Cabo Verde: Trittsteine im Atlantik zwischen Europa und Afrika

Bom dia, Cabo Verde! Willkommen auf den Kapverdischen Inseln – im Niemandsland zwischen Europa, Afrika und den beiden Amerikas – winzige Punkte in der Weite des Ozeans. Braune, verdorrte Geröllwüsten vulkanischen Ursprungs, bizarr gefaltete Gebirge, endlose Sandstrände und hin und wieder ein paar grüne Tupfer tropischer Vegetation – neun Inseln mit Herz und Seele, die niemand vergisst, der sie gesehen hat.

Die Kapverden – Inseln unter dem Wind, Inseln über dem Wind

Ilhas de Sotavento, Ilhas de Barlavento – Inseln unter dem Wind, Inseln über dem Wind. Der Wind ist hier allgegenwärtig, prägt Menschen und Landschaft. Fast das ganze Jahr hindurch bläst der Nordostpassat – verlässlich, stetig, treu. Manchmal, wenn der Harmattan aus der fernen Sahara Staubfahnen über das von der Trockenheit IMG_0478kerbarmungslos geschundene Land jagt, erscheint die Luft trübe und die Sonne milchig. Nur im Sommer, wenn der feuchtheiße Südwestwind weht, steigt die Hoffnung auf Regen. Dann prallt der Passat gegen die hohen Bergkämme, steigen die Wolken auf und kühlen sich ab, kondensieren, spenden in den höheren Lagen ein wenig Feuchtigkeit in Form von Wolken und Nebel. Gerade genug für ein paar grüne Oasen inmitten von Schutt und Geröll. Die Inseln ohne hohe Berge gehen leer aus, ihnen bleibt nur die Hoffnung auf den spärlichen Niederschlag, der an ein paar Tagen im Jahr etwas Linderung bringt. Viel zu oft aber vergehen Jahre ganz ohne Regen – auch die Kapverden bleiben von der Sahelkatastrophe nicht verschont.

Eine Geschichte zum Weinen

Cabo Verde – Inseln am grünen Kap von Afrika, ein Name wie er tragischer nicht sein könnte. Wer kann hier leben? Wer der Armut und der Dürre trotzen, fernab vom 21. Jahrhundert, am Rande der Zeit? Beim Blick in die Geschichte wird es düster: 500 Jahre portugiesische Kolonie, als ausgebeuteter Außenposten zwischen den Welten.IMG_0318k Piratenunterschlupf und Zwischenstation im Sklavenhandel zwischen Afrika und Amerika, dann Kohlehafen der East India Company. Dazwischen immer wieder Hungersnöte und Elend – eine Geschichte zum Weinen. Als letzte Hoffnung blieb immer wieder nur die Emigration. Hunderttausende machten sich im Laufe der Jahrhunderte auf den Weg in eine bessere Zukunft, hauptsächlich nach Amerika. So ist es nicht verwunderlich, dass heute mehr Kapverdianer im Ausland als auf den Inseln leben. Aber immer war die Trauer der Auswanderer groß, und die Bande in die alte Heimat blieben bestehen – materiell und immateriell.

Unerschütterlicher Optimismus

Auch wenn jede Insel ihre landschaftlichen Höhepunkte hat, das wirklich Faszinierende sind die Menschen. Geboren aus einer ewigen Vermischung von Schwarz und Weiß, die alle nur erdenklichen Brauntöne der Haut hervorgebracht hat. Europa, Indien, Afrika – die Erdteile haben ihre Spuren hinterlassen und an Augen-, Haar- und Hautfarbe mitgewirkt. Bei solch einer Vielfalt sind auch genetische Kapriolen nicht verwunderlich, die manchmal dunkelhäutige Menschen mit blonden Kraushaaren und blauen Augen IMG_1023khervorbringen. Allen Kapverdianern gemeinsam ist der unerschütterliche Optimismus und die ansteckende Fröhlichkeit. Weder die jahrhundertelange Ausbeutung durch die Kolonialherren noch die zahlreichen Dürrekatastrophen haben daran etwas ändern können. “Wir sind Kapverdianer und leben am schönsten Ort der Welt”, ist ihre Botschaft, so als sei die Geschichte der letzten 500 Jahre spurlos an ihnen abgeprallt.

In jedem noch so entlegenen Dorf schlägt dem Fremden eine unglaubliche Freundlichkeit entgegen. Dem vielstimmigen Bom dia kann man sich einfach nicht entziehen. Es ist ein ehrlich gemeinter Gruß, begleitet vom einem entwaffnenden Lächeln und dem Versuch trotz unüberwindlicher Sprachbarriere ein wenig über den Besucher zu erfahren.

