Berlin: Claudia Kerns liest Geschichten über Island

K1024_island_claudia_kerns_berlin_160913Eines Tages entscheidet sich Claudia Kerns, ihr Leben umzukrempeln. Raus aus dem Alltagstrott. Spontan geplant findet sie sich nur wenige Zeit später auf einer Insel im Atlantik wieder – in der REW in Berlin/Pankow erzählt sie von Island und ihrem neuen Leben….

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Mehr zu Island hier:

Island: Extreme Landschaften am Polarkreis

Und hier:

Island: Wandern in Landmannalaugar

 

Lesung in Berlin: Reisegeschichten von Spitzbergen bis Südafrika

Rasso Knoller und Barbara Schaefer lesen aus ihren Büchern. Reisegeschichten von Spitzbergen bis Südafrika stehen am 24.Mai 20 Uhr auf dem Programm.  K1024_Plakat_Menschenbilder (1)

Deutschland/Dänemark: Mit dem Rad von Berlin nach Kopenhagen

Der Radfernweg Berlin – Kopenhagen führt durch die Mecklenburgische Seeplatte, alte Residenzstädte, die Hansestadt Rostock und über die Ostsee bis in die dänische Hauptstadt.

Wir treffen uns am Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen Berlins, früher Symbol der Teilung und des Mauerfalls, heute Touristenmagnet und Mittelpunkt der zusammengewachsenen Hauptstadt. Von hier wollen wir den Radfernweg Berlin – Kopenhagen in Angriff nehmen. Offiziell beginnt er zwar knapp zwei Kilometer weiter östlich am Schlossplatz, doch bei den rund 630 Kilometern, die vor uns liegen, fällt die kleine Abkürzung kaum ins Gewicht.

Auf den ersten Kilometern zeigt sich Berlin mit Reichstagskuppel, Regierungsviertel und Hauptbahnhof modern und weltstädtisch, doch schon bald geht es dann bis zur Stadtgrenze fast nur noch am Wasser entlang. Hohenzollernkanal, Havel, Nieder Neuendorfer See und die Oder-Havel-Wasserstraße bilden den gelungenen Auftakt dieser grün-blauen Radtour, denn bis nach Kopenhagen schlängelt sich der Radweg durch unzählige Wälder und Felder und verläuft über lange Strecken am Wasser.

Wohlwollend nehmen wir schon nach wenigen Kilometern zur Kenntnis, dass sich die Initiatoren dieses Radfernweges sehr viel Mühe mit der Streckenführung gegeben haben. Denn wir radeln fast immer auf wenig befahrenen Straßen oder sogar autofreien Wald- und Uferwegen. Und auch der Straßenbelag wird diese Woche zur Genusstour machen, denn die Reifen rollen überwiegend über makellosen Asphalt, sodass die Fahrt nach Kopenhagen selbst auf dem Rennrad kein großes Problem wäre.

Doch wir lassen uns Zeit, denn rechts und links des Weges gibt es soviel zu sehen, dass wir die Fahrt alle paar Kilometer unterbrechen könnten. In Oranienburg wartet das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg, das als Landsitz für die Frau des Großen Kurfürsten, Louise Henriette, gebaut wurde. 2009 war der historische Schlosspark Teil der Landesgartenschau, die unter dem Motto „Traumlandschaften einer Königin“ stand. Zumindest noch in diesem Jahr sind die liebevoll gestalteten Themengärten im Schlosspark zu besichtigen. Jenseits der bedrückenden Gedenkstätte Oranienburg-Sachsenhausen wird es schnell ländlich, dichte Wälder und Felder, die ihre Farbe mit der Jahreszeit von sattem Grün zu kräftigem Goldgelb ändern, aber auch Bauernhöfe, Dörfer und kleine Städte ziehen vorbei.

Ein Stück Industriegeschichte

Kurz nach Zehdenick führt der Radfernweg durch eine heute menschenleere Tonstichlandschaft, die auf den Ziegeleipark Mildenberg einstimmt. Mehr als 50 Seen, alles ehemalige und später geflutete Tontagebaue, sind entlang der Havel in eine wunderbar grüne Landschaft eingebettet. Von den 1890er Jahren ziemlich genau 100 Jahre lang war Mildenberg einer der wichtigsten Orte der Ziegelproduktion in ganz Europa. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass hier einst mehr als 5000 Menschen arbeiteten und rauchende Schlote die Luft verpesteten.

