Deutschland/Dänemark: Mit dem Rad von Berlin nach Kopenhagen

Der Radfernweg Berlin – Kopenhagen führt durch die Mecklenburgische Seeplatte, alte Residenzstädte, die Hansestadt Rostock und über die Ostsee bis in die dänische Hauptstadt.

Wir treffen uns am Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen Berlins, früher Symbol der Teilung und des Mauerfalls, heute Touristenmagnet und Mittelpunkt der zusammengewachsenen Hauptstadt. Von hier wollen wir den Radfernweg Berlin – Kopenhagen in Angriff nehmen. Offiziell beginnt er zwar knapp zwei Kilometer weiter östlich am Schlossplatz, doch bei den rund 630 Kilometern, die vor uns liegen, fällt die kleine Abkürzung kaum ins Gewicht.

Auf den ersten Kilometern zeigt sich Berlin mit Reichstagskuppel, Regierungsviertel und Hauptbahnhof modern und weltstädtisch, doch schon bald geht es dann bis zur Stadtgrenze fast nur noch am Wasser entlang. Hohenzollernkanal, Havel, Nieder Neuendorfer See und die Oder-Havel-Wasserstraße bilden den gelungenen Auftakt dieser grün-blauen Radtour, denn bis nach Kopenhagen schlängelt sich der Radweg durch unzählige Wälder und Felder und verläuft über lange Strecken am Wasser.

Wohlwollend nehmen wir schon nach wenigen Kilometern zur Kenntnis, dass sich die Initiatoren dieses Radfernweges sehr viel Mühe mit der Streckenführung gegeben haben. Denn wir radeln fast immer auf wenig befahrenen Straßen oder sogar autofreien Wald- und Uferwegen. Und auch der Straßenbelag wird diese Woche zur Genusstour machen, denn die Reifen rollen überwiegend über makellosen Asphalt, sodass die Fahrt nach Kopenhagen selbst auf dem Rennrad kein großes Problem wäre.

Doch wir lassen uns Zeit, denn rechts und links des Weges gibt es soviel zu sehen, dass wir die Fahrt alle paar Kilometer unterbrechen könnten. In Oranienburg wartet das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg, das als Landsitz für die Frau des Großen Kurfürsten, Louise Henriette, gebaut wurde. 2009 war der historische Schlosspark Teil der Landesgartenschau, die unter dem Motto „Traumlandschaften einer Königin“ stand. Zumindest noch in diesem Jahr sind die liebevoll gestalteten Themengärten im Schlosspark zu besichtigen. Jenseits der bedrückenden Gedenkstätte Oranienburg-Sachsenhausen wird es schnell ländlich, dichte Wälder und Felder, die ihre Farbe mit der Jahreszeit von sattem Grün zu kräftigem Goldgelb ändern, aber auch Bauernhöfe, Dörfer und kleine Städte ziehen vorbei.

Ein Stück Industriegeschichte

Kurz nach Zehdenick führt der Radfernweg durch eine heute menschenleere Tonstichlandschaft, die auf den Ziegeleipark Mildenberg einstimmt. Mehr als 50 Seen, alles ehemalige und später geflutete Tontagebaue, sind entlang der Havel in eine wunderbar grüne Landschaft eingebettet. Von den 1890er Jahren ziemlich genau 100 Jahre lang war Mildenberg einer der wichtigsten Orte der Ziegelproduktion in ganz Europa. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass hier einst mehr als 5000 Menschen arbeiteten und rauchende Schlote die Luft verpesteten.

Vor allem das schnell wachsende Berlin der Gründerzeit hatte einen unersättlichen Bedarf an gebrannten Ziegeln und die kamen zum Großteil aus Mildenberg. Wichtigstes Relikt aus dieser Zeit ist der gewaltige Ringofen, der wegen seiner genialen Konstruktion ununterbrochen Tag und Nacht brennen konnte. Ab dem kleinen Ort Himmelpfort, in dem jedes Jahr ab Mitte November unzählige Briefe an den Weihnachtsmann beantwortet werden, radeln wir praktisch von See zu See, von denen viele bei schönem Wetter zum Baden einladen. Stolpsee, Röblinsee, Menowsee, Ellbogensee, Plättinsee, Gobenowsee, Woblitzsee und Zierker See bringen uns schließlich nach Neustrelitz.

Größte Sehenswürdigkeit der 1733 von den Herzögen von Mecklenburg-Strelitz gegründeten barocken Stadt ist ihr quadratischer Marktplatz, von dem sternförmig acht gerade Straßen in die Haupt- und Nebenhimmelsrichtungen abgehen. Hier steht auch das klassizistische Rathaus, das nach Plänen des Schinkelschülers Friedrich Wilhelm Buttel errichtet wurde. Auch nach Neustrelitz ist das Wasser allgegenwärtig, es sind die Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Nach einem kurzen Stück durch den Müritz Nationalpark führt ein wenige hundert Meter langer Abstecher zur Quelle der Havel, die von hier mehr als 300 Kilometer unter anderem durch Berlin und Brandenburg fließt, bevor sie bei Havelberg in die Elbe mündet.

Das Trojanische Pferd von Ankershagen

Der kleine Ort Ankershagen, im 12.Jahrhundert von Siedlern gegründet, ist ein typisches Angerdorf, hier befindet sich das weltweit einzige Heinrich-Schliemann-Museum. Auch wenn es von den Räumlichkeiten eher klein ist, zählt es doch zu den bedeutendsten Museen Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Anerkennung verdankt es in erster Linie seinem Direktor Dr. Reinhard Witte, der sich seit Jahren der Schliemann-Forschung verschrieben hat, die seiner Meinung nach noch lange nicht abgeschlossen ist. Genügend Material für viele weitere Jahre der Forschung gibt es mit Sicherheit, denn Schliemann frönte während seines ganzen Lebens einer regelrechten Sammelleidenschaft, sein Nachlass besteht unter anderem aus rund 80 000 Briefen.

Das Museum befindet sich in einem schönen Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, einst war es das Pfarrhaus von Ankershagen. Hier verbrachte Heinrich Schliemann, Sohn eines Pfarrers, acht Jahre seiner Kindheit. In seiner Autobiografie beschreibt er auch Ankershagen, den Ort seiner Jugend, die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, das Hügelgrab aus der Bronzezeit und das Ritterschloss, all das kann man auch heute noch besichtigen. Schon als Achtjähriger soll er in Ankershagen davon geträumt haben, irgendwann einmal Troja auszugraben. Vor dem Museum steht symbolträchtig ein großes hölzernes Trojanisches Pferd, in den Innenräumen fallen sofort die Nachbildungen aus dem Schatz des Priamos ins Auge.

