Deutschland: Brandenburg für alle. Barrierefrei reisen

Zeuthen 06.06.2016 Fotos : YORCK MAECKE TMB Barrierefrei auf dem Boot.

Foto : Yorck Maecke, TMB Barrierefrei auf dem Hausboot

 

 

 

 

Ausgabe 2017des Magazins  für barrierefreies Reisen in Brandenburg erschienen

Neu in der diesjährigen Ausgabe, die jetzt im sechsten Jahr in Folg erschienen ist, sind Erlebnisberichte von Gästen, die den barrierefreien und für jedermann erreichbaren Ausflugszielen der einzelnen Reiseregionen Brandenburgs vorangestellt wurden. So berichtet der stark sehbehinderte Berliner Yannick von seiner Tour mit einem Oldtimer-Tandem und dem SUP-Board in Potsdam. Und die Rollstuhlfahrerin Judyta Smykowski beschreibt ihr unvergessliches Gefühl von Freiheit, als sie im Sommer das barrierefreie Hausboot Febomobil 990 von Kuhnle-Tours über die Gewässer des Dahme-Seenlandes steuerte. Aktuell nimmt das Heft auch Bezug auf das Lutherjahr 2017. So kann man sich beispielsweise in Jüterbog barrierefrei auf die Spuren der Reformation begeben. Pfarrer Bernhard Gutsche von der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai gibt in dem Heft und bei einem Besuch lebendige Einblicke in die außergewöhnlichen Geschehnisse jener Zeit.
Insgesamt werden auf rund 100 Seiten ausgewählte Angebote für Rollstuhlnutzer, Gäste mit Seheinschränkungen, für gehörlose Menschen und Besucher mit Lernschwierigkeiten sowie Infos für Allergiker für einen erlebnisreichen Ausflug oder einen entspannten Urlaub im Bundesland Brandenburg und in der angrenzenden Mecklenburgischen Seenplatte präsentiert.
Noch mehr barrierefreie Urlaubsangebote – insgesamt über 800 – sind detailliert beschrieben im Internetportal www.barrierefrei-brandenburg.de. Hier kann die Broschüre auch als barrierefreies pdf kostenlos heruntergeladen werden, das auch für Leser mit Sehbehinderung gut geeignet ist. Ebenso ist die Broschüre auch kostenlos bei der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH erhältlich. Telefon: 0331 – 200 47 47. Darüber hinaus wird das Spezial-Magazin ab März bundesweit über den Zeitschriftenhandel  zum Preis von 2,80 Euro vertrieben.

Deutschland: Katalog – Reiseziele für Menschen mit Körperbehinderung

k1024_titelbildUrlaub mit dem Rollstuhl – kein Problem: neue und bewährte Reiseziele für Menschen mit Körperbehinderung stellt der  Bundesverbandes  Selbsthilfe Körperbehinderter in seinem kostenlosen Katalog „BSK-Urlaubsziele 2017“ vor. In diesem Katalog werden betreute Gruppenreisen sowie eine große Auswahl an Individualreisen in Deutschland, Europa und Übersee angeboten.
Der aktuelle Katalog kann gegen Zusendung eines adressierten und mit € 1,45 frankierten DIN A4-Rückumschlag angefordert werden beim: BSK e.V., Reiseservice, Altkrautheimer Straße 20, 74238 Krautheim . Weitere Infos auch unter www.reisen-ohne-barrieren.eu oder telefonisch: 06294 428150.

Viele weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserer Rubrik Barrierefrei Reisen

Deutschland/Dänemark: Mit dem Rad von Berlin nach Kopenhagen

Der Radfernweg Berlin – Kopenhagen führt durch die Mecklenburgische Seeplatte, alte Residenzstädte, die Hansestadt Rostock und über die Ostsee bis in die dänische Hauptstadt.

