Deutschland: Hopfen – das „grüne Gold der Hallertau“

K1024_hopfen4„Dass die edle Jauche Wellen schlag‘ in unsrem Bauche, prost!“ Der Trinkspruch von Inge Neumaier sorgt für Heiterkeit in der Frauengruppe aus Abensberg. Ihr Mann war lange Jahre Braumeister in der dortigen Brauerei Ottenbräu. Auch Hopfenbotschafterin Elisabeth Stiglmaier begeistert sich für den Reim. Von der Biersommeliere erfahren die Frauen und auch die drei Männer vieles über die Heilkraft des Hallertauer Hopfens, der nicht nur beim Bierbrauen seine beruhigende Wirkung entfaltet.
Die Region rund um  Ingolstadt ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet in Deutschland und deckt rund ein Drittel des Weltbedarfs. „Natürlich wandert das meiste in die Bierherstellung“, erzählt die Fachfrau, die im kleinen Örtchen Attenhofen lebt, umgeben von unzähligen Hopfengärten. Elisabeth Stiglmaier kennt sich mit den Reben aus, und gewährt einen Einblick in die arbeitsintensive Ernte und das Darren der Dolden. Schließlich betreibt die Familie seit vielen Jahren  Hopfenanbau.

K1024_hopfen1Die Begeisterung, die Elisabeth Stiglmaier für das „grüne Gold der Hallertau“ hegt, gibt sie gerne und sehr charmant an die Gäste weiter – ob beim Hopfenlied mit Zither-Begleitung oder als historische Hopfenzupferin, die von der beschwerlichen Ernte berichtet. Das Niederbayerische ist für Gäste jenseits des „Weißwurstäquators“ nicht immer ganz leicht zu verstehen, aber Elisabeth Stiglmaier liefert auch gerne die passende „Übersetzung“. Bei ihren Führungen geht es hinaus in die Hopfengärten, wo man nicht nur den speziellen herben Geruch beim Zerreiben einer Dolde schnuppert, sondern auch  das Wachstum der Rankpflanze beobachten kann. Bis zu 30 Zentimeter schaffen die Reben am Tag. Erst wenn sie die Hilfsdrähte in rund sieben Metern Höhe erklommen haben, machen sie sich im Juni und Juli an die Blüte. Geerntet wird frühestens im September. Praktisch für die Landwirte: Hopfen kann 40 Jahre und älter  und auf dem gleichen Feld wieder angepflanzt werden. Genutzt werden aber nur die weiblichen Pflanzen. Weil der Brauhopfen nicht befruchtet sein darf, werden die männlichen Exemplare und der Wildhopfen sogar gerodet.

Für die meisten Gäste sind die grünen lupulinsäurehaltigen Dolden eine der vier Grundzutaten neben Wasser, Gerste und Hefe beim Bierbrauen. Und mit dem Reinheitsgebot, das vor 500 Jahren in Ingolstadt erlassen worden ist, existiert  auch das älteste Verbraucherschutzrecht. Elisabeth Stiglmaier hat für ihre Besucher aber zur Einstimmung ein anderes Schmankerl: Hopfentee. Bitter ist das Gebräu, das gerne mit Zucker und Minze „verändert“ werden darf. Die Hopfenbotschafterin brüht die Dolden auf und lässt den Sud gut ziehen.

K1024_hopfen2„Der Hopfen bräuchte als Arzneipflanze mehr Aufmerksamkeit.“ Die will sie ihm schenken. Bereits Hildegard von Bingen hatte die antiseptische Wirkung erkannt und das Haltbarmachen. Die Volksmedizin nutzte die Pflanze bei Nervosität, Rheuma und Gelenkschmerzen, aber auch als Linderung bei Wechseljahrsbeschwerden. Denn der Hopfen enthält Phytohormone, die dem Östrogen sehr ähneln. Neben einer beruhigenden und Blutzucker senkenden  Wirkung kann die Pflanze auch präventiv zum Einsatz kommen. Dem Wirkstoff Xanthohumol wird  bei Krebs eine lindernde Wirkung nachgesagt. Aber Stiglmaier warnt vor der Versuchung: Viel hilft viel.  Wie bei jeder Arznei komme es auf die Dosis an.

Der Wildhopfen in der Region wurde schon um 500 n. Chr von den Wenden genutzt und im 9. Jahrhundert bereits kultivieren. „Wo der Wein der Römer versagt hat, gedieht der Hopfen.“ Gerade der Lösslehmboden der Hallertau tauge dafür sehr gut. Heute existieren von der Arzneipflanze des Jahres 2007 bis zu 40 verschiedene Sorten. Einige wachsen auf dem Stiglmaier-Hof. Wie der klassische Hallertauer Taurus, der dem Bier seinen leicht herben Charakter verleiht. Für die Gruppe hat die Vorsitzende der Landerlebnisführerinnen Bayerns ein paar besondere Biersorten zum Kosten ausgewählt. Von einer Variante, die an Weißwein erinnert, bis zum Zitrusgeschmack gibt es zahlreichen Züchtungen auf dem Markt und in den Braukesseln. „Alles Geschmacksache.“  Kein Pardon gibt es aber beim richtigen Einschenken: Erst das Glas kühl ausspülen, langsam einschenken, riechen. Dann erst die Zungenspitze leicht eintauchen, um die Süßes zu erkennen. Erst danach darf ein richtiger Schluck genommen werden.

K1024_hopfen3Wie aus dem Hopfen, Wasser, Malz und Hefe schließlich ein köstliches Bier entsteht, erfahren die Besucher bei  Kuchlbauers Bierwelt in Abensberg. Natürlich wird anschließend auch verkostet.  Die Kombination „Bier und Kunst“ darf hier wörtlich verstanden wissen. Mit dem 35 Meter hohen Turm hat der Österreicher Friedensreich Hundertwasser sein letztes Architekturprojekt  konzipiert. Sein Freund Peter Pelikan hat das Wahrzeichen der Brauerei nach dessen Tod dann umgesetzt.   Weithin sichtbar lockt es seit 2010 die Besucher an, die im Biergarten gerne sitzen. In der goldenen Zwiebelkuppel hat man einen wunderbaren Blick über die Hallertau.

Die Kunst und die geschwungenen Formen ziehen sich wie eine Schlange durch Brauerei und  Gelände. Einen Abstecher wert ist auch das KunstHaus gegenüber der Weißbierbrauerei. Eine Vielzahl an Hundertwasser-Werken sind hier zu bestaunen.

K1024_hopfen7In der Region Hallertau wird aber nicht nur Bier, sondern auch Schokolade und Likör mit Hopfen hergestellt. Dass die „Seele des Biers“, der Hopfen, auch im Wellness-Bereich seine ätherischen Öle entfalten kann, zeigt sich im **** Hotel „Eisvogel“ in Bad Gögging, das sich seine Landgasthaus-Kultur bewahrt hat. „Hopfen-Well“ für Leib und Seele  haben sich  Geschäftsführerin Margit Zettl-Feldmann und ihre Mitarbeiter auf die Fahnen geschrieben. „Der Hopfen bestimmt das Leben in der Region und den Jahreslauf“, betont sie. Spezielle Anwendungen gibt es im großzügigen Spa-Bereich. Entspannend ist ein Bad in den Hopfendolden oder auch eine Massage mit Hopfenöl. Und zur Erntezeit kreiert der Küchenchef gerne auch Gerichte mit dem grünen Gold, etwa ein Steak mit Hopfenkruste. Ein passendes Bier darf natürlich nicht fehlen.