Vor allem das schnell wachsende Berlin der Gründerzeit hatte einen unersättlichen Bedarf an gebrannten Ziegeln und die kamen zum Großteil aus Mildenberg. Wichtigstes Relikt aus dieser Zeit ist der gewaltige Ringofen, der wegen seiner genialen Konstruktion ununterbrochen Tag und Nacht brennen konnte. Ab dem kleinen Ort Himmelpfort, in dem jedes Jahr ab Mitte November unzählige Briefe an den Weihnachtsmann beantwortet werden, radeln wir praktisch von See zu See, von denen viele bei schönem Wetter zum Baden einladen. Stolpsee, Röblinsee, Menowsee, Ellbogensee, Plättinsee, Gobenowsee, Woblitzsee und Zierker See bringen uns schließlich nach Neustrelitz.

Größte Sehenswürdigkeit der 1733 von den Herzögen von Mecklenburg-Strelitz gegründeten barocken Stadt ist ihr quadratischer Marktplatz, von dem sternförmig acht gerade Straßen in die Haupt- und Nebenhimmelsrichtungen abgehen. Hier steht auch das klassizistische Rathaus, das nach Plänen des Schinkelschülers Friedrich Wilhelm Buttel errichtet wurde. Auch nach Neustrelitz ist das Wasser allgegenwärtig, es sind die Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Nach einem kurzen Stück durch den Müritz Nationalpark führt ein wenige hundert Meter langer Abstecher zur Quelle der Havel, die von hier mehr als 300 Kilometer unter anderem durch Berlin und Brandenburg fließt, bevor sie bei Havelberg in die Elbe mündet.

Das Trojanische Pferd von Ankershagen

Der kleine Ort Ankershagen, im 12.Jahrhundert von Siedlern gegründet, ist ein typisches Angerdorf, hier befindet sich das weltweit einzige Heinrich-Schliemann-Museum. Auch wenn es von den Räumlichkeiten eher klein ist, zählt es doch zu den bedeutendsten Museen Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Anerkennung verdankt es in erster Linie seinem Direktor Dr. Reinhard Witte, der sich seit Jahren der Schliemann-Forschung verschrieben hat, die seiner Meinung nach noch lange nicht abgeschlossen ist. Genügend Material für viele weitere Jahre der Forschung gibt es mit Sicherheit, denn Schliemann frönte während seines ganzen Lebens einer regelrechten Sammelleidenschaft, sein Nachlass besteht unter anderem aus rund 80 000 Briefen.

Das Museum befindet sich in einem schönen Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, einst war es das Pfarrhaus von Ankershagen. Hier verbrachte Heinrich Schliemann, Sohn eines Pfarrers, acht Jahre seiner Kindheit. In seiner Autobiografie beschreibt er auch Ankershagen, den Ort seiner Jugend, die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, das Hügelgrab aus der Bronzezeit und das Ritterschloss, all das kann man auch heute noch besichtigen. Schon als Achtjähriger soll er in Ankershagen davon geträumt haben, irgendwann einmal Troja auszugraben. Vor dem Museum steht symbolträchtig ein großes hölzernes Trojanisches Pferd, in den Innenräumen fallen sofort die Nachbildungen aus dem Schatz des Priamos ins Auge.

Auf kleinen Straßen geht es nun durch Felder und kleine Dörfer an der Grenze des Nationalpark Müritz entlang bis nach Federow. Die Nationalpark-Information bietet je nach Jahreszeit Adlersafaris, Vogelstimmenführungen oder Radtouren durch das Kerngebiet des Nationalparks. Doch der Höhepunkt ist die Live-Übertragung aus einem Fischadlerhorst. Der Horst befindet sich an der Spitze eines Strommastes, eine Kamera mit Zoom- und Schwenkfunktion vermittelt hautnahe Einblicke in das Familienleben der Fischadler, ohne die Tiere beim Brutgeschäft zu stören. Im Laufe der Jahre sind so einmalige Aufnahmen auch vom Füttern der Jungtiere entstanden. Wer will, kann sich natürlich auch die Fischadler in der Natur anschauen, doch selbst mit einem guten Fernglas ist der Adlerhorst immer noch relativ klein und längst nicht so imposant wie aus der Kameraperspektive.

