Irland: Burgen in Hülle und Fülle

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Burgen in Irland – schaurig und schön!

Burgen in Irland gibt es fast wie Sand am Meer. Aber warum? Auch in anderen europäischen Ländern finden sich viele Festungen aus dem Mittelalter. Aber gerade mit Irland verbinden Menschen häufig automatisch den Begriff Burgen. Das mag vielleicht an dem Image der grünen Insel und entsprechenden Touristik-Werbekampagnen liegen, die – wie auch in Großbritannien – Reisefreunde mit der mystischen Seite des Landes locken möchten. Und das zu Recht, denn so kann man den manchmal recht widrigen Wetterverhältnissen doch etwas Positives abgewinnen! Burgen in Irland wirken bei Nebel, Regen und grauem Wetter noch imposanter und schaurig-schöner.

Burgen Hülle und Fülle

Die Anzahl der Schlösser und Burgen in Irland ist tatsächlich auffällig hoch. Es gibt um die 30.000 Festungen, einige von Ihnen existieren nur noch als Ruinen, die aber trotzdem nicht vergessen und oft sogar vielbesuchte Touristenattraktionen sind wie das Blarney Castle. Die Iren lieben ihre teils gut erhaltenen, teils nur noch in Bruchstücken vorhanden Anlagen ebenso wie die ausländischen Besucher.

Eine Begründung für die große Zahl könnte darin liegen, dass die irischen Fürsten und Adligen im Mittelalter viel und heftig mit sich selbst, den Normannen und gelegentlich auch mit den britischen Nachbarn stritten. Es ging dabei meist um die territoriale Eigenständigkeit der Fürstentümer. Dafür kämpften die Burgherren mit allen Mitteln und konnten sich so recht gut behaupten. Ihre trutzigen Wehranlagen haben mit Sicherheit einen großen Anteil an ihren Erfolgen gehabt.

Bei den Angriffen wurden zwar viele Burgen in Irland stark beschädigt, aber dank dem Traditionsbewußtsein der Iren und dem Willen zur Bewahrung ihrer Kulturgüter wurden viele wieder in Stand gesetzt und restauriert.

Burgen in Irland sind relativ gleichmäßig über die gesamte Republik verstreut. Man findet sie im Osten um Dublin und in Zentral-Irland genauso wie im Westen Irlands und in Nordirland.

Alte sehenswerte Gemäuer

Es gibt so viele Burgen in Irland, dass man seine Reise allein mit dem Besuch dieser vielen Schlösser, Klöster und Burgen füllen kann, ohne dass einem dabei langweilig wird.

Zu den Wahrzeichen Irlands zählt zum Beispiel das Rock of Cashel im südlichen Zentral-Irland nordöstlich von Tipperary. Ein auffälliges Merkmal dieser Burganlage ist sein idealtypischer Rundturm. Seine exponierte Lage auf einem Hügel – 65 m über den Dächern der Stadt Cashel – hat ihm zu seiner Berühmtheit verholfen. Rock of Cashel gehört zu den Burgen in Irland, die noch ein Innenleben haben. Es handelt sich hier also nicht um eine leere Ruine, bei der nur noch die Hülle stehen geblieben ist.

Intakte Burgen in Irland

Dublin Castle
Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg, die mitten in Dublin auf einer Anhöhe zu finden ist, wurde im 18. und 19. Jahrhundert von Grund auf neu gestaltet und besteht jetzt im Kern aus zwei Höfen mit den um sie errichteten Gebäuden. Sie diente zur Zeit der britischen Vormachtstellung als Regierungssitz. Heutzutage ist sie nur noch alle sieben Jahre im Mittelpunkt des politischen Geschehens, und zwar dann, wenn der neue Staatspräsident in sein Amt eingeführt wird. Zu besichtigen sind aber nur einzelne Abschnitte des Schlosses.

