Rasso Knoller: Finnland – Ein Länderportrait. Lesung auf der Buchmesse

Der typische Finne sitzt am See, gerade aus der Sauna gekommen, greift er als Erstes zum Handy. Vermutlich ruft er aber nur seinen Anrufbeantworter an. Denn er spricht nicht gern. Das kennt man ja schon aus den Filmen von Aki Kaurismäki. Und in denen trinken die Männer auch gern. Am liebsten Bier oder Wodka. Und viel. Dagegen macht der Nachwuchs in den PISA-Statistiken seit geraumer Zeit Furore. Lesen, Schreiben, Rechnen: Überall ist das finnische Kind ganz vorn mit dabei. Und Skispringen kann es auch, denn das lernt es ebenfalls in der Schule. Alles Klischees? Der Journalist Rasso Knoller hat die besten Voraussetzungen, diese Frage zu beantworten. Er hat mehrere Jahre in Finnland gelebt und gearbeitet. Aber viel wichtiger: Er hat unzählige Saunagänge zusammen mit Finnen hinter sich. Bei knapp hundert Grad wird auch der schweigsamste Finne gesprächig. Und erzählt dann, wie es wirklich zugeht in seinem Land.

Weitere Infos: Rasso Knoller, Finnland. Ein Länderportrait, Ch.Links Verlag, 16,90 Euro


Lars Franke: Auf den Spuren alter Klostersagen

Klosterruinen und zerfallene Kirchen lassen nicht nur bei Esoterikern die Fantasie ins Kraut schießen. Wer hat wohl noch nicht darüber nachgedacht, wer dort einst lebte, liebte oder sein Leben verlor? Nach der Lektüre eines kleinen Büchleins aus dem Steffen Verlag Berlin weiß man zumindest mehr über einige der historischen Gemäuer zwischen Sassnitz und Senftenberg. Der Autor Lars Franke kennt sich damit aus, im gleichen Verlag erschienen bereits Berlin-Barndenburger Spukgeschichten.

Franke_Klostersagen_Aufriss2.inddUnd nun ist er „Auf den Spuren alter Klostersagen von der Niederlausitz über Berlin bis Rügen“ unterwegs gewesen und hat allerlei Mythen, Märchen und Überlieferungen gesammelt und aufgeschrieben. Was es da nicht alles gegeben hat in den heiligen Hallen der Klöster und Abteien: „Das Geständnis des hinkenden Mönches“, „Der Spuk des toten Küchenmeisters“ oder einen „Blutfleck in der Klosterkirche“. Dazu heißt es: „Lange war er noch zu sehen. Dieser Blutfleck in der Klosterkirche von Rehna. Man konnte schrubben und scheuern, ihn übermalen, immer wieder kam er zutage. Nicht einmal Abspachteln soll geholfen haben. Die blutrote Mahnung an ein Leben voller Zucht und ohne Sünden blieb…“.

So ganz sündenfrei scheint es aber hinter den Klostermauern nicht zugegangen sein, jedenfalls erzählt man sich seit Jahrhunderten die wunderlichsten Geschichten von Mönchen, die dem Weine sehr zugetan waren, von Nonnen, die ihre Tage nicht nur im frommen Gebet zubrachten und von Äbten und Äbtissinnen, die heimliche Schätze gehortet haben sollen. Höchstwahrscheinlich ließen die geheimen Riten hinter den hohen Mauern bei der ziemlich abergläubigen Bevölkerung die Fantasie ins Kraut schießen. Dem Klerus war das oftmals ganz recht, gab es doch so manches zu verbergen, was mit dem Gelübde nicht immer in Einklang zu bringen war.

Einige der Überlieferungen scheinen einen wahren Hintergrund zu haben, wie der Autor herausfand. Reale Ereignisse und Personen lassen sich in alten Urkunden und Aufzeichnungen finden, doch wurde oft das Geschehen noch mit schauerlichen Details ausgeschmückt und aufgebauscht. Anderes ist zweifelsfrei erfunden, da Namen und Daten nicht zusammenpassen.