Christian Nowak

 

Kenia: Auf Safari im Land der Zwerge

Fotograf: Carsten Heinke,

Der uralte Arabuko-Sokoke-Wald hütet seltene Naturschätze. Unter riesigen Duftbäumen leben sonderbare Winzlinge wie Rüsselhündchen und Mini-Antilopen.
Vorsichtig schiebt Alex Mwalimu ein paar herabhängende Drähte mit einem Stock beiseite. Die kleine Wandergruppe kann das Tor passieren. Den schwerstgewichtigen Bewohnern des Arabuko-Sokoke-Waldes verwehrt der schwach elektrisch geladene Vorhang den Zutritt nach draußen. „Das 420 Quadratkilometer große Gebiet jenseits des Zaunes sollte den rund 100 Dickhäutern reichen“, rechtfertigt der Wissenschaftler die Sicherheitsmaßnahme. Nur unweit entfernt liegen die beliebten Badeorte Kilifi und Malindi.
Auch wenn Arabuko „Ort der Elefanten“ heißt, gehe es hier längst nicht allein um sie, sondern um ein komplettes Biotop einzigartiger Vielfalt, sagt der 52-Jährige, der seit 1997 für den staatlichen Kenya Wildlife Service arbeitet.

Fotograf: Carsten Heinke,
Der Arabuko-Sokoke-Wald im Osten Kenias ist das letzte verbliebene Stück des riesigen tropischen Trocken-Urwaldes, der sich einst an der ostafrikanischen Küste von Somalia bis Mosambik erstreckte. Nur sechs Quadratkilometer davon gehören zum Nationalpark.

„Trotz strenger Gesetze wird weiter illegal gerodet und gewildert. Deshalb unterstützt uns der Naturschutzbund Deutschland, den Wald zu kontrollieren und die Armut der Leute mit alternativen Verdienstmöglichkeiten zu bekämpfen“, erklärt Alex Mwalimu. So fördere man neben Ökotourismus auch Imkerei und Pilzzucht, Heilpflanzenanbau, Baumschulen und Schmetterlingsfarmen. Die bekannteste, das „Kipepeo-Projekt“ in Gede, gibt es seit 1993. Die berühmte Ruinenstadt nahe Malindi wird von vielen Touristen besucht. Nicht wenige schauen auch bei Edmund Karisa vorbei.

Arabuko-Sokoke

 Edmund ist der Herr der Falter

 Der versteht es, seine Gäste zu beeindrucken. Mit den Bewegungen eines Zauberkünstlers greift der Biologe ins Dunkel des Insektuariums, schaut vielversprechend ins Publikum und öffnet einen hölzernen Verschlag. Hunderte von farbenprächtigen, buntgemusterten Faltern flattern heraus, verteilen sich in den schattigen Räumen, auf Blüten, Blättern, Köpfen, Schultern.

Fotograf: Carsten Heinke, Arabuko-ButterflyFarmStolz lässt Edmund seine großen weißen Zähne blitzen. Er ist der Herr der Schmetterlinge, kennt alle bislang bekannten 260 Spezies, die den Arabuko-Sokoke-Wald bevölkern.

 „Die Leute sammeln die Raupen, bringen sie uns und bekommen Geld dafür. Viele hundert Familien leben davon“, erzählt der 40-Jährige. Im Puppenstadium werde ein Teil der Tiere verkauft. Bevorzugte Abnehmer seien Zoos und Botanische Gärten in Japan, Südafrika, den USA und Großbritannien. „Wenn es genug Regen und damit genug Nahrung gibt, können wir bis zu 500.000 Exemplare im Jahr exportieren“, so Karisa.
Außer Schmetterlingen leben 650 Pflanzen-, 230 Vogel- und 40 Säugetierarten sowie Amphibien und Reptilien in Arabuko-Sokoke. Etliche unter ihnen sind endemisch. Damit zählt der kenianische Küstenwald zu den 25 weltweit wichtigsten Plätzen biologischer Vielfalt und, zusammen mit dem benachbarten Mangrovenwald Mida Creek, in den jährlich zigtausende Zugvögel kommen, zu den international bedeutendsten Vogelschutzgebieten.

Tierwelt im XS-Format

Lichter, sonnendurchfluteter Mischwald. Mit ihren hellen, grau bis rot gefärbten, oft kerzengeraden Stämmen und den gefiederten Laubblättern bestimmen verschiedene Arten von Johannisbrotbäumen (Afzelia und Brachystegia) das Bild. Kurz vor der Trockenzeit blühen sie. Einige, wie der Mbambakofi (Afzelia quanzensis), verströmen dann einen betörenden Duft. Wenn der Regen beginnt, färbt sich ihr Laub rot. Noch bevor es abgeworfen wird, wachsen die neuen hellgrünen Blätter.

Fotograf: Carsten Heinke, Über eine steile Treppe klettern die Wanderer auf einen einzeln stehenden Baumriesen. Es ist ein dicker Ostafrikanischer Kopal (Hymenaea verrucosa), den die Engländer wegen seines festen Harzes Amber Tree (Bernsteinbaum) nennen. Doch auch auf der Aussichtsplattform, die sich in seiner ausladenden Krone befindet, wartet man vergeblich auf große Herden. Es ist eine Safari ins Land der tierischen Zwerge.
Ein Pieps. Ein Rascheln. Bevor es die Kameralinse gefunden hat, ist das Goldrücken-Rüsselhündchen im Gebüsch verschwunden. Der scheue Insektenfresser, der wie eine Kreuzung zwischen Spitzmaus und Wildschweinbaby aussieht, gehört zu den Tierarten, die es nirgends sonst auf der Welt gibt. Genauso wie der Sansibar-Ducker, eine Mini-Waldantilope, die winzige Sokoke-Eule oder das mit den Mardern verwandte Weißschwanz-Ichneumon. Auch das vom Aussterben bedrohte Moschusböckchen oder die äußerst seltene Afrikanische Goldkatze – eine Art Luchs im Hauskatzenformat – sind im Arabuko-Sokoke-Wald zu Hause.