K1024_hopfen9Wer noch mehr über das bayerische Nationalgetränk erfahren möchte, schwingt sich zur Brauereiraldtour aufs Rad (www.brauereikarte.de). Ein Abstecher nach Kloster Weltenburg an der Donau zur ältesten Klosterbrauerei der Welt ist zu empfehlen. Bereits seit 1040 gibt es hier Gerstensaft. Bevor man sich aber im Biergarten niederlässt, sollte man sich aber die Klosterkirche St. Georg  der Brüder Asam nicht entgehen lassen.

Text und Bilder: Diana Seufert

Mehr zum Thema Bier finden Sie hier:

Deutschland: Bierhotel Gut Riedelsbach

Und hier:

Deutschland: Baden im Bierhotel Neuzelle

 

 

Deutschland: Familienurlaub im Fichtelgebirge

Mountainbike am Ochsenkopf , Tourismus GmbH Ochsenkopf

Mountainbike am Ochsenkopf

Ein Urlaubsort für alle – für Groß und Klein, Jung und Alt – gibt es das überhaupt? Es sieht ganz danach aus. Petra Keidel-Landsee hat die Ferienregion Ochsenkopf mit Oma, Opa, Mann und Kind bereist. Ihr Urteil: Das Fichtelgebirge ist für Familien wie geschaffen.

Schöne Aussicht
Die erste Hürde ist geschafft; Oma Nora ist ganz begeistert von unserem Urlaubsdomizil, dem Landhaus Preißinger in Warmensteinach im Fichtelgebirge. “Selbst die Obermutter der Nation, Helga Beimer, war hier schon“, verrät mir meine Mutter und zeigt auf die Fotos im Entree des Drei-Sterne-Hauses, die davon zeugen, dass hier eine Folge der Kultserie gedreht wurde.

Landhaus Preissinger

Landhaus Preissinger

Herzlich empfängt uns die Wirtsfamilie gleich bei der Ankunft mit einem kleinen Umtrunk. Wir relaxen in den Korbmöbeln auf der riesigen Gartenterrasse und genießen die fantastische Aussicht. Weit schweift der Blick über dunkle Wälder hinüber zur tschechischen Grenze und zum Ochsenkopf mit seinem markanten Asenturm.

Jagen und Wandern
Am nächsten Tag ist der 1.024 Meter hohe Ochsenkopf unser Ziel, „der Erlebnisberg für die ganze Familie“, wie es im Prospekt heißt. Erst einmal gehen wir am Fuße des Südhangs mit Pfeil und Bogen auf die Pirsch. Man muss schon genau schauen, um die lebensgroßen Tierattrappen aus Schaumstoff im dichten Wald zu finden.

Der Hirsch ist erlegt

Der Hirsch ist erlegt

“Ich hab den Hirsch“, freut sich Oma, spannt den Bogen und zielt. Doch unser Nachwuchs ist schneller und genauer. Exakt trifft er das runde Schwarz in der Mitte, während Omas Pfeil noch durch die Luft surrt. Beim 3-D Bogenschießen im Outdoorpark Oxsenkopf macht nicht nur Opa, sondern selbst den Kindern das Wandern Spaß.

Auf zum Klettern

Nach erfolgreicher Jagd und einer kleinen Stärkung nehmen wir den angrenzenden Kletterwald ins Visier. “Das ist nichts für mich“, meint Oma und macht es sich mit ihrem Buch in der Sonne gemütlich. Opa Wastl bleibt bei uns. Etwas skeptisch schaut er im Kletterwald nach oben. Schließlich baumeln nicht in jedem Wald ein Bobby Car, Bierbänke, Holzfässer oder ein Schlitten in mehreren Meter Höhe.

Kletterwald Oxenkopf

Ab in die Tonne im Kletterwald Oxenkopf

Opa und ich bleiben lieber am Boden, während sich der Nachwuchs und mein Mann in die Sicherheitsvorkehrungen einweisen lassen, bevor es auf den Parcours in luftiger Höhe geht. “Papa, du wirst mich jetzt beneiden, dass ich kleiner bin als Du“ trumpft unser Sohn auf, während er mit dem Bobbycar souverän über den schmalen Steg fährt, derweil sich mein Mann langsam durch die Tonne robbt.

Kreationen aus Wildkräutern
Zum Abendessen treffen wir uns alle im Gasthof “Deutscher Adler“ in Bischofsgrün. Der heilklimatische Kurort bildet zusammen mit den Gemeinden Warmensteinach, Fichtelberg, und Mehlmeisel die Erlebnisregion Ochsenkopf. Interessiert studiert unser Sohn Valentin die Speisekarte und frägt skeptisch: “Kann man Schlangenknöterich wirklich essen?“ Mit einem verschmitzten Lächeln kommt Chefkoch Thomas Puchtler an unseren Tisch und hält ihm die Vogelmiere mit ihrem langen Schopf unter die Nase. “Das ist der Punker unter den Wildkräutern.“ “Riecht nach Pilzen“, sagt Oma und beißt genüsslich in die längliche Dolde des Spitzwegerichs. Wir lassen uns die Schweinelendchen mit Vogelmiere, Saibling in Schlangenknöterich und Holunderblüteneisgugelhupf zum Nachtisch bestens munden. Nicht nur im Deutschen Adler wird mit Wildkräutern gekocht. Mehr als zehn Wirte der Region bieten kulinarische Reisen durch den Kräutergarten an.

Sicher am Seil
Am nächsten Morgen brechen wir wieder zum Ochsenkopf auf. Denn meine Männer haben sich zu einem Adrenalinkick zwischen Himmel und Erde entschieden: Der längste Zipline-Park Deutschlands steht auf unserem Programm.

Rein in die Gurte im Ziplinepark

Rein in die Gurte im Ziplinepark

Die Guides Tim und Tina führen die angemeldete Gruppe in die Sicherheitsvorkehrungen ein. Alle werden mit Sicherheitsgurten und Handschuhen ausgestattet. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir die erste Plattform auf halber Höhe im Südhang des Ochsenkopfs. Ich behalte zusammen mit Oma lieber die Bodenhaftung. Mir wird schon vom Zuschauen schwindlig, als ich meinen Mann, Opa und Sohn in rund zwanzig Meter Höhe durch die Lüfte sausen sehe. Insgesamt elf Zwischenstopps mit Plattformen in den Baumkronen dienen zum Umhängen zur nächsten Ziplinebahn. Auf fünf von ihnen geht es bei den so genannten Base-Jumps, den seilgesicherten Absprüngen, bis zu 22 Meter in die Tiefe. Die längste der insgesamt 2.200 Meter langen Seil-Strecke ist rund 400 Meter lang. “Ich fliege“, ruft mein Sohn begeistert und sogar Opa hat leuchtende Augen, als er wieder landet.