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Kilkenny Castle

Von der ebenfalls im 13. Jahrhundert erbauten Burg im Südosten Irlands sind nur noch die drei Rundtürme erhalten, die übrigen Gebäude stammen aus den nachfolgenden Jahrhunderten. Sehenswert ist die große viktorianische Halle, die man sich unbedingt ansehen sollte.

Cahir Castle

Das nur 25 km südlich des Rock of Cashel gelegene Cahir Castle aus dem 13. und 15. Jahrhundert hat eine imposante Erscheinung. Die mit runden und eckigen Türmen verstärkte Außenmauer umgibt einen dreistöckigen Bergfried, dessen Innenausstattung jedoch weniger sehenswert ist: Die Einrichtung aus dem 17. Jahrhundert ist recht einfach und grob.

Ross Castle

Das Ross Castle wurde im 15. Jahrhundert auf der Landzunge im Lough Lean erbaut und gehört zu der Stadt Killarney im Südwesten Irlands. Die Innenausstattung des Turms entspricht der seiner Erbauerzeit. Man bekommt hier ein Einblick in das Leben eines Clanchefs: Damit der Boden nicht so kalt war, wurden die Schlafräume mit Erde bedeckt, als Toilettenpapier dienten den Herrschaften Moos und Blätter.

Bunratty Castle

Das zu Irlands Vorzeige-Schlössern zählende Bunratty Castle liegt nordwestlich von Limerick unweit des Shannon und stammt aus dem 15. Jahrhundert, sein Bergfried ist quadratisch und die große Halle sowie die Wohnräume ließ der kulturliebende Graf, der das Schloss 1954 erbte, mit Möbeln aus der Erbauerzeit ausstatten und gab die Räumlichkeiten zur Besichtigung frei. Besonders sehenswert ist auch das angrenzende Freilichtmuseum, das die Häuser von Bauern und Fischern aus dem Mittelalter originalgetreu präsentiert.

Beispiele historischer Klöster in Irland

Kylemore Abbey

Die wunderschöne Klosteranlage Kylemore Abbey mit einem ebenso schönen viktorianischen Garten liegt im Connemara Nationalpark im Westen Irlands und wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut. Benediktinerinnen führten hier lange Zeit eine Mädchenschule, heute kann sie besichtigt werden.

Kloster Clonmacnoise

Eine weitere Berühmtheit Irlands ist die mehr als 1400 Jahre alte Klosteranlage Clonmacnoise die nicht nur im geographischen  Zentrum Irlands liegt, sondern hunderte Jahre das irische Zentrum der Gelehrten war. Fast schon legendär sind die drei Hochkreuze, von denen das Cross of Scriptures das bekannteste ist.

Irische Ruinen

Blarney Castle

Der vor den Toren Corks an Irlands Südküste gelegene dreistöckige Festungs- und Wohnturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente 300 Jahre als Bardenschule. Heutzutage ist sie eine Touristenattraktion aufgrund des Blarney Stones, den man küssen muss, um immer eine passende Ausrede parat zu haben!

Schloss Blarney bei Cork

Dunluce Castle

Eine der größten Ruinen von Burgen in Irland ist die des Dunluce Castle in Nordirland. Seine besondere Lage auf einem zerklüfteten Felsen an Antrims Küste bescherte ihm zu bewohnten Zeiten nicht immer Glück: Im 17. Jahrhundert versank ein Teil der Küche mitsamt den Bediensteten im Meer. Das könnte auch der Grund dafür gewesen sein, dass Dunluce Castle seitdem leer steht. In diesem Jahrhundert begann man alleridngs mit Stabilisierungsmaßnahmen um dieses Kulturgut nicht gänzlich ans Meer zu verlieren.