Text und Fotos Carsten Heinke

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Info: Kenias Küste 

Anreise: Der Flug dauert etwa acht Stunden. Infos und Buchung zum Beispiel unter www.condor.com oder telefonisch unter 01805/767757. Einreise: Mit noch mindestens 6 Monate gültigem Reisepass und einem Visum, das vorab bei der kenianischen Botschaft in Berlin beantragt werden kann oder problemlos direkt bei der Einreise an den internationalen Flughäfen von Mombasa und Nairobi ausgestellt wird. Gebühr: 50 US-Dollar oder 40 Euro (zahlbar nur bar).

Botschaft von Kenia: Markgrafenstraße 63, 10969 Berlin, Telefon 030/ 259266-0 oder 030/ 259266-11, www.embassy-of-kenya.de

Übernachtungs-Tipps: Nahe Arabuko Sokoke, umgeben vom Watamu Marine Nationalpark und dem Mida Creek Vogelparadies, liegt das Temple Point Resort mit 20 individuell gestalteten Chalets im Swahili-Stil. Das von einem deutschen Management geführte Viersternehotel verfügt über insgesamt 104 Zimmer, davon 70 Garden Rooms, 20 Bayview Rooms und 14 Bayview Superior Rooms. Einzelpreis (jeweils pro Person im Standard-DZ mit HP) bei Meiers Weltreisen ab 52 Euro in der Nebensaison (11.3. bis 30.4.), maximal 78 Euro im Zeitraum 22.12. bis 1.1., bei Boomerang (mit VP inkl. Softdrinks und Tischwein während der Mahlzeiten) ab 70 Euro in der Nebensaison (8.4. bis 20.7.), maximal 99 Euro im Zeitraum 22.12. bis 3.1. Informationen und Buchung über Tour & Tech GmbH, Hamburg, Telefon 040/ 739 263 76, E-Mail angelika.ahlers@tourtech.de

In den schlichten, naturnahen „Arabuko Jamii Villas“ unmittelbar am Arabuko-Sokoke-Wald bekommt man die Übernachtung mit Frühstück für zwei Personen im DZ ab 13 Euro, für vier Personen ab 40 Euro, E-Mail arabukojamiilodge@yahoo.com

Pauschalreise: Neckermann Reisen bietet zum Beispiel eine Woche (sechs Nächte) im DZ, all inclusive, im Sentido Neptune Paradise & Village Beach Resort nördlich von Mombasa mit Flug ab/nach Frankfurt mit Condor für 667 Euro pro Person. Bei Thomas Cook Reisen gibt es drei Nächte im Swahili Beach Resort (fünf Sterne, Diani Beach) im DZ mit Halbpension, Transfer und Flug von/nach Frankfurt für 1176 Euro. Telefon 01803/ 22 67 46 (neun Cent aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min), www.thomascook.de/pauschalreisen

Gastro-Tipps: Das Seafood Restaurant „Imani Dhow“ in der Severin Sea Lodge nördlich von Mombasa liegt in einem umgestaltetes Segelschiff und gehört zu den besten Lokalen des Landes gehört. Abendessen wird von 19 bis 22.30 Uhr serviert. Vorspeisen: Avocado-Garnelen-Cocktail ca. 7, Palmenherzensalat 6 Euro. Hauptgerichte: Meeresfrüchteplatte für 2 mit Hummer, Garnelen, Red Snapper, Tintenfisch und Biogemüse für 54 Euro, eine Hummervariation aus Gegrilltem, Thermidor und Jummer Imani pro 100 Gramm (mindestens 600 Gramm) für 6 Euro. Getränke: eine Tasse Kenia-Kaffee oder -Tee 2,20 Euro, Infos und komplette Speisekarte unter www.severin-kenya.com/deutsch
Einen sehr guten Ruf genießt das von Italienern geführte, stilvolle Restaurant „Tangeri“ im Küstenort Malindi, mit großer Veranda und gemütlichem Ambiente. Ein Abendessen mit alkoholfreien Drinks, Dessert und Kaffee kostet zwischen 30 und 40 Euro. Adresse: Seafront Malindi, Mama Ngina Rd., Telefon +2540422131420.