Über Waren, Krakow, Güstrow und Schwaan führt uns der Radweg nach Rostock und ans Meer, das wir von nun an kaum noch aus den Augen verlieren werden. Mit jedem Atemzug füllen sich die Lungen mit frischer Luft, feine Nasen können das Meer schon riechen und im Gesicht ist der Wind zu spüren. Stadtbrand und Zweiter Weltkrieg haben der Hansestadt Rostock arg zugesetzt, doch einige historische Giebelhäuser und Backsteinkirchen konnten rekonstruiert werden, auch das Rathaus am Neuen Markt und die Reste der Stadtmauer sind sehenswert.

Die Kreidefelsen von Møn – fast schöner als Rügen

Doch wir wollen schnell auf die Fähre und in knapp zwei Stunden hinüber nach Dänemark. Der Fährhafen Gedser besitzt wenig Reiz, lohnender ist der Abstecher zu den herrlichen Sandstränden von Marielyst. Die Inseln Falster und Lolland sind bretteben und wenig abwechslungsreich, deshalb entschließen wir uns, den rund 50 Kilometer langen Abstecher um die Insel Møn zu machen.

Vor allem wegen der Kreideklippen, als kilometerlange, senkrechte Wand steigen sie aus dem Meer, von einem Buchenwald gekrönt, der sich bis an die Abbruchkante wagt. Der Abstieg auf endlosen Treppen hinab zum Strand gleicht einer Zeitreise durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte, konserviert in der Kreide. Unten angekommen können sich die Augen dann nicht satt sehen an dem Farbendreiklang aus weißer Kreide, blauem Himmel und grünem Buchenwald. Zurück auf dem Radfernweg ist die Stadt Køge das nächste Ziel, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Aus dieser Zeit sind vor allem um den Marktplatz noch viele alte Häuser erhalten geblieben. In der Nørregade, Brogade, Vestergade und Kirkestræde, den kleinen Straßen rund um den weitläufigen Marktplatz, fallen immer wieder wunderschöne alte Fachwerkhäuser ins Auge.

Besuch bei der Kleinen Meerjungfrau

Doch nun lockt Kopenhagen, die wohl charmanteste Stadt Skandinaviens und Ziel des Radfernweges. Kopenhagen hat viel zu bieten, viel mehr als die Kleine Meerjungfrau und den Tivoli. Im Zentrum gibt sich Kopenhagen als weltstädtische Metropole, hier schlägt aber nur eines der vielen Herzen der Stadt. Was uns sofort auffällt, sind die vielen Radfahrer, mehr als ein Drittel der Pendler sollen mit dem Rad unterwegs sein, auch Anzug oder High Heels fahren in Kopenhagen Rad. Fast jede Straße hat einen Radweg oder Radstreifen und eine Grüne Welle für Radfahrer gibt es auch – davon können Autofahrer in Dänemarks Hauptstadt nur träumen.

Ungewohnt ist auch die Disziplin der Kopenhagener, jeder benutzt den Radweg und an roten Ampeln wird fast ausnahmslos gehalten. Die Stadtbesichtigung fällt viel zu kurz aus – denn für Kopenhagen braucht man mindestens zwei oder besser drei Tage. Um einige der rund 100 Museen anzuschauen, über die Einkaufsstraße Strøget zu schlendern, einen Kaffee vor der bunten Häuserzeile von Nyhavn zu trinken, die Marmorkirche und Schloss Amalienborg anzuschauen, die neue Oper zu bewundern oder dem Freistaat Christiania einen Besuch abzustatten. Es gibt viele Gründe, um wieder nach Kopenhagen zu kommen.

Christian Nowak

 

 

Deutschland: Berlin leuchtet, drinnen und draußen

Strahlenden Glanz verbreitet gegenwärtig Berlin noch mehr als sonst. Draußen leuchtet die Stadt beim Festival of Lights. Drinnen leuchten die Augen der Besucher (und Besucherinnen) bei CHICAGO, dem heißesten Musical, das der Broadway je erschaffen hat.

