Baedeker Reiseführer Skandinavien – Norwegen, Schweden, Finnland

Im Licht des Nordens
Riesige Wälder, Fjorde, Seen und helle Nächte machen Skandinavien zu einem außergewöhnlichen Reiseziel. Wer unberührte Wildnis sucht, wird sie in dieser Fülle nirgendwo sonst in Europa finden. Für nette Ferienhäuser in ruhiger Umgebung sind Norwegen, Schweden und Finnland ebenso berühmt wie für die Vielfalt skandinavischer Kunst und Kultur.

Christian Nowak: DuMont direkt Reiseführer Ostseekreuzfahrt

Auf alten Handelsrouten der Hanse zu einstigen Wikingerstätten durch ein halbes Dutzend Länder in gut zwei Wochen? Das geht! Traditionsreiche Seebäder an deutschen Küsten, malerische Altstadtkerne im Baltikum, prachtvolle Zarenpaläste im russischen St. Petersburg und das samtene Licht des nordischen Sommers mit seinen langen Sonnenauf- und – untergängen machen eine Ostsee-Kreuzfahrt zu einem besonderen Erlebnis. In 15 »Direkt-Kapiteln« führt Autor Christian Nowak die Besucher direkt zu den Highlights des Mare Balticum und hilft, erlebnisreiche Landgänge zu gestalten. Die Ostsee 15 x direkt erleben 1| Moderne Seefahrerromantik an der Förde # Kiel 2| Auf den Spuren der Hanse # die Lübecker Altstadt 3| Stets das Meer im Blick # Spaziergang in Warnemünde 4| Bäderarchitektur auf Rügen # Bummel durch Sassnitz 5| Auferstanden aus Ruinen # Danzigs Rechtstadt 6| Von der Altstadt ins Jugendstilviertel # Riga 7| Ein Ausflug ins Mittelalter # die Altstadt von Tallinn 8| Bummel auf dem Nevskij # St. Petersburg 9| Architektur monumental und modern # Helsinki 10| Vom Rathaus durch die City zum Schloss # Stockholm 11| Mittelalterliches Flair in Gotland # Spaziergang in Visby 12| Das #Capri des Nordens# # Inselrundfahrt Bornholm 13| Besuch bei der Kleinen Meerjungfrau # Kopenhagen 14| Perle am Öresund # Malmös idyllischer Stadtkern 15| Weltoffene Metropole im Westen # Göteborg Tipps und Adressen für die Reise Über 150 handverlesene Adressen für jede Laune, jeden Geschmack, jeden Geldbeutel, von Restaurants und Cafés über Einkaufen und Aktivitäten bis zum Ausgehen. Jede Adresse ist mit einem Schlagwort versehen # das erleichtert die schnelle Suche. Die Karten Großer separater Faltplan mit allen im Buch genannten Orten Klappenkarte mit allen Highlights Detailpläne zu den 15 »Direkt-Kapiteln« Zusätzliche Stadt- und Regionalpläne: Flensburg, Kiel, Lübeck, Travemünde, Rostock, Danzig, Klaipeda, Riga, Tallinn, St. Petersburg, Helsinki, Stockholm, Visby, Rønne, Kopenhagen, Göteborg.

Finnland: Samisches Kulturzentrum

Samische Tracht

Neues samisches Kulturzentrum im finnischen Inari

Im lappländischen Inari (350 Kilometer nördlich von Rovaniemi) eröffneten die finnischen Samen ein Kulturzentrum. Das neue „Sami Cultural Centre Sajos“ dient dem Erhalt der samischen Kultur und Sprache. Außerdem ist es Sitz des finnisch-samischen Parlaments sowie der Verwaltung und wird als Wirtschaftszentrum fungieren. Der Europäische Fonds für Regionalentwicklung unterstützte die Gründung des Zentrums mit fünf Millionen Euro.
Traditionell erstreckt sich der Lebensraum der Samen über ganz Lappland und umschließt die nördlichen Teile der Länder Finnland, Norwegen, Schweden und Russland. In Finnland leben etwa 9.000 Samen, 3.500 davon in Finnisch-Lappland. Eine zentrale Aufgabe des „Sami Cultural Centre Sajos“ wird die Weitergabe der samischen Traditionen und Dialekte sowie der interkulturelle Austausch sein. Inari Sajos, samisches Kulturzentrum