Auf kleinen Straßen geht es nun durch Felder und kleine Dörfer an der Grenze des Nationalpark Müritz entlang bis nach Federow. Die Nationalpark-Information bietet je nach Jahreszeit Adlersafaris, Vogelstimmenführungen oder Radtouren durch das Kerngebiet des Nationalparks. Doch der Höhepunkt ist die Live-Übertragung aus einem Fischadlerhorst. Der Horst befindet sich an der Spitze eines Strommastes, eine Kamera mit Zoom- und Schwenkfunktion vermittelt hautnahe Einblicke in das Familienleben der Fischadler, ohne die Tiere beim Brutgeschäft zu stören. Im Laufe der Jahre sind so einmalige Aufnahmen auch vom Füttern der Jungtiere entstanden. Wer will, kann sich natürlich auch die Fischadler in der Natur anschauen, doch selbst mit einem guten Fernglas ist der Adlerhorst immer noch relativ klein und längst nicht so imposant wie aus der Kameraperspektive.

Über Waren, Krakow, Güstrow und Schwaan führt uns der Radweg nach Rostock und ans Meer, das wir von nun an kaum noch aus den Augen verlieren werden. Mit jedem Atemzug füllen sich die Lungen mit frischer Luft, feine Nasen können das Meer schon riechen und im Gesicht ist der Wind zu spüren. Stadtbrand und Zweiter Weltkrieg haben der Hansestadt Rostock arg zugesetzt, doch einige historische Giebelhäuser und Backsteinkirchen konnten rekonstruiert werden, auch das Rathaus am Neuen Markt und die Reste der Stadtmauer sind sehenswert.

Die Kreidefelsen von Møn – fast schöner als Rügen

Doch wir wollen schnell auf die Fähre und in knapp zwei Stunden hinüber nach Dänemark. Der Fährhafen Gedser besitzt wenig Reiz, lohnender ist der Abstecher zu den herrlichen Sandstränden von Marielyst. Die Inseln Falster und Lolland sind bretteben und wenig abwechslungsreich, deshalb entschließen wir uns, den rund 50 Kilometer langen Abstecher um die Insel Møn zu machen.

Vor allem wegen der Kreideklippen, als kilometerlange, senkrechte Wand steigen sie aus dem Meer, von einem Buchenwald gekrönt, der sich bis an die Abbruchkante wagt. Der Abstieg auf endlosen Treppen hinab zum Strand gleicht einer Zeitreise durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte, konserviert in der Kreide. Unten angekommen können sich die Augen dann nicht satt sehen an dem Farbendreiklang aus weißer Kreide, blauem Himmel und grünem Buchenwald. Zurück auf dem Radfernweg ist die Stadt Køge das nächste Ziel, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Aus dieser Zeit sind vor allem um den Marktplatz noch viele alte Häuser erhalten geblieben. In der Nørregade, Brogade, Vestergade und Kirkestræde, den kleinen Straßen rund um den weitläufigen Marktplatz, fallen immer wieder wunderschöne alte Fachwerkhäuser ins Auge.

Besuch bei der Kleinen Meerjungfrau

Doch nun lockt Kopenhagen, die wohl charmanteste Stadt Skandinaviens und Ziel des Radfernweges. Kopenhagen hat viel zu bieten, viel mehr als die Kleine Meerjungfrau und den Tivoli. Im Zentrum gibt sich Kopenhagen als weltstädtische Metropole, hier schlägt aber nur eines der vielen Herzen der Stadt. Was uns sofort auffällt, sind die vielen Radfahrer, mehr als ein Drittel der Pendler sollen mit dem Rad unterwegs sein, auch Anzug oder High Heels fahren in Kopenhagen Rad. Fast jede Straße hat einen Radweg oder Radstreifen und eine Grüne Welle für Radfahrer gibt es auch – davon können Autofahrer in Dänemarks Hauptstadt nur träumen.

Ungewohnt ist auch die Disziplin der Kopenhagener, jeder benutzt den Radweg und an roten Ampeln wird fast ausnahmslos gehalten. Die Stadtbesichtigung fällt viel zu kurz aus – denn für Kopenhagen braucht man mindestens zwei oder besser drei Tage. Um einige der rund 100 Museen anzuschauen, über die Einkaufsstraße Strøget zu schlendern, einen Kaffee vor der bunten Häuserzeile von Nyhavn zu trinken, die Marmorkirche und Schloss Amalienborg anzuschauen, die neue Oper zu bewundern oder dem Freistaat Christiania einen Besuch abzustatten. Es gibt viele Gründe, um wieder nach Kopenhagen zu kommen.

Christian Nowak

 

 

Dänemark: Winterfreuden auf Rømø

Rasso Knoller, Familie am Sønderstrand auf Rømø

Über eine Million Feriengäste kommen pro Jahr nach Rømø. Die meisten von buchen ihre Urlaub aber für den Sommer, im Winter hat man die kilometerlangen Strände ganz für sich allein.   

Spaziergänger mit Hund am Sønderstrand auf Rømø

Der Wind pfeift ums Haus. Der Regen klatscht gegen die Scheiben. Perfektes Urlaubswetter auf der dänischen Insel Rømø. So müssen wir wenigstens kein schlechtes Gewissen haben, wenn das Frühstück mal wieder etwas länger dauert – ein paar Stunden länger. Erst kurz vor der Tagesmitte räumen wir Teller und Tassen in den Geschirrspüler. Die Küche in unserem dänischen Ferienhaus ist deutlich größer als die zu Hause, das Esszimmer mit dem langen Holztisch so gemütlich, dass uns erst mal nichts in die Winterkälte hinaustreibt. „Ein offener Kamin, eine Sauna und ein gutes Fernsehprogramm – wenn sie das bekommen, sind die deutschen Feriengäste zufrieden“, sagt Bodil Glistrup Thomsen, die Tourismuschefin der Insel. Offenbar wird das alles auf Rømø geboten, denn die Gäste von jenseits der nur wenige Kilometer südlich gelegenen Grenze stellen die größte Besuchergruppe.  

Dünen bei Lakolk auf Rømø

Einen offenen Kamin hat auch unser Haus. Jetzt am Morgen knistert darin noch kein Feuer.  Am Abend aber werden wir ihn anzünden – und uns nach dem Saunagang davor kuscheln. Die Aussage der Tourismuschefin, das Fernsehprogramm betreffend,  überprüfen wir deswegen nicht – immerhin, ein schicker Apparat steht im Wohnzimmer.

Mit dem Lenkdrachen am Strand 

Am Nachmittag klart das Wetter dann doch auf, also schnell aus dem Haus und hinunter zum Strand. Der zieht sich  auf knapp 20 Kilometern an der gesamten Westküste der Insel entlang – und ist so breit, dass man im Sommer sein Auto direkt neben Sonnenschirm und -liege parken kann. Obwohl dann der Strand zu einer offiziellen Straße wird, bleibt für die Badenden genügend Platz.
Jetzt, im Winter, lässt man sein Fahrzeug ohnehin besser am Parkplatz an der Strandeinfahrt stehen. Der Regen der vergangenen Tage hat den Sand in Matsch verwandelt, und so mancher abenteuerlustige Fahrer kann seinen Strandausflug nur mit Hilfe des örtlichen Abschleppunternehmers beenden.
Die Drachensteiger sind schon da, als wir zum Strand kommen. Nicht so viele wie im Sommer,  wenn ein ganzer Strandabschnitt für sie gesperrt wird und tausende Lenkdrachenfreunde zum berühmten Drachenfestival im September nach Rømø kommen. Ein halbes Dutzend Mutige trotzen der Kälte  und werden dafür mit einer steten Brise belohnt. Lustig flattern die bunten Fluggeräte  im Winterwind. Wir aber suchen keine sportlichen Herausforderungen, belassen es bei einem Spaziergang – den Wind im Gesicht und die Nachbarinsel Sylt im Blick. Die Sonne lugt durch die Wolkenfetzen und sorgt für magische Lichterspiele.