 

Irland: Wellness auf der grünen Insel

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Wenn man Iren fragt, was sie über Strandhill wissen, fällt den meisten zuerst ein, dass man dort gut Wellenreiten kann. Für die Bewohner des nahe gelegenen Städtchens Sligo ist das einstige Fischerdorf an Irlands rauer Nordwestküste das Bade- und Freizeitdomizil schlechthin. Surfschulen, Yachthafen, Golfplatz und die zahlreichen Restaurants sind im Sommer stets gut besucht.

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Viele verbinden den Namen Strandhill mit Knocknarea. Der 327 Meter hohe Berg, an dessen Fuß das Örtchen liegt, gilt als letzte Ruhestätte der sagenhaften Kriegskönigin Méabh (auch Maeve) von Connacht. In voller Schlachtmontur, stehend und mit dem Gesicht gen Norden – zu ihren Feinden in Ulster gewandt – soll die streitsüchtige Dame in einem gewaltigen Steinhügelgrab auf dem Gipfel beerdigt worden sein.
Nach wie vor sind Königsgrab, Badespaß und Wassersport triftige Gründe, nach Strandhill zu reisen. Ein weiterer ist in den letzten Jahren hinzu gekommen: Seetang. Und der lockt immer mehr Wellness-Urlauber in das verträumt wirkende Nest am Atlantik, das in Wahrheit recht ausgeschlafen ist.

Algen zur Muskelentspannung

K1024_NeilWalton-VoyaSeaweedBaths1Was im ersten Moment nach einem neumodischen Spleen klingt, hat – zumindest in Irland – eine lange Tradition. „Schon vor mehr als 300 Jahren gab es hier Badehäuser, in denen man Algen nutzte, um Muskeln zu entspannen, die Blutzirkulation zu erhöhen, den Körper zu entgiften, alternder, ausgetrockeneter Haut natürliche Feuchtigkeit und Frische zurückzugeben und zu regenieren oder Heilprozesse zu fördern“, erklärt Neil Walton, während er, wie viele Male täglich, ein Algenbad vorbereitet. Die „Voya Seaweed Baths“, die der Sportwissenschaftler seit dem Jahr 2000 zusammen mit seinem Bruder Mark in Strandhill betreibt, waren die erste Neueröffnung eines Algenbadehauses seit 100 Jahren. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten um die 300 dieser Einrichtungen auf der ganzen Insel, neun davon allein im winzigen Strandhill. Das schloss 1961, nachdem es vom Hurrikan Debbie zerstört worden war. Mittlerweile gehören Seetang-Behandlungen in vielen irischen Spas wieder zu den Standardangeboten.

Arme voll Seetang

Während warmes Wasser in die Wanne läuft, gibt der Wellness-Experte mehrere Arme voll handgeernteten Seetang hinzu. Die gelblich-braunen Großalgen der Spezies Fucus serratus sind glitschig und haben eine gummi- bis lederartige Konsistenz. Wegen ihrer gezackten Ränder auf deutsch auch „Sägetang“ genannt, erinnern sie zugleich mit ihren flachen, fingerförmigen Blättern an die Schwimmfüße von Wasservögeln. Ihr starker Meeresgeruch verbreitet sich in dem Raum, der mit seinen „algenfarbigen“ Wand- und Bodenfliesen an ein altmodisches Sanatorium erinnert.

K1024_NeilWalton-VoyaSeaweedBaths2 „Manche vergleichen das Seetang-Bad mit einer Fahrt über den Atlantik“, sagt Neil und lässt seinen Gast nun selbst auf Entspannungsreise gehen. Eine anfängliche Dampfbehandlung hilft den Poren, sich zu öffnen, um die wertvollen Nährstoffe der maritimen Heilpflanzen besser aufnehmen zu können. Der allererste Moment ist nicht der angenehmste. Doch nachdem sich die Haut an das schleimige Unterwasserkraut gewöhnt hat, fühlt man sich wie die kleine Meerjungfrau in ihren besten Tagen: mopsfidel und sorgenfrei, in den Wellen und Tiefen des Ozeans daheim.