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Der Berliner Dom, ein bisschen verkleidet © Rasso Knoller

 

Bei der Fotoprobe CHICAGO Ð DAS MUSICAL im Stage Theater des Westens Berlin. Ab 11. Oktober kehrt der Musical-Klassiker zurŸck in das Stage Theater des Westens. Bis zum 17.01.2016 ist die Spielzeit. Hier die Szene - All that Jazz - mit Caroline Frank in der Hauptrolle. Copyright: Eventpress Radke Datum 07.10.2015

Bei der Fotoprobe CHICAGO Ð DAS MUSICAL im Stage Theater des Westens Berlin. Am 11. Oktober kehrte der Musical-Klassiker zurück in das Stage Theater des Westens. ©Eventpress Radke Datum 07.10.2015

 

 

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Weltmeister gesucht. Am Brandenburger Tor kämpfen die besten Lichtinstallateure der Wellt um den Titel. © Rasso Knoller

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CHICAGO ist das zweit-erfolgreichste Broadwaymusical aller Zeiten. Copyright: Eventpress Radke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Berlin zeigt Herz … jede Nacht am Dom. © Rasso Knoller

 

 

Deutschland/Berlin: Live at Mauerpark

Musik im Mauerpark

Einst Todesstreifen zwischen Ost und West, ist der Grünstreifen am Mauerpark heute die Spielwiese für Berliner und ihre Gäste. Am Wochenende wird der Park zu einer riesigen Freiluftbühne:  Eine Slideshow von Sven Kästner.

Deutschland: Berlin. Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke

Knoller, Künstler auf der Oberbaumbrücke in Berlin

Sonntag 6.7.2014  auf der Oberbaumbrücke.

Sommer, Sonne, bunte Farben … und gut für den Rücken ist es auch.

Zweimal im Jahr Open Air Kunst auf Berlins schönster Brücke.

 

Deutschland: Berlin für Blinde und Sehbehinderte

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Reichstagsgebäude – kontrastreiche Grafik für Sehbehinderte

Mit einem normalen Reiseführer können Blinde oder stark Sehbehinderte Berlin-Besucher nicht viel anfangen. Die Informationsfülle ist zwar riesig, aber die Schrift oft winzig klein, dass man selbst mit guten Augen manchmal so seine Schwierigkeiten hat. Das obligatorische Kapitel „Unterwegs mit Handicap“ ist eher schmal und beschränkt sich auf wenige allgemeine Infos.

Ganz anders die Webseite „Berlin für Blinde“. Sie ist ein umfangreicher Reise-, Kultur- und Freizeitführer, der Menschen, die nichts oder eingeschränkt sehen, spannende Erlebnisse beschreibt. Das Visuelle ist hier nur Nebensache, angesprochen werden dagegen alle anderen Wahrnehmungsmöglichkeiten, also Hören, Riechen, Schmecken und Anfassen. Genauso wichtig ist, dass sich auch blinde Personen selbständig bewegen können, sie also nicht auf Begleitung angewiesen sind, um ein Angebot wahrzunehmen. Deshalb gehört zu jeder beschriebenen Aktivität und Sehenswürdigkeit eine Prüfung auf selbständige Begehbarkeit und eine Wegbeschreibung für Blinde und Sehbehinderte, die vom öffentlichen Nahverkehr zum empfohlenen Ort führt.

Schaut man ins Inhaltsverzeichnis, kommt man als Erstes zu den Berliner Topzielen Alexanderplatz, Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude, Rotes Rathaus, Olympiastadion, Siegessäule, Schloss Charlottenburg, Haus der Kulturen und Jüdisches Museum.

Klickt man auf das Berliner Wahrzeichen schlechthin, das Brandenburger Tor, kann man einen kurzen Einführungstext lesen, der folgendermaßen beginnt: „Kein Gebäude Berlins ist so sehr mit der deutschen Geschichte verknüpft wie das Brandenburger Tor. Als Symbol für Freiheit, Frieden und Einheit präsentiert es die deutsche Hauptstadt in der Welt.“ Der kurze Abriss endet folgendermaßen: „Im Gefolge des Falls der Berliner Mauer vom 9. November 1989 wurde auch das Brandenburger Tor am 22. Dezember 1989 definitiv wieder geöffnet. Seitdem feiern jedes Jahr Tausende Menschen die Silvesternacht am Brandenburger Tor.“

Zweifelsohne gut gemacht, aber Ähnliches kann man vielerorts im Internet lesen. Erst die Audiodatei – von professionellen Sprechern gesprochen – bietet den entscheidenden Mehrwert für Blinde. Dieses Schema zieht sich durch die gesamte Webseite, jeder Text ist direkt mit einer Audiodatei gekoppelt.

Beim Brandenburger Tor schließt sich an die Einführung noch eine detaillierte Beschreibung des Bauwerkes an. Für sehbehinderte Besucher gibt es zusätzlich noch kontrastreiche Grafiken – beim Brandenburger Tor sind es insgesamt sechs – mit Beschreibungen. Klickt man auf eine der Grafiken, kommt man zu einer größeren Ansicht, mit Beschreibung und Audiodatei.