Hundefreunde Sønderstrand auf Rømø
Ein Paar mit Labrador spaziert in der Ferne am Meer entlang. Hand in Hand, der Hund ein paar Schritte voraus. Wie in einem Scherenschnitt heben sich die Drei vom Horizont ab. Der Wind zaubert uns rote Farbe ins Gesicht und bläst die Alltagsgedanken aus dem Kopf. Das Meer bietet den Augen Auslauf, nichts, das sich ihnen in den Weg stellt. Die Wasseroberfläche wird zur Projektionsfläche der eigenen Träume. Lediglich ein Fischkutter tuckert langsam durchs Bild.

Dänischer Fisch vom deutschen Koch 

Nach zwei Stunden ist der  Wind dann doch durch die Kleidung gekrochen. Doch bevor wir ins kuschelige Ferienhaus zurückkehren, steht ein Abstecher in den Hauptort Havneby auf dem Programm. Im Sommer stehen die Feriengäste hier in langen Schlangen an der Kasse des örtlichen Lebensmittelladens, und einen Tisch im Restaurant bucht man dann lieber schon am Vortag. Ab September kehrt aber Ruhe ein, und Havneby wirkt ein bisschen wie ein Geisterort. Nur, dass hier die Häuser nicht wirklich verlassen sind – und nirgends Türen und Fenster im Wind schlagen. In Havneby ist alles nur winterfest gemacht, die Wohnungen stehen nur zeitweise leer. Im Sommer kehren die Gäste dann wie Zugvögel zu tausenden zurück. Im Winter gibt es keine Platzprobleme im Restaurant. Man sitzt mit den wenigen Einheimischen zusammen im Lokal, und weil jetzt jeder viel Zeit hat, kommt es schnell zu einem grenzüberschreitenden Dialog.

Sonnenuntergang auf Rømø
In Holms Røgeri&Restaurant serviert man den besten Fisch auf der Insel – zubereitet von einem deutschen Koch, der nach Dänemark ausgewandert ist. So jedenfalls nennt er das. Genau genommen ist er nur aus dem Nachbarlandkreis jenseits der Grenze hierher gezogen. Rund 50 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt kocht er jetzt –  in Dänemark. Nur eine halbe Stunde ist man mit dem Auto nach Deutschland unterwegs und doch sind die Unterschiede groß. Das spüren nicht nur Urlauber. Das bestätigt auch der Koch.Viel entspannter gehe es zu im Nachbarland, sagt er. Deswegen will er hier bleiben und hat für sich und seine Familie auf Rømø ein Haus gekauft. Die Tochter ist Leichtathletin und trainiert für Olympia. Irgendwann will sie da mal an den Start gehen – für Dänemark. 

Text und Bild: Rasso Knoller

Dänemark: Leuchtturm in den Dünen

Rubjerg Knude, Visit Denmark

„Warum baut man einen Leuchtturm mitten in die Sanddünen? Die Antwort auf diese Frage bekommen Urlauber in Nordjütland aus dem Munde eines „echten Vendelbos“. So nennen sich die Einheimischen im hohen Norden Dänemarks. Naturführer wie Jakob Kofoed machen mit Interessierten unter anderem Touren entlang der Küste und auf die Wanderdüne Rubjerg Knude. Sie ist noch etwa 100 Meter hoch und wandert mit hoher Geschwindigkeit weiter. Vor wenigen Jahren verschüttete sie auch den Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr unter sich. Heute ist er wieder freigelegt und bietet Material für viele Geschichten.

Rasso Knoller: Nordeuropa – Porträt einer Region

785 Nordeuropa USDänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und das weit draußen im Atlantik gelegene Island werden auch unter dem Begriff »Nordeuropa« zusammengefasst: Fünf Länder, die auf eine lange gemeinsame aber nicht immer harmonische politische Vergangenheit zurückblicken können. Ein gut ausgebautes Sozialsystem, lange Zeit vordere Plätze im PISA-Vergleich der Schulen und erfolgreiche Frauen in Politik und Wirtschaft – auf der Habenseite haben die Nordlichter vieles gemeinsam. Aber genauso groß wie die Gemeinsamkeiten sind auch die Unterschiede. Neidisch blicken die klammen Isländer auf den norwegischen Ölreichtum, kopfschüttelnd kommentieren die Schweden die dänische Alkoholpolitik, irritiert reagieren die Finnen auf die dänische Wortgewalt. Und die Rivalität zwischen Norwegen und Finnland auf der einen und Schweden auf der anderen Seite ist ohnehin legendär. Erstmals stellt Rasso Knoller  die nordischen Fünf gemeinsam vor.

Dänemark: Zum Eurovision Song Contest nach Kopenhagen

Vom 6. bis 10. Mai 2014 findet in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen der Eurovision Song Contest statt.  Die gelungene Mischung aus Prachtbauten und Einkaufstraßen lädt zu einem abwechslungsreiche nStadtbummel ein.

Der beste Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang ist der Rathausplatz, denn hier schlägt das Herz der dänischen Hauptstadt. Der gut 100 Jahre, alte, imposante Klinkerbau des Rathauses ist das beherrschende Gebäude und besitzt eine starke Ähnlichkeit mit dem Palazzo Publico im toskanischen Siena. Über dem Eingang wacht die vergoldete Statue von Bischof Absalon mit Schwert und Bischofsstab über die von ihm 1167 gegründete Stadt.

Auf dem Dach sind weitere Figuren zu sehen, die die Nachtwächter der Stadt darstellen. Wer ein wenig Kondition besitzt, kann den höchsten Turm der Stadt erklimmen und nach 300 Stufen einen schönen Blick über Kopenhagen und den nahen Øresund genießen. Neben dem Rathaus stehen auf der einen Seite auf einer schlanken Säule zwei Lurenbläser und richten ihre Instrumente gen Himmel, auf der anderen sitzt der Märchendichter Hans Christian Andersen in Bronze gegossen. Seine Knie sind von den vielen Kindern, die darauf für ein Erinnerungsfoto Platz genommen haben, schon ganz blank gescheuert.

Alle lieben den Tivoli

Nur paar Schritte über die Straße befindet sich der Eingang zum Tivoli, neben der Kleinen Meerjungfrau das bekannteste Wahrzeichen Kopenhagens. Bei seiner Eröffnung 1843 lag der Tivoli noch außerhalb der Stadt, heute bildet er eine grüne Insel inmitten der dänischen Hauptstadt. Karussell, Achterbahn und Riesenrad, feine Restaurants, gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Popcorn und die feine Michaelsen Schokolade, das ist die Tivoli-Mischung, die immer noch die Besucher begeistert.

