Finnland: Restaurant Day in Helsinki. Essen aus Nachbars Töpfen

Der Restaurant Day macht weltweit Furore. Überall kochen Nachbarn für Nachbarn. Erfunden hat man das Event aber in Helsinki. 

K1024__MG_2055_4527

 

Viermal im Jahr findet in Helsinki der Restaurant Day statt, dann werden Privatleute zu Köchen und zeigen was sie am Herd alles drauf haben.

Die Dame hatte mich durchs Wohnzimmerfenster zu sich herein gewinkt. Mitte dreißig war sie wohl, schwarze Haare und braune Augen. Sympathisch, sehr sympathisch sogar. Ich solle zu ihr kommen und mit ihr essen, hatte sie gesagt und mich dabei angelächelt. Die Tür stand offen. Aus der Küche rief sie mir zu, ich solle die Schuhe ausziehen. Ich tat wie geheißen und ging ich ins Wohnzimmer. K1024__MG_1997_4524

Da saßen sie dann, die anderen. Andrew aus Glasgow und seine Freundin Anne, Touristen auf der Durchreise. Lena, eine finnische Studentin. Meri, die Nachbarin der Gastgeberin. Und schließlich Wolfgang, „du kannst Wolfi zu mir sagen“, aus einem österreichischen Bergtal. Sie alle hatte die dunkelhaarige Schönheit ebenso wie mich in ihr Wohnzimmer gelockt.
Und dann kam sie, mit einer großen Platte voll Piroggen. Probieren sollten wir und so ihre Heimat kennenlernen.  Unsere Gastgeberin war, so sagte sie, in der ostfinnischen Stadt Joensuu geboren und Piroggen seien dort die Spezialität
Eine Pirogge, oder piirakka wie die Finnen sagen, ist eine mit Fleisch, Gemüse oder anderen Leckereien gefüllte Teigtasche, die man in ganz Osteuropa gerne isst. Die finnische Version, die karelische Pirogge, wird aus einem dünnen Roggenteig gemacht, der mit Milchreis gefüllt wird – früher, als es noch keine Reis in Finnland zu kaufen gab, bestand die Füllung aus Gerstenbrei.

K1024__MG_2027_4525Ein Gläschen Wein zur Pirogge gibt es auch. Der hat nichts mit Karelien zu tun, kommt aus Portugal und ist, wie Alkohol generell, in Finnland, ziemlich teuer. Die schöne Unbekannte verwöhnt uns. Mich sieht sie heute ebenso zum ersten Mal wie die anderen „Mitesser“, auch  diese hat sie von der Straße zu sich hereingewinkt.
Denn es ist Restaurant Day in Helsinki. Überall in der Stadt  wird gegessen und getrunken – aber nicht in Kneipen und Lokalen. Heute darf jeder kochen, der will und seine Speisen verkaufen, oder auch verschenken wie unsere Unbekannte hinterm Fenster. Sie sei Künstlerin, sagt Liisa und verrät schließlich doch noch ihren Namen. „Mir geht es nicht darum, Geld zu verdienen, ich will Leute kennenlernen“, lächelt sie und hebt ihr auf Glas uns, sagt „kippis“ und bringt ihren Gästen so auch das erste Wort Finnisch bei. „Prost“ meint der Finne, wenn er das sagt. Wolfi und ich schauen uns an. „Kipp es“, wie passend.

K1024__MG_2154_4531Den Restaurant Day haben die Helsinkier 2011 erfunden, jeder Hobbykoch und jeder Freizeit- Sommelier sollte an diesem Tag die Gelegenheit bekommen, sein eigenes „Restaurant“ zu eröffnen oder auch seinen eigenen „Weinkeller“. Eigentlich überrascht es, dass gerade die Finnen eine solche Idee hatten, eilt ihnen doch – nicht ganz zu Unrecht – der Ruf voraus,  eher zurückhaltend zu sein und nur selten Gäste zu sich nach Hause einzuladen. An vielen Häusern gibt es gar keine Klingeln – Zutritt nur mit Nummerncode –  und an denen, die Klingeln haben, werden sie abends abgestellt. Keine Chance für die Zeugen Jehovas und auch nicht für Freunde, die unangemeldet auf einen Sprung vorbeischauen wollen. Gastfreundschaft im mitteleuropäischen Sinne sieht anders aus. Gut, so wie offen und großzügig wie die  schöne Liisa gibt sich auch längst nicht jeder Gastgeber beim finnischen Restaurant Day.  An den Tisch in der guten Stube laden nur die wenigsten die fremden Gäste ein. Und kostenlos gibt‘s auch nur selten was.