Abgerundet wird die Beschreibung vom Brandenburger Tor mit weiteren Vorschlägen wie dem Besuch von Hotel Adlon und Modellpark Berlin-Brandenburg oder lohnenden Restuarantbesuchen.

Beim Durchstöbern der Webseite kommt man zu einer Fülle interessanter Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, die nach den Oberbegriffen Hören, Riechen & Schmecken, Begreifen, Erleben, Schweifen, Einkaufen und Service sortiert sind.

Hier zwei der kontrastreichen Grafiken als Beispiele:

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Brandenburger Tor – Gesamtansicht

Bildbeschreibung

Das Brandenburger Tor ist 65,5 m lang, 26 m hoch und 11 m breit. Die Form ist einem antiken griechischen Tempel nachempfunden. Das Baumaterial ist Elbsandstein mit einer rauen Oberfläche. Das Tor hat 5 Durchfahrten, von denen die mittlere am breitesten ist. Das Brandenburger Tor wird scheinbar von 6 Säulen getragen, die am Fuß einen Durchmesser von 1,75 m haben. Scheinbar, weil sie nach innen mit massivem Mauerwerk verstärkt und verbunden sind. An der Innenseite dieser Mauern befinden sich Reliefs, welche über die Heldentaten des Herkules berichten.

Zu beiden Seiten des Brandenburger Tors befinden sich zwei offene Säulenhallen, die Torhäuser. Diese sind auf unserer Grafik nicht dargestellt. In den beiden Torhäusern stehen die Skulpturen des Kriegsgottes Mars und der Göttin Minerva. Das Brandenburger Tor wird gekrönt von einer 5 m hohen kupfernen Skulptur. Diese stellt die Siegesgöttin Victoria dar, die einen von 4 Pferden gezogenen Wagen lenkt, die sogenannte Quadriga.

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Brandenburger Tor – Die Quadriga

Bildbeschreibung

Das Bild zeigt die Quadriga schematisch von ihrer rechten Seite. Das lateinische Wort Quadriga heißt übersetzt Viergespann; auf dieser Darstellung ist aber nur eines der vier vor dem Wagen gespannten Pferde zu sehen. Die Proportionen des Pferdes sind lebensecht nachgebildet. Die Viktoria im Streitwagen stehend, hält die Zügel locker in der linken Hand, in der rechten Hand trägt sie eine Lanze.

Dr. Peter Müller

Deutschland: Ein Prosit mit der Berliner Weißen

Berliner Weiße

Grün oder Rot?

Im Sommer, in den zahlreichen Biergärten und Gartenrestaurants schmeckt sie natürlich besonders gut: die grün oder rötlich schimmernde Berliner Weiße, das wohl berühmteste Getränk der Stadt. Serviert wird sie in einem Gefäß, das aussieht wie ein Pokal aus Glas. Zuerst schüttet die Bedienung einen Schuss Sirup in das Glas und gießt dann den größten Teil des Bieres ein. Der Rest wird langsam nachgeschenkt, damit sich die feste weiße Schaumkrone bilden kann. Die leuchten­den Farben und den süßlichen Geschmack liefert wahlweise ein Waldmeister- oder ein Himbeersirup. Man kann das Bier aber auch pur trinken, dann schmeckt es spritzig und leicht säuerlich. Heutzutage gibt es die Weiße mit Sirup meist schon als fer­tige Mischung in der Flasche. Der Tourist, nicht unbedingt der Berliner, trinkt sie mit Hilfe eines Strohhalmes – so soll sie sich besser genießen lassen. Berliner Weiße

Eine Berliner Brauspezialität

Die Weiße wird mit Gersten- und Weizen­malzen gebraut, vom Weizen stammt auch die dunkle gelbe Farbe. Eine Besonderheit sind die Milchsäurebakterien. Sie werden mit verschiedenen obergärigen Bierhefen vergoren und verursachen so den säuer­lichen Geschmack. Der Alkoholgehalt hält sich mit knapp drei Prozent ziemlich in Grenzen.