 

Fertig zum Absprung

Fertig zum Absprung

Mountainbiken im Fichtelwald
Direkt beim Zipline-Park befindet sich auch das Bullheadhouse, der Treffpunkt für Biker. Dort leihen wir uns alle bis auf Oma Mountainbikes aus. Dank des Sessellifts mit Fahrradhaltern schweben wir bequem von der Talstation Süd in Fleckl hinauf auf den Ochsenkopf. Rund zwei Kilometer geht es durch den mystischen Fichtelwald mit den wie von Riesenhand hingeworfenen und mit Moos bewachsenen Granitformationen. Opa und ich wählen die leichte Route, während Vater und Sohn die Herausforderung auf der anspruchsvolleren suchen.
Nach so viel Action lassen wir es am nächsten Tag gemütlicher angehen. Wir besuchen das Waldhaus Mehlmeisel. Hier haust Hansi, der streichelbedürftige Hirsch samt Artgenossen im Wildgehege. Rund um das Waldhaus gibt es auf dem Erlebnispfad jede Menge Holz, nicht nur in Form von Bäumen, die in den Himmel wachsen. Groß aufgeschichtet befindet sich ein Ster Holz, damit man sich unter dieser Größenordnung auch was vorstellen kann. Aber wir erfahren hier auch, welche Spuren ein Luchs hinterlässt und auch sonst noch jede Menge über das Öko-System Wald.

Mit Kettcars ins Tal
Zum Abschluss unserer Familienreise unserer ruft noch einmal der Berg; diesmal jedoch der Geiersberg bei Oberwarmensteinach. Familie Nickl hatte die witzige Idee, ihren Schlepplift im Sommer umzufunktionieren.

Downhill mit dem Kettcar

Downhill mit dem Kettcar

Wir nehmen in den großen Kettcars mit luftgefüllten Reifen Platz. Das Lenkrad der so genannten Dèvalkarts wird in den Schlepperbügel eingehängt und schon zuckeln wir bequem den Berg hinauf. Von dort sausen wir ohne störenden Motorenlärm über Stock und Stein den Hügel hinunter und lassen uns den Wind um die Nase wehen.
Schnell geht unser letzter Urlaubstag zu Ende. Und eines ist sicher, wir kommen wieder. Schließlich gibt es im Fichtelgebirge noch so vieles zu erkunden, wie etwa den Echowaldweg, den Geopark oder das Felsenlabyrinth.

Petra Keidel-Landsee

 

Deutschland: Hopfen-und Malz-Anwendungen im Bayerischen Wald

Bierbottich, Foto:  Gut Riedelsbach

Hopfen und Malz, Wasser und Hefe – gar köstliche Biere werden daraus gebraut. Was innerlich gut mundet, das tut auch Körper und Seele gut, ist Bernhard Sitter fest überzeugt. Der Wirt betreibt mit seiner Familie das erste Bier-Wohlfühlhotel Deutschlands: das Gut Riedelsbach, bei Neureichenau im Bayerischen Wald.

Günstig für den Stoffwechsel

Bernhard Sitter (50) setzt als Biersommelier nicht nur bei seinen kulinarischen Köstlichkeiten auf die Grundstoffe des bayerischen Nationalgetränks. „Das Bier besteht zu 90 Prozent aus Wasser, dazu mengen sich Hopfen, Malz und Hefe. Diese Mischung fördert die Blutgerinnung, kann Herz- Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und begünstigt den Stoffwechsel“, ist der Hotelier überzeugt. Selbstverständlich werden diese Gaben bei ihm bereits bei der Vorbereitung für Sauna und Co. eingesetzt. Ein Peeling aus getrocknetem Biertreber, Sesamöl und Meersalz reinigt und pflegt die Haut. Bereits auf dem Weg zum großzügig angelegten Sauna- und Wohlfühlbereich riecht es nach frisch geschlagenem Holz, vermischt mit dem Duft frisch gebrauten Bieres, getrocknetem Hopfen und süßlichem Malz.

Hopfendolden und Biosauna

„Der Hopfen vor einigen Jahren zur Arzneimittelpflanze des Jahres 2007 gewählt. Warum sollte ich nicht gerade auf unsere heimischen Produkte zurückgreifen“, zeigt der begeisterte Bierkenner auf. So ist es kein Wunder, dass in der Biosauna die getrockneten Hopfendolden über dem Kocher ein herb-fruchtiges Aroma verbreiten.

Relaxen im Bierbottich

Als absolute Spezialität bei den Gästen gelten die fünf B´s. Sie prangen als Insignien für Bernhards Bayerisches Bierbottich Bad über der Tür zum „Körper-Sudhaus“. Mitten im Raum steht ein großer ovaler Holzbottich. Stefanie Sitter, Tochter des Hauses und Herrin der Sauna, überprüft die Temperatur im Zuber, in dem man gemütlich zu zweit Platz hat. Den rund 400 Liter Wasser fügt sie mehrere Zusätze hinzu und natürlich das Wichtigste: selbstgebrautes Schwarzbier! Der im Zuber zirkulierende heiße Luftsprudel sorgt für ein angenehm prickelndes Gefühl. Nach zwanzig Minuten im Bier-bottich ist Schluss. Fünfzehn Minuten heißt es noch intensiv nachschwitzen. Die Poren werden gereinigt und der Körper entschlackt.

Kuhhörndlmassage

Sind die Muskeln gelockert, ist die Kuhhörndlmassage ein Hochgenuss. Das Wort Wellness hat Sitter allerdings aus seinem Wortschatz verbannt.

Kuh-Herndl,  Foto:  Gut Riedelsbach„So wird doch fast alles nur noch genannt. Bei mir im Haus gibt es niemanden, der seine Massagetechniken nur an einem Wochenende gelernt hat. Wir arbeiten hier mit einer Fachpraxis zusammen, “ erläutert Sitter seine Qualitätsvorstellungen.

Bierbrandtrüffel und Schokoladenbier

Auf das äußerliche Verwöhnprogramm folgt „die Liebe durch den Magen. Selbst gebackenes Bierteberbrot mit Bierrahmsuppe, Leberkäscarpaccio, Bierlikör und gebackene Bierbrandtrüffel machen die Wahl zur Qual. Zu den außergewöhnlichen Schmankerln empfiehlt der Biersommelier natürlich die passenden Sorten, wie belgisches Kirsch-, Honig- oder doppeltes Schokoladenbier. Wer dann Lust auf mehr bekommen hat, kann sich bei Sitters Bierverköstigungen erst so richtig in die hohe Kunst des Bierbrauens und –geniessens einführen lassen, inklusive Führung durch Deutschlands größtes Brauerei-Kulturmuseum, das ebenfalls zu Sitters Reich gehört.