Wir treffen uns am Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen Berlins, früher Symbol der Teilung und des Mauerfalls, heute Touristenmagnet und Mittelpunkt der zusammengewachsenen Hauptstadt. Von hier wollen wir den Radfernweg Berlin – Kopenhagen in Angriff nehmen. Offiziell beginnt er zwar knapp zwei Kilometer weiter östlich am Schlossplatz, doch bei den rund 630 Kilometern, die vor uns liegen, fällt die kleine Abkürzung kaum ins Gewicht.

Auf den ersten Kilometern zeigt sich Berlin mit Reichstagskuppel, Regierungsviertel und Hauptbahnhof modern und weltstädtisch, doch schon bald geht es dann bis zur Stadtgrenze fast nur noch am Wasser entlang. Hohenzollernkanal, Havel, Nieder Neuendorfer See und die Oder-Havel-Wasserstraße bilden den gelungenen Auftakt dieser grün-blauen Radtour, denn bis nach Kopenhagen schlängelt sich der Radweg durch unzählige Wälder und Felder und verläuft über lange Strecken am Wasser.

Wohlwollend nehmen wir schon nach wenigen Kilometern zur Kenntnis, dass sich die Initiatoren dieses Radfernweges sehr viel Mühe mit der Streckenführung gegeben haben. Denn wir radeln fast immer auf wenig befahrenen Straßen oder sogar autofreien Wald- und Uferwegen. Und auch der Straßenbelag wird diese Woche zur Genusstour machen, denn die Reifen rollen überwiegend über makellosen Asphalt, sodass die Fahrt nach Kopenhagen selbst auf dem Rennrad kein großes Problem wäre.

Doch wir lassen uns Zeit, denn rechts und links des Weges gibt es soviel zu sehen, dass wir die Fahrt alle paar Kilometer unterbrechen könnten. In Oranienburg wartet das älteste Barockschloss der Mark Brandenburg, das als Landsitz für die Frau des Großen Kurfürsten, Louise Henriette, gebaut wurde. 2009 war der historische Schlosspark Teil der Landesgartenschau, die unter dem Motto „Traumlandschaften einer Königin“ stand. Zumindest noch in diesem Jahr sind die liebevoll gestalteten Themengärten im Schlosspark zu besichtigen. Jenseits der bedrückenden Gedenkstätte Oranienburg-Sachsenhausen wird es schnell ländlich, dichte Wälder und Felder, die ihre Farbe mit der Jahreszeit von sattem Grün zu kräftigem Goldgelb ändern, aber auch Bauernhöfe, Dörfer und kleine Städte ziehen vorbei.

Ein Stück Industriegeschichte

Kurz nach Zehdenick führt der Radfernweg durch eine heute menschenleere Tonstichlandschaft, die auf den Ziegeleipark Mildenberg einstimmt. Mehr als 50 Seen, alles ehemalige und später geflutete Tontagebaue, sind entlang der Havel in eine wunderbar grüne Landschaft eingebettet. Von den 1890er Jahren ziemlich genau 100 Jahre lang war Mildenberg einer der wichtigsten Orte der Ziegelproduktion in ganz Europa. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass hier einst mehr als 5000 Menschen arbeiteten und rauchende Schlote die Luft verpesteten.

Vor allem das schnell wachsende Berlin der Gründerzeit hatte einen unersättlichen Bedarf an gebrannten Ziegeln und die kamen zum Großteil aus Mildenberg. Wichtigstes Relikt aus dieser Zeit ist der gewaltige Ringofen, der wegen seiner genialen Konstruktion ununterbrochen Tag und Nacht brennen konnte. Ab dem kleinen Ort Himmelpfort, in dem jedes Jahr ab Mitte November unzählige Briefe an den Weihnachtsmann beantwortet werden, radeln wir praktisch von See zu See, von denen viele bei schönem Wetter zum Baden einladen. Stolpsee, Röblinsee, Menowsee, Ellbogensee, Plättinsee, Gobenowsee, Woblitzsee und Zierker See bringen uns schließlich nach Neustrelitz.