Platz ist knapp im Tivoli, jeder Quadratmeter ist kostbar. Während über den Köpfen die Achterbahn rumpelnd durch die Kurven saust, lutschen die Besucher auf den Parkbänken seelenruhig ihr Softeis. Danach geht’s ins verrückte Spiegellabyrinth, auf den fliegenden Teppich, zum Drachen, zur Galeere und zu den wilden Schwänen. Gleichzeitig spielt im Promenadenpavillon das Symphonieorchester klassische Musik und auf der chinesischen Pfauenbühne treibt Pierrot seine Späße. Den Auftritt des stummen weißen Dieners gibt es schon seit der Eröffnung des Parks.

Anfangs war er eine Notlösung, denn der König hatte jede politische Äußerung im Theater verboten, gegen ein Pantomimentheater hatte er aber nichts einzuwenden. Den ersten Pierrot hat der Schauspieler Volkertsen jahrzehntelang mit Hingabe gespielt. Nach seinem Abgang bekam er gegenüber der Bühne ein Denkmal gesetzt. Von dem schaut er mit seinem rot geschminkten Mund, dem weißen Gesicht und den schwarzen Knopfaugen den Besuchern auf den Kopf. Wer sich vergnügt, möchte auch gut essen, kein Problem im Tivoli, denn die Auswahl ist so groß, dass die Entscheidung schwer fällt. Das Angebot reicht von den Nobelrestaurants „Balkonen“ und „Divan“ bis zur kleinen Waffelbäckerei.

Auf dem Strøget

Nach dem Tivoli geht es zum Strøget – zum Strich, doch diesen Straßennamen gibt es auf keinem Stadtplan. Die belebteste Einkaufsmeile der Stadt beginnt am Rathausplatz als Frederiksberggade, geht dann in Nygade, Vimmelskaftet, Amagertorv und Østergade über und endet schließlich am Kongens Nytorv.

Die Frederiksberggade ist der jüngste Teil vom Strøget. Weil hier bei einem Großfeuer 1728 die meisten der alten Häuser den Flammen zum Opfer fielen, wurden beim Wideraufbau die verwinkelten Straßen begradigt und verbreitert. Deshalb führt die Frederiksberggade heute geradlinig bis zum Gammeltorv und Nytorv. Ein Stück weiter liegt auf der linken Seite der Gråbrødretorv, der schönste und lebendigste Platz Kopenhagens. Hier haben die Franziskaner im 13. Jahrhundert ihr erstes Kloster gebaut. Wegen ihrer grauen Kutten wurden sie “Graue Brüder” genannt, was dem Platz seinen Namen gab. Mitten auf dem Platz und in den schön renovierten Bürgerhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert gibt es zahlreiche Restaurants und Kneipen, in denen häufig Livemusik gespielt wird.

-DK, Kopenhagen, Rathausplatz, Lurenbläser

Durch den Kringlegangen, vorbei an der Helligåndskirke, ist man vom Platz der Grauen Brüder schnell wieder in Höhe des Amagertorv auf dem Strøget. Der Amagertorv ist kein abgeschlossener, gemütlicher Platz, eher nur eine Ausbuchtung des Strøget, die gut an dem Storchenbrunnen zu erkennen ist. Wer genau hinschaut, erkennt zwar keine Störche sondern Reiher, die mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Brunnen sitzen, doch für die Kopenhagener ist es seit jeher der Storchenbrunnen. Hier haben die Straßenkünstler ihre Bühne und liegen einige der besten Shoppingadressen.

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Illums Kaufhaus, Jensens Silberschmiede, edle Boutiquen und Larsens Tabakhandel sind die Aushängeschilder. Auch Royal Copenhagen ist hier zu finden. Die Erzeugnisse der Königlichen Porzellanmanufaktur werden im Mathias Hansens Gård, einem der ältesten Häuser der Stadt mit prächtiger Fassade und Stufengiebel angeboten. Mit schmalem Geldbeutel bleibt der Besuch im obersten Stockwerk, im Café Royal Copenhagen, das Kaffee und Kuchen auf königlichem Porzellan serviert. Links zweigt vom Amagertorv die Købmagergade, eine weitere Einkaufsmeile, und rechts der Højbro Plads, mit Blick auf Slotsholmen mit Schloss Christiansborg, ab.

Auf Slotsholmen, der Schlossinsel, protzt Kopenhagen mit seiner Geschichte. Sie ist die Keimzelle der Stadt und bildet seit rund 1000 Jahren auch das Zentrum der Macht. Von Bischof Absalons Burg bis Schloss Christiansborg spannt sich der historische Bogen. In den Kellern des mächtigen, vierflügeligen Schlosses mit seinem 90 Meter hohen Turm und der Fassade aus Bornholmer Granit sind noch die 900 Jahre alten Mauern der ersten Burg zu besichtigen, die Bischof Absalon an dieser Stelle errichten ließ.

Heute drängen sich auf Slotsholmen auf engstem Raum das Parlament, die Ministerien, das oberste Gericht, die Empfangssäle der Königin, die Königliche Bibliothek sowie einige Museen. Der Strøget endet schließlich am Kongens Nytorv, dem neuen Markt des Königs. Zentrum des größten Platzes der Innenstadt ist das Reiterstandbild König Christian V., der im 17. Jahrhundert den Nytorv zum Mittelpunkt der schnell wachsenden Stadt machte.

Im Laufe der Jahrhunderte entstanden um den Platz mehrere repräsentative Palais: Schloss Charlottenborg im holländischen Barockstil, Det Kongelige Teater, das ehrwürdige Kaufhaus Magasin du Nord und die Nobelherberge Hotel d’Angleterre. Vor dem neoklassizistischen Bau des Königlichen Theaters sind Statuen von Adam Oehlenschläger, dem Autor der dänischen Nationalhymne und vom norwegischen Komödiendichter Ludvig Holberg zu sehen.

Von Nyhavn nach Frederiksstaden

Vom Kongens Nytorv ist schon der kurze Nyhavn Kanal zu sehen, den ebenfalls König Christian V. in Auftrag gegeben hat, da er einen Stichkanal zu seinem neuen Königlichen Markt wünschte.

Seit dem 18. und 19. Jahrhundert sind beide Seiten des Kanals von bunten Giebelhäusern gesäumt. Die nostalgischen Holzsegelschiffe am Kai runden das Bild ab und machen Nyhavn zu einem der beliebtesten Fotomotive Kopenhagens. Auf der Sonnenseite des Kanals reiht sich Kneipe an Kneipe, wetteifern die Restaurants, um die Gunst der Touristen, die in Scharen kommen. Nichts deutet mehr darauf hin, dass Nyhavn zu Zeiten Hans Christian Andersens, der einst in den Häusern Nr. 18 und 67 wohnte, ein zwielichtiger Rotlichtbezirk war, ein Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt, die in dunklen Hafenkneipen und Bordellen ihre Heuer durchbrachten.