Wannenbad mit Suchtpotential

Wunderbar belebt, entspannt und gut gelaunt (zum Glück immer noch ohne Fischschwanz), mit babyweicher, glatter Haut und seidig weichen Haaren steigt man nach 50 Minuten aus der Wanne. Das hat Suchtpotenzial! Neil Walton freut sich und versichert lachend seinem Gast: „Sie wären der erste gewesen, dem es nicht gefallen hat.“ Und das will was heißen bei den hohen Besucherzahlen der „Voya Seaweed Baths“! Die meisten kommen nicht, nur um in den Algen zu baden. Denn die Waltons nutzen die in den Pflanzen gespeicherte Kraft des Ozeans auch für hochwertige Kosmetikprodukte ohne jegliche chemische Zusätze. Verarbeitet werden dafür außer handgeerntetem Seetang aus Strandhill nur andere Biorohstoffe wie Sheabutter, Bienenwachs, Totes-Meer-Salz und Aloe Vera. „Um die Wirkstoffe des Seetangs zu gewinnen, verwenden wir ein komplexes Verfahren, das wir in langjähriger Forschung mit unzähligen Tests entwickelten. Dabei handelt es sich um eine Nachahmung des natürlichen Konservierungsvorgangs der Algen, mit denen sie sich zwischen Ebbe und Flut vor dem Austrocknen schützen“, so Neil Walton.

K1024_Sligo-SchafeVerbunden mit anderen positiven Eigenschaften der Meerespflanzen, übertrage man ihre feuchtigkeitserhaltende und zellerneuernde Wirkung auf die Hautpflegeprodukte und halte sie damit selbst „lebendig“. Früh geprägt durch seinen Vater Michael, der als einer der ersten Öko-Landwirte in Irland die Bio-Bewegung dort maßgeblich mitbestimmte und sich seit Jahrzehnten mit Meeresalgen beschäftigt, lernte der aktive Triathlet Neil Walton den Seetang als ein Geschenk der Natur zu schätzen. Nachdem er sich eine schwere Sportverletzung zugezogen und sie erfolgreich mit Algenbädern behandelt hatte, beschloss er, ein eigenes Seetang-Spa aufzubauen. Bereits im Eröffnungsjahr kamen 12.000 Gäste, Tendenz steigend. Also, liebe Iren – wie war das noch mal mit Strandhill? Ach richtig, ja, der Algenkurort…

Text und Bld: Carsten Heinke

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Der Autor im Algenbad

 

Voya Seaweed Baths: Das Seetang-Spa in Strandhill bei Sligo ist geöffnet montags und dienstags von 12 bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags von 11 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr. Ein 50-minütiges Voya-Entgiftungs-Seetang-Bad mit Dampf kostet 25 Euro für eine Person, 35 für zwei. Das Spa-Menü beinhaltet neben Bädern diverse Körperpackungen, Facials, Massagen und viele Spezialbehandlungen. Eine 20-minütige Voya-Massage kostet 40, eine 50-minütige 65 Euro. Sehr beliebt ist der „Mermaid’s Purse Body Wrap“ (50 Minuten für 85 Euro). Weitere Informationen unter www.voyaseaweedbaths.com

Hotel-Tipp: Sligo Park Hotel, Pearse Road, www.sligoparkhotel.com

Restaurant-Tipp: Reidy’s Wine Bar & Bistro, Stephens Street, Sligo, anschließend ab 21.30 Uhr irische Livemusik in der Harp Tavern, Quay Street, www.theharptavernsligo.com

The Strand Bar, Strandhill, www.thestrandbar.ie

Akivitäten: Wellenreiten können Anfänger und Fortgeschrittene mit der Perfect Day Surf School in Strandhill, www.perfectdaysurfing.ie