K1024__MG_2118_4530Die meisten Hobbyköche bauen ihren Stand irgendwo in der Stadt auf, stellen einen Tisch vors Haus, packen ihn mit gefüllten Kochtöpfen voll oder legen einfach eine große Picknickdecke auf einer Wiese aus und präsentieren darauf die mitgebrachten Speisen. Manche errichten sogar Zelte – die sind dann klar im Vorteil, falls es regnet. Das Speise-Angebot reicht von Stullen bis Lachsfilet, von exotischen afrikanischen Gerichten bis zum Hamburger, dem „hampurilainen“,  der aus der Gefriertruhe direkt auf den Grill wandert. Große Kochkunst und Dilettantismus liegen mitunter eng  beieinander. Manchmal auch räumlich, wenn der  begnadete Hobbykoch auf Fast-Sterneniveau virtuos mit Pfannen und Töpfen hantiert und gleich neben ihm ein 15-jähriger für einen guten Zweck Würstchen brutzelt,– für neue Trikots für die B-Jugend im Fußballverein beispielsweise. Spaß haben sie aber alle, die beim Restaurant Day mitmachen. Käufer und Verkäufer. Und deswegen sind die Schlangen vor den improvisierten Ständen auch lang.

K1024__MG_1975_4523
Sizilianer auf Finnlandurlaub würden die Szenerie vermutlich nicht als besonders ausgelassen empfinden. Doch wer genau hinschaut, kann durchaus entdecken, dass an diesem Tag manche Dinge anders laufen als sonst – dass Menschen in der Warteschlange miteinander ins Gespräch kommen und ihre Plauderei sogar weiterführen, nachdem sie ihr Essen gekauft haben. Und, dass zwischen Kunden und Verkäufer nicht nur Geld und Speisen hin – und herwechseln, sondern auch freundliche Worte.
Angeblich baut auch ein Thüringer, der im finnischen „Exil“ lebt, an jedem Restaurant Day seinen Grill auf. Dann gibt es Bratwürste für die Helsinkier. So lernen nicht nur Deutsche und Österreicher – dank karelischer Piroggen – die finnische Kultur kennen, sondern auch Finnen die deutsche. Zumindest die deutsche Esskultur. Ich selbst habe den Mann mit den Rostbratwürstchen bei meinem Rundgang allerdings nicht entdeckt und so verlasse ich mich auf die Aussage meiner finnischen Freunde, die ihn “bisher jedes Mal gesehen haben“ und die sich sehr lobend über die Qualität seiner Grillware äußern. Das ist auch das Wichtigste, den Finnen muss es schließlich schmecken.

Von Rasso Knoller

Finnland: Åland – Die Champagnerinsel

Aland-Impression1 verkleinert60,6 Grad nördliche Breite, 19,55 Grad östliche Länge: Der teuerste und älteste Schaumwein der Welt kommt nicht etwa aus Frankreich, sondern von dem Archipel Åland mitten in der Ostsee!
Mund-geblasen, klobig und moosgrün. Von einem Etikett ist weit und breit nichts zu sehen, dafür scheint der Staub der Jahrhunderte an der bauchigen Flasche zu kleben. Dreckig ist sie, um ganz ehrlich zu sein. Was auf den ersten Blick wie ein längst überfälliger Kandidat für die Altglas-Sammlung wirkt, ist einem Paar aus Singapur einen Weltrekord wert – 30 000 Euro haben die beiden bei einer Auktion 2011 dafür hingelegt. Moment mal, 30 000 Euro? Man hat ja schon viel gehört von den Spleens der Superreichen aus Fernost, aber das ist dann doch ein bisschen … verrückt, oder? Alles eine Frage der Relation halten die Experten des französischen Auktionshauses Artcurial dagegen – schließlich handelt es sich bei dem Inhalt besagter Flasche um den ältesten Champagner der Welt. Ein Veuve Clicquot, vermutlich Jahrgang 1839.

Entdeckung eines Wracks

Der Reihe nach. Juli 2010. Alles fängt damit an, dass acht Männer und Frauen einen Tauchgang planen. Die Gruppe um Anders Näsman ist eine Art moderner Schatzsucher-Trupp. Die Profi-Taucher leben auf Åland, einer Inselgruppe am Eingang zum Bottnischen Meerbusen, die zu Finnland gehört, auch wenn ihre Einwohner Schwedisch sprechen. Die Ostsee ist das Heimat-Revier der Taucher. Hier grasen sie die dunklen Tiefen nach versunkenen Schiffswracks ab. An jenem Morgen albern sie herum, was sie wohl diesmal hochholen werden … Diamanten? Kisten voller Gold? Von einem befreundeten Fischer haben sie einen Tipp bekommen. Der will ein Wrack gesichtet haben, das noch keiner kennt. Die Crew nähert sich der beschriebenen Stelle, und tatsächlich ortet ihr Sonar in knapp fünfzig Metern Tiefe einen Schatten, der wie ein zweimastiges Segelschiff aussieht – scheinbar aufrecht auf dem Meeresboden stehend. Erregung breitet sich aus. Die Taucher schlüpfen in ihre Ausrüstung, gehen runter. Zuerst ist die Sicht noch gut, doch dann wird es trüb. Zwei, drei Meter, weiter können sie nicht sehen. Und doch … ein Segelschiff, wie vermutet! Sogar der circa 600 Kilogramm schwere Ziegelherd steht noch und ist bemerkenswert gut erhalten. Die Taucher finden einen Krug mit Olivenöl, eine Kaffeekanne, ein paar Teller der schwedischen Porzellanmanufaktur Rörstrand. 40 Minuten können die Taucher unter Wasser bleiben. Anders Näsman will schon wieder abdrehen, da wirft er noch schnell einen Blick in den hinteren Teil des Schoners … und entdeckt etwa 30 intakte Glasflaschen. „Ich wusste sofort, dass es sich um Champagner handeln musste, weil die Flaschen diese ganz spezifische Form hatten“, erzählt Anders Näsman später. Noch während er auftaucht, überlegt er: „Was sollen wir mit einem solchen Fund anstellen?“