Nördlich von Nyhavn beginnt der Stadtteil Frederiksstaden, der seinen Namen und sein Aussehen König Frederik V. verdankt, der sich mit zahlreichen Prachtbauten ein Denkmal gesetzt hat. Das ganze Viertel entstand nach Plänen des damaligen Hofbaumeisters Nicolai Eigtved, die rechtwinklig angelegten Straßen, die Rokoko Fassaden, die Marmorkirche und Schloss Amalienborg wurden von ihm entworfen. Mit ihrer mächtigen Kuppel ist die Marmorkirche – deren offizieller Name Friedrichskirche ist – eines der markantesten Bauwerke Kopenhagens.

Der 1740 begonnene Bau sollte ursprünglich sogar den Petersdom in Rom übertreffen und aus edlem norwegischem Marmor gebaut werden. Doch das Projekt war so nicht zu finanzieren, erst durch die Gelder des Industriellen C.F. Tietgen konnte die Bauruine 1894 schließlich fertig gestellt werden – aus Kostengründen wurde dabei allerdings nicht Marmor sondern Kalkstein verwendet. Mit einem Kuppeldurchmesser von 33 Metern zählt sie aber trotzdem noch zu den größten Kirchen in Europa.

© Christian Nowak, Dänemark, Kopenhagen, Schloss Amalienborg

Der Monumentalbau bildet den Abschluss einer vom Hafen über Schloss Amalienborg verlaufenden Ost-West-Achse und sollte den Mitte des 18. Jahrhunderts neu angelegten Stadtteil Frederiksstaden krönen. Die Amaliegade, gesäumt von typischen Eigtved-Häusern, führt zum Schloss Amalienborg, der Residenz des dänischen Königshauses seit 1794. In der Mitte des Schlossplatzes sitzt König Frederik auf seinem bronzenen Pferd und blickt stolz auf die Marmorkirche mit ihrer grüngoldenen Kuppel. Der achteckige Schlossplatz wird von vier Rokoko-Gebäuden – Palais Schack, Palais Brockdorff, Palais Levetzau und Palais Moltke – begrenzt, in denen heute die königliche Familie residiert.

Wenn Königin Margrete II. zu Hause ist, weht der Dannebrog über ihrem Domizil. Ihr zu Ehren wird dann auch der große Wachwechsel zelebriert, eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen die dänische Monarchie sich prunkvoll gibt, sonst bevorzugt die Königin eher ein volkstümliches Auftreten. Vom Schlossplatz sind es nur wenige Schritte zum Wasser, wo sich ein schöner Blick auf die neue Kopenhagener Oper im Stadtteil Christianshavn bietet. Die Fakten des 2005 eröffneten Opernhauses sind beeindruckend: 14 Stockwerke, davon fünf unterirdisch, sechs Bühnen, Platz für 1400 Zuschauer und eine supermoderne Bühnentechnik.

Das Geld, immerhin umgerechnet rund 335 Millionen Euro, hat der Großreeder und Milliardär McKinney Møller spendiert, den Entwurf des kühnen Hauses Stararchitekt Henning Larsen gemacht. Unverwechselbares Erkennungszeichen der Oper ist das weit in Richtung von Schloss Amalienborg überstehende Dach. Die Kopenhagener sind über das Geschenk begeistert, besitzen sie nun endlich, wie Finnland, Schweden und Norwegen eine repräsentative Nationaloper.

Klein-Amsterdam

Nicht nur die neue Oper lohnt einen Besuch in Christianshavn. Der gesamte Stadtteil ist vom Wasser umgeben, wie Finger drängen sich die Kanäle zwischen die Häuser. Liebevoll restaurierte Packhäuser und moderne Neubauten mit viel Glas ergeben eine sehenswerte Mischung. Alte Holzsegler und moderne Segelboote und Yachten lassen den Spitznamen Klein-Amsterdam durchaus zutreffend erscheinen. Das höchste Bauwerk in Christianshavn ist der Turm der Erlöserkirche.

Das Besondere an dem Turm ist seine außen liegende Wendeltreppe, die mit zunehmender Höhe immer schmaler wird und die sich bis unter die vergoldete Weltkugel mit der Christusfigur in 90 Metern Höhe schraubt. Schwindelfreiheit vorausgesetzt genießen Besucher bei gutem Wetter einen fantastischen Ausblick auf die Stadt. Nach einer Legende soll der Erbauer, Laurids de Thurah, Selbstmord begangen haben und vom Turm gesprungen sein, als er realisierte, dass die Treppe statt im Uhrzeigersinn gegen diesen verlief. Doch de Thurah starb friedlich in seinem Bett – arm und vergessen. Der filigrane Barockaltar in der Kirche stammt von dem Schweden Nicodemus Tessin dem Jüngeren.

Christian Nowak

Dänemark: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen

1 Rundetårn

Über den stufenlosen, 209 Meter langen Wendelgang den Rundturm besteigen und den Blick über die Stadt schweifen lassen.

2 Christiansborg Slot

In diesem Schloss tagt das dänische Parlament, und hier empfängt die Königin ihre Gäste. Die prächtigen Empfangsräume dürfen besucht werden.

3 Nyhavn

Auf der lebendigen Promenade des »Neuhafens« lässt sich der Tag in einem der vielen Restaurants wunderbar ausklingen.

4 Hafenrundfahrt

Mit dem Wasserbus die am Hafen gelegenen Sehenswürdigkeiten entdecken und das Stadtpanorama während der Bootsfahrt genießen.

5 Amalienborg Slot und Wachablösung

Am Wohnort der königlichen Familie findet jeden Tag um 12 Uhr die Wachablösung statt.

6 Kleine Meerjungfrau

Die bronzene Figur von Edvard Eriksen ist das Wahrzeichen der Stadt.

7 Tivoli

Der traditionsreiche Freizeitpark liegt mitten in der Stadt.

8 Nationalmuseet

Die Ausstellungen zur Geschichte Dänemarks sind außergewöhnlich präsentiert; die ethnografische Sammlung lässt sogar Museumsmuffel staunen.

9 Ny Carlsberg Glyptotek

Eine der bedeutendsten Sammlungen antiker Kunst in einem herrlichen Ambiente: Das Museum zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens.

10 Statens Museum for Kunst

Beeindruckendes Zusammenspiel von historischem Gebäude und modernem Anbau: Die Nationalgalerie präsentiert die Meister dänischer Malkunst.

 

 

Dänemark: Der Freistaat Christiania in Kopenhagen

Christiania ist das Kontrastprogramm zu Kopenhagens Königsschlössern und zur Kleinen Meerjungfrau.

Seit den 1970er Jahren ist der Freistaat Christiania auf einem ehemaligen Kasernengelände ein Sammelbecken alternativer Lebensformen. In dem autofreien Stadtteil ohne Hausnummern und Straßennamen leben knapp 1000 Menschen. Jeder kennt jeden und Spitznamen oder Vornamen genügen für ein Miteinander. Die staatliche Autorität lehnen sie vehement ab, leben nach eigenen Gesetzen und Vorstellungen – und haben deshalb permanent Ärger mit dem Staat.