Aktivitäten: Begleitete Wanderungen durch den Arabuko-Sokoke-Nationalpark organisiert der staatliche Kenya Wildlife Service (www.kws.go.ke). Für eine Führung durchs Schmetterlingshaus „Kipepeo Butterfly Project“ in Gede nahe Malindi zahlen Erwachsene einen Euro Eintritt, Kinder 50 Cent, www.kipepeo.org

Fremdenverkehrsamt Kenia, Telefon 02104/83 29 19, www.magical-kenya.de

 

Mosambik: Ein Elefant im Vorgarten

Das Niassa Nature Reserve in Moasambik ist der zweitgrößte Naturpark Afrikas. Er ist ein Paradies für Touristen, Naturliebhaber – und Wilderer.

Im äußersten Norden Mosambiks an der Grenze zu Tansania liegt das Niassa Nature Reserve. Bisher haben sich nur wenige Besucher in dieses schwer zugängliche Gebiet verirrt. Die Anreise war nur mit dem Jeep über staubige Pisten möglich. Inzwischen hat dort aber eine kleine exklusive Lodge mit eigener Landebahn eröffnet. Seitdem können auch Touristen Niassa besuchen. Überfüllung droht trotzdem nicht – im vergangenen Jahr übernachteten gerade einmal 140 Gäste in der Lodge.

Schon in der ersten Nacht steht Ben vor der Zeltvilla. Sein lautes Schmatzen hält mich wach. Auch muss ich mich zuerst einmal daran gewöhnen, nur durch dünne Stoffwände von einem dreieinhalb Tonnen schweren Elefantenbullen getrennt, zu schlafen.

Ben lebt wie 20.000 seiner Artgenossen im Niassa Nature Reserve im entlegenen Norden Mosambiks. Die einzige Unterkunft im Park ist die Lugenda Lodge und hier sind Elefantenbesuche nichts ungewöhnliches. Immer wieder streunen die Dickhäuter durchs Camp, aber nur Ben ist Stammgast. Er futtert sich dort mit frischem Gras satt und lässt sich dabei auch nicht von cocktailtrinkenden Touristen stören. Ohne es zu wissen, hat Ben dadurch einen besonders sicheren Aufenthaltsort gewählt.

Im  42.000 Quadratkilometer großen Niassa Park treiben nämlich regelmäßig Wilderer ihr Unwesen. „Erst vor zwei Wochen töteten Wilddiebe 21 Elefanten“, erzählt Nic van Rendsberg. Der 58 Jahre alte Südafrikaner arbeitet als Chef-Ranger im Niassa Park und kämpft mit seinen Mitarbeitern einen schier aussichtslosen Kampf gegen die illegale Elefantenjagd. Umso stolzer ist er, dass seine Leute diesmal fünf Wilderer festnehmen konnten. “Die sitzen jetzt im Gefängnis und warten auf ihren Prozess“, sagt Nic. Mit einer harten Strafe für die Wilderer rechnet er jedoch nicht. Die würden vermutlich nur zu einem Busgeld von 100 Dollar verurteilt werden, mutmaßt er. Im Nachbarland Südafrika wird Wilderei viel strenger bestraft, jahrelange Freiheitsstrafen sind da keine Seltenheit.

50.000 Dollar pro Elefant

Außerhalb einer Kernzone dürfen Elefanten auch legal geschossen werden – allerdings nur neun Tiere pro Jahr und auch nur in den Teilen des Parks, die Wissenschaftler zur Jagd freigeben. Umgerechnet 50.000 Dollar kostet eine Abschusslizenz. Dieses Geld wird dringend benötigt um die Infrastruktur des Parks einigermaßen in Schuss zu halten.

Niassa ist ein Paradies. Während der Zeit des Bürgerkriegs, der von 1976 bis 1992 in dem Land wütete, wurden die National- und Natureparks in den weniger entlegenen Gebieten des Landes zu Vorratskammern für die hungernde Bevölkerung. Die meisten Wildtiere wurden dort getötet und landeten im Kochtopf. Im weit entlegenen und nur schwer zugänglichen Niassa Park aber haben alle Tierarten außer den Nashörnern überlebt. Und die wurden auch nicht wegen ihres Fleisches geschossen, sondern weil das Pulver aus ihrem Horn in Asien und einigen arabischen Ländern als Aphrodisiaka gefragt ist – und teuer bezahlt wird.

Obwohl Niassa für seinen Tierreichtum bekannt ist, ist es gar nicht so einfach Tiere zu Gesicht zu bekommen. „Hier ist nicht die Serengeti“, stellt Nic gleich vor der ersten Ausfahrt klar. Freilich: Wasserböcke, Impalas und Kudus kreuzen immer wieder unseren Weg, die zeternden Meerkatzen sind kaum zu übersehen, und auch Elefanten trifft man an vielen Stellen im Park. Die Flusspferde planschen sogar im Lugenda River in Sichtweite der Lodge. Doch ansonsten ist hier eine Pirschfahrt noch wirklich eine Pirschfahrt. Das heißt, man muss nach den Tieren suchen. Oder man genießt einfach die grandiose Landschaft mit den charakteristischen riesigen runden Felsenbergen. Immer wieder erhascht der Gast einen Blick auf den Lugendafluss, der auch in der Trockenzeit Wasser führt und die Lebensader des ganzen Gebiets ist.