Welche leckeren und gesunden Gerichte, Snacks und Drinks man aus frischem oder getrocknetem Seetang zaubern kann, lernt man in der Seaweed Cooking School in The Organic Centre, Rossinver, Co. Leitrim, www.theorganiccentre.ie

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The Organic Centre

 

Irland: Silvester in Dublin

 Trinity College

Wer wissen will, wie die Menschheit vor 5.000 Jahren den Jahreswechsel feierte, muss nach Dublin reisen. Etwa eine Autostunde von der irischen Metropole entfernt trifft man in Newgrange auf eine neolithische Grab- und Kultstätte, in der am 21. Dezember zur Wintersonnenwende ein Phänomen zu beobachten ist, das die Menschheit schon damals faszinierte. Gegen 9 Uhr morgens erleuchtet die Sonne durch ein winziges Fenster über der Eingangstür die gesamte Grabhalle von 19 Metern Tiefe. Ein Meisterwerk der Architektur und Astronomie – und dies 1.000 Jahre vor Stonehenge und den Pyramiden von Gizeh!02 Eingang mit Fenster Newgrange

Aber die Iren wissen auch heute zu feiern. Bereits zum dritten Mal fand zum Jahreswechsel 2013/14 das Dubliner „New Years Eve Festival“ statt, das inzwischen nicht nur Iren in ihre Hauptstadt lockt. Eine ganze Kavalkade von Veranstaltungen zieht Deutsche, Franzosen und Amerikaner gleichermaßen magnetisch an. Interessanterweise setzen die Veranstalter im Zeitalter der digitalen Kommunikation gerade auf direkte Begegnungen mit der Literatur, Musik und Tradition ihres Landes. Neben dem „City Assembly House“ und dem „Smock Alley Theater“ gibt es unzählige kleine Veranstaltungsorte, wie Pubs, Bibliotheken und Museen, in denen kulturelle Leckerbissen serviert und nicht selten auch die Besucher zum Mitmachen aufgefordert werden. Von der Poesie über Literatur, Comedy bis zur Musik spannt sich der Bogen der Themen, man trifft auf bekannte Literaturgrößen, wie Paul Durcan, Paul Sheridan und Dermot Bolger oder auf begabte junge Musiker, wie Seo Linn oder Lisa O´Neill.

03 Lisa O´Neill

Bei meist freiem Eintritt kann man vom 29. bis zum 31.Dezember seinem eigenen Geschmack folgend von Ort zu Ort zu ziehen. Besonders Literaturinteressierte kommen bei der Erkundung der Unesco-Weltliteraturstadt voll auf ihre Kosten, die von W. B. Yeats und George Bernard Shaw bis zu Samuel Beckett und Seamus Heaney allein vier Literaturnobelpreisträger hervorgebracht hat.

 Musiker in der Temple Bar

Die meisten Literaturgrößen Irlands studierten am Trinity College, wo man sich am 31. Dezember traditionell zum Höhepunkt des „New Years Eve Festivals“ trifft. Nachdem Familien mit ihren Kindern den Abend am „St. Stephen´s Green“ Park mit einem Laternenumzug („Procession of Light“) einleiten, findet die Outdoor-Party am „College Green“ mit einem Countdown Concert ihre Fortsetzung. Am Silvesterabend 2013 begeisterten beispielsweise die Bands „Leo Sinn“, „The Strypes“, „Ryan Sheridan“, „MKS“ (Gründerinnen der „Sugarbabes“) und „Madness“.

09 Madness läutet das neue Jahr ein

Und wer noch immer nicht genug vom Feiern hat, findet sich am Neujahrstag bei Celtic Rock und Swinging Blues am „Meeting House Square“ im „Temple Bar“ District ein.