Aber auch ein Freistaat kommt nicht ohne ein paar klare Regeln aus: Keine harten Drogen, keine Waffen und keine Gewalt. Bis alle Christianitter die Notwendigkeit dieser einfachen Regeln verinnerlicht hatten, mussten sie viel Lehrgeld zahlen. Meistens ging es um Haschisch, eines der Reizthemen zwischen Staat und Freistaat. Mittlerweile toleriert die Polizei zwar den Verkauf von Hasch in Christiania, aber legalisiert ist der Handel deshalb noch lange nicht. Durch die Pusherstreet ziehen die unverwechselbaren, würzigen Rauchschwaden und in den kleinen Buden werden die braunen Tafeln wie Schokolade verkauft.

Doch das Gleichgewicht ist äußerst labil und so ganz traut man dem Frieden nicht. Mittlerweile ist auch der Freistaat ziemlich zahm geworden und ein Bummel durch Christiania ist fester Bestandteil für viele Kopenhagenbesucher. An Wochenenden überschwemmen manchmal ganze Busladungen das ehemalige Kasernengelände, dann fühlen sich die Bewohner wie im Zoo und müssen ihre Mischung aus dörflichem und alternativem Leben von unzähligen Videokameras und Fotoapparaten ablichten lassen.

Denn Christiania ist immer noch exotisch und ein Anachronismus zum Rest Dänemarks mit seinen perfekt getrimmten Vorgärten. In Christiania wird man von grellen Graffitis und chaotischer Unordnung und ziemlich viel rostendem Schrott empfangen. Doch schon allein wegen der phantasievollen Häuser, die jede Norm sprengen, lohnt sich der Besuch.

Christian Nowak

Picus Lesereisen: Trolle, Schnee und Saunakult

Picus Lesereisen Trolle, Schnee und SaunakultWenn bereits zwei Menschen am selben Seeufer Einheimische von Überbevölkerung sprechen lassen, wenn in der gesunden Sauna Würstchen am heißen Stein vor sich hin brutzeln und das eine oder andere kühle Bier dazu getrunken wird, und wenn erwachsene Männer mit Hingabe debattieren können, wo genau nun der Weihnachtsmann herkommt, dann ist es unübersehbar: Die Skandinavier haben ihre eigenen Sitten. Dieser Sonderband stellt eine Auswahl von Texten aus den erfolgreichen Bänden der Reihe Picus Lesereisen zu den Lebensgewohnheiten, Traditionen und Naturschönheiten Dänemarks, Finnlands, Norwegens und Schwedens dar. Sie entführen nicht nur in einsame Hütten oder zu Abenteuern unter freiem Himmel, sondern auch mitten hinein in den Trubel von mitternächtlichen Shoppingtouren und zu einem mittelalterlichen Wikingermarkt. Dabei lernt man die wundersamen Besonderheiten der Finnen kennen, erfährt, warum in Schweden alle »duktig« sind, staunt über die Fortschrittlichkeit der norwegischen Königsfamilie und ergründet das Geheimnis, warum das dänische Hotdog einfach am besten schmeckt. Mit Beiträgen von: Rasso Knoller, Nina Freydag, Franz Lerchenmüller, Barbara Schaefer und Helge Sobik.

Lesereise: Kulinarium Skandinavien

1038Kulinarische Wagnisse und ausgefallene Spezialitäten wie »lutefisk« oder »surströmming« stehen mitunter auf dem Speiseplan der skandinavischen Küche, aber auch Köstlichkeiten wie »smørrebrød« oder Meeresfrüchte aller Art. Die Autorinnen und Autoren des Sammelbands begeben sich auf Entdeckungsreise und erzählen nicht nur von den Erfolgen der schwedischen Kochnationalmannschaft und von dem dänischen Klassiker »Dyrlægens Natmad«, sondern auch von skandinavischen Alkoholbräuchen und der allgegenwärtigen Tasse Kaffee. Begeben Sie sich auf eine abenteuerliche, vielfältige Reise durch das kulinarische Skandinavien! Mit Beiträgen von Anne Helene Bubenzer, Barbara Denscher, Nina Freydag, Gabriele Haefs, Rasso Knoller, Franz Lerchenmüller, Barbara Schaefer und Helge Sobik.

Dänemark: Farbenfroh und friedlich – Bornholm im Spätsommer

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Allein das Licht lohnt die Reise. Wer Bornholm, Dänemarks kleine Insel vor der südschwedischen Küste, noch nicht im Spätsommer erlebt hat, kann sich von Pete Hunner dazu inspirieren lassen: „Eine Wiese aus frischem Grün, auf die ein Sonnenstrahl fällt, der seinen Weg durch das dunkle Blaugrau des Himmels gefunden hat, die Sonnenuntergänge mit ihren kühlen und feuriger Farben.“ Jeden Tag aufs Neue gerät der Glasbläser über das Zusammenspiel von Landschaft, Meer und Licht ins Schwärmen. Mit seiner Frau Maibritt Friis Jönsson fängt er dieses Licht ein.

Bornholm 1Die kleinen Kunstwerke, die bei Baltic Sea Glass entstehen – Vasen, Schalen in Muschelform, Weingläser und grüne, blaue, weiße Schnapsgläser – werden in Glasvitrinen ausgestellt. In ihnen spiegelt sich der Hintergrund: Wiesen, Felsen und das weite Meer. „Das brillante Licht, der Himmel und das ewig wechselnde Wetter, die Uferfelsen und ihre Reflexionen im Meer“, das sind die unerschöpflichen Zutaten, aus denen das Glasgläserpaar seine Inspiration bezieht. Und wenn die Sonne untergegangen ist und die Glasbläserei geschlossen wird, stellt Pete Hunner das Schild mit dem Wort „Feuerabend“ auf. Was Urlauber für ein geniales Wortspiel halten, ist ein Versehen: Als er das Schild malte, hielt der Glasbläser die Beschriftung für die korrekte deutsche Übersetzung.

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Ein halbes Dutzend Glaspuster

Es gibt auf der Insel noch ein halbes Dutzend weitere Glaspuster, wie Glasbläser auf Dänisch heißen. Die Werkstatt im Fachwerkstädtchen Gudhjem beispielsweise nennt sich Glasrøgeri, weil sie in einer ehemaligen Heringsräucherei untergebracht ist. Früher säumten die Ufer der Insel unzählige dieser Fischräuchereien, heute arbeiten nur noch ein paar von ihnen. Sie sind schon von weitem an ihren Kaminen zu erkennen, die wie eckige, auf dem Kopf stehende Trichter aussehen. Wenn geräuchert wird, stehen weiße Rauchsäulen über den Kaminen, und es riecht würzig nach Erlenholz.

Mit Wasser, das sie über die brennenden Holzscheite gießen, und mit nassen Lappen, die sie mit Hilfe von Stangen über das Feuer halten, sorgen die Mitarbeiter in den Räuchereien für eine gleichmäßige Rauchentwicklung. Dreieinhalb Stunden dauert es, bis sich die silbern glänzenden Heringe, zum Räuchern paarweise an den Kiemen verhakt und aufgehängt, zu goldgelben Bücklingen verwandelt haben – eine Delikatesse! Am besten schmecken die „Bornholmer“, wie sie genannt werden, warm, mit grobkörnigem Salz bestreut.