Und: Wer mit einem erfahrenen Ranger wie Nic unterwegs ist, entdeckt auch im dichten Buschland Tiere. Selbst gut getarnte Löwen bleiben Nics scharfen Augen nicht verborgen. Um einen Leopard zu entdecken, braucht man aber etwas Glück. Der geht zwar häufig in der Nähe der Lugenda Lodge auf Jagd, doch da er auf leiseren Pfoten als Ben der Elefant unterwegs ist, sieht man ihn nur selten.

Rasso Knoller

 

 

Äthiopien: Länderinfo

Äthiopien

Reiseinfos Äthiopien

 

Lage:

Äthiopien liegt im Nordosten Afrikas. Es ist mit 1,1 Millionen Quadratkilometern das zehntgrößte Land Afrikas. Es ist dreimal so groß wie Deutschland und hat etwas dieselbe Einwohnerzahl (82 Mio.). Äthiopien grenzt an den Sudan, Eritrea, Kenia, Somalia und Djibouti.

Hauptstadt:

Addis Abeba, offiziell 3,5 Mio., inoffiziell 5,5 Mio. Einwohner.

Beste Reisezeit:

 

Die beste Reisezeit für Äthiopien liegt zwischen Oktober bis Mai, am angenehmsten sind die Monate November bis Januar. Das Klima ist stark von der Höhe abhängig. Im wesentlichen unterscheidet man drei Klimazonen:  bis 1.000 Meter feucht – oder trockenheiß; zwischen 1.000 und  2.500 Meter gemäßigt, mit Durchschnittstemperaturen zwischen 20 und 25 Grad und über 2.500 Meter kühl mit Temperaturen um 15 Grad. Nachts kann es hier mitunter auch Frost geben. Im Hochland herrscht von Juni bis September und von Februar bis April Regenzeit.

 

Einreiseformalitäten:

Für österreichische und deutsche Staatsbürger ist ein Visum erforderlich. Man kann es entweder vor Reiseantritt  beantragen oder es sich bei der Einreise am Flughafen Bole in Addis Abeba ausstellen lassen. Wer sich für die letzte Option entscheidet braucht allerdings etwas Geduld. Bei der Einreise über den Langweg muss man sich das Visum zwingend vor der Abreise besorgen.

Die Ausstellung kostet etwa 17 Euro. Das Visum ist  drei Monate gültig. Der Pass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Durchschnittsalter

17,5 Jahre – zirka  75% der Bevölkerung sind unter 25 Jahren

Sprache

Amharisch, zweite Verkehrssprache Englisch; Regionalsprachen Orominya, Tigrinya, über 80 weitere Sprachen und eine Vielzahl von Dialekten

Währung

Äthiopische Birr – 1 € = 22 ETB (Stand August 2012). Es ist ratsam bereits am Flughafen bzw. in Addis Abeba Geld zu tauschen. Auf dem Land bestehen kaum Möglichkeiten Geld  zu wechseln, Geldautomaten gibt es nur in den größeren Städten. Kreditkarten werden fast nur von großen Hotels oder Fluglinien akzeptiert.

Zeit

MEZ +2 Stunden

 

Essen und Trinken:

Grundnahrungsmittel in Äthiopien bildet ein Sauerteigfladen, der sich Injera nennt. Dazu werden verschiedene Saucen serviert – von vegetarisch bis hin zu Saucen mit Fleischanlage (Rind- und Lammfleisch). Man isst ausschließlich mit der rechten Hand – die linke Hand gilt als unrein. Um sich Anerkennung zu zeigen, „füttert“ man sich mitunter gegenseitig. Diese Geste nennt man Gursha.

Reisen im Land:

Ethiopian Airlines fliegt über 40 Städte in Äthiopien an. Die Fluglinie gehört zu den besten Afrikas und kann sich durchaus auch mit europäischen Airlines messen. Die Preise für Inlandsflüge sind für europäische Verhältnisse günstig.

Gut ausgebaute Straßen für Überlandreisen sind nur begrenzt vorhanden. Nur knapp 20% der insgesamt 36.000 Kilometer umfassenden Straßennetzes ist asphaltiert. Bei Dunkelheit sollte man generell auf Überlandfahrten verzichten. Mietwagen gibt es nur in Addis und einigen wenigen anderen Großstädten. Theoeretisch bräuchte man einen äthiopischen Führerschein (der kann nur in Addis beantragt werden) um einen Wagen anzumieten. Diese Regelung wird aber nur selten durchgesetzt.

Busse verbinden alle großen Städte des Landes. Die Tickets sind preiswert.

Sicherheit:

Äthiopien ist ein relativ sicheres Reiseland. Gewaltverbrechen kommen kaum vor. Touristen sollten aber verstärkt auf ihre Wertsachen achten. Besonders auf Märkten sind geschickte Taschendiebe unterwegs.

Anreise:

Mit Ethiopian Airlines bzw. Lufthansa fünfmal wöchentlich ab Frankfurt. Eine günstige Alternative ab Wien ist der Flug mit Egyptair mit Umsteigen in Kairo.