Aber kurzweilig zu lesen ist es allemal. Hinzu kommt, dass Lars Franke die Mythen und Geschichten in einen historischen Kontext setzt und mit Fakten und Zahlen ergänzt. Schließlich war das Gebiet westlich von Oder und Neisse schon vor Jahrtausenden besiedelt und jahrhundertelang Schauplatz der wechselvollen Geschichte in der Mitte Europas. So ist das Buch nicht nur ein kleines Nachschlagewerk für Heimatkunde, sondern eignet sich auch hervorragend als Reiseführer, der einen mit 35 Abbildungen und einer Karte durch die Landschaft im Nordosten Deutschlands begleitet.

Regina Friedrich

 

Andy Holzer: Balanceakt – Blind auf den Gipfeln der Welt

51EZcJeg06L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_SX385_SY500_CR,0,0,385,500_SH20_OU03_Andy Holzers Tourenbuch als Bergsteiger liest sich beeindruckend. Mittlerweile hat er sechs der Seven Summits, der jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente, bestiegen. Ihm fehlt nur noch der höchste Berg der Welt, der Mount Everest. Der sollte eigentlich 2014 als Verwirklichung aller Träume folgen, doch im Basislager wurde er Zeuge des schweren Lawinenunglücks, bei dem 16 Sherpas ums Leben kamen. Daraufhin war für ihn sofort klar, dass er seine Sachen packen würde.

Aber nicht nur als Expeditionsbergsteiger hat sich Holzer einen Namen gemacht, auch als Felskletterer kann er einiges vorweisen. Die dritthöchste Wand der Ostalpen, die Cinque Torri in den Dolomiten, oder Wände im Kaukasus ist er schon geklettert.

Man mag es kaum glauben, aber der Osttiroler Andy Holzer, Jahrgang 1966, ist von Geburt an blind. Beim Felsklettern und beim Expeditionsbergsteigen orientiert er sich nur mit seinen Fingerspitzen, anhand des Klangs seiner Tritte und des Echos im Stein. Eine ganz wichtige Rolle spielt natürlich auch sein Partner am Seil.

In seinem Buch erzählt er von seinen Verrücktheiten und Träumen und lässt den Leser an seinem aufregenden Leben teilhaben. Bei der Lektüre wird einem nie langweilig, denn man kommt nicht umhin seinen Mut und seine mentale Stärke zu bewundern und sich über seine komische und oft selbstironische Sichtweise zu amüsieren. Das Energiebündel Andy Holzer kann übrigens nicht nur verdammt gut klettern und schreiben, auch seine Vorträge sind grandios.

Dr. Peter Müller

Barbara Schaefer: Lesereise Lappland

Picus Verlag, Barbara Schaefer, Lappland Barbara Schaefer nimmt uns mit auf eine Reise in den hohen Norden. In ihrem Buch „Nordlicht, Joik und Rentierschlitten“ erzählt die in Berlin lebende Journalistin in 20 Kurzgeschichten von Lappland und seinen Menschen. Wir treffen den „brokkolihassenden“ Rentierschlittenfaher Nils Nutti, einen Wehrmachtsoldaten auf der Suche nach den Liebesbriefen seiner Jugendliebe und einen Backofenhersteller, der viel lieber Dichter wäre. Wir begeleiten die Autorin beim Fliegenfischen, Wandern, Skifahren und Hundeschlittenrennen.

Wer Barbara Schaefers Buch liest, erfährt viel über Lappland. Nach Ende der Lektüre, weiß er aber immer noch nichts über Einwohnerzahlen, Turmhöhen und Flusslängen. Er  keine Ahnung von Stadtgründungsdaten, Baujahren und Arbeitslosenzahlen. Das Buch vermittelt kein Faktenwissen, sondern ein Gefühl für das Land und seine Bewohner. Barbara Schaefer erhebt nicht den belehrenden Zeigefinger und prahlt nicht mit angelesenem Wissen.