Schwierige Bergung

Die åländischen Behörden erteilen den Tauchern die Erlaubnis, eine Flasche zu bergen, um so das Alter des Schiffs zu bestimmen. Champagner ist ein „hoch explosives“ Gut. Während der Taucher langsam mit der Flasche hochsteigt, merkt er, dass der Korken sich bewegt. Was tun? Ihm bleibt nichts anderes übrig, als den Daumen draufzupressen. Doch an Bord ist der Korken nicht mehr zu halten. Mit lautem Knall schießt er in die Luft, und so sind die Taucher die Ersten, die den wertvollen Tropfen kosten – aus Plastikbechern. Süß ist er, sehr süß sogar. Als nächste darf die lokale Sommelière Ella Grüssner Cromwell-Morgan ran. „Anders rief mich an und sagte, sie hätten da was aus einem Schiffswrack geholt, was ich probieren müsse“, erinnert sich die aparte Weinexpertin mit einem Schmunzeln. „Ich dachte nur: Das wird ja eine schöne Plörre sein!“ Weit gefehlt. Ella schnuppert, probiert und schwärmt: „Der Champagner hatte ein Bouquet von reifen Früchten, goldenen Rosinen und einem Hauch Tabak. Obwohl der Wein so unglaublich alt war, schmeckte er wunderbar frisch. Die Süße war perfekt in die Säure eingebunden.“ Tatsächlich scheint die Ostsee dem prickelnden Wein optimale Lagerbedingungen geboten zu haben: wenig Salzgehalt, kühl, ruhig und dunkel. Die Druckverhältnisse in 50 Metern Tiefe entsprachen mit fünf Bar in etwa dem Druck innerhalb der Flaschen. Perfekt!

Champagner aus der Zeit der Veuve Clicquot

Champagnerflaschen im Wrack verkleinertWas danach passiert, klingt wie die reinste Abenteuergeschichte. Erst mal muss festgestellt werden, wie viele Flaschen auf dem Boden des Schiffswracks schlummern. 30 hat Näsman beim ersten Tauchgang entdeckt, 162 werden es am Ende sein. Darunter übrigens auch vier Bierflaschen. 145 Flaschen werden nach und nach identifiziert – es sind Veuve Clicquot, Heidsieck und Juglar. Letztere ist eine Champagnermarke, die heute nicht mehr existiert. Sie ist 1829 im Haus Jacquesson aufgegangen. Die Åländer kontaktieren die Leute von Veuve Clicquot und berichten von ihrem Fund. In Reims reagiert man ungläubig. Champagner aus der Ostsee? Nie im Leben! Åland? Nie gehört! Wo soll das sein? Die Franzosen breiten eine Karte aus. Da wo die Inselgruppe angeblich liegen soll, ist nur blaues Wasser zu sehen. Åland gibt es nicht. Erst als Dominique Demarville, Kellermeister von Veuve Clicquot, die erste Flasche, die aus dem Wrack geborgen wurde, verkostet, malen die Franzosen ein dickes Kreuz in die Ostsee. Jetzt prangt auch auf ihrer Karte Åland, die Champagnerinsel! Die Schärengruppe wirkt mit ihren roten Holzhäuschen, den stillen Seen und den zahllosen Schäfchen, die wie weiße Sahnekleckse in die ansonsten grasgrüne Landschaft getupft sind, wie das reinste Astrid Lindgren Paradies. Hier geht das Leben einen gemächlichen Gang, doch damit ist es vorbei, als „die Fremden“ kommen. Im August 2010 reisen zwei Mitarbeiter von Veuve Clicquot in die Hauptstadt Mariehamn. Der Önologe Francois Hautekeur und die Historikerin Fabienne Moreau. Sie helfen den åländischen Fachleuten, den beinahe 200 Jahre alten Champagner umzukorken. Bei der heiklen Operation, die mit viel Fingerspitzengefühl durchgeführt werden muss, herrscht eine euphorische Stimmung. Der älteste erhaltene Champagner der Welt! Noch trinkbar! Von der legendären Witwe Clicquot selbst produziert! Wer glaubt, das berühmte Champagnerhaus hätte ohnehin von jedem seiner Jahrgänge ein paar Exemplare im Keller lagern, der irrt. „Die ältesten Flaschen, die wir haben, stammen aus dem Jahr 1905, also lange nach dem Tod von Madame Clicquot“, sagt Fabienne Moreau. Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin, wie der vollständige Name der berühmten Witwe lautet, war eine bemerkenswerte Frau. Ihrer Zeit weit voraus, übernahm sie nach dem frühen Tod ihres Mannes 1805 die Leitung des Champagnerhauses kurzerhand selbst. Sie erfand neue Herstellungsverfahren, exportierte ihren Wein weltweit und machte ihren Namen zu einer berühmten Marke. Mit ihrem Konkurrenten Moët lieferte sie sich ein wahres Kopf an Kopf-Rennen, um den russischen Markt zu erobern.