Übernachtung:

Übernachtungsmöglichkeiten auf europäischen Niveau findet man außerhalb der Hauptstadt selten. Wer in Äthiopien reist, muss in der Regel Abstriche in Kauf nehmen was die Qualität der Übernachtung angeht.

Empfehlenswerte Hotels:

Kuriftu Resort & Spa, Debre-Zeit (zirka 50 km von Addis Abeba entfernt), Tel. +251 114 335 656

Kuriftu Resort & Spa, Lake Tana, Bahir Dar, Tel. +251 582 264 868, www.kurifturesortspa.com

Die beiden Ressorts wurden von einem Exiläthiopier, der nach mehr als 20 Jahren in den USA in seine Heimat zurückkehrte, erbaut. Sie gehören zum Besten was Äthiopien an Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten hat. Die Preise beginnen bei etwa 200 US$/Nacht. Allerdings sind im Preis täglich eine einstündige Massage, sowie Maniküre und Pediküre  inbegriffen.

Goha Hotel. P.O. Box 182, Gonder, Tel. +251 58 111 0634, http://www.gohahotel.com/

Nach äthiopischen Verhältnisseen ein absolutes Spitzenhotel. Strenge europäische Augen finden hier aber einige Mängel. Am Blick über die Stadt von der Hotelterrasse aus, lässt sich aber nichts aussetzen.

Hilton Addis Abeba, Menelik II. Avenue, P.O. Box 1164, Addis Abeba, Tel. +251 115 170 000

Internationales Kettenhotel, das auch in Äthiopien den weltweit üblichen Standard bietet.

 

 

Gesundheit

Äthiopien ist Malariagebiet. Malariaschutz ist deswegen für alle Regionen unter 2000 Meter ratsam. In Addis Abeba besteht keine Malariagefahr. Vor einer längeren Reise sollte man sich von einem Tropen- bzw. Reisemediziner über die Art der Prophylaxe beraten lassen.

Die medizinische Versorgung im Lande ist generell sehr schlecht. Die Mitnahme einer guten Reiseapotheke ist deswegen ebenso empfehlenswert, wie der Abschluss einer  Krankenversicherung, die die Rückholung im Krankheitsfall umfasst.

Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von Reisenden aus Infektionsgebieten verlangt. Weitere Impfungen sind zwar nicht vorgeschrieben, Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus aber ratsam.

Literatur

Jean-Bernard Carillet,  Ethiopia and Eritrea, Lonely Planet.

Auskunft

 

Eine äthiopisches Fremdenverkehrsbüro gibt es weder in Österreich noch Deutschland. Basisinformationen über das Land erhält man auf der Webseite der Äthiopischen Botschaft (allerdings nur auf Englisch). http://www.aethiopien-botschaft.de/tourism_main.html

Die Infos wurden zusaammengestellt von  Rasso Knoller.

Mehr zu Äthiopien:


Blauer Nil und Gonder

und

Reise zu den Mönchen vom Tanasee

 

Äthiopien: Reise zu den Mönchen vom Tanasee

Tanasee, Äthiopien

Am höchstgelegenen See Afrikas

In Äthiopien ticken die Uhren anders: Die offizielle Zeitrechnung des Landes hinkt hinter der unseren um sieben Jahre und neun Monate hinterher. Entsprechend fängt das Jahr auch nicht am 1.Januar eines Jahres an, sondern am 11. September. Und selbst die Stunden eines Tages werden anders gezählt: die nullte Stunde beginnt mit dem Sonnenaufgang, der Tag also um sechs Uhr morgens.

Trotz der zeitlichen Verwirrung setzt die Propellermaschine der Ethiopian Airlines  pünktlich auf dem Rollfeld von Bahir Dar auf. Die Stadt liegt knapp 500 Kilometer nördlich von Addis Abeba: Mit 250.000 Einwohner zählt sie zu größten Orten des Landes – und zu den beliebtesten Touristendestinationen.

Bahir Dar liegt am Ufer des Tanasees. Und der hält gleich zwei Rekorde: Er liegt 1830 Meter hoch und ist damit der höchstgelegen See Afrikas. Und wegen seiner Länge von  84 und  Breite von 66 Kilometern ist er zugleich auch der größte See Äthiopiens.

Langsam pflügt unser Boot durch das braune Wasser des Tana. Im Schritttempo nähern wir uns der Insel Zegie. Und doch ist unser alter Kahn nicht das langsamste Gefährt auf dem Wasser. Auf dem Weg zur Insel passieren wir eine ganze Reihe von Papyrusbooten, die sogenannten Tankwas.Papyrusboot auf Tanasee

Mit ihnen sind die Einheimischen in die Provinzhauptstadt unterwegs. Für die Strecke, die unser Boot mit dem viel zu schwachen Außenbordmotor in einer dreiviertel Stunde zurücklegt, braucht ein Paddler im Papyrusboot gut fünf Stunden. Ein ziemlicher Aufwand für den Weg zum Markt. Länger noch dauert es, wenn die Männer Brennholz in die Stadt liefern. Die überladenen Boote bewegen sich dann nur noch zentimeterweise vorwärts. Legen die Paddler am Morgen auf Zegie ab, erreichen sie kurz vor Sonnenuntergang das Festland.