10-014=DK-0272Auch auf Bildern von Oluf Høst, des berühmtesten Bornholmer Malers, sind die charakteristischen Räucherkamine zu finden. Der Maler war Meister darin, das Bornholmer Licht einzufangen, seine Bilder sind von glühender Farbigkeit. Viele hängen in seinem Haus in Gudhjem, wo er mit seiner Familie von 1929 bis zu seinem Tod 1966 wohnte. Heute gehört es als Museum zu den größten Touristenattraktionen der Insel. In Høsts Atelier im ersten Stock sieht es so aus, als sei er eben erst für ein paar Minuten aus dem Raum gegangen: Hat er die Palette nicht gerade beiseitegelegt, das Bild auf der Staffelei betrachtet und dann gedankenverloren das Zimmer verlassen?

Maler vom Licht inspiriert

Schon vor hundert Jahren hat das magische Licht auf Bornholm, das vor allem an der Ostküste von besonderer Intensität ist, zahlreiche Maler vom dänischen Festland auf die Insel gelockt. Die Kustoden im schneeweißen und mit zahlreichen Exponaten dänischer Künstler gespickten Bornholms Kunstmuseum hören es gar nicht gerne, dass diese Landschaftsmaler unter der Rubrik „Bornholmer Schule“ zusammengefasst werden. Ihnen wäre „Bornholmer Inspiration“ lieber. Dieser Begriff wäre auch treffender. Die Maler, die sich heute vom Licht der Insel Bornholm inspirieren lassen, stellen meist in ihrer eigenen Galerie aus. Es ist ganz selbstverständlich, dass man ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen darf. Den Glasbläsern natürlich auch, den vielen Bornholmer Keramikern, den Schokoladenherstellern, den Bonbonkochern, den Lakritzmachern.

Einen guten Überblick über die Bornholmer Kunsthandwerker vermittelt Grønbechs Gård. Das Ausstellungshaus des Verbandes für Kunst und Kunsthandwerk auf Bornholm trennt die Spreu vom Weizen. Im umgebauten, 200 Jahre alten prächtiger Kaufmannshof im Städtchen Hasle an der Westküste werden nur Künstler vorgestellt, die den hohen Qualitätsansprüchen des Verbandes entsprechen. Wer einem etwas abkaufen will, muss sein Atelier oder seine Werkstatt aufsuchen.

Die einzige Serpentine Dänemarks

Bornholm ist so klein – 40 Kilometer in der Länge, 30 in der Breite -, dass Auto fahrende Besucher schnell an ihrem Ziel sind. Radfahrer haben es da schwerer, denn abgesehen vom Wind, der – gefühlt – immer von vorne kommt, ist Bornholm kein plattes Land. An der Ostküste schlängelt sich sogar die einzige Serpentine Dänemarks von Gudhjem hinauf auf die Hauptstraße. Dennoch ist Bornholm eine beliebte Fahrradinsel. Die 230 Kilometer Radwege sind ausgezeichnet beschildert. Die meisten liegen weit vom Verkehr entfernt und führen zum Teil auf alten Eisenbahntrassen quer durch die Insel durch Felder und Wälder. Nicht umsonst trägt jedes zweite Auto auf der Fähre „Povl Anker“ von Sassnitz nach Bornholm Fahrräder auf dem Dach.

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Ob als Auto- oder als Radfahrer: Immer wieder kommen Inselbesucher an einem der Wahrzeichen Bornholms vorbei, an einer der vier mittelalterlichen Rundkirchen. Unumstritten ist, dass sie als Wehrkirchen genutzt wurden. Aber wurden sie einst zu diesem Zweck errichtet? Der deutsche Schriftsteller Hans Henny Jahnn („Fluss ohne Ufer“), der lange auf Bornholm 11der Insel lebte, hält die Kirchen für heidnischen Ursprungs – „vorgeschichtliche Bauten, die in die christliche Geschichte eingegangen sind“. Das Licht auf Bornholm hat ihn zu der Überzeugung gebracht, dass die Rundkirchen ursprünglich Sonnentempel waren. Der Unterraum war danach der Wintersonne geweiht, der Oberraum der Sommersonne. Wer erlebt, wie die Frühlingssonne durch das schwere Gemäuer dringt und die Mittelsäulen der Rundkirchen mit ihrer erstaunlich frisch wirkenden Freskobemalung in Szene setzt, ist vielleicht geneigt, dem Schriftsteller zu folgen.

Horst Schwartz

 

Färöer: Ein ganzes Jahr in einer Stunde

Eine Geschichte von Schönheit, Leidenschaft und außerirdischem Zauber

Mit der Liebe geht es manchmal schnell. Besonders dann, wenn sich einer der Partner von Anfang an richtig ins Zeug legt. Mit allem aufwartet, was er zu bieten hat, und allen Emotionen freien Lauf lässt. So viel Leidenschaft lässt sich nur schwer widerstehen.

Bei mir hat es nur eine Stunde gedauert, dann war ich ihr verfallen – oder ihnen. Denn eigentlich waren es gleich mehrere. Genauer gesagt 18! So viele Inseln gehören zu den Färöern, dem einsamen Land im Nordatlantik. J.R. Tolkien, der angeblich auch färöisch gesprochen haben soll, hätte an der wilden Landschaft seine Freude gehabt, und wenn Peter Jackson, der Regisseur von „Der Herr der Ringe“, die Färöer gekannt hätte, hätte er seinen Film sicher hier und nicht in Neuseeland gedreht.

Als ich an einem Märztag auf dem Flughafen der Insel Vágar lande, begrüßen mich die Färöer mit  Sonnenschein, nur um mir von da an im schnellen Wechsel Regen, Schnee und  Hagel zu bieten – alles, was das Wetter in seinem Spektrum vorsieht; ein Jahr im Schnelldurchlauf.

Schon in den ersten Stunden meiner neuen Affäre treibt mich meine Liebhaberin zur Ekstase, bietet sich mir in ihrer ganzen Schönheit dar und entlockt mir immer neue Komplimente. Mit ständig wachsender Begeisterung steuere ich meinen Mietwagen über die leeren Straßen der Inseln. Ich bin auf dem Weg nach Gásadalur, einem Ort fast am Ende der Welt. Erst seit einigen Jahren, seit man einen Tunnel aus dem Berg gesprengt hat, kann man ihn auf der Straße erreichen. Früher mussten die Bewohner auf einem Bergpfad über zwei Stunden ins Nachbardorf wandern, und noch im 19. Jahrhundert wurden sogar die Toten auf diesem Weg zum Friedhof gebracht.