Text: Petra Keidel-Landsee
Fotos: Gut Riedelsbach

 

Deutschland: Bayerische Feste rund um den Baum

Tanzlindenfest ©Bayern Tourismus

Das „Betzen“ austanzen um den Kirchweihbaum, Maibaumkraxeln, oder auf Linden tanzen / bei zahlreichen bayerischen Brauchtumsveranstaltungen dreht sich alles um den Baum. Maibaumsteigen, Kirchweihen und Tanzlindenfeste: Angefangen von Kirchweihen und dem Maibaumkraxeln bis hin zu historischen Trachtenumzügen sowie Tanzlindenfeste ist im Freistaat ab April einiges an kulturellen Veranstaltungen geboten

Für ein Schaf um den Baum tanzen

Ein Höhepunkt im fränkischen Festtagskalender sind die zahlreichen „Kerwas“ bzw. Kirchweihen und das dort stattfindende „Betzen“ austanzen. Ursprünglich wurde mit diesen Festen die Einweihung einer Kirche oder der Namenstag eines Heiligen zelebriert. Vielerorts dauern die Festlichkeiten fast eine ganze Woche und jeder Tag hat sein festes Programm: Am Kirchweihsamstag stellen die Burschen im mittelfränkischen Möhrendorf oder in Pottenstein in der Fränkischen Schweiz den Kirchweihbaum auf, der vorher gemeinsam im Wald geschlagen und anschließend geschmückt wird. Diesen brauchen die „Kerwaburschen“ dann am Sonntag für das „Betzen“ austanzen. Dabei laufen die jungen Männer mit ihrer Auserwählten um den Baum und singen selbst geschriebene Kirchweihlieder. Nach jeder Baumumrundung wird ein kleines Bäumchen an den Hintermann weitergereicht – solange bis die vorgegebene Zeit abgelaufen ist und ein Wecker klingelt. Derjenige mit dem Bäumchen in der Hand gewinnt den „Betzen“ – ein Schaf, dass ebenfalls festlich geschmückt neben der Blaskapelle auf seinen neuen Besitzer wartet. Der Gewinner muss im Anschluss alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen einladen. Serviert werden dann meistens „Küchla“, ein fränkisches Schmalzgebäck. Am Dienstag wird die Kirchweih dann traditionellerweise wieder „eingegraben“ symbolisch wird hierfür ein leeres Fass Bier neben dem Kirchweihbaum vergraben, das dann im nächsten Jahr zum Auftakt der Kirchweih wieder ausgegraben wird.

Termine 2014: Die Kirchweih inkl. Betzen austanzen findet in zahlreichen Gemeinden in Franken zwischen April und September statt. Jedes Jahr um den 03. Sonntag im September in Möhrendorf Jedes Jahr um den 24.8. am 3. oder 4. Sonntag in Pottenstein

Tanz in der Baumkrone

Der Wuchs der Tanzlinden wurde während der Wachstumsphase so verändert, dass in Stamm und Krone künstliche Plateaus entstanden sind. Auf diesen Ebenen hoch oben in den Wipfeln der Linden finden die Tänze und Feierlichkeiten der Tanzlindenfeste statt. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, im sogenannten „Lindensaal“, am Holzgeländer die Veranstaltung mitzuerleben.

Tanzlindenfest ©Bayern Tourismus In den fränkischen Orten Limmersdorf, Langenstadt oder Peesten kann dieser Brauch miterlebt werden: Bevor auf der Linde getanzt wird, ziehen die Burschen mit schwarzen Hüten, Westen und weißen Schürzen über den Hosen und begleitet von Blaskapellenmusik los, um ihre Tanzpartnerinnen in deren Häusern im Dorf abzuholen. Mit den Mädels in Trachtenkleider und Blumenkränzen im Haar geht es dann zur Tanzlinde, wo hoch oben rund um den Baum getanzt wird.

Termine: Zweites Wochenende im Juni von Freitag bis Sonntag in Peesten Letztes Wochenende im August von Freitag bis Sonntag in Limmersdorf und Langenstadt (29.-31. August 2014).

Wo die Bayern auf Bäume klettern

Zwischen dem 1. Mai und Pfingsten findet vielerorts das Maibaumsteigen statt – eine traditionelle Veranstaltung, die Einheimische und „Zugroaste“ gleichermaßen begeistert.

Maibaumkraxeln.  ©Bayern TourismusDrei gebundene Kränze zieren die Spitze des Baums in 25 Metern Höhe. Am untersten ist eine Zeitmessung angebracht – gewonnen hat der wagemutige Kraxler, der in zwei Durchgängen die Zielglocke am schnellsten zum Klingen bringen. Damit die mutigen Burschen nicht abrutschen, werden Hände und Füße mit einer speziellen Pechmischung eingestrichen. Mit abgespreizten Fersen oder mit den Beinen den Maibaum umfassend machen sie sich auf den Weg in schwindelerregende Höhe. Den Siegerwanderpokal geben meist die Lokalmatadoren unter sich weiter. Bis in die Nacht werden die wagemutigen Teilnehmer bei Steckerlfisch, Hendl und frischem Bier gefeiert.

Termine: Passau vom 29.- 30. Mai 2014 Freinberg am 01. Juni 2014 Rottenstuben 9. Juni 2014 Nesselwang am 01. Mai 2015 (in Nesselwang wird nur alle fünf Jahre ein neuer Maibaum aufgestellt) Pfronten am 01. Mai 2015

Bayern: Auf den Spuren der Blauen Reiter

Fesselballon über Murnau

Berge und Seen, Seen und Berge: Zwischen München und Murnau bieten sie ein abwechslungsreiches Schauspiel. Wie ein blaues Band ziehen sich die Seen malerisch durch die Landschaft. Was jede Künstlerseele inspiriert, erfreut auch den Gast – egal ob beim Innehalten, Wandern oder Radeln.
Blau ist die Farbe, die in diesem Jahr in München, Oberbayern und im Starnberger Fünf-Seen-Land dominiert. Unter dem Motto „Blaues Jahr 2011“ wird des 125. Todestages König Ludwigs II. gedacht – und der Geburtsstunde der Künstlergruppe „Blauer Reiter“ vor 100 Jahren. Zahlreiche touristische Angebote laden zu Exkursionen auf den Spuren des bayerischen Königs und der legendären Expressionisten ein. Gebündelt werden die Offerten in zwei themenbezogenen „Blauen Boxen“. Sie sind mit verschiedensten Tipps sowie Gutscheinen und wahlweise mit Hotel-Voucher versehen (45 bis 339 Euro). Kleines Beispiel: Gutscheine aus der „BlauerReiterBox“ sind etwa im Café Luitpold bei einem Malergedeck einzulösen oder aber bei einer Altstadtführung.
 

Kandinsky in Schwabing

Für alle Fans des Expressionismus ist vor allem aber die Schwabing-Führung zu empfehlen. Der Russe Wassily Kandinsky gründete in diesem Künstlerviertel seine Malschule. Er und Franz Marc stehen für den Almanach „Blauer Reiter“. Gemeinsam mit sympathisierenden Künstlern bahnten sie dem Expressionismus in Deutschland den Weg. Ihre farbenstarken Werke sind nicht nur bei speziellen Führungen anlässlich des „Blauen Jahres“ in der Münchner Pinakothek der Moderne (www.pinakothek.de) zu sehen. Im Kunstbau Lenbachhaus wird es am 24. Oktober szenische Lesungen zum 100-jährigen Jubiläum der historischen Redaktionssitzung für den Almanach „Der Blaue Reiter“ geben. Das Münchner Lenbachhaus beherbergt eine einzigartige Sammlung von „Blauer Reiter“-Werken. Nach der Generalsanierung sind sie 2013 dort in voller Schönheit wieder zu sehen (www.lenbachhaus.de).