Sie steigt herab vom hohen Ross des allwissenden Erzählers und lässt ihre Leser an ihren Erlebnissen, Gefühlen und Empfindungen teilhaben  Sie versucht das Land zu verstehen, indem sie Fragen stellt, zuhört und hinsieht. Man merkt dem Buch an, mit welcher Neugier sich die Autorin ihrem Thema genähert hat. Hier schreibt nicht jemand, der Antworten gibt, sondern jemand, der nach Antworten sucht.

Genau deshalb aber kann der Leser bei der Lektüre des 132 Seiten dicken Bändchens ein Gefühl für Lappland entwickeln und wird wie die Autorin selbst neugierig auf diese scheinbar unwirtliche Region am Ende Europas.  „Nordlicht, Joik und Rentierschlitten“ ist ein einfühlsames Buch und für Nordlandfans ein Muss, aber auch jeder andere, für den Reisen mehr ist als nur die Aufnahme von Informationen, wird von diesem Band begeistert sein. Der Vergleich mit Bruce Chatwin mag hoch gegriffen sein, Barbara Schaefer aber sind  20 Miniaturen gelungen, die weit über das Niveau der Geschichten hinausgehen, die man Woche für Woche auf den Reiseseiten deutscher Tageszeitungen lesen kann.   (rk)

Barbara Schaefer, Lappland, Joik und Hundeschlitten, Picus Verlag, 14,90 Euro

Die letzten Papua

Literatur über Papua Neuguinea findet man auf dem deutschen Buchmarkt kaum.

Eine Ausnahme ist der farbenprächtige großformatige Bildband des italienischen Fotografen Iago Corazzo.

Er hat das Land bereist und dabei vor allem die Feste und Riten der Ureinwohner fotografiert. Ob der Tanz der Schlammmänner, die Jagd der Skelett-Krieger der Omo Bugamo oder die Brautwerbung bei den Ia Api – überall war Corazzo einfühlsam mit seiner Kamera dabei.

Den farbengewaltigen Hauptteil des Buches nehmen die Bilder des Sing-Sings in Enga ein – einem großen Fest bei dem sich die Stämme aus dem ganzen Land treffen.

Angereichert wird der Bildband durch eine ausführliche Einleitung, einfühlsam geschriebene Zwischentexte und aussagekräftige Bildunterschriften. Da es gegenwärtig keinen deutschsprachigen  Reiseführer über Papua Neuguinea gibt, sind diese Textstellen mehr als  nur Füllmaterial zwischen den Bildern. Für  potentielle Reisende sind sie Quelle interessanter Informationen..  rk

Iago Corazzo: Die letzten Papua, Kunst und Kultur der Ureinwohner Neuguineas, White Star Verlag, 286 Seiten, 38 Euro.

Gut oder schlecht? Zwei Journalisten streiten über ein Buch

Buchcover Carl Hoffman Frauen und Kinder zuerstVor gut einem Jahr hatten wir die folgende Rezension von Rasso Knoller veröffentlicht – eine Kollegin hat sie gelesen und ist anderer Meinung.

Im Anschluss an Knollers Text deswegen heute die Rezension von Barbara Schaefer. Wer trifft eher den Geschmack unserer Leser?

 

 

 

Frauen und Kinder zuerst!

In seinem Buch “Frauen&Kinder zuerst” erzählt der amerikanische Journalist Carl Hoffman von einer Reise um die Welt, bei der er sich die Aufgabe gestellt hat, für jede Strecke das jeweils gefährlichste und unbequemste Verkehrsmittel zu wählen.