Früher trank man die Weiße pur oder „mit Strippe“, mit einem klaren Schnaps, ent­weder einem Kümmelbranntwein oder einem Korn. „Wann die Idee mit der Sirup-Mischung aufkam, weiß man nicht so ge­nau“, sagt Frank-Jürgen Methner von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin. Wahrscheinlich irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts. Methner kennt sich aus, eine ganze Dissertation hat er über die Berliner Weiße geschrieben. Die Weiße muss damals ziemlich sauer gewesen sein. Daher mischten die Berliner Wirte dem Bier oftmals etwas Zucker hinzu – was auch den Vorteil hatte, dass es auf diese Weise schön nachgärte. Die Laubenpieper verbuddelten vor Beginn des Winters gerne einige Flaschen in ihren Gärten, wo es nachreifen und außerdem kühl und dunkel lagern konnte.

Champagner des Nordens?

Die große Zeit der Weißen ist allerdings schon länger vorbei. Ein wahres Lebenselixier für die Berliner war sie vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Hunderte von kleinen Weißbierbrauereien brauten, was das Zeug hielt, um den Durst der Bevölkerung zu löschen. „Die Bier­kutscher zogen mit ihren Wagen durch die Straßen, und die Leute füllten das Bier frisch vom Fass in ihre Tonkrüge ab“, er­zählt Methner.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging es mit der Anzahl der Weißbierbrauereien und der Trinkkultur nach und nach bergab. Was auch damit zusammenhing, dass die Ber­liner immer weniger Bier tranken bzw. auf Pilsbiere umstiegen. Heute gibt nur noch zwei Brauereien, die Berliner Weiße her­stellen, die Kindl-Schultheiss-Brauerei in Weißensee und den Berliner Bürgerbräu in Köpenick. Berliner Weiße mit Himbeer

Der Brautechniker Franz-Jürgen Methner bedauert es, dass die Brauindustrie die Berliner Weiße nicht weiter entwickelt hat. „Für den Sommer ist sie mit ihrem säuer­lichen Geschmack ein ideales Getränk“, findet er. Napoleon Bonaparte jedenfalls, der der Legende nach die Weiße bereits kannte, hat vielleicht einen Hinweis für kreative Braumeister hinterlassen. Er lobte sie nämlich als „Champagne du Nord“. Tatsächlich würde das Berliner Bier ein wenig wie Champagner schmecken, wenn es länger gelagert wird, berichtet Methner. Also wer weiß, was noch aus der Weißen wird?

Angelika Friedl

Christian Nowak: Radführer Berlin – Usedom

Der Radfernweg Berlin – Usedom beginnt mitten in der deutschen Hauptstadt und führt 337 km in Richtung Norden zur Ostsee und auf die Insel Usedom. Unterwegs gibt es viel zu entdecken: Die Sehenswürdigkeiten und Szenebezirke Berlins, historische Städte und Dörfer in der Mark Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wie Bernau, Angermünde, Prenzlau, Anklam und Ueckermünde, die noblen Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow und Zinnowitz an der Küste. Dazwischen radelt man immer wieder durch dörfliche Idylle und viel Natur. Oft geht es ohne Autoverkehr durch stille Wälder und wogende Felder und herrliche Badeseen laden zu Pausen ein. Natürlich darf auch der Werbellinsee nicht fehlen, von dem schon Fontane als Märchenplatz geschwärmt hat.

Der Radweg ist überaus beliebt, abwechslungsreich und familienfreundlich, denn viele Kilometer führt er über asphaltierte, autofreie Fahrradstraßen. Gasthöfe, Picknickplätze und Badestellen entlang des Weges verführen immer wieder zu Unterbrechungen. Uralte Stadtmauern, liebevoll ausgestattete Regionalmuseen, kleine Dorfkirchen, das bedeutendste Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik, die Marienkirche in Prenzlau und die traditionsreichen Seebäder Usedoms lassen keine Langeweile aufkommen.

Das Beste auf einen Blick
+ Acht Etappen zwischen 29 und 51 km Länge.
+ Infos zur Streckenführung und Beschaffenheit des Radweges auf jeder Etappe.
+ Eine detaillierte Karte für jede Etappe, dazu noch die wichtigsten Stadtpläne für eine schnelle Orientierung.
+ Die Highlights jeder Etappe wie Sehenswürdigkeiten, Picknickplätze, Badeseen, Museen und Gasthöfe.
+ Für jede Etappe noch ein ganz spezieller Tipp vom Autor.
+ Alles inklusive: Touristeninformationen, Bahnverbindungen, Übernachtungsmöglichkeiten.