Auch Fischer sind mit den Papyrusbooten zum Fang hinausgepaddelt – ein jeder begleitet von ein paar Pelikanen, die auf ihren Anteil der Beute hoffen.

Die Inseln des Tanasees sind bekannt für ihre Klöster und Kirchen. Die sind teilweise über 500 Jahre alt. Damals kämpften Christen und Moslems um die Vorherrschaft in der Region. Und um sich vor Angriffen und Plünderungen zu schützen, waren die Mönche auf die schwer zugänglichen Inseln geflohen.Priester der Beter Mariam Kirche in Zegie

Noch heute gehören weit mehr als 40 Prozent der Äthiopier dem orthodoxen Glauben an. Damit zählt ihr Land zu den ältesten christlich geprägten Staaten der Welt.

Weiß – das Symbol der Reinheit

Als wir morgens um acht mit unserem Boot an der Insel  Zegie anlegen, ist die Messe in vollem Gang. Die Gläubigen sitzen im weiten Kreis um die viel zu kleine Kirche und lauschen den Worten des Priesters. Tanasee, Äthiopien

Schon seit Mitternacht wird hier die Messe gelesen – die ersten Stunden nur für die Mönche des Klosters. Doch nach drei Uhr morgens lassen sich auch die Dorfbewohner auf der Wiese vor dem Gotteshaus nieder. Sie alle sind in weiße Tücher gehüllt – nicht nur ein Schutz vor der Morgenkühle des äthiopischen Hochlandes, sondern auch als ein Zeichen des Glaubens. Denn die weiße Farbe symbolisiert für die Gläubigen der äthiopisch-orthodoxen Kirche die Reinheit.

Die Beter Mariam Kirche auf Zegie – übersetzt bedeutet der Name in etwa „Maria ist unsere Stütze“ – gilt als eine der schönsten im Norden Äthiopiens. Die grell bunten Wand- und Stoffmalereien sind in ihren Ursprüngen fast ein halbes Jahrtausend alt. Doch sie wurden immer wieder nach- und übermalt. Dabei ließen die Künstler auch ihrer eigenen Ideen und Beobachtungen mit einfließen. So sind auf einigen Bildern als Tribut an unsere Zeit mit Gewehren bewaffnete Männer zu sehen.

Rasso Knoller

Mehr zu Äthiopien: HIER

und:

Ein riesiger Infoteil zum Reiseland Äthiopien

Lesertext: Unterwegs in Malawi

Seit über vier Jahren sind wir, von „Heimaturlauben“ unterbrochen, mit eigenem Fahrzeug im südlichen Afrika unterwegs und bauen das kleine Land im Herbst 2009 in eine größere Rundreise ein.

Ziemlich weit im Norden Malawis fahren wir, von Sambia kommend, nach passieren eines verschlafenen Grenzübergangs stetig bergan. Wir atmen tief durch! Nach der brütenden Hitze von 42° in Sambia ist die frische, kühle  Bergluft eine Erholung. Wir fahren durch ausgedehnte Nutzwälder, dazwischen liegen kahle, abgeholzte Hänge. Es gibt einige Sägewerke, aber viele Stämme werden noch in Handarbeit zu Brettern verarbeitet und an der Straße für den Abtransport gestapelt. Aus Holzabfällen und Plastikplanen bauen sich die Saisonarbeiter einfache Behausungen, die eher an Hundehütten erinnern.

In der Provinzhauptstadt Mzuzu tauschen wir Geld und füllen unsere Vorräte auf. Die Lebensmittelauswahl in den engen, dunklen, ungepflegten „Supermärkten“ ist sehr begrenzt und teuer.

In Serpentinen geht es bergab, bis vor uns das leuchtende Dunkelblau des Malawisees auftaucht. Wir passieren riesige Bananenplantagen, und zerschnittene, leuchtend weiße Cassava-Knollen liegen ausgebreitet zum Trocknen in der Sonne. Später werden die Stückchen zerstampft und das Mehl zu einem Brei gekocht, der für den Hauptteil der Bevölkerung das Grundnahrungsmittel darstellt.

Am Rand der  anschließenden Kautschukwälder bieten Kinder aus Gummifäden selbstgemachte Bälle an. In Chinteche finden wir einen traumhaft schönen Campingplatz am See. Wir parken unter einem riesigen, alten Mangobaum. Barfuss laufe ich durch den feinen, weißen Sand, das warme Wasser umspült meine Knöchel und schwemmt gelben Kies an, der wie Gold am Ufer leuchtet. Nach zwei Tagen kommt Sturm auf. Nachts knallen die unreifen Mangos wie Kanonenkugeln aufs Dach des Fahrzeugs. Die Wellen werden immer höher, und wir haben die einmalige Gelegenheit, in Süßwasserbrandung zu baden. Unser Fahrzeug bringen wir schnell in Sicherheit bevor das Dachfenster zu Bruch geht.