Das Russenhaus in Murnau

Die expressionistischen Sammlungen der bayerischen Landeshauptstadt werden durch die „MuSeen Landschaft Expressionismus“ hervorragend ergänzt. Drei Top-Adressen für Kunstliebhaber widmen sich dem Expressionismus: das am Starnberger See gelegene Buchheim Museum, was auch Werke der Dresdner Künstlergemeinschaft „Brücke“ beherbergt (www.buchheimmuseum.de); das privat geführte Franz Marc Museum in Kochel am See und das Schlossmuseum in Murnau am Staffelsee.
Wer auf dem Landweg genussvoll von München nach Murnau reist, kann erspüren, was die Künstler des „Blauen Reiters“ entflammte: die dunkle Wucht der Berge, der Farbwechsel in den Seen von Strahlendblau bis Smaragdgrün. Die satten Variationen von Braun. In dieser Idylle versuchten sich einst die Maler Gabriele Münter und Wassily Kandinsky einzurichten, fernab der damals dominierenden wilhelminischen Werte. Sie bezogen 1909 in Murnau das „Münter-Haus“, auch „Russenhaus“ genannt. Ihre Liebe lebten sie im gesunden Landleben, ihre Gefühle drückten sie in zahlreichen Arbeiten in und um Murnau aus. Münterhaus in Murnau
Farbe und Gegenstände hatten für Kandinsky einen „seelischen Klang“. Wer das verstehen möchte, sollte sich den Führungen von Fritz-Walter Schmidt anschließen. Mit Herzblut stellte der ehemalige Leiter des Tourismusbüros Murnau gemeinsam mit Joachim F. Giessler ein Buch „auf den Spuren des Blauen Reiters“ zusammen. Der heutige Pensionär und Liebhaber des Expressionismus führt mit profunden Erläuterungen und vielen kleinen Geschichten zu Originalschauplätzen in Murnau, Ried, Kochel am See und Sindelsdorf.

Lieblingsfarbe Blau 

Während das uneheliche Paar Münter und Kandinsky im Murnauer Russenhaus wohnte und dort die Redaktion für den „Blauen Reiter“ betrieb, lebte Franz Marc mit seiner Frau Maria im unweit entfernten Sindelsdorf. In seinem noch heute erhaltenen, kleinen Gartenhäuschen trafen sich namhafte Größen wie August Macke, Else Lasker-Schüler, Arnold Schönberg und Paul Klee. Zum künstlerischen Reigen des „Blauen Reiters“ gehörten ebenso Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und Heinrich Campendonk. Vor allem aber Kandinsky und Marc waren sich in Sachen Kunst und Reflektion sehr verbunden. Den Namen „Der Blaue Reiter“ sollen sie laut Überlieferung am Kaffeetisch im Gartenhäuschen kreiert haben. Beide liebten die Farbe Blau.

Kathrin Fiedler

DuMont Bildatlas: Fränkische Schweiz

Die Fränkische Schweiz genießen bedeutet deftige Küche und gutes Bier. Aber das ist nicht alles, was diese Region zu bieten hat. Eine abwechslungsreiche Landschaft findet sich hier, karge Bergkuppen wechseln mit bizarren Felsformationen, kleine Flüsse fließen durch grüne Täler und überall Streuobstwiesen. Wer an kulturellen Highlights interessiert ist, sollte nach Nürnberg, Bamberg und Bayreuth. Die Autoren Ralf Nestmeyer und Rasso Knoller führen den Leser in sechs Kapiteln mit beeindruckenden Fotos, spannenden Reportagen, ausgesuchten Aktivangeboten und wertvollen Reisetipps durch die Region. Neu sind die Aktiv- Kästen, die besondere Empfehlungen von Rasso Knopller enthalten: eine Wanderung auf dem „Frankenweg“, Kurse für Fliegenfischen in Wiesent oder eine Gondeltour auf der Regnitz. Geblieben sind die detaillierten Reisekarten, auf denen die Topziele zusätzlich mit Hinweisnummern versehen sind, die sich im Text der Infoseiten eines jeden Kapitels wiederfinden. Das abschließende Servicekapitel fasst noch einmal alle wichtigen Fakten zur Reise zusammen.Die Fränkische Schweiz genießen bedeutet: deftige Küche und gutes Bier. Aber das ist nicht alles, was diese Region zu bieten hat. Eine abwechslungsreiche Landschaft findet sich hier, karge Bergkuppen wechseln mit bizarren Felsformationen, kleine Flüsse fließen durch grüne Täler und überall Streuobstwiesen. Wer an kulturellen Highlights interessiert ist, sollte nach Nürnberg, Bamberg und Bayreuth.

Deutschland: Die Jeans ist ein Franke

Die Jeans ist der Inbegriff Amerikas. Doch Levi Strauss, der Mann der die blaue Arbeitshose weltweit bekannt gemacht hat, kam aus dem fränkischen Buttenheim.

In weit mehr als 100 Ländern der Welt kann man Levi’s Jeans kaufen, über 10.000 Menschen arbeiten für den Konzern und wohl kaum eine Marke hat weltweit ein solchen Bekanntheitsgrad. Doch Levi Strauss, der Gründer und Namengeber der Firma, kam ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Franken.

1983 bekam der Bürgermeister von Buttenheim einen Brief aus Milwaukee. Darin bat eine Amerikanerin, die eine Ausstellung über erfolgreiche deutsche Einwanderer organisieren wollte, um Informationen über die Jugendzeit von Levi Strauss. Der Bürgermeister war vermutlich ziemlich verwundert über das Schreiben – niemand in Deutschland wusste damals, dass der Erfinder der Jeans aus der Fränkischen Schweiz stammte. Neugierig geworden, durchsuchte man in Buttenheim die Geburtsregister und fand heraus: Ein Löb Strauss war tatsächlich am 26. Februar 1829 als Sohn eines jüdischen Hausierers in Buttenheim zur Welt gekommen. Und Löb war – wie sich bald herausstellte – nichts anderes als die deutsche Namensform von Levi.

Sogar das Geburtshaus von Löb Strauss stand noch, war aber in schlechtem Zustand. Die Stadt kaufte das baufällige Gebäude, überlegte dann aber lange hin und her, was damit passieren sollte. Zunächst hofften die Buttenheimer, der Levi’s Konzern in den USA würde den Umbau unterstützen. Doch der kam erst viel später – und dann auch nicht als Sponsor für den Bau – ins Boot. Anstelle dessen meldete ein japanischer Vergnügungspark sein Interesse an. Der wollte das Gebäude Stein für Stein abtragen und in seinem Heimatland als Attraktion zwischen Loopings und Autoscootern wieder aufbauen lassen. Trotz klammer Kassen lehnten die Buttenheimer das Angebt ab. Löbs Haus sollte in der Heimat bleiben. Schließlich machte man sich dann doch an die Renovierung des Gebäudes, und im Jahr 2000 wurde das ehemalige Wohnhaus der Familie Strauss als Museum eröffnet.

Seitdem arbeitet Tanja Roppelt Levi Strauss Museum als Direktorin. Mit sichtbarem Stolz führt die junge Frau Besucher durch ihr Haus. „Das hier war der einzige Wohnraum der Familie Strauss“, erklärt sie im ersten Ausstellungsraum. Mit geschätzten 30 Quadratmetern ist der alles andere als groß – kaum vorstellbar, dass hier der kleine Löb zusammen mit sechs Geschwistern und seinen Eltern gelebt haben soll. Der zweite Ausstellungsraum ist noch kleiner. „Die Küche der Straussschen Wohnung“, sagt Roppelt. Im Obergeschoss, in dem heute mit Fotos und Videos der Lebensweg von Levi Strauss in den USA nachgezeichnet wird, wohnte damals schon eine andere Familie.