Ist schon die Themenstellung an sich sonderbar, wird sie zum richtigen Ärgernis, wenn die Vorgabe nicht eingelöst wird. Denn Hoffman meistert auf seinen Reisen weder Abenteuer, noch erlebt er irgendwelche Katastrophen. So muss er sich darauf beschränken, von früheren Unglücken zu erzählen. Nur weil sich irgendwann auf der Strecke, die er bereist, ein Unglück zugetragen hat, fühlt sich auch Hoffman als Held. Als er mit einer brasilianischen Fluglinie von Porto Alegre nach Sao Paolo fliegt, schreibt er: ”Ich spielte eindeutig mit dem Feuer, das begriff ich auf einmal. Als ich durch die Flughalle voller Menschen lief, hätte ich am liebsten meine Familie umarmt, menschliche Nähe, Trost und Wärme gespürt”.
Als Gefahrenpunkt hat Hoffman auf diesem Flug die gut aussehenden Flugbegleiterinnen ausgemacht: “Die Stewardessen trugen eng anliegende blaue Röcke und exakt sitzende weiße Blusen mit ausladendem Dekolleté und zehn Zentimeter hohen Stöckelschuhen. Der Airbus war lupenrein sauber”. Klar, dass man sich da unsicher fühlen muss. Die Brasilianerinnen seien zwar freundlich, aber im Falle einer Katastrophe sicher überfordert, vermutet Hoffman. Im US-amerikanischen Luftraum können man sich da schon sicherer fühlen. Denn dort seien die Stewardessen griesgrämig,  hätten aber eben “jahrzehntelange Erfahrungen gesammelt.”
Frauen&Kinder zuerst! ist ein ärgerliches Buch. Es ist das Buch eines eitlen Journalisten, der gerne im Mittelpunkt steht, und deswegen alles, was er macht, zu einer Heldentat stilisiert. Hoffman reist ohne jeden Luxus, ist auf einfachstem Niveau unterwegs  – das aber macht jeder Rucksackreisende auch, ohne sich deswegen gleich für Superman zu halten.
Eine Reise um die Welt, wie sie Hoffman unternommen hat, wäre eine hervorragende Gelegenheit gewesen, sich mit den Menschen zu beschäftigen, die einem begegnen. Aber auch diese Gelegenheit nutzt der Autor nicht. Ihn interessieren die Menschen nur, wenn er sie – wie etwa die schönen Brasilianerinnen – als mögliches Gefahrenpotential ausmacht.

Carl Hoffman, Frauen&Kinder Zuerst!, btbVerlag, 14,99 Euro  ´

Und hier die Rezension von Barbara Schaefer

Carl Hoffman, amerikanischer Reporter, der unter anderem für Outside und National Geographic Traveler schreibt, hat eine ungewöhnliche Weltreise unternommen: Einmal um den Globus mit den gefährlichsten Fortbewegungsmitteln der Erde. Er fliegt mit Cubana Airlines, fährt mit den schlechtesten Bussen über die Anden, mit den schrottigsten Fähren über Flüsse, und immer wieder mit Kleinbussen über kaum vorhandene Straßen in Afrika. Herausgekommen ist dabei weit mehr als eine launige Reisereportage, wie es der alberne Titel vermuten lässt, sondern ein kluges Buch übers Reisen. Hoffman ist nicht nur um die Welt gefahren, um etwas über sich zu erfahren, sondern weil er erleben wollte, wie die Millionen von Menschen tagtäglich unterwegs sind, die in keiner Tourismusstatistik auftauchen. Reisen war, so weiß Hoffman, fast immer ein mühsames Unterfangen, das man nur notgedrungen auf sich nahm. Und die Menschen, die in klapprigen Minibussen die „Erde auf dieser kaum wahrgenommenen Hauptschlagader des Massenverkehrs umkreisten“ taten das, weil sie sich kein Flugticket leisten konnten, und es sich auch nicht leisten konnten, nicht zu reisen. Hoffman weiß um die Absurdität darüber, dass es für ihn „etwas Belebendes hat, mit der gefährlichsten Fluggesellschaft der Welt zu fliegen“. Wie er auch weiß, wie seltsam er oft auf seine Mitreisenden wirkt. Er kennt sich aus mit den Rhythmen des Reisens, wie sich das Reisen auf die Psyche auswirkt, das ständige Wegfahren und Heimkommen, die Ruhe im Rastlosen und das Rastlose in der Ruhe. Dennoch beobachtet er vor allem die anderen Reisenden und erst in zweiter Linie sich selbst. Dabei fehlt es nicht an unterhaltsamen Episoden. Einmal, in Kenia, bekommt er nach einer tagelangen Reise einen regelrechten Anfall, er brüllt den boy im Minivan an, er solle ihn sofort herauslassen, und stürmt hinaus „als ob ich zu lange unter der Wasseroberfläche gewesen wäre“. Und gegen Ende der Reise, als er in einem hanebüchen abgerockten 20-Tonner mitfährt, der Propangas nach Ulaanbataar bringt, ohne Heizung, bei minus 40 Grad, auf kaum sichtbarer Straße, – wird ihm langweilig. Er erkennt, Reisen lohnt sich nur, „wenn die Augen frisch waren“. Sobald die Neugier und die Offenheit der Welt gegenüber nachließen, müsse man zum Ausgangspunkt zurückkehren. „Für immer auf Reisen sein konnte man nicht.“ Für immer daheim zu bleiben scheint aber für Carl Hoffman auch keine Lösung zu sein. Im April diesen Jahres war er in Ägypten, im September in Afghanistan.                         