Spitzenpreise bei Auktion

Und der Zarenhof in Sankt Petersburg könnte auch das Ziel des bis heute namenlosen åländischen Wracks gewesen sein. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging ohnehin ein Großteil der französischen Champagnerproduktion in den Osten. Die Russen waren verrückt nach dem prickelnden Luxuswein – je süßer, desto besser. „In heutigen Champagnern befinden sich maximal 15 Gramm Zucker pro Liter. Der Champagner aus dem Wrack enthält aber 140 Gramm pro Liter. Es ist ein Dessertwein“, erklärt der schwedische Fachmann Richard Juhlin.

Champagne_Foto_Daniel-Eriksson-verkleinertAufgeregt fieberte er der zweiten Auktion im Juni 2012 entgegen, denn er hat die 79 Flaschen des Funds, die noch trinkbar sind, klassifiziert. Zwei Flaschen des Schiffs-Champagners, der legal der autonomen åländischen Regierung gehört, wurden bereits im Jahr zuvor versteigert – die eine zu besagtem Rekordpreis von 30 000 Euro. Nun schreibt man den 8. Juni 2012. Der Schauplatz: Alandica Kultur- und Kongress-Zentrum, Mariehamn. Elf weitere Flaschen des ältesten Champagners der Welt stehen zum Verkauf. Wird ein neuer Rekord aufgestellt? Zum Ersten, zum Zweiten, zum … Nein. Als Auktionator Arnaud Oliveux den Hammer sausen lässt, geht die teuerste Flasche für 15 000 Euro weg. Natürlich ein Veuve Clicquot. Trotzdem gibt’s lange Gesichter. Ob man zu viele Flaschen in die Auktion gegeben hat? Drei Flaschen, die unter Wert versteigert wurden, ziehen die Veranstalter wieder zurück.

Insgesamt wird eine Summe von 109 280 Euro erzielt. Das Geld fließt in Umweltschutzprojekte in der Ostsee, der Champagner ähnlich wie im vergangenen Jahr nach Übersee. Bis auf jene Flasche, die als einzige nicht per Telefon oder Internet ersteigert wird, sondern von einem strohblonden Mann im Saal. Es ist Christian Ekström, einer der Taucher, die das Wrack entdeckt haben. Warum kauft ausgerechnet er seinen eigenen Fund? „Weil diese Flasche auf Åland bleiben soll“, erklärt er. „Und weil ich sie in meinem Pub in Godby ausstellen möchte. Sie wird zu einem ganz bestimmten Anlass geöffnet werden.“ Zu welchem, will er noch nicht sagen. Jetzt geht er erst mal mit seinen Taucher-Freunden feiern.

Aland-Impression3 verkleinert Kollege Anders Näsman verrät zum Abschied noch eins: Als nächstes werden sie ein weiteres Schiffswrack suchen, das alten Wein an Bord gehabt haben müsste. Welches Schiff? Wo? „Es ist in der Ostsee. Mehr sage ich nicht!“ Und dann dreht er sich um, greift nach einem Glas Champagner und führt es mit verschmitztem Lächeln an die Lippen.

Text: Alexa Christ, Fotos: Visit  Åland (2), Daniel Eriksson(2)

Lust auf mehr Finnland?

Dann lesen Sie hier weiter:

Finnland: Bärenjagd mit der Kamera

 

 

Finnland: Restaurant Day in Helsinki. Essen aus Nachbars Töpfen

Und auf die Ålandinseln führt Sie dieser Text:

Finnland: Bauernhochzeit im Inselparadies

 

Finnland: Nordlichter

Auch über Lappland kann man von Oktober bis März farbige Nordlichter am Himmel beobachten. Schauen Sie sich die Fotos und das Video von Visit Finland an. Wollen Sie sich die  dunkle Jahreszeit auch am Computer mit farbenprächtigen Bildern vom finnischen Nachthimmel versüßen, dann finden Sie hier den passenden Bildschirmschoner.

Rasso Knoller: Finnland – Ein Länderportrait. Lesung auf der Buchmesse

Der typische Finne sitzt am See, gerade aus der Sauna gekommen, greift er als Erstes zum Handy. Vermutlich ruft er aber nur seinen Anrufbeantworter an. Denn er spricht nicht gern. Das kennt man ja schon aus den Filmen von Aki Kaurismäki. Und in denen trinken die Männer auch gern. Am liebsten Bier oder Wodka. Und viel. Dagegen macht der Nachwuchs in den PISA-Statistiken seit geraumer Zeit Furore. Lesen, Schreiben, Rechnen: Überall ist das finnische Kind ganz vorn mit dabei. Und Skispringen kann es auch, denn das lernt es ebenfalls in der Schule. Alles Klischees? Der Journalist Rasso Knoller hat die besten Voraussetzungen, diese Frage zu beantworten. Er hat mehrere Jahre in Finnland gelebt und gearbeitet. Aber viel wichtiger: Er hat unzählige Saunagänge zusammen mit Finnen hinter sich. Bei knapp hundert Grad wird auch der schweigsamste Finne gesprächig. Und erzählt dann, wie es wirklich zugeht in seinem Land.