Mit Kurzwaren durchs Land

Familie Strauss hatte immer zu wenig Geld. Der Vater zog als Händler von Hof zu Hof und verkaufte Kurzwaren. Seine Familie konnte er davon kaum ernähren. Deswegen wanderten die beiden ältesten Brüder in die USA aus, um dort ihr Glück zu versuchen. Nach dem Tod des Vaters folgte auch die Mutter, zusammen mit Löb und den jüngeren Geschwistern.

Löb arbeitete zunächst für seine beiden Brüder. Die hatten im New Yorker Stadtteil „Little Germany“ einen kleinen Laden eröffnet und es damit zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Bald nahm Löb die amerikanische Staatsbürgerschaft und gleichzeitig den Namen Levi an. Im Auftrag seiner Brüder zog er in den frühen 1850er Jahren an die Westküste. Er sollte dort eine „Zweigstelle“ des New Yorker Betriebes eröffnen. In Kalifornien hatte man nämlich Gold gefunden und Tausende von Glücksrittern machten sich auf den Weg dorthin. Levi Strauss folgte zwar auf ihren Spuren,  kam selbst aber nicht, um Gold zu schürfen. Sein Geld verdiente er damit, dass er den Goldsuchern all das verkaufte, was sie zum Leben brauchten: Äxte und Tassen, Messer und Schaufeln, Hemden und Hüte. Und Hosen aus stabilem Denimstoff. Levi Strauss wurde schnell zu einem erfolgreichen Unternehmer und belieferte bald den gesamten Westen.

Jacob David hat’s erfunden

Die Jeans hat aber eigentlich nicht er, sondern Jacob Davis erfunden. Der aus Riga eingewanderten Schneider war auf die Idee gekommen, Hosen an den Stellen, an denen sie besonders strapaziert werden, mit Metallnieten zu verstärken. Strauss lieferte zwar den Stoff für die Jeans, verkaufte das fertige Endprodukt und besaß zusammen mit Davis das Patent für die „Waist Overalls“, wie die Jeanshosen damals noch hießen. Erfunden hat die Jeans aber eigentlich Davis. Doch dem fehlte das  Geld, um die Idee für die Jeans patentieren zu lassen und die Hosen zu vertreiben. Zumindest die berühmte Levi’s 501 geht auf Levi Strauss zurück – auf seinem Orderformular hatten nämlich die „Waist Overalls“ die Bestellnummer 501.

Rasso Knoller

 

Deutschland: Bayern – Cooles Horn

Klavier, Blockflöte oder Gitarre. Das kann doch jeder. Wer beim Musik machen richtig auffallen will, der sollte Alphornsspielen lernen. In Garmisch-Partenkirchen bietet Elisabeth Heilmann auch Kurse für Touristen an. Und: Wer will, darf sogar auf dem Gipfel der Zugspitze spielen.

Alphornblasen, das kann jeder lernen. Denn: „Jeder hat einen Mund und eine Zunge“, sagt Elisabeth Heilmann, Chefin der Werdenfelser Alphornbläserinnen aus Garmisch-Partenkirchen. Die Damentruppe der lebhaften Endfünfzigerin spielt seit mehr als zehn Jahren mit Erfolg gegen die Männerdominanz im Alphornblasen an. Sogar bis auf das Sofa von Stefan Raabs Fernsehshow „tv total“ haben es die Frauen schon geschafft. Kein Wunder, denn „fesch“ sind Heilmanns Mitstreiterinnen allesamt. „Doch“, und darauf besteht Heilmann, „wir sind nicht nur schön, wir können auch was.“ Das merkt man schnell, wenn die sechs Frauen loslegen und die Hörner zum Klingen bringen.

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist es allerdings schon, das Schnurren und Brummen der Alphörner. Es gab Zeiten, da galten die Alphörnen als Instrument von Bettlern. Und das, obwohl Leopold Mozart schon 1756 die Sinfonia Pastorella, ein Stück für Alphorn, geschrieben und dem Instrument damit den Einzug in die Konzertsäle geebnet hat. Heute ist das Alphorn zwar kein Instrument, das jeder Jugendliche lernen will. Nachwuchssorgen haben die Werdenfelser Alphornbläserinnen aber keine. Sogar eine Kindergruppe hat Elisabeth Heilmann  gegründet.

Hornblasinstrumente gibt es schon lange. Angeblich haben schon Steinzeitmenschen ins Horn geblasen. Damals aber verwendeten sie hohle Tierknochen als Musikinstrumente. Alphörner, wie wir sie heute kennen, haben die Schweizer erfunden. 1527 wurde das Instrument erstmals erwähnt. Der Prior eines Schweizer Klosters hielt in seinen Abrechnungsbüchern fest, dass er einem Mann zwei Batzen fürs Alphornspielen gegeben habe. Der Batzen ist eine alte Schweizer Münze. Einen Batzen Geld hinlegen muss auch, wer heute ein Alphorn kaufen will. 1500 bis 2000 Euro kostet das fast vier Meter lange Instrument. Hergestellt werden Alphörner aus  Linden-, Erlen- oder Fichtenholz. Je nach Länge, Ausführung und Material wiegen sie drei bis acht Kilo.

Schwer sind Alphörner aber nur vom Gewicht – das spielen dagegen fällt den meisten leicht. „Im Grunde ist es ganz einfach“, sagt Elisabeth Heilmann, „die Lippen müssen vibrieren und  man muss locker bleiben“. Mehr braucht es nicht. Angeblich. Nach meinen ersten, wenig wohlklingenden Versuchen konstatiert die Chefin aber: „Journalisten tun sich alle schwer, das sind Kopfmenschen.“ Na bitte, da haben wir es. Dabei wäre das Alphornblasen so gesund. Als Beispiel dafür führt Elisabeth Heilmann ihren Vater an. Als der mit Ende achtzig starb, war er der älteste Alphornspieler im Werdenfelser Land. Genauso wie der Vater, will  es auch die Tochter halten. „Ich werd spielen bis zum Umfallen“, sagt sie.

Bei den Frauen in Elisabeth Heilmanns Truppe muss sich die lebensverlängernde Wirkung des Alphornspielens erst noch zeigen, denn sie sind allesamt noch sehr jung. Die 19-jährige Claudia Westermeier beispielsweise besucht das St. Irmengard-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen. Sie kommt mit ihrem ungewöhnlichen Instrument bei den Klassenkameraden gut an. Dass sie Volksmusik spielt und dabei Tracht statt Jeans trägt stört keinen von ihnen. Ganz im Gegenteil: „Hey, du spielst Alphorn, des is ja cool“, berichtet sie über die Reaktionen vieler Jungs in ihrer Schule. Dass Alphornspielen „cool“ ist, bestätigt auch Elisabeth Heilmann. „Wenn ich junge Mädels anspreche und frage, ob sie mitmachen wollen, reagieren sie meist erstaunt.“ Mädels und Alphorn, das passt für viele nicht zusammen. “Aber wenn eine mal angefangen hat, bleibt sie auch dabei“, weiß Elisabeth Heilmann aus Erfahrung.