Und jetzt ist Eure Meinung gefragt. Wie gefällt Euch Hoffmanns Buch? Wir sind auf Eure Zuschriften gespannt. 

Norwegen: Hurtigruten 2012

Sehnsucht nach Norwegen? Nach einer Fahrt mit der Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes? Wie wäre es dann zur Einstimmung mit dem neuen Kalender vom Leipziger Fotografen Thomas Härtrich? Die zwölf großformatigen Fotos zeigen Norwegens grandiose Küste mit ihren Fjorden, Schären und Fischerdörfern zu allen Jahreszeiten: im Licht der fahlen Mitternachtssonne, im strahlenden Sonnensschein, schneebedeckt und im Grün über den Nachthimmel wabernden Polarlicht. Schade, dass in einem Kalender nur Platz für zwölf Motive ist!

Thomas Härtrich
Hurtigruten 2012
 
 
Kalender 2012
 
13 Seiten, Format 60,0 x 48,0 cm
 
ISBN 978-3-7654-5670-1
 
€ [D] 27,95
 
€ [A] 27,95*
 
sFr 41,90

Reise Know How: City Trip Hongkong

Hongkong im Taschenformat  bietet der City Trip Reiseführer des Reise Know Verlag Verlags. Er richtet sich hautsächlich an Reisende, die die ehemalige Kronkolonie als Stopoverdestination bzw. für einen kurzen Städtetrip besuchen wollen. In kurzen Worten informiert er über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und die großen Inseln Lantau, Lamma und Cheng Chau. Der Infoteil ist für einen Kurzaufenthalt ebenfalls ausreichend.

Sinnvoll sind die kurzen Kapitel zu Beginn des Buches, die speziell auf Hongkongbesucher mit besonderen Interessen eingehen und entsprechend Tipps zum Einkaufen, Ausgehen, die Restaurantszene und Museen geben. Da dem Band auch noch ein Stadtplan beigegeben wurde, ist er in der Kategorie unter 10 Euro konkurrenzlos. Touristen, die mehr als nur ein paar Tag in Hongkong bleiben wollen, stoßen beim City Trip Hongkong aber schnell an die Grenzen.

Werner Lips: City Trip Hongkong. Reise Know How Verlag. 144 Seiten, Preis 9,80 Euro.

Lesereise Südsee

Das Autorenduo Volker Mehnert und Frank Rumpf hat die Südsee bereist. Mitgebracht hat  es einen leicht und locker geschriebenen Erzählband.

Das Buch gewährt nicht nur  Einblick in die  Kulturen, dieser entlegen Weltgegend, sondern es lässt den Leser hier und da auch mit einem Schmunzeln zurück.