Michael Juhran

Deutschland: 200 Wege über das Meer

VFF Fährfolder 2014

Auf über 200 Seerouten bringen die europäischen Fährgesellschaften Urlauber und Geschäftsreisende bequem, sicher und entspannt an ihr Ziel. Für die schnelle Reiseplanung hat der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik e. V. die praktische Broschüre „Fähren, Routen, Reedereien“ für 2014 neu aufgelegt. Das Streckennetz von 26 Reedereien ist darin übersichtlich auf Routenkarten dargestellt: über Nord- und Irische See, Ostsee, durch das Mittelmeer und jetzt neu: über das Schwarze Meer.

Deutschland wird auf 17 Fährrouten mit Skandinavien, Russland und dem Baltikum verbunden, die Passagen starten unter anderem in Kiel, Travemünde und Rostock. Insgesamt 95 Strecken im Norden listet die Broschüre auf, dazu gehören auch die Nordsee-Verbindungen ab Dänemark, Holland, Belgien und Frankreich mit Kurs auf die Britischen Inseln, nach Norwegen sowie bis nach Island. Für das westliche und östliche Mittelmeer gibt die Broschüre einen Überblick über 90 internationale und nationale Fährpassagen. Neu aufgenommen wurden Fährverbindungen im Schwarzen Meer, zum Beispiel ab Odessa über Sotschi, die Stadt der Winterolympiade 2014, bis ins georgische Batumi.

Viele Wege führen zum Fährticket: Die Übersicht der Reedereien wird ergänzt um Buchungstelefonnummern, E-Mail-, Internet- und Facebook-Adressen der Fährreedereien. Smartphone-Nutzer werden über QR-Codes direkt auf die Seiten der Fährgesellschaften gelotst oder auf die Homepage des VFF: Hier sind unter dem Navigationspunkt „Buchung“ gleich mehrere reedereiübergreifende Buchungsportale zu finden.

VFF Fährfolder 2014_Die Routen im Norden

VFF Fährfolder 2014_Die Routen im Süden

Irland: Polyglott on tour

Polyglott on tourDer benutzerfreundliche Polyglott-Reiseführer von Rasso Knoller und Christian Nowak  mit innovativem Tourenkonzept bringt den Leser zu den schönsten Reisezielen Irlands. Entdecken Sie mit Polyglott on tour Dublin, Belfast und die Cliffs of Moher. Der Reiseführer enthält zusätzlich 24 Touren, z. B. rund um Athlone. Neben einem ausführlichem Infoteil verraten die Autoren in dem Buch auch ihre Lieblingsziele auf der “grünen Insel.“

Irland: City of Music – Belfast rockt

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„Überall in Belfast ist Musik“, kündigt der erfahrene BBC-Moderator, Journalist und musikalische Lokalmatador Stuart Baile eine Tour mit dem Bus zu den Spots der Belfaster Nachtszene an. Sie nennt sich Belfast Music Tour und bewegt sich auf den Spuren der immer in dieser Hafenstadt beheimateten Rock´n Roll Tradition. Mit Blick auf die Neue Welt war Belfast der Schmelztiegel für die über den Atlantik hereinschwappenden Einflüsse aus der Rock-, Pop- und Bluesszene der New Yorker Bars und Clubs und hat mit Van Morrison einen der ersten Trendsetter in der europäischen Musikkultur hervorgezaubert.

Sehr viele Touristen kommen und buchen Stuart Bailes Fahrt, um mehr über Van the Man und seinen Einfluss zu erfahren. Deshalb führt die erste Etappe von der Ulster Hall, wo der Leadgitarrist von Led Zeppelin einst die ersten zarten Noten von „Stairway to Heaven“ anstimmte, ziemlich direkt zu Big Vans Geburtshaus und in die Nachbarschaft seiner Jugendzeit, weiter in die „Cyprus Avenue“, die einem seiner berühmtesten Songs auf dem Album „Astral Weeks“ den Namen gegeben hat. Und überhaupt, sagt Baile, „ist diese Scheibe eine der Größten, die je aufgenommen wurde.“