Weitere Infos: Rasso Knoller, Finnland. Ein Länderportrait, Ch.Links Verlag, 16,90 Euro


Rasso Knoller: Nordeuropa – Porträt einer Region

785 Nordeuropa USDänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und das weit draußen im Atlantik gelegene Island werden auch unter dem Begriff »Nordeuropa« zusammengefasst: Fünf Länder, die auf eine lange gemeinsame aber nicht immer harmonische politische Vergangenheit zurückblicken können. Ein gut ausgebautes Sozialsystem, lange Zeit vordere Plätze im PISA-Vergleich der Schulen und erfolgreiche Frauen in Politik und Wirtschaft – auf der Habenseite haben die Nordlichter vieles gemeinsam. Aber genauso groß wie die Gemeinsamkeiten sind auch die Unterschiede. Neidisch blicken die klammen Isländer auf den norwegischen Ölreichtum, kopfschüttelnd kommentieren die Schweden die dänische Alkoholpolitik, irritiert reagieren die Finnen auf die dänische Wortgewalt. Und die Rivalität zwischen Norwegen und Finnland auf der einen und Schweden auf der anderen Seite ist ohnehin legendär. Erstmals stellt Rasso Knoller  die nordischen Fünf gemeinsam vor.

Finnland: Bauernhochzeit im Inselparadies

Fannys Freund hat nichts dagegen, dass sie einen anderen Mann heiratet. Er sei einfach zu schüchtern, um ihr vor allen Leuten das Ja-Wort zu geben, sagt die 19-jährige Studentin.

Fanny Velander tritt deswegen mit einem anderen vor den Altar. Nicht einmal zusehen darf der Freund, denn „dann würde ich zu nervös“. Der neue Auserwählte der Braut heißt Frederik Hiltunen ist ein Jahr älter als sie und studiert im nordschwedischen Piteå. Jetzt aber sind Semesterferien und da hat er genügend Zeit, um auf seiner Heimatinsel zu heiraten.

Jomala auf den Ålandinseln im Frühsommer: Die Zeit der Bauernhochzeit. Seit den sechziger Jahren lässt man hier Ende Juni eine alte Tradition wieder aufleben und stellt eine åländische Hochzeit aus dem 19. Jahrhundert nach. Bei diesem Anlass heirateten einige Paare auch schon wirklich. Nicht so Fanny und Fredrik. Sie spielen die Sache nur. „Bei der Hochzeit mitzumachen ist ein bisschen wie auf der Bühne zu stehen“, sagt Frederik, und das fällt ihm nicht schwer, denn Publikum ist er gewöhnt. In seiner Freizeit singt er in einer Rapband..

Hochzeit in schwarz

Große Auftritte waren auch die Hochzeiten åländischer Großbauern. Denn damals ging es um mehr, als den wichtigsten Tag im Leben zweier Menschen zu feiern. Man wollte dabei auch seinen Wohlstand zeigen. Deswegen wurde an nichts gespart. Meist drei, manchmal sogar vier Tage dauerte das Fest, zu dem dann das ganze Dorf eingeladen war.

Selbst durch die Wahl des Hochzeitstages konnte man seinen Reichtum dokumentieren. Wer im Frühsommer heiratete, zeigte damit, dass seine Vorratsscheunen prall gefüllt waren. Denn der lange Winter lag schon hinter, die Ernte aber noch vor einem. Dass man heute im Juni die Bauernhochzeit nachspielt, passt deswegen ins Bild.

Das Hochzeitsgewand war damals schwarz – sowohl für den Herrn, als auch die Dame. Das hatte praktische Gründe: Kleidung war sehr teuer und deswegen wählte man eine Farbe die pflegeleicht war und die man auch bei anderen Anlässen tragen konnte. Für die armen Leute blieben der Hochzeitsanzug bzw. das Brautkleid oft die einzigen Stücke feinen Tuches in ihrem Leben. Eine reiche Bäuerin musste zwar ihr Brautkleid nicht wiederverwenden, doch auch sie war an den Brauch gebunden.

Die Kleider waren so genäht, dass man sie mehrmals „herauslassen“ – sie dem wachsenden Bauchumfang der Trägerin anpassen – konnte. Und dass der wuchs, war gewünscht. Ein Wohlstandsbäuchlein entsprach dem Schönheitsideal der damaligen Zeit, zeugte es doch vom Reichtum des Paares. Noch lieber wurde natürlich gesehen, wenn der Grund für die zunehmende Körperfülle eine Schwangerschaft war.

Mindestens ebenso wichtig wie das Kleid war die für Åland so typische Brautkrone – ein kunstvolles Geflecht aus Blumen, vergoldetem Draht und Silberschmuck. Auch damit konnte die Braut vor der Dorfgemeinde zeigen, wie begütert sie war. Deswegen sind Brautkronen  groß und üppig geschmückt. Allerdings erfüllten sie noch einen anderen Zweck. Sie waren das äußere Zeichen für die Jungfräulichkeit der Braut. Wenn gemogelt wurde, verstand die Kirche keinen Spaß: kam vor Ablauf von acht Monaten nach der Hochzeit ein Kind zur Welt,  wurde eine Geldstrafe fällig. So manche Kirche auf Åland verdankte ihr Dach den Zahlungen  „unkeuscher“ Dorfbewohnerinnen.