Größte Sehenswürdigkeit der 1733 von den Herzögen von Mecklenburg-Strelitz gegründeten barocken Stadt ist ihr quadratischer Marktplatz, von dem sternförmig acht gerade Straßen in die Haupt- und Nebenhimmelsrichtungen abgehen. Hier steht auch das klassizistische Rathaus, das nach Plänen des Schinkelschülers Friedrich Wilhelm Buttel errichtet wurde. Auch nach Neustrelitz ist das Wasser allgegenwärtig, es sind die Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Nach einem kurzen Stück durch den Müritz Nationalpark führt ein wenige hundert Meter langer Abstecher zur Quelle der Havel, die von hier mehr als 300 Kilometer unter anderem durch Berlin und Brandenburg fließt, bevor sie bei Havelberg in die Elbe mündet.

Das Trojanische Pferd von Ankershagen

Der kleine Ort Ankershagen, im 12.Jahrhundert von Siedlern gegründet, ist ein typisches Angerdorf, hier befindet sich das weltweit einzige Heinrich-Schliemann-Museum. Auch wenn es von den Räumlichkeiten eher klein ist, zählt es doch zu den bedeutendsten Museen Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Anerkennung verdankt es in erster Linie seinem Direktor Dr. Reinhard Witte, der sich seit Jahren der Schliemann-Forschung verschrieben hat, die seiner Meinung nach noch lange nicht abgeschlossen ist. Genügend Material für viele weitere Jahre der Forschung gibt es mit Sicherheit, denn Schliemann frönte während seines ganzen Lebens einer regelrechten Sammelleidenschaft, sein Nachlass besteht unter anderem aus rund 80 000 Briefen.

Das Museum befindet sich in einem schönen Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, einst war es das Pfarrhaus von Ankershagen. Hier verbrachte Heinrich Schliemann, Sohn eines Pfarrers, acht Jahre seiner Kindheit. In seiner Autobiografie beschreibt er auch Ankershagen, den Ort seiner Jugend, die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, das Hügelgrab aus der Bronzezeit und das Ritterschloss, all das kann man auch heute noch besichtigen. Schon als Achtjähriger soll er in Ankershagen davon geträumt haben, irgendwann einmal Troja auszugraben. Vor dem Museum steht symbolträchtig ein großes hölzernes Trojanisches Pferd, in den Innenräumen fallen sofort die Nachbildungen aus dem Schatz des Priamos ins Auge.

Auf kleinen Straßen geht es nun durch Felder und kleine Dörfer an der Grenze des Nationalpark Müritz entlang bis nach Federow. Die Nationalpark-Information bietet je nach Jahreszeit Adlersafaris, Vogelstimmenführungen oder Radtouren durch das Kerngebiet des Nationalparks. Doch der Höhepunkt ist die Live-Übertragung aus einem Fischadlerhorst. Der Horst befindet sich an der Spitze eines Strommastes, eine Kamera mit Zoom- und Schwenkfunktion vermittelt hautnahe Einblicke in das Familienleben der Fischadler, ohne die Tiere beim Brutgeschäft zu stören. Im Laufe der Jahre sind so einmalige Aufnahmen auch vom Füttern der Jungtiere entstanden. Wer will, kann sich natürlich auch die Fischadler in der Natur anschauen, doch selbst mit einem guten Fernglas ist der Adlerhorst immer noch relativ klein und längst nicht so imposant wie aus der Kameraperspektive.

Über Waren, Krakow, Güstrow und Schwaan führt uns der Radweg nach Rostock und ans Meer, das wir von nun an kaum noch aus den Augen verlieren werden. Mit jedem Atemzug füllen sich die Lungen mit frischer Luft, feine Nasen können das Meer schon riechen und im Gesicht ist der Wind zu spüren. Stadtbrand und Zweiter Weltkrieg haben der Hansestadt Rostock arg zugesetzt, doch einige historische Giebelhäuser und Backsteinkirchen konnten rekonstruiert werden, auch das Rathaus am Neuen Markt und die Reste der Stadtmauer sind sehenswert.