Aber auch von anderen Musiklegenden ist auf der Fahrt die Rede – zusammen mit dazu gehörenden Songs – die die Verbindung Belfasts mit Bands wie Thin Lizzy, den Punkoutfits von Stiff Little Fingersand The Undertones und natürlich mit Snow Patrol herstellen. Ihr Leadsänger Gary Lightbody stammt aus der Nähe von Belfast, lebt in der Stadt und hat entscheidend an der Förderung ihrer heute so vitalen und kreativen jungen Musikszene mitgewirkt. Lightbodys Song „Take Back the City“ ist Belfast gewidmet und „verrät schon alles über die Entwicklungsmöglichkeiten von Belfasts Musik der Zukunft“, sagt Baile.

Und weil wirklich überall in Belfast Musik ist, ob in den Straßen, zu Hause, in Konzerthallen oder einem der 80 außergewöhnlichen Musik-Clubs, wird es nach der Bustour Zeit, ins Nachtleben auszuschwärmen. Good evening Belfast!

Da ist das Pub John Hewitt, benannt nach einem Belfaster Dichter, wo man den Abend anwärmt. Da sind Maddens und Kelly´s Cellars, die beiden ältesten Bars aus dem 17. Jahrhundert, mit traditioneller Irish Music und einem unvermeidlichen Pint. Da sind für Folk, Blues, Country und Pop das Rotterdam, Errigle Inn und Mc Hughes. Und für die junge, experimentelle Szene reißt der Rhythmus im Limelight nicht ab. Es ist verbunden mit Entdeckungen wie den Bands Ash, Sultans of Ping, Stereolab und solchen wie General Fiasco, CashierNo9 und Duke Special, die sich gerade zum Erfolg spielen.

Intimere Atmosphäre für Jazz und klassische Musikauftritte bieten kleine Theater wie das Black Box oder das Crescent Arts Centre. Und damit noch nicht genannt, die ganz Großen: Das Grand Opera House, die Waterfront Hall und die Odyssey Arena. Robert Plant, Mary Chapin Carpenter, The Stylistics, Smokie, Simply Red, Shakira, Meatloaf und Lady Gaga haben dort alle schon vorbeigeschaut. Und um die wichtigsten Gigs und großen Events auf den Punkt abzufragen, gibt es jetzt die erste Musiktourismus iPhone App, erhältlich auf der iTunes Website.

 

Christian Nowak/Rasso Knoller: Irland & Nordirland

51gmDD-RoyL__Irland, die „grüne Insel“ – wie oft hat man diese Floskel schon gehört und gelesen, und doch beschreibt sie die Natur des Landes absolut treffend: saftige Wiesen, auf denen je nach Region Schafe oder Kühe weiden, und üppig bepflanzte Vorgärten, in denen auch noch zur Adventszeit Rosen und Ginster blühen. Frost gibt es in Irland nur selten, so verführt das milde Wetter die abgehärteten Iren selbst noch im Dezember, im T-Shirt auf die Straße zu gehen.
Erkauft werden muss das viele Grün aber mit Regen, der üppig und gleichmäßig übers Jahr verteilt fällt und der für die Iren ebenso selbstverständlich zum Leben gehört wie ihre Pubs. Drinnen in der Gaststube ist man dann immerhin sicher vor dem Nass von oben. Ein irisches Sprichwort besagt, dass der Innenraum eines Pubs der einzige Ort im ganzen Land ist, an dem es nicht regnet. Ganz so schlimm ist es aber nicht, denn meist verziehen sich die Wolken genauso schnell wie sie gekommen sind und die durchbrechende Sonne macht Irland zur „Insel der Regenbogen“. Dann wirkt alles noch grüner und schöner und man kann den Nationalstolz der Iren verstehen, der sie auch Zeiten großer Not überstehen ließ. Perioden, in denen Hunderttausende zur Auswanderung gezwungen waren, und Zeiten, in denen Kriege und Gewalt das Land zerrissen.
Egal wie hart die Zeiten sind, die Iren behalten immer ihre gute Laune. Die Geschichte hat sie zu Krisenspezialisten gemacht. So ist es kein Wunder, dass immer mehr Touristen Irland für sich entdecken. Die Insel ist das ideale Reiseland für Naturliebhaber, die ihre Ferien mit Angeln, Wandern oder Reiten verbringen wollen, aber auch für Leute, die sich für alte Kulturen interessieren oder aber einfach Gemütlichkeit und gute Laune zu schätzen wissen. Die irische Freundlichkeit ist sprichwörtlich. Bei einem Guinness im Pub wird jeder Reisende schnell zu einem Freund. In diesem Sinne: Willkommen in Irland – „Fáilte go Éireann“!