Der indigene Volksstamm ist bekannt für seine mythologischen Sagen und die Überzeugung, dass alles auf der Welt eine Seele besitzt. Im Schamanismus der Samen verschmelzen Religion, Natur und Magie. Nach einer ihrer Legenden ist es ein Fuchs, der die Nordlichter am arktischen Winterhimmel hervorruft. Indem dieser beim nächtlichen Lauf über die Fjelle mit seinem Schweif den Schnee hochwirbelt, versprüht er Funken, die dann als Polarlichter am Firmament zu sehen sind.

Wer mehr über die Geschichte und Kultur der Samen erfahren möchte, sollte in Inari auch das Siida-Museum, das Nationalmuseum der Samen, besuchen. Besonders anschaulich vermittelt das dazugehörige, allerdings nur im Sommer geöffnete Freilichtmuseum die Lebensweise des Naturvolkes.

 


Finnland: Bärenjagd mit der Kamera

Knoller, Bär in Kuusamo 3 klein

Im Nordosten Finnlands ist das Revier der Braunbären. In der Nähe von Kuusamo kann man mit einem Guide auf Bärenjagd gehen – allerdings nur mit der Kamera.

Pekka sieht so aus, wie man sich einen Bärenjäger vorstellt. Er ist groß, muskulös und cool. Und er spricht wenig. „Du musst ruhig sein“, ermahnt er mich.

Pekka ist der Bärenmann. In der Nähe von Kuusamo in Nordostfinnland bietet er seit einigen Jahren Bärenbeobachtungen für Touristen an. Vorher hat er das getan, was zu seinem Aussehen passt – er war Bärenjäger. Schießen würde er heute keine Bären mehr: „Sie sind meine Freunde geworden“, sagt er.

Auch dem Weg zu der Beobachtungshütte im Wald gibt er mir flüsternd ein paar Sicherheitsanweisungen. Falls mir ein Bär auflauern würde, solle ich vor allem ruhig bleiben, ein bisschen mit dem Bären reden und vor allem nicht weglaufen. Kein Problem, dann bleibe ich eben cool.

Raben sind ein gutes Zeichen

Doch schon bald haben wir die am Rande einer Lichtung stehende Hütte erreicht. Leise schließt Pekka die Tür auf, vorsichtig rückt er die Stühle zu recht und öffnet die Beobachtungslucken. Ungefähr einhundert Meter entfernt hat Pekka vor einigen Tagen einen Köder ausgelegt: Schönes altes Elchfleisch. So etwas mögen die Bären. Und die Raben auch, die den Kadaver umkreisen. Es sei wichtig, dass die Vögel da seien, erklärt Pekka. Denn dann fühlten sich die Bären sicher.

Damit die großen Raubtiere den Kadaver nicht einfach in den Wald schleppen und dort hinter Bäumen versteckt verspeisen, hat Pekka den toten Elch mit einer dicken Eisenkette an einem Baum befestigt.

Dann ist erst einmal genug gesagt. Pekka beginnt ausgiebig zu schweigen und sucht durch sein Fernglas immer wieder den Horizont ab.

Langsam senkt sich die Dämmerung über den finnischen Spätsommer. Der Wald verwandelt sich in ein Reich der Schattenwesen und ein paar Mal glaube ich am Waldrand etwas zu erkennen. Doch jedes Mal Fehlalarm. Die Bären, die ich zu erkennen glaube, lösen sich spurlos im Dämmerlicht auf. Weiter sitzen wir schweigend da. Zwei Männer im finnischen Wald auf der Suche nach dem größten Raubtier Europas.

Irgendwann kramt Pekka aus seinem Rucksack ein großes Messer und einen riesigen Schinken hervor. Er schneidet ein Stück davon ab und reicht es mir. „Elch“ sagt er und fügt noch hinzu „ selbst geschossen“. Seit die Bären seine Freunde sind, jagt Pekka nur noch Elche.