Deutschland: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten von Berlin

1 Museumsinsel

Kunstliebhaber können sich in den fünf Museen verlieren und in einzigartige Schätze verlieben. Bringen Sie Zeit und Muße mit!

2 Zeughaus – Deutsches Historisches Museum

In »Epochenschritten« durch 2000 Jahre deutsche Geschichte, geschickt aufgeteilt für Eilige und solche, die es ganz genau wissen wollen.

3 Gendarmenmarkt

Die Berliner sind überzeugt: Einen schöneren Platz gibt es in ganz Europa nicht!

4 Brandenburger Tor

Einmal durchs Brandenburger Tor schreiten wie ein Staatsgast und dann die Fotos an die Freunde zuhause schicken – damit sie auch kommen!

5 Reichstag und Regierungsviertel

Nur noch nach Anmeldung, doch es lohnt sich: Der Aufstieg in die Gläserne Kuppel wird mit fantastischen Ausblicken – nach innen und außen – belohnt.

6 Denkmal für die ermordeten Juden Europas/Holocaust-Mahnmal

Das labyrinthische Stelenfeld bietet Anlass zum Nachdenken, der unterirdische Ort der Information liefert die historischen Zusammenhänge dazu.

7 Potsdamer Platz

Weltberühmt in den Goldenen Zwanziger Jahren, nach dem Krieg eine Brache im Schatten der Mauer und seit der Wiedervereinigung Berlins der neue Treffpunkt in der Mitte der Hauptstadt.

8 Neue Nationalgalerie

In Ludwig Mies van der Rohes »Tempel für die Kunst« gehören die unteren Räume der eigenen großartigen Sammlung des 20. Jahrhunderts. Zeitgenössische Künstler sind zeitweilig in der oberen gläsernen Halle zu Gast.

9 Berliner Mauer und Checkpoint Charlie

Die originalen Grenzanlagen sind verschwunden, aber große Fototafeln am ehemaligen Checkpoint vermitteln eindringlich die Situation im geteilten Berlin.

10 Schloss Charlottenburg

Flanieren auf den Spuren der Hohenzollernkönige durch Prunksäle, Wohnräume, Schatzkammern und den zauberhaften Schlossgarten.

 

Deutschland: Zur Berlinale nach Berlin

Ticketschalter

Berlin ist immer eine Reise wert. Selbst im Winter, wenn der Himmel grau und Wolken verhangen ist und der Wind um die Häuserecken fegt. Dann kann man sich endlich mal in Ruhe die rund 175 unterschiedlichen Museen und Sammlungen ansehen. Oder im Februar ins Kino gehen, denn dann wird Berlin zur Weltfilmhaupststadt. Zehn Tage lang flimmern rund 400 Filme über die Leinwände von 24 Kinos, wenn sich Regisseure und Schauspieler aus aller Welt bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin treffen.

Anders als in Cannes oder Venedig stehen die Kinosäle jedem Filmfan offen, schließlich ist die Berlinale mit fast einer halben Million Zuschauer jährlich das größte Publikumsfilmfestival der Welt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Zuschauer nach fast allen Vorstellungen mit den Filmemachern ins Gespräch kommen können. Die Pressekonferenzen zu den Wettbewerbsfilmen werden auf einer großen Leinwand vor dem Festivalpalast am Potsdamer Platz übertragen und mit ein bisschen Glück kann man George Clooney oder anderen Stars ein Autogramm entlocken, sie beim Abendbrot in einer der zahlreichen Berliner Restaurants antreffen oder am roten Teppich hautnah erleben.

Schlangestehen am Ticketschalter in  den Potsdamer Platz Arkaden

Karten gibt es entweder an den drei Vorverkaufsstellen in den Potsdamer Platz Arkaden, dem Kino „International“ und dem Haus der Berliner Festspiele, jeweils drei Tage im Voraus. Das ist allerdings nur etwas für Frühaufsteher und ausdauernde Schlangesteher, die ganz Harten übernachten sogar vor der Vorverkaufskasse. Einfacher ist es über das Internet. Da gibt es zudem eine kurze Inhaltsangabe des Films oder der Doku und man kann sehen, ob es überhaupt noch Karten gibt. Ist der Wunschfilm gefunden, anklicken und per Kreditkarte bezahlen, die Tickets kann man sich dann an Extra-Kassen abholen.