Die Kreidefelsen von Møn – fast schöner als Rügen

Doch wir wollen schnell auf die Fähre und in knapp zwei Stunden hinüber nach Dänemark. Der Fährhafen Gedser besitzt wenig Reiz, lohnender ist der Abstecher zu den herrlichen Sandstränden von Marielyst. Die Inseln Falster und Lolland sind bretteben und wenig abwechslungsreich, deshalb entschließen wir uns, den rund 50 Kilometer langen Abstecher um die Insel Møn zu machen.

Vor allem wegen der Kreideklippen, als kilometerlange, senkrechte Wand steigen sie aus dem Meer, von einem Buchenwald gekrönt, der sich bis an die Abbruchkante wagt. Der Abstieg auf endlosen Treppen hinab zum Strand gleicht einer Zeitreise durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte, konserviert in der Kreide. Unten angekommen können sich die Augen dann nicht satt sehen an dem Farbendreiklang aus weißer Kreide, blauem Himmel und grünem Buchenwald. Zurück auf dem Radfernweg ist die Stadt Køge das nächste Ziel, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Aus dieser Zeit sind vor allem um den Marktplatz noch viele alte Häuser erhalten geblieben. In der Nørregade, Brogade, Vestergade und Kirkestræde, den kleinen Straßen rund um den weitläufigen Marktplatz, fallen immer wieder wunderschöne alte Fachwerkhäuser ins Auge.

Besuch bei der Kleinen Meerjungfrau

Doch nun lockt Kopenhagen, die wohl charmanteste Stadt Skandinaviens und Ziel des Radfernweges. Kopenhagen hat viel zu bieten, viel mehr als die Kleine Meerjungfrau und den Tivoli. Im Zentrum gibt sich Kopenhagen als weltstädtische Metropole, hier schlägt aber nur eines der vielen Herzen der Stadt. Was uns sofort auffällt, sind die vielen Radfahrer, mehr als ein Drittel der Pendler sollen mit dem Rad unterwegs sein, auch Anzug oder High Heels fahren in Kopenhagen Rad. Fast jede Straße hat einen Radweg oder Radstreifen und eine Grüne Welle für Radfahrer gibt es auch – davon können Autofahrer in Dänemarks Hauptstadt nur träumen.

Ungewohnt ist auch die Disziplin der Kopenhagener, jeder benutzt den Radweg und an roten Ampeln wird fast ausnahmslos gehalten. Die Stadtbesichtigung fällt viel zu kurz aus – denn für Kopenhagen braucht man mindestens zwei oder besser drei Tage. Um einige der rund 100 Museen anzuschauen, über die Einkaufsstraße Strøget zu schlendern, einen Kaffee vor der bunten Häuserzeile von Nyhavn zu trinken, die Marmorkirche und Schloss Amalienborg anzuschauen, die neue Oper zu bewundern oder dem Freistaat Christiania einen Besuch abzustatten. Es gibt viele Gründe, um wieder nach Kopenhagen zu kommen.

Christian Nowak

 

 

Deutschland: Floating Houses in Kröslin

Auf schwimmenden Häusern den etwas anderen Urlaub verbringen

Die Floating-Houses befinden sich im Krösliner See an der Marina Kröslin in Vorpommern und können als komfortable Ferienhäuser gemietet werden. Vom Rande des Yachthafens blickt man über die reizvolle Bodden-Landschaft des Peenestroms, auf den Greifswalder Bodden und über die Inseln Usedom und Rügen. Und auch bis zur Ostsee ist es nicht weit. Der nächste Sandstrand im benachbarten Fischerort Freest ist nur ca. 2 km entfernt. Man kann in der Saison aber auch direkt vom Krösliner Hafen aus mit einer kleinen Fähre zur Insel Usedom übersetzen – dort warten dann über 40 km feiner Ostseestrand sowie die Seebäder mit ihren Seebrücken.