Auch Touristen können bei ihr mit dem Alphornblasen anfangen. Zweitägige Kurse bietet sie an, pauschal mit Übernachtung in ihrer kleinen Pension. Weil das riesige  Instrument nur bedingt für Innenräume geeignet ist, wird meist draußen geübt. Da trifft es sich gut, dass  Heilmanns Pension am Ortsrand liegt. So muss kein Nachbar die von Alphornschülern produzierten Geräusche ertragen, und die wiederum können mit direktem Blick auf die Zugspitze üben.

Wer noch höher hinaus will, den nimmt Elisabeth Heilmann auch mit hinauf auf die Zugspitze und erteilt ihren Unterricht auf dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg.

Rasso Knoller

Info: Ein Alphornwochenendkurs mit zwei Übernachtungen kostet 285,60 Euro. Wer oben auf der Zugspitze üben will, der muss nochmals zusätzlich 95 Euro bezahlen. Elisabeth Heilmann-Reimche, Samweberstr. 18, 82467 Garmisch-Partenkirchen,

Tel. 08821/948522, http://www.alphorn-zugspitze.de und www.haus-heilmann.de

Allgemeine Infos zur Region: Tourismusgemeinschaft Zugspitz-Region, Richard-Strauss-Platz 1a, 82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel. 08821/180484, www.zugspitz-region.de

Deutschland: Fliegenfischen in der Fränkischen Schweiz

Fliegenfischen in der Wisent

Aus der Mitte entspringt ein Fluss

Die Wiesent ist ein Mekka für Fliegenfischer. Äschen, Saiblinge und vor allem Bachforellen bevölkern den Fluss. Manfred Hermann aus Hammermühle in der Fränkischen Schweiz bietet hier Fliegenfischerkurse für Anfänger und Könner an.

Robert Hofmann setzt zum Wurf an. Weit holt er aus und „Zupp“ landet die Fliege auf der Wasseroberfläche. Hofmann ist Fliegenfischer und mit seiner Angel im Flussbett der Wiesent unterwegs. Mit grünen Stiefeln bekleidet stapft er durchs seichte Wasser und sucht den vermeintlichen besten Platz um Bachforellen zu fischen. Man muss wissen „wo der Fisch steht“, sagt er.

Die Fliege, mit der er den Fisch anlocken will, ist kein echtes Tier, sondern ein kunstvolles Gebinde aus Vogelfedern, Fell und Kunststoff.  Eine richtig gebundene Fliege ist ein kleines Kunstwerk. Ein passionierter Fischer kann über sie mit ebenso viel Begeisterung schwärmen, wie über den Fisch den er damit fängt. Wirkliche Profis binden deswegen auch ihre Fliegen selbst. Fliegenfischen

Die Ersten, die an der Wiesent mit der Fliege fischten, waren die Engländer: Adelige kamen schon vor mehr als hundert Jahren in die Fränkische Schweiz, um hier ihren Sport auszuüben. Wohl auch deswegen galt Fliegenfischen hierzulande lange als elitär. Während Angeln der Sport des einfachen Mannes war, versuchten sich Ärzte, Anwälte und Apotheker in der hohen Kunst des Fliegenfischens.

„Das ist heute nicht mehr so“, sagt Robert Hofmann und tritt mit seiner Person gleich den Gegenbeweis an. Hofmann ist Landwirt und Besitzer der kleinen Pension Hammermühle, in der die Teilnehmer der Fliegenfischkurse übernachten. Er führt seine Angel wie ein Profi und weiß wie man mit gekonnten Würfen die Fische anlockt. Anders als beim Angeln entscheidet beim Fliegenfischen schon die Art wie man der Köder aufs Wasser auftrifft über Erfolg oder Misserfolg.

Die beste Zeit zum Fliegenfischen an der Wiesent sind die ersten beiden Wochen im Juni, dann wenn die Maifliege schlüpft und die Fische besonders beißfreudig sind. „An solchen Tagen muss man manchmal nur die Angel auswerfen und schon beißt ein Fisch“, sagt Hofmann. Doch so leicht ist Fliegenfischen nicht immer. Im Gegenteil: In der restlichen Zeit des Jahres muss man die Technik schon beherrschen, wenn man mit einem Fang nach Hause kommen will. Aber nach dem Besuch der Fliegenfischerschule in Hammermühle sollte das kein Problem sein.

Rasso Knoller

Info: Fliegenfischer-Schule Hammermühle, 91344 Waischenfeld, Tel. 09202/252, www.fliegenfischerschule-hammermuehle.de und www.pension-hammermuehle.de, Tagekurse für Anfänger 80 €, 3-Tageskuse für Fortgeschrittene 130 €, für Anfänger 180 €.

Deutschland:Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth

Markgräfliches Opernhaus in bayreuth

UNESCO Weltkulturerbe in Bayreuth wird geschlossen

Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth gehört seit 30. Juni zum Weltkulturerbe. Jetzt, wenige Monate später, wird das Haus saniert. Wer den prachtvollen Barockbau von 1750 noch vor Beginn der Bauarbeiten sehen will, muss sich beeilen – Anfang Oktober rücken die Handwerker an. Von da an bleibt das Haus für mindestens vier Jahre geschlossen. „Etwas unglücklich ist das schon“, sagt Stadtführer Peter Zinnecker. Die Touristen seien neugierig auf das neue Weltkulturerbe, und bald könne es keiner mehr sehen. Der Sanierungsbedarf ist allerdings beträchtlich, und zudem soll die Verleihung des Titels auch daran geknüpft gewesen sein, dass man einen zweistelligen Millionenbetrag in den Erhalt des Gebäudes  investiert.

Ob es allerdings nötig ist, bereits drei Monate nach Verleihung des werbewirksamen Titels mit der Sanierung zu beginnen, darüber lässt sich trefflich streiten. Immerhin hatte Bayreuth 15 Jahre lang warten müssen, bis der Antrag in der Titelverleihung mündete. Und die Touristiker hatten gehofft, mit der UNESCO-Auszeichnung so richtig die Werbetrommel rühren zu können. Daraus wird jetzt erst einmal nichts.

Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth

Im Markgräflichen Opernhaus werden während der Festspielzeit keine Opern aufgeführt. Trotzdem ist es der eigentliche Grund dafür, dass Bayreuth zur Festspielstadt wurde. Richard Wagner hatte nämlich einen Artikel über das Opernhaus gelesen und war so begeistert von dem was er las, dass er glaubte den idealen Festspielort gefunden zu haben. Als er das Haus dann in Augenschein nahm, merkte er schnell, für seine Zwecke war es viel zu klein. Die Stadt Bayreuth aber gefiel ihm. Hier wollten er seine Festspiele abhalten. Deswegen ließ er auf einem Hügel vor den Toren der Stadt sein eigenes Festspielhaus errichten. Das hat zwar keinen Weltkulturerbetitel, aber immerhin kann man es außerhalb der Festspielzeit besichtigen.