Das geht schneller als Anstehen, ist allerdings nicht so kommunikativ, denn viele der Filmfans schätzen den Austausch mit anderen in der Warteschlange. Wer zur Berlinale fahren möchte, sollte sich rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern, falls nicht Familie oder Freunde ein Bett anbieten. Die großen Hotels rund um den Potsdamer Platz kann man getrost von der Liste streichen, da logieren die Stars und die ausländische Presse. Da aber die 24 Kinos über die Stadt verteilt sind, findet sich garantiert eine kostengünstige Unterkunft, zum Beispiel in einem der 143 Hostels in Berlin. Oder bei Bed & Breakfast. Seit einigen Jahren gibt es die Sonder-Reihe „Berlinale goes Kiez“, in der Filme in kleinen Kinos zum Beispiel in Neukölln, Steglitz, Kreuzberg, Wilmersdorf, Charlottenburg, Weissensee und sogar in Potsdam-Babelsberg gezeigt werden. Da hat man dann nicht nur die Filme gleich um die Ecke, es gibt auch noch Lokalkolorit und sicher den einen oder anderen „Geheim“-Ausgehtipp gratis dazu.

Auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast

Filme gucken ist nicht nur anstrengend, sondern macht auch hungrig. Während der Berlinale kann man sogar beides verbinden – also nicht das Hungern, sondern Film und Essen. In der Reihe „Kulinarisches Kino“ servieren sogar Sterneköche wie Tim Raue nach der Vorführung passend zum Filmthema ein Drei-Gänge-Menü. Da empfiehlt sich eine rechtzeitige Kartenreservierung. Neu seit 2014 sind sechs Food Trucks, auf dem Festivalgelände in der Joseph-von-Eichendorff-Gasse „Essen auf die Hand“ anbieten.

Aber auch ansonsten herrscht kein Mangel an gastronomischen Angeboten in Berlin und speziell rund um den Festivalpalast, von der traditionellen Currywurst oder dem Döner bis hin zu raffinierten Delikatessen findet da jeder etwas für seinen Geschmack.

Wenn die Augen langsam viereckig werden, empfiehlt sich ein Spaziergang abseits der Kinosäle, jedoch auf den Spuren des Kino. In Berlin finden nicht nur zahlreiche nationale und internationale Fimfestivals statt, die Hauptstadt ist auch eine beliebte Filmkulisse. Von Moritz Bleibtreu bis Matt Damon waren sie schon alle da, selbst George Clooneys neuester Film „The Monuments Man“, der auf der Berlinale läuft, wurde teilweise in Berlin gedreht.

Die Filmtour startet an der Oberbaumbrücke, wo Franka Potente als Lola um ihr Leben rannte. Entlang an der East Side Gallery in Richtung Alexanderplatz und Unter den Linden geht es zu Berlins historischer Mitte, wo Tom Cruise seine „Walküre“ filmte und Helge Schneider als der „Führer“ durch den Lustgarten stolperte. Zurück geht es dann wieder durch die Karl-Marx-Allee nach Kreuzberg zur Oranienstraße, die den Hintergrund für „Goodbye Lenin“ und „Herr Lehmann“ bildeten. Auch alten DEFA-Klassikern wie „Die Legende von Paul und Paula“ und neueren Berlin-Filmen wie „Sommer vorm Balkon“ kann man in die verschiedenen Kieze folgen, wenn die sich allerdings seit den Drehtagen

ziemlich verändert haben. Mit StattReisen Berlin geht es zu verschiedenen Drehorten des Berliner „Tatort“-Duos und zur Berliner Kinogeschichte von den legendären Filmpalästen bis hin zu den heutigen Multiplexen.

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er nicht nur etwas zu erzählen, da will er auch Souvenirs mitbringen. Im Berlinale Shop in den Potsdamer Platz Arkaden gibt es vom obligatorischen Berlinale-Schal und der Umhängetasche auch Berlinale-Bären, Schlüsselanhänger, Kaffeebecher, Babystrampler und vieles mehr. Wer sich damit nicht abschleppen will, kann es auch online bestellen und sich nach Hause schicken lassen.

Regina Friedrich

Deutschland: Berlin, barrierefrei ins Grüne

Siegessäule. Visit BerlinWer mit dem Rollstuhl in die Natur möchte, dem sei der Wanderführer „Barrierefrei ins Grüne“ empfohlen. Darin sind unterschiedliche Berliner Strecken ab 2,5 Kilometern so detailliert beschrieben, dass sie problemlos nachgefahren werden können.