Mit einem Urlaub auf den schwimmenden Häusern schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie verbinden das besondere Urlaubsgefühl auf dem Wasser mit den Annehmlichkeiten eines komfortablen Ferienhauses. Fest verankert liegen die zweistöckigen Ferienhäuser am Rande des Krösliner Yachthafens. Von hier aus genießen Gäste einen Blick auf die vielen Boote, das angrenzende Naturschutzgebiet und können von der oberen Etage zur Insel Rügen und Usedom blicken. In der Comfort-Variante des Ferienhaustyps finden bis zu vier Personen Platz.

Im oberen Deck befinden sich wahlweise ein Schlafzimmer mit Doppelbett und eine offene Galerie oder zwei Schlafzimmer. Zudem verfügen die Floating-Houses über ein großzügiges Badezimmer im oberen Deck. Weitere schwimmende Ferienhäuser gibt es in Barth, vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gelegen, und in Krummin auf der Insel Usedom. Wer doch mal ablegen möchte in Kröslin, mietet sich ein Boot und fährt auf Erkundungstour im Greifswalder Bodden oder unternimmt eine Radtour etwa von Kröslin in den beschaulichen Fischerort Freest.

 

Deutschland: Bierhotel Gut Riedelsbach

K1024_Bierbottich

Hopfen und Malz, Wasser und Hefe – gar köstliche Biere werden daraus gebraut. Was innerlich gut mundet, das tut auch Körper und Seele gut, ist Bernhard Sitter fest überzeugt. Der Wirt betreibt mit seiner Familie das erste Bier-Wohlfühlhotel Deutschlands: das Gut Riedelsbach, bei Neureichenau im Bayerischen Wald.

Gut für den Stoffwechsel

Bernhard Sitter setzt als Biersommelier nicht nur bei seinen kulinarischen Köstlichkeiten auf die Grundstoffe des bayerischen Nationalgetränks. „Das Bier besteht zu 90 Prozent aus Wasser, dazu mengen sich Hopfen, Malz und Hefe. Diese Mischung fördert die Blutgerinnung, kann Herz- Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und begünstigt den Stoffwechsel“, ist der Hotelier überzeugt. Selbst-verständlich werden diese Gaben bei ihm bereits bei der Vorbereitung für Sauna und Co. eingesetzt. Ein Peeling aus getrocknetem Biertreber, Sesamöl und Meer-salz reinigt und pflegt die Haut. Bereits auf dem Weg zum großzügig angelegten Sauna- und Wohlfühlbereich riecht es nach frisch geschlagenem Holz, vermischt mit dem Duft frisch gebrauten Bieres, getrocknetem Hopfen und süßlichem Malz.

K1024_Frauenkopf mit Hopfen Wohlf++hltag

Hopfendolden und Biosauna

„Der Hopfen vor einigen Jahren zur Arzneimittelpflanze des Jahres 2007 gewählt. Warum sollte ich nicht gerade auf unsere heimischen Produkte zurückgreifen“, zeigt der begeisterte Bierkenner auf. So ist es kein Wunder, dass in der Biosauna die getrockneten Hopfendolden über dem Kocher ein herb-fruchtiges Aroma verbreiten.