Info: Bayreuth Tourismus, Opernstraße 22, 95444 Bayreuth,  www.bayreuth-tourismus.de

Rasso Knoller

Ganz in der Nachbarschaft und bei uns nur einen Klick entfernt: Das Jeansmuseum in Buttenheim

Deutschland: Artists in Residence auf Schloss Elmau

Kloster Elmau

Kunstgenuss vor Alpenpanorama

Musiker von Weltrang und unbekannte Künstler gastieren gern: Ein ungewöhnliches Konzept macht’s möglich.

Bei klarer Sicht ist die Zugspitze zu sehen;  vor dem Fenster liegt das Wettersteingebirge. Nicht nur die spektakulär malerische Lage am Fuß der bayerischen Alpen macht Schloss Elmau zu einem Urlaubsresort, das man so schnell nicht wieder verlassen möchte. Das betrifft auch einige Künstler, die hier als Resultat eines ungewöhnlichen Konzepts ein oder zwei Tage Urlaub während ihrer anstrengenden Tournee einlegen. Die Idee: Kostenlose Entspannung gegen honorarfreies Konzert. Bekannte und weniger bekannte Meister erholen sich und geben als Artists in Residence kostenfrei für die Gäste des Hauses und zahlende Besucher, die bis aus München anreisen, in entspannter Atmosphäre Hauskonzerte. Das ambitionierte Kulturprogramm präsentiert Klassisches mit Weltstars wie Gidon Kremer  oder Sabine Meyer, Jazz, Autorenlesungen und Klavierfestivals. NFO: Schloss Elmau Luxury Spa & Cultural Hideaway, In Elmau 2, 82493 Elmau/Oberbayern, Tel. 08823/180,  www.schloss-elmau.de.

Bernhard Mogge

Und noch mehr Musik: Alphornblasen auf der Zugspitze

Deutschland: Zu Hause bei Elfen und Feenwesen

Arbersee im Bayeruschen Wald

Bayerischer Wald: Seele, Geist und Körper kommen im „Birkenhof am Elfenhain“ in Grafenwiesen zur inneren Ruhe

Die kleine Elfe schwebt über dem Brunnen und lächelt ihr verzaubertes Lächeln. Und überall haben sich Kobolde und Feen versteckt. Sie beobachten ganz aufmerksam. Oder lugen hinter dem Birkenwäldchen hervor, der dem Areal seinen Namen gegeben hat. Zur Ruhe kommen – im Einklang mit der Natur und den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer – ist im „Spirit und Spa-Hotel Birkenhof“ von Ingrid und Johann Gmach in Grafenwiesen mitten im Bayerischen Wald, unbeschwert möglich. Das Haus für Körper, Geist und Seele will mit magisch-mystischen und menschlichen Momenten verzaubern.

Meditation im hauseigenen Kräuergarten

Feenwesen und Elfen haben Hotelchefin Ingrid Gmach schon immer fasziniert. Was andere vielleicht für einen Spleen halten, lebt sie selbstbewusst. „In der Natur kann man die Kraft finden, sich erden“, macht sie den Gästen bei der morgendlichen Meditation im hauseigenen Kräutergarten deutlich. Wie ein Baum mit tiefen Wurzeln, die bis in die wärmende Erdmitte reichen, darf man sich in Harmonie mit der Umgebung fühlen. Und Ingrid Gmach zerstreut schlechte Gedanken, verströmt positive Energie, die sie in die Umgebung schickt. Jeden Morgen treffen sich die Hotelgäste mit ihr zur Feenplatzeröffnung, um die eigene Mitte zu finden.

Birkenhof Hotelchefin Ingrid Gmach

Birkenhofchefin Ingrid Gmach

Aber keine Angst, wer den putzigen und manchmal auch neckisch drein schauenden Fabelwesen nichts abgewinnen kann, fühlt sich im „Birkenhof“ ebenso wohl. Im neuen Sinnesreich und dem großzügigen Wellnessbereich geht es nicht um Elfen und Engel. Doch auch hier steht die Natur im Vordergrund. Auf der Basis der vier Elemente Erde, Wasser,  Luft und Feuer regen die Anwendungen Körper und Geist an und lassen die Seele baumeln. Ins Reich der Fantasie wollen die neuen Räume entführen. Im Stil der chinesischen Pagode im Englischen Garten in München entstanden auf vier Stockwerken lichtdurchflutete Behandlungsräume mit Blick auf die bewaldeten Hügel des Bayerischen und des angrenzenden Böhmerwalds. Daneben gibt es verschiedene Wohlfühlprogramme, von Thai Chi bis Gongmeditation. Und den ganz besonderen Blick vom Dachpool auf Grafenwiesen sollte man sich nicht entgehen lassen.
Hinaus in die Natur entführt Birgitt Gruber bei ihren Kräuterführungen, die regelmäßig im Hotel starten. „In meiner Hexenküche kommen viele Wildkräuter, die auf den Wiesen und im Wald wachsen, zum Einsatz“, scherzt die Kräuterpädagogin. Wer wilde Melde nicht kennt und bisher aus dem eigenen Garten verbannt hat, wird von ihr eines Besseren belehrt. Sauerklee und Spitzwegerich verarbeitet sie zu Salat, der Holunder wird als Saft genossen. Und alle Kräuter ordnet sie den Sternzeichen und damit auch den vier Elementen zu.
Trocken sind die Führungen rund um Grafenwiesen beileibe nicht. Denn Birgitt Gruber hat eine kleine Verkostung vorbereitet, etwa einen Sirup aus Fichtennadeln, der gegen Erkältungen hilft. Den darf man gemütlich auf dem Waldsofa kosten und dem Konzert der munter zwitschernden Vögel lauschen. Hotel Birkenhof im Bayerischen Wald
Rund um die Kräuter dreht sich auch alles bei Franz-Xaver Treml. Der Kräuterpapst kümmert sich um die würzigen Pflanzen im 4000 Quadratmeter großen Kräutergarten des Birkenhofs und steht den Gästen mit Rat und Tat zur Seite. Ob Erdbeerminze, Coca-Cola-Strauch oder die unterschiedlichsten Thymiansorten: Probieren und riechen sind beim Gang durch die Anlage angesagt. Nicht nur beim mehrgängigen Abendessen kann man die Kräuter dann kosten, sondern auch im frischen Kräuterwasser im großzügigen Speiseraum.
Doch auch die Umgebung lädt zu vielen Aktivitäten ein. Mit dem Rad oder zu Fuß die Wälder und Wiesen durchstreifen, ist stets möglich. Hoch hinaus geht es am wenige Kilometer entfernten Großen Arber. Mit der Gondel hat man den Gipfel des höchsten Bergs des Bayerischen Waldes rasch erreicht und kann die wunderbare Aussicht genießen oder im Winter die gut ausgebauten Pisten nutzen. Bei guter Sicht erhascht man sogar einen Blick auf die Gipfel der Alpen. Und anschließend lockt der Rundweg um den Arbersee, ein Relikt aus der Steinzeit und ein wunderbares Naturbiotop. Oder man unternimmt eine Stippvisite zu den zahlreichen Glasbläsereien.
Die Nähe und Verbundenheit zur Natur sind zum Markenzeichen der Region geworden. Energie auftanken, das innere Gleichgewicht finden: Familie Gmach hat im Birkenhof eine besondere Wohlfühlatmosphäre geschaffen.

Diana Seufert