Ich aber komme ganz entspannt in Gásadalur an, spaziere hinaus zu einem Aussichtspunkt und blicke hinüber nach Mykines. Meine Liebhaberin versteht sich auf das Spiel der Verlockung, geizt nicht mit ihren Reizen. Mykines, die angebliche schönste der färöischen Inseln, liegt vor mir im Nordatlantischen Meer. Im Sommer sind ihre Vogelkolonien beliebte Ziele für die Touristen, jetzt im Frühjahr verhindern Stürme die Überfahrt und mir bleibt nichts als der sehnsuchtsvolle Blick hinüber zu den schroffen grünen Berghängen und den vier Vogelfelsen, die nur ein paar hundert Meter von der Hauptinsel entfernt liegen. Der erste Fels liegt wie eine Schildkröte im Wasser, daneben steckt ein riesiges, vielleicht einhundert Meter hohes Schwert, dann ragt eine Sprungschanze aus dem Meer und gleich daneben ein überdimensionierter Stab, den vermutlich irgendein Riese vor langer Zeit in den Meeresgrund gerammt hat. Da wird mir klar – ganz von dieser Welt sind die Färöer nicht. Sie haben die Macht, ihre Besucher zu verzaubern.

Rasso Knoller

Dänemark: Mehr als Strand und Meer

8-078=DK-0139Die Küste Westjütlands begeistert Strandliebhaber und Aktivurlauber gleichermaßen.

Lothar Ebeling steht der Schweiß ebenso auf der Stirn wie seinen Zuschauern. Angelockt durch den intensiven Fruchtgeruch, der aus seinem Laden dringt, schauen alle gebannt zu, wie seine echten dänischen Bolcher entstehen. Wenn der Kessel mit dem Zucker brodelt, gießt er die klebrige Masse auf ein großes Blech und mischt sie mit Farbe und Aroma. In eine Ecke kippt er etwas Blau, in die andere Rot und Gelb und mischt alles durch. Aus der noch warmen Masse formen Walzen einen fingerdicken Strang, der anschließend in Bonbongröße zerteilt wird. Das Geschmackserlebnis der noch warmen Bonbons ist unglaublich intensiv und fruchtig. Ein Jammer, dass sie nach dem Abkühlen nur noch halb so gut schmecken. Die meisten Sommerurlauber kommen natürlich wegen der Strände nach Westjütland, die der Region den Titel Badewanne der Nation eingebracht haben. Doch die Nordseeküste hat nicht nur kilometerlange Strände für Sonnenhungrige zu bieten, auch sonst ist für Abwechslung gesorgt. Die Bolcheri von Lothar Ebeling in dem kleinen Ferienort Vejers Strand ist für die Süßigkeiten liebenden Dänen natürlich ein Highlight, aber auch für jede Art von Aktivurlaub ist Westjütland ideal.

Von Rømø bis Kap Grenen

Die Auswahl an Stränden ist so groß, dass wohl jeder hier seinen ganz persönlichen Traumstrand findet. Der südliche Teil der dänischen Westküste, gleich hinter der deutschen Grenze, ist noch geprägt von Wattenmeer und Marschland. Hier sind Sandstrände eher selten, mit Ausnahme der vorgelagerten Inseln Rømø und Fanø, die jeden Strandliebhaber in Begeisterung versetzen. Kilometerlang, mehrere hundert Meter breit, feindandig und nie überfüllt, den beiden Inseln kann man bedenkenlos das Gütesiegel Traumstrand verleihen. Von Esbjerg bis zum Kap Grenen, an der äußersten Nordspitze Dänemarks, begeistert dann auch die Nordseeküste mit fast lückenlosen Sandstränden. Meistens schließen sich noch weitläufige Dünengürtel an, die zu den schönsten und urwüchsigsten Naturlandschaften des Landes zählen. In dieser weitläufigen Dünenlandschaft liegen häufig die schönsten Ferienhäuser versteckt. Auch die Klitplantagen, in jahrzehntelanger, mühsamer Arbeit aufgeforstete Grüngürtel, die das Land vor dem ständig wehenden Westwind schützen sollen, bilden schöne Naturoasen.

Kein Ferienhaus gleicht dem anderen

Abends wartet dann ein gemütliches Ferienhaus, das sich in eine Dünenmulde kauert und von dem nur das reetgedeckte Dach zu sehen ist. Selbst wer in einer der vielen Ferienhaussiedlungen entlang der Küste wohnt, bekommt nie das Gefühl der Enge, denn der eigene Garten gehört für die Dänen einfach zum Ferienhausurlaub dazu. Da auch im Sommer der Wind an der Nordseeküste häufig etwas kräftiger bläst, finden Windsurfer hier ein ideales Revier. Hvide Sande, auf dem schmalen Streifen Land zwischen Nordsee und Ringkøbing Fjord, hat sich wegen seiner idealen Lage zu einem Mekka der Windsurfer entwickelt. Hier finden alle auf engstem Raum das ideale Revier. High-Speed-Surfer bevorzugen das offene Meer, während Anfänger lieber auf dem zahmeren Ringkøbing Fjord ihre ersten Stehversuche machen.

Leckerer Fisch und bunte Drachen

Hvide Sande ist aber auch ein Eldorado für Berufsfischer, Sport- und Freizeitangler. Eine salzige Briese von der Nordsee, der Geruch von frischem Fisch und ein Spritzer Hafenstimmung, das ist die Atmosphäre der Fischerstadt Hvide Sande. Angeln kann man hier direkt vom Strand aus, von den Molen oder von einem der Fischkutter, die jeden Tag Touristen mit aufs offene Meer nehmen. Frühaufsteher können sich direkt bei den einlaufenden Kuttern mit frischem Fisch versorgen oder sich eine der Fischauktionen anschauen. Wer nicht selber kochen möchte, findet im Gourmetrestaurant Slusen der Familie Simmelkjaer erstklassige Fischgerichte, die von der französischen Küche inspiriert sind.

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Eine Spezialität von Hanne Simmelkjaer ist die gefüllte Seezunge, die nirgends frischer und besser schmeckt. Überall bieten sich Möglichkeiten für einen aktiven Urlaub, man kann stundenlang am Wasser entlang joggen oder mit dem Fahrrad auf kleinen Wegen die Küste erkunden. Auch die gut 100 Kilometer lange Runde um den Ringköbing Fjord bietet viel Abwechslung, schöne alte Häuser in Ringköbing, das Naturschutzgebiet Tipperne, den kleinen Fluss Stjern Å und natürlich immer wieder die Aussicht Fjord, Meer und Dünen. Speedfreaks finden vielleicht eher Gefallen an den Strandseglern oder Kitebuggys, die mit atemberaubender Geschwindigkeit über Rømøs Strände sausen. Freuen sich die Radfahrer meist nicht über den Wind, kann er für die Lenkdrachenbesitzer gar nicht stark genug blasen.

Profis und Enthusiasten treffen sich zum größten Drachenfestival Europas auf der Insel Fanø. Bei dieser Traditionsveranstaltung lassen jedes Jahr bis zu 5000 Teilnehmer am endlos weiten Strand der Insel ihre Fantasiegebilde steigen. Wenn neben einer kräftigen Brise noch der Himmel tiefblau ist, kommen auch die Zuschauer bei dem Spektakel auf ihre Kosten. Wer den Termin im Juni auf Fanø verpasst hat, kann am ersten Septemberwochenende der Insel Rømø einen Besuch abstatten, denn auch beim dortigen Drachenfestival sieht man viele imponierende und unglaublich phantasievolle Drachen am Himmel.

Christian Nowak