Irland: Moyne Friary – Eine der schönsten mittel-alterlichen Klosterruinen

Leicht zu finden sind die Überreste des Franziskanerklosters von Moyne nicht. Nur mit Glück entdeckt man das Schild Moyne Friary auf einer der winzigen Straßen zwischen Killala und Ballina im County Mayo. Beware of the Bull hat der Bauer vorsichtshalber an seinen Zaun geschrieben. Und überlässt jedem beim Marsch über seine Wiese die Entscheidung, ob man es mit friedlich grasenden Kühen oder weniger friedlichen Bullen zu tun hat. Doch dann steht man vor den Resten des Mitte des 15. Jahrhunderts von MacWilliam de Burgo errichteten Klosters. Obwohl schon 1590 von dem damaligen englischen Gouverneur von Cannacht, Sir Richard Bingham, niedergebrannt, ist die Anlage bis heute erstaunlich gut erhalten. Es fehlen zwar die Dächer, doch die Kirche, der Kreuzgang, die Sakristei, die Küche und das Refektorium sind noch gut zu erkennen. Über Treppen gelangt man ins Obergeschoss und hat von dort einen weiten Blick über sattgrüne Wiesen und die Mündung des Flusses Moy. Nichts stört die Ruhe an diesem mystischen Platz, der Jahrhunderte überdauert hat.

Slideshow mit Impressionen von Moyne Friary


 

Irland: Dublin – Die Hauptstadt der Dichter

Liegt es an der irischen Luft oder am Wind? Oder am Bier und Whiskey? Keiner weiß es – aber eines ist Tatsache: Dublin ist die Welthauptstadt der Dichter und Schriftsteller.

Keine andere Stadt hat im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Literaturnobelpreisträger hervorgebracht. Einer der ersten in der langen Reihe bekannter Größen war Jonathan Swift. Er trat mit seiner Satire »A Modest Proposal« für die hungernden Menschen in Irland ein. Später waren es dann Sean O’Casey (1880-1964) oder George Bernard Shaw (1856-1950), die in ihren Werken für soziale Gerechtigkeit plädierten. Oscar Wilde (1854-1900), William ButlerYeats (1865-1939, Nobelpreisträger 1923), John Millington Synge (1871-1909) und Samuel Beckett sind weitere Größen am Literaturhimmel.

Der wahrscheinlich bekannteste Dubliner Schriftsteller ist James Joyce. Ihm und allen anderen Autoren der Stadt widmet sich das Dublin Writers Museum. Speziell an James Joyce erinnern das James Joyce Museum im Joyce Tower in Sandycove und das James Joyce Center. Auch das Geburtshaus von George Bernard Shaw kann man besichtigen (»The Shaw Birthplace«). Das Kind­heitsheim von Oscar Wilde (1 Merrion Square) ist dagegen nur für Gruppen zugänglich. Nur wenige Schritte von seinem ehemaligen Wohnort entfernt, steht eine Statue zu Ehren des Dichters – obwohl man in diesem Fall wohl eher »liegen« sagen müsste: Der als Dandy bekannte Dichter lümmelt entspannt auf einem Stein.

Rasso Knoller