Das Elchfleisch schmeckt ausgezeichnet und zudem schweißt gemeinsames Essen offenbar zusammen. Pekka wird redselig und erklärt mir die Vogelwelt. Neben den Raben rasten noch vier Krickenten auf dem winzigen Tümpel, der zwischen uns und dem Elchkadaver liegt. Und dann ist dann noch ein seltener Bruchwasserläufer. Der kleine braun-weiße Vogel muss bis auf weiteres, in Ermangelung größerer Tiere, als Pausenfüller dienen.

Pekka erzählt mir, dass es in der finnischen Sprache 200 Ausdrücke für das Wort „Bär“ gibt. Das eigentlich hochsprachliche Wort „karhu“ durfte man früher nicht in den Mund nehmen. Wer das tat beschwor mutwillig einen Bärenangriff herauf.

Ein Braunbär im Regen

Dann beginnt es zu nieseln und Pekka wird pessimistisch. Bei Regen würden Bären eine nasse Schnauze bekommen und das mögen sie nicht. Deswegen würden sie lieber im Unterholz bleiben. Jägerlatein? Jedenfalls taucht immer noch kein Bär auf. Allerdings haben die auch eine paar Kilometer Anmarsch, denn ihr eigentliches Verbreitungsgebiet liegt jenseits der Grenze in Russland. Trotzdem gehören zwischen zehn und 15 Bären zu Pekkas Stammgästen beim Elchdinner.

Füchse scheint der Regen nicht zu stören, denn ein Fuchs ist der nächste, der sich am Elchfleisch gütlich tut. Doch offenbar belebt Konkurrenz das Geschäft. Der Fuchs macht sich noch immer an dem Kadaver zu schaffen, als mich Pekka keine fünf Minuten später vorsichtig anstößt und mit seinem Finger in die Ferne weißt.

Und wirklich: Etwa 300 Meter entfernt taucht am Waldrand ein Bär auf. Im Gegensatz zu den vielen Bären die ich vorher glaubte gesehen zu haben, verwandelt er sich auch nicht urplötzlich in einen Waldgeist der im Gewirr der Bäume verschwindet.

Gemächlich trottend kommt er näher. Eigentlich ist er aber eine sie. Pekka hat allen seinen Bären Namen gegeben und erkennt sie schon von weitem. „Das ist Nätti“, stellt er mir die Bärendame vor. Nätti heißt auf finnisch in etwa „die Schöne“und genau das ist die Bärin jetzt für mich. Schließlich habe ich lange auf sie gewartet. Mehr als drei Stunden sitze ich mit Pekka schon in der Hütte. Dafür lässt sich Nätti jetzt auch genau beobachten. In aller Ruhe macht sie sich über das Fleisch her. Mal dreht sie sich nach links, mal nach rechts, zeigt sich von allen Seiten. Sie hat es so gar nicht eilig beim Fressen. Sie weiß, dass sie die Königin des nordischen Waldes ist. Und offenbar weiß sie auch, dass Pekka die Bärenjagd aufgegeben hat.  

Rasso Knoller

 

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Einladung nach Hause, Luftgitarren-Weltmeisterschaft, Bauernhochzeit im Inselparadies

Finnland: Luftgitarren-Weltmeisterschaft

Wenn Sylvain „Gunther Love“ Quimene in die Saiten greift, ist nichts zu hören. Das macht aber nichts – der Franzose ist die Nummer Eins der Luftgitarrenspieler. Jedes Jahr im August findet im nordfinnischen Oulu die Weltmeisterschaft in dieser „Disziplin“ statt.