Heute liefert der Brautvater die Braut mit dem Auto vor der Kirche ab. Ganz so bequem hatte es der Bräutigam auf den Ålandinseln im 19. Jahrhundert nicht: Er musste seine Angebetete selbst abholen – und zwar auf dem Pferd. Die Inselbewohner standen damals im Ruf, besonders gut und sachkundig mit ihren Tieren umzugehen. Am Hochzeitstag machten sie aber eine Ausnahme. Dann ließ der Bräutigam den Hengst Sporen und Peitsche spüren. Es sollte nämlich wild und wagemutig aussehen, wenn er angeritten kam und da war es nur recht, wenn sich das Pferd ein paar Mal aufbäumte und auf die Hinterbeine ging.

Nachdem sich das Paar das Ja-Wort gegeben hatte, brach es mit den Hochzeitsgästen von der Kirche aus zu einem Umzug durchs Dorf auf.

Mit der Kutsche durch das Dorf

Mit diesem Umzug beginnt auch heute die nachgestellte Bauernhochzeit in Jomala. Auf die kirchliche Trauung wird dabei verzichtet, das wäre den Åländern wohl zu gotteslästerlich.  Fanny und Fredrik stehen etwas unsicher im Kirchhof herum. Sie warten darauf, dass die Kutsche vorfährt. Endlich hört man das Klappern der Hufe auf dem Asphalt. Ein Nachbar aus dem Dorf hat seine beiden Braunen vorgespannt, vor der Kirche öffnet er den Schlag der Kutsche für das Brautpaar. Die beiden steigen ein. Frederik wirkt ein bisschen steif, heute tritt er vor anderem Publikum auf, als sonst mit seiner Rapband. Dafür lacht Fanny  glücklich und befreit. So als wäre es wirklich ihre Hochzeit, der schönste Tag in ihrem Leben.

Im Schritttempo geht es durch das Dorf, vorneweg die „Jungfrauen“ die mit ihren bunten Fahnen die bösen Geister vertreiben sollen. Ihnen folgt das Hochzeitspaar in der Kutsche, und dahinter die Dorfbewohner. Die Leute auf Åland nehmen ihre Traditionen ernst und tragen Trachten: egal ob Priester, Brauteltern oder die Trauzeugen, alle sind im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidet. Einzig der kleine Emil, der Bruder der Braut, bricht ein bisschen mit der Tradition: Historisch nicht ganz korrekt, hält er eine Dinosaurierfigur im Arm.

Nur die Brauttruhen fehlen heute  – damals waren sie mit die wichtigsten Requisiten. In den großen bunten Kisten wurde nämlich die Aussteuer der Braut zu ihrem neuen Wohnort gebracht. Eigentlich eine ziemlich bequeme Art umzuziehen. Aber auch hier ging es wieder darum, den eigenen Reichtum zu dokumentieren. Je mehr Brauttruhen im Zug mitgetragen wurden, eine umso bessere Partie war die Braut. Damals wie heute mit dabei: die Musiker. Sie mussten nicht nur während des Umzugs spielen, sondern sorgten auch dafür, dass während des drei- oder viertägigen Festes nie Langeweile aufkam. Immer wieder griffen sie zu Geige und Akkordeon.

Heute sind drei Mädchen aus dem Dorf für die musikalische Unterhaltung zuständig und das machen sie ebenso gut, wie einst die Spielmänner. Musikalische Höchstleistungen sind allerdings nur noch einen Nachmittag lang gefordert. Die Bauernhochzeit der Jetztzeit dauert nur vier Stunden.

Ohne Brautbaum keine Kinder

Früher endete de Umzug auf dem Hof des Bräutigams. Heute auf dem eines Großbauern, der sein Anwesen für die Feierlichkeiten zur Verfügung stellt. An der Grundstückgrenze steigt das Brautpaar aus der Kutsche und wird dort von vier Frauen in Tracht empfangen, die den Brauthimmel tragen. Dieser Baldachin wird über das Brautpaar gehalten, während es in den Garten des Gehöfts schreitet. An einem sonnigen Tag wie diesem, spendet er dem Paar Schatten, doch seine eigentliche Aufgabe besteht darin, zu verhindern, dass böse Geister über das Brautpaar fliegen können.

Fanny und Fredrik stehen unter dem blauen Tuch des Brauthimmels und blicken in die Runde. Inzwischen hat sich auch Fredrik ein Lächeln abgerungen, obwohl er mit dem breiten Lachen seiner „Gemahlin“ noch immer nicht mithalten kann. Die beiden sind zwar kein richtiges Brautpaar, doch trotzdem macht ihnen fast das ganze Dorf seine Aufwartung.

Einen anderen alten Brauch hat man in Jomala vernachlässigt – einen Brautbaum hat niemand aufgestellt. Dieser ähnelt unserem Maibaum, oder der majstång, die in Schweden an Mittsommer errichtet wird, wird aber mit frisch geschnittenen Fichtenwipfeln verziert. Es ist vielleicht ganz gut, dass man auf einen Brautbaum verzichtet hat, denn er ist ein Fruchtbarkeitssymbol und soll dem Paar reichen Kindersegen bescheren. Fanny und Frederik heiraten ja nur zum Spaß und an gemeinsame Kinder denken sie wohl kaum.

