strand gleicht einer Zeitreise durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte, konserviert in der Kreide. Unten angekommen können sich die Augen dann nicht satt sehen an dem Farbendreiklang aus weißer Kreide, blauem Himmel und grünem Buchenwald. Zurück auf dem Radfernweg ist die Stadt Køge das nächste Ziel, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Aus dieser Zeit sind vor allem um den Marktplatz noch viele alte Häuser erhalten geblieben. In der Nørregade, Brogade, Vestergade und Kirkestræde, den kleinen Straßen rund um den weitläufigen Marktplatz, fallen immer wieder wunderschöne alte Fachwerkhäuser ins Auge.

Besuch bei der Kleinen Meerjungfrau

Doch nun lockt Kopenhagen, die wohl charmanteste Stadt Skandinaviens und Ziel des Radfernweges. Kopenhagen hat viel zu bieten, viel mehr als die Kleine Meerjungfrau und den Tivoli. Im Zentrum gibt sich Kopenhagen als weltstädtische Metropole, hier schlägt aber nur eines der vielen Herzen der Stadt. Was uns sofort auffällt, sind die vielen Radfahrer, mehr als ein Drittel der Pendler sollen mit dem Rad unterwegs sein, auch Anzug oder High Heels fahren in Kopenhagen Rad. Fast jede Straße hat einen Radweg oder Radstreifen und eine Grüne Welle für Radfahrer gibt es auch – davon können Autofahrer in Dänemarks Hauptstadt nur träumen.

Ungewohnt ist auch die Disziplin der Kopenhagener, jeder benutzt den Radweg und an roten Ampeln wird fast ausnahmslos gehalten. Die Stadtbesichtigung fällt viel zu kurz aus – denn für Kopenhagen braucht man mindestens zwei oder besser drei Tage. Um einige der rund 100 Museen anzuschauen, über die Einkaufsstraße Strøget zu schlendern, einen Kaffee vor der bunten Häuserzeile von Nyhavn zu trinken, die Marmorkirche und Schloss Amalienborg anzuschauen, die neue Oper zu bewundern oder dem Freistaat Christiania einen Besuch abzustatten. Es gibt viele Gründe, um wieder nach Kopenhagen zu kommen.

Christian Nowak