Und doch scheuen sich die Autoren nicht, kontroverse Themen anzupacken. So etwa in der Geschichte „Das Paradies ertrinkt“, in der sie den Klimawandel zum Thema machen.

Reizvoll wird der Band durch die Vielschichtigkeit seiner Geschichten Während in manchen Texten das Südseeklischee von Palmenstrände und lachenden Menschen durchaus bedient wird, wird es in anderen relativiert und in Frage gestellt. So erhält der Leser dieses kleinen Bandes ein ausgewogenes Bild einer Region, die für viele immer noch das Traumreiseziel ist. Der Band eignet sich denn auch hervorragend zur Einstimmung auf einen Urlaub. Aber auch diejenigen, die die Südsee nur im Kopf bereisen wollen,  finden ausreichend Stoff für ihre Träume.     rk

Volker Mehnert/Frank Rumpf: Lesereise Südsee, Die Feuertänzer auf den Perleninseln, Picus Verlag, 130 Seiten, 14,90 Euro. www.picus.at

 

Lonley Planet: Australien Ostküste

Telefonbuch in der Tasche

Der Lonely Planet „Australien Ostküste“ wurde wie alle Bücher dieser Reihe nicht von deutschen Autoren verfasst, sondern aus dem Englischen übersetzt. Für den Titel sind zwölf Autoren, die meisten von ihnen Australier, verantwortlich.

Ob es an der Vielzahl der Autoren liegt, oder daran, dass auch mehrere Übersetzer an dem Buch gearbeitet haben? – auffällig ist die unterschiedliche sprachliche Qualität der einzelnen Kapitel. Während einige flüssig geschrieben und leicht lesbar sind, haben andere die Qualität eines Schulaufsatzes.

Inhaltlich bietet der Lonely Planet das Erwartete: Lange Listen mit Adressen von Restaurants und Hotels  – gut und solide recherchiert. Mit der kleinen Schwächen allerdings, was Empfehlungen im Spitzensegment betrifft. Hier ist die Auswahl dünn und teilweise fehlerhaft. Enttäuschend wenig erfährt man über Land und Leute – offenbar schien den australischen Autoren vieles selbstverständlich, was deutschsprachige Leser doch erklärt haben möchten. Selbst bei den großen Städten Melbourne, Sydney und Brisbane beschränken sich casino internet die Hintergrundinfos auf wenige Zeilen.

Schade ist auch, dass der Verlag den Begriff „Ostküste“ wirklich eng definiert. Das heißt, selbst Sehenswürdigkeiten, die nur wenige Kilometer abseits der Küste liegen, sucht man vergebens – dabei dürften Ausflüge ins Landesinnere durchaus zum normalen  Reiseverhalten eines Ostküstenbesuchers gehören.

Trotz aller Kritik: Für die Stammklientel der Lonely Planet Reihe – Backpacker, die mehr an Übernachtungs- und Ausgehtipps interessiert sind als an Hintergrundinformationen – kann man den Band durchaus empfehlen. Für alle anderen gibt es aber bessere Alternativen. (rk)

Australien Ostküste. Lonely Planet. 584 Seiten, 22,95 Euro.

Der Band ist inzwischen in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Inhaltlich wurde er dabei kaum verändert.

Australia Walkabout

Australia Walkabout ist unverzichtbarer Reiseführer für alle die sich für die Kultur der Aboriginals interessieren. Das Autorenduo stellt sämtliche Touroperator im Land vor und gibt  Einblicke in interessante Aboriginalprojekte.  Daneben zeichnet das Buch Portraits bekannte  Aboriginalkünstler, gibt einen Abriss über die wichtigsten Feste und  Hintergrundinformationen in die Kultur der australischen Ureinwohner.

Ian Crawshaw/Sabine Muschter Australia Walkabout, www.australia-walkabout.de, 190 Seiten, 14,50 Euro