Nach dem Brauttanz, folgte damals der – zumindest für die Gäste – wichtigste Teil des Festes. Unter dem Hochzeitsschmaus bogen sich die Tische: Fisch, Fleisch, Brot, Butter, Schmalz, Kartoffeln, Beeren, Pilze und vor allem der berühmte åländische Pfannkuchen – es kam alles auf den Tisch was der Vorratskeller hergab. Dazu floss reichlich Bier und Schnaps. Von der Hochzeit eines reichen Bauern ging damals niemand hungrig nach Hause  –  nüchtern auch nicht. Gut gegessen wird bei der Bauernhochzeit in Jumala auch. Heutzutage muss man allerdings dafür bezahlen, wenn man mit dem Brautpaar die Tafel teilen will.

Rasso Knoller

 

Neugierig auf mehr Finnlandtexte? Dann klicken Sie hier:

Bärenjagd mit der Kamera, Einladung nach Hause,

Luftgitarrenweltmeisterschaft

Barbara Schaefer: Lesereise Lappland

Picus Verlag, Barbara Schaefer, Lappland Barbara Schaefer nimmt uns mit auf eine Reise in den hohen Norden. In ihrem Buch „Nordlicht, Joik und Rentierschlitten“ erzählt die in Berlin lebende Journalistin in 20 Kurzgeschichten von Lappland und seinen Menschen. Wir treffen den „brokkolihassenden“ Rentierschlittenfaher Nils Nutti, einen Wehrmachtsoldaten auf der Suche nach den Liebesbriefen seiner Jugendliebe und einen Backofenhersteller, der viel lieber Dichter wäre. Wir begeleiten die Autorin beim Fliegenfischen, Wandern, Skifahren und Hundeschlittenrennen.

Wer Barbara Schaefers Buch liest, erfährt viel über Lappland. Nach Ende der Lektüre, weiß er aber immer noch nichts über Einwohnerzahlen, Turmhöhen und Flusslängen. Er  keine Ahnung von Stadtgründungsdaten, Baujahren und Arbeitslosenzahlen. Das Buch vermittelt kein Faktenwissen, sondern ein Gefühl für das Land und seine Bewohner. Barbara Schaefer erhebt nicht den belehrenden Zeigefinger und prahlt nicht mit angelesenem Wissen.

Sie steigt herab vom hohen Ross des allwissenden Erzählers und lässt ihre Leser an ihren Erlebnissen, Gefühlen und Empfindungen teilhaben  Sie versucht das Land zu verstehen, indem sie Fragen stellt, zuhört und hinsieht. Man merkt dem Buch an, mit welcher Neugier sich die Autorin ihrem Thema genähert hat. Hier schreibt nicht jemand, der Antworten gibt, sondern jemand, der nach Antworten sucht.

Genau deshalb aber kann der Leser bei der Lektüre des 132 Seiten dicken Bändchens ein Gefühl für Lappland entwickeln und wird wie die Autorin selbst neugierig auf diese scheinbar unwirtliche Region am Ende Europas.  „Nordlicht, Joik und Rentierschlitten“ ist ein einfühlsames Buch und für Nordlandfans ein Muss, aber auch jeder andere, für den Reisen mehr ist als nur die Aufnahme von Informationen, wird von diesem Band begeistert sein. Der Vergleich mit Bruce Chatwin mag hoch gegriffen sein, Barbara Schaefer aber sind  20 Miniaturen gelungen, die weit über das Niveau der Geschichten hinausgehen, die man Woche für Woche auf den Reiseseiten deutscher Tageszeitungen lesen kann.   (rk)

Barbara Schaefer, Lappland, Joik und Hundeschlitten, Picus Verlag, 14,90 Euro

Deutschland: 200 Wege über das Meer

VFF Fährfolder 2014

Auf über 200 Seerouten bringen die europäischen Fährgesellschaften Urlauber und Geschäftsreisende bequem, sicher und entspannt an ihr Ziel. Für die schnelle Reiseplanung hat der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik e. V. die praktische Broschüre „Fähren, Routen, Reedereien“ für 2014 neu aufgelegt. Das Streckennetz von 26 Reedereien ist darin übersichtlich auf Routenkarten dargestellt: über Nord- und Irische See, Ostsee, durch das Mittelmeer und jetzt neu: über das Schwarze Meer.

Deutschland wird auf 17 Fährrouten mit Skandinavien, Russland und dem Baltikum verbunden, die Passagen starten unter anderem in Kiel, Travemünde und Rostock. Insgesamt 95 Strecken im Norden listet die Broschüre auf, dazu gehören auch die Nordsee-Verbindungen ab Dänemark, Holland, Belgien und Frankreich mit Kurs auf die Britischen Inseln, nach Norwegen sowie bis nach Island. Für das westliche und östliche Mittelmeer gibt die Broschüre einen Überblick über 90 internationale und nationale Fährpassagen. Neu aufgenommen wurden Fährverbindungen im Schwarzen Meer, zum Beispiel ab Odessa über Sotschi, die Stadt der Winterolympiade 2014, bis ins georgische Batumi.