„Gunther Love“ springt, tobt und malträtiert seine imaginäre Gitarre. Er schüttelt seine Haare im Takt der Musik – Headbanging vom Feinsten. Auch wenn man von „Gunter Love“ nichts hört, laute Musik lässt die Bühne auch bei einer Luftgitarrenweltmeisterschaft erbeben. Die allerdings kommt aus der Konserve. Jeder Teilnehmer muss während des Pflichtwettkampfes ein von der Jury vorgegebenes Musikstück auf seiner Luftgitarre begleiten. Die Besten qualifizieren sich dann fürs Finale, bei dem jeder bei der Kür zu einem selbst gewählten Stück in die luftigen Saiten greift. Fünf strenge Wertungsrichter benoten die Performance und  bestimmen so den Weltmeister.

Weltmeister Gunter Love Quimene aus Frankreich

15 Jahre ist es her, seit Tapani Launonen und seine Kumpels auf die Idee kamen, in Oulu ein Festival zu organisieren. Welche Art von Festival, war ihnen damals egal. Oulu ist nicht gerade das Zentrum der Welt, und da ist jedes beliebige Festival besser als gar kein Festival.

Aber billig musste es sein. „Wir hatten nur 100 Euro“, erinnert sich Launonen. „Deswegen wollten wir etwas veranstalten, das nicht teuer ist.“ Und Luftgitarren kosten nichts.

Luftgitarre für den Frieden

Inzwischen ist aus der Bierlaune einiger Jugendlicher eines der größten Events in Nordfinnland geworden. Jeden August reisen Luftgitarrenspieler aus aller Welt nach Oulu. Dort spielen sie nicht nur um die Weltmeisterschaft, sondern auch für den Frieden – gemäß dem Motto: Wer eine Luftgitarre hält, kann keine Waffe halten. Und, wie Launonen sagt: „Würden alle Menschen Luftgitarre spielen, wären Kriege unmöglich.“

Wer jetzt glaubt, Luftgitarristen wären durchgeknallte Spinner, die ein bisschen Headbanging zu der Musik von AC/DC machen, der irrt. Bei der Weltmeisterschaft gehen lauter Profis an den Start. Sie sind die Meister ihres Landes, die ihre „Musik“ durchaus ernst nehmen. Die Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt – aus Australien, Neuseeland, Japan, den USA und fast allen europäischen Ländern.

Heart Buckboard vertritt Deutschland. Der 37-jährige Berliner heißt im richtigen Leben Christian Sweep. Doch wie jeder Luftgitarrist von Rang, trägt auch er einen Künstlernamen. Heart Buckboard hat in Deutschland keine Konkurrenz zu fürchten. Schon zum siebten Mal sicherte er sich den nationalen Titel – dieses Jahr Anfang Juli in Berlin. Schon zum fünften Mal wird er in Oulu mit dabei sein. Dort landete er fast immer auf vorderen Rängen: Dritter, vierter, siebter und wieder vierter wurde er, bevor er 2010 bereits in der Vorrunde ausschied.

Christian “Heart Buckboard” Sweep

Doch auch diesmal ist er einer der Favoriten. Für seine Bühnenshow hat der Berliner wochenlang geprobt. Gegen seine Nervosität helfe das aber nicht, „vor jedem Auftritt habe ich Lampenfieber“ sagt Heart Buckboard. Dabei kann er als Luftgitarrenspieler den Ton gar nicht verfehlen.

Rasso Knoller

 

 

 

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Bärenjagd mit der Kamera

Bauernhochzeit im Inselparadies

Finnland: Einladung nach Hause

Wie könnte man Finnlands Lebensgefühl, seine Kultur und Traditionen besser kennenlernen als bei einem Abendessen im Haus einer finnischen Familie? Der Veranstalter „Cosy Finland“ bietet Touristen genau diese Möglichkeit das Land und seine Menschen auf eine sehr persönliche Art zu erleben.

Die angebotenen Arrangements sind so vielseitig wie die Gastgeber., von denen die meisten in Helsinki und Umgebung leben. Besonders beliebt sind der „Finnische Abend“ mit Drei-Gang-Menü sowie der „Sauna-Abend“ inklusive Snack. Der Preis pro Person beträgt 69 Euro. Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälfte. Wer will kann seine Wünsche in Bezug auf die Gastgeber  mit. „Cosy Finland“ absprechen, die dann für die passende Einladung sorgen.

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