Relaxen im Bierbottich

Als absolute Spezialität bei den Gästen gelten die fünf B´s. Sie prangen als Insigni-en für Bernhards Bayerisches Bierbottich Bad über der Tür zum „Körper-Sudhaus“. Mitten im Raum steht ein großer ovaler Holzbottich. Stefanie Sitter, Tochter des Hauses und Herrin der Sauna, überprüft die Temperatur im Zuber, in dem man gemütlich zu zweit Platz hat. Den rund 400 Liter Wasser fügt sie mehrere Zusätze hinzu und natürlich das Wichtigste: selbstgebrautes Schwarzbier! Der im Zuber zirkulierende heiße Luftsprudel sorgt für ein angenehm prickelndes Gefühl. Nach zwanzig Minuten im Bierbottich ist Schluss. Fünfzehn Minuten heißt es noch intensiv nachschwitzen. Die Poren werden gereinigt und der Körper entschlackt.

Kuhhörndlmassage

K1024_KuhHerndlSind die Muskeln gelockert, ist die Kuhhörndlmassage ein Hochgenuss. Das Wort Wellness hat Sitter allerdings aus seinem Wortschatz verbannt. „So wird doch fast alles nur noch genannt. Bei mir im Haus gibt es niemanden, der seine Massagetechniken nur an einem Wochenende gelernt hat. Wir arbeiten hier mit einer Fachpraxis zusammen, “ erläutert Sitter seine Qualitätsvorstellungen.
Bierbrandtrüffel und Schokoladenbier

Auf das äußerliche Verwöhnprogramm folgt „die Liebe durch den Magen. Selbst gebackenes Bierteberbrot mit Bierrahmsuppe, Leberkäscarpaccio, Bierlikör und gebackene Bierbrandtrüffel machen die Wahl zur Qual. Zu den außergewöhnli-chen Schmankerln empfiehlt der Biersommelier natürlich die passenden Sorten, wie belgisches Kirsch-, Honig- oder doppeltes Schokoladenbier. Wer dann Lust auf mehr bekommen hat, kann sich bei Sitters Bierverköstigungen erst so richtig in die hohe Kunst des Bierbrauens und –geniessens einführen lassen, inklusive Führung durch Deutschlands größtes Brauerei-Kulturmuseum, das ebenfalls zu Sitters Reich gehört.

Petra Keidel-Landsee

 

Deutschland: Tastmodelle im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Hessisches Landesmuseum Darmstadt ©Steffen Harms2014

Hessisches Landesmuseum Darmstadt ©Steffen Harms

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt ist auch für blinde und seheingeschränkte Besucher ein Museum mit allen Sinnen. Mit Hilfe von tastbaren Reliefs, die in den Rundgang integriert sind, ist das Museum auch für sie erfahrbar. Als eines der ersten Museen in Deutschland ermöglicht das Hessische Landesmuseum Darmstadt (HLMD) dieser Zielgruppe den barrierefreien Besuch einer Dauerausstellung und unterstützt damit eine selbständige Auseinandersetzung mit den Kunstwerken. Die Tastbilder stellen für blinde und seheingeschränkte Besucher ein besonderes und individuelles Kunsterlebnis dar, da sie zur haptischen Erfahrung einladen. Mit Hilfe von modernster Technik werden zweidimensionale Bildinformationen aus Gemälden in die Dreidimensionalität übersetzt. Von ausgewählten Kunstwerken, darunter Anselm Feuerbachs „Iphigenie“ und Max Pechsteins „Bildnis in Rot“ entstanden zunächst handgefertigte Reliefs, die später auf ein geeignetes Material übertragen wurden.

Bildnis in Rot

Bildnis in Rot

Für jede Übersetzung eines Kunstwerks in ein Tastmodell wurde eine individuelle Lösung gefunden, je nach Form und Inhalt des Originals. Der auf die Tastmodelle abgestimmte multimediale Audio-Guide liefert hierzu unterstützende Bildbeschreibungen. Das HLMD hat in enger Kooperation mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Darmstadt und der Berufsfachschule Holz-Elfenbein in Michelstadt sechs Tastmodelle entwickelt. Blinde und seheingeschränkte Testpersonen waren intensiv daran beteiligt.

 

Bildhinweis: Bildnis in Rot in der Interpretation der Berufsfachschule für das