Viele Wege führen zum Fährticket: Die Übersicht der Reedereien wird ergänzt um Buchungstelefonnummern, E-Mail-, Internet- und Facebook-Adressen der Fährreedereien. Smartphone-Nutzer werden über QR-Codes direkt auf die Seiten der Fährgesellschaften gelotst oder auf die Homepage des VFF: Hier sind unter dem Navigationspunkt „Buchung“ gleich mehrere reedereiübergreifende Buchungsportale zu finden.

VFF Fährfolder 2014_Die Routen im Norden

VFF Fährfolder 2014_Die Routen im Süden

Picus Lesereisen: Trolle, Schnee und Saunakult

Picus Lesereisen Trolle, Schnee und SaunakultWenn bereits zwei Menschen am selben Seeufer Einheimische von Überbevölkerung sprechen lassen, wenn in der gesunden Sauna Würstchen am heißen Stein vor sich hin brutzeln und das eine oder andere kühle Bier dazu getrunken wird, und wenn erwachsene Männer mit Hingabe debattieren können, wo genau nun der Weihnachtsmann herkommt, dann ist es unübersehbar: Die Skandinavier haben ihre eigenen Sitten. Dieser Sonderband stellt eine Auswahl von Texten aus den erfolgreichen Bänden der Reihe Picus Lesereisen zu den Lebensgewohnheiten, Traditionen und Naturschönheiten Dänemarks, Finnlands, Norwegens und Schwedens dar. Sie entführen nicht nur in einsame Hütten oder zu Abenteuern unter freiem Himmel, sondern auch mitten hinein in den Trubel von mitternächtlichen Shoppingtouren und zu einem mittelalterlichen Wikingermarkt. Dabei lernt man die wundersamen Besonderheiten der Finnen kennen, erfährt, warum in Schweden alle »duktig« sind, staunt über die Fortschrittlichkeit der norwegischen Königsfamilie und ergründet das Geheimnis, warum das dänische Hotdog einfach am besten schmeckt. Mit Beiträgen von: Rasso Knoller, Nina Freydag, Franz Lerchenmüller, Barbara Schaefer und Helge Sobik.

Lesereise: Kulinarium Skandinavien

1038Kulinarische Wagnisse und ausgefallene Spezialitäten wie »lutefisk« oder »surströmming« stehen mitunter auf dem Speiseplan der skandinavischen Küche, aber auch Köstlichkeiten wie »smørrebrød« oder Meeresfrüchte aller Art. Die Autorinnen und Autoren des Sammelbands begeben sich auf Entdeckungsreise und erzählen nicht nur von den Erfolgen der schwedischen Kochnationalmannschaft und von dem dänischen Klassiker »Dyrlægens Natmad«, sondern auch von skandinavischen Alkoholbräuchen und der allgegenwärtigen Tasse Kaffee. Begeben Sie sich auf eine abenteuerliche, vielfältige Reise durch das kulinarische Skandinavien! Mit Beiträgen von Anne Helene Bubenzer, Barbara Denscher, Nina Freydag, Gabriele Haefs, Rasso Knoller, Franz Lerchenmüller, Barbara Schaefer und Helge Sobik.

Sektorn Press: Auf nach Finnland

Auf nach FinnlandEin Buch für den Kaffeetisch. In dem Bildband werden finnische Reiseplakate aus der Zeit  zwischen 1851 udn 1965 gezeigt. Die schwedische Reisezeitschrift „Res“ urteilt über das Buch: „Auf nach Finnland ist ein Prachtband, dem durch die gut geschriebenen Texte das Kunststück gelingt, historisch interessant zu sein und die Reiselust zu wecken. Das Buch ist in einem finnischen Verlag erschienen, das ausführliche Vorwort der deutschen Ausgabe stammt von Rasso Knoller.

Go Vista: Helsinki

51vi7KFwL7L._Die Ostseemetropole, die noch in den 1990er Jahren als europäisches Zentrum der Langeweile galt, hat sich inzwischen zu Recht den Ruf erworben, cool und kultig zu sein. Finnisches Design ist weltbekannt, und nachdem das Preisniveau durch den Beitritt Finnlands zur EU auf mitteleuropäisches Niveau fiel, ist es für Touristen erschwinglich geworden. Die meisten Besucher werden aber nach wie vor von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten angezogen.
Aber auch das Nachtleben verspricht Abwechslung, durch unzählige Kneipen auf den Spuren des Star-Regisseurs Aki Kaurismäki und der Leningrad Cowboys.
Am Morgen nach dem nächtlichen Bummel lockt Helsinki mit Natur: Per Schiff geht es hinaus in die Schären oder zum Nuuksio-Nationalpark, wenige Kilometer jenseits der Stadtgrenze. Nicht viele europäische Großstädte können mit solch einer Kombination aus Natur- und Kulturerlebnissen aufwarten. Und wo lässt es sich schon nach dem Rundgang durch ein Museum bei einem Bad im klaren Meerwasser erfrischen?
Helsinki hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einer internationalen Metropole gemausert, allerdings ohne dabei den typischen finnischen Charme zu verlieren: Stress und Großstadthektik sind den Hauptstädtern noch heute fremd.