Altkleider aus Europa

Eine asphaltierte Straße führt parallel zum westlichen Seeufer nach Süden und bietet in vielen Orten Hotels, Lodges und Campingmöglichkeiten. Die Landschaft wird flacher und eintöniger, der Baumbestand ist weitgehend abgeholzt. Baumwollplantagen und Zuckerrohrfelder säumen die Straße. Die Verkaufstische biegen sich unter dem Gewicht von Tomaten, Zwiebeln und Süßkartoffeln. Man sieht auch sehr viele Kleiderstände am Straßenrand. Zum Teil handelt es sich um Billigware aus Indien und China, aber auch Altkleider von den Sammlungen in Europa türmen sich zu bunten Haufen. Wir fragen uns, wer das alles kaufen soll?

Bei Senga Bay gibt es eine kleine Fischfarm, wo in zahlreichen Wasserbecken die im See gefangenen Buntbarsche nach Farben und Größe sortiert werden. Von hier geht es dann zu Tierhandlungen in aller Welt, denn die farbenfrohen Süßwasserfische sind bei Aquarianern sehr beliebt. Am Südende des Sees sind Küste und  Fischbestände durch die Einrichtung eines Nationalparks geschützt. Hier können wir mit den leuchtend blauen und gelben Fischlein schnorcheln. Auch genießen wir es sehr, das Leben im nahen Fischerdorf zu beobachten.

An unserem Weg nach Süden liegt die MUA Mission, gegründet von den „Weißen Vätern“ aus dem französischen Teil Kanadas. Malawi hat das dichteste Missionsnetz aller afrikanischen Länder. Wir bewundern die hübschen Wandbilder an den Außenwänden des Museums, die plastisch die Geschichte des Landes darstellen. Kaum 100 Meter weiter entdecken wir als Teil des lokalen Marktes einen „Medizinmann“, der auf dem Boden seine Zauberobjekte, Tinkturen und traditionelle Medizin ausbreitet.

Im Liwonde N.P. möchten wir mit der Kamera Jagd auf die einheimische Tierwelt machen. Als erstes überfallen uns die Tsetsefliegen und stechen sofort zu. Das ist kein Vergnügen, denn die Stiche entwickeln sich zu dicken Beulen und jucken tierisch eine ganze Woche lang. So bleibt uns nichts anderes übrig, als bei 42 Grad mit geschlossenen Fenstern zu fahren und die Klimaanlage einzuschalten. Der Park beeindruckt durch malerische Flusslandschaften, riesige Wasserbockherden, badende Elefanten, interessante Vögel und freche Paviane, die uns am letzten Tag noch einen Streich spielen. Während wir eine Bootstour auf dem See machen, reißen sie die Wäscheleine samt Wäsche von den Bäumen, zerfetzen die Klammertüte und verteilen den Inhalt in der Landschaft. Etwas genervt entfliehen wir der Hitze ins kühle Bergland.

Große Auswahl an Obst und Gemüse 

In Zomba, 900 Meter hoch, ist die Luft schon deutlich angenehmer. Das wussten auch die Engländer, die als Kolonialherren hier ihre erste Hauptstadt der Provinz Nyassaland errichteten. Läden und Märkte überraschen uns mit vielfältigem Obst-, Gemüse- und Wurstangebot. Ein schmales Sträßchen führt hinauf aufs Plateau in 1500 Meter Höhe, wo neben einer Forellenfarm eine Waldlichtung zum Picknick oder Campieren einlädt. Von hier gibt es idyllische Wanderwege zu Wasserfällen, Waldseen und Aussichtspunkten, und im Oktober locken uns reife Beeren an den Sträuchern zum häufigen Naschen. Hier gefällt es uns so gut, dass wir die Stille und die idyllische Umgebung vier Tage lang genießen.

Nachdem wir in Blantyre, der größten Stadt im Süden, die Visa für Mosambik erhalten und den gutsortierten Supermarkt „geplündert“ haben, geht es durch riesige Teeplantagen zu den Mulanje Bergen, dem höchsten Bergmassiv des südlichen Zentralafrika. Es ist ein beliebtes Wandergebiet, geführte, mehrtägige Touren mit Hüttenübernachtung sind möglich. Wir begnügen uns mit einer Halbtagestour zu einem wirklich spektakulären Wasserfall, der sich in ein eiskaltes Badebecken ergießt, in dem uns glatt die Luft wegbleibt. Gerne nehmen wir das Angebot eines jungen Einheimischen an, uns als Führer zu begleiten, denn alleine sollte man in den unwegsamen Bergen und auf kaum markierten Wegen lieber nicht unterwegs sein.

Bei unserer Abreise am nächsten Morgen hüllen sich die Berge in Wolken und die Sonne ist verschwunden, so als wollte sie uns den Abschied leichter machen. Für uns sind es nun nur noch wenige Kilometer bis zur mosambikanischen Grenze, wo wir unsere Reise in ein weiteres interessantes Land fortsetzen.

Renate Henkel

Die Erlebnisse der Familie Henkel sind auch in Buchform erhältlich.

Reifenspuren im Sand, Verlag Pro Business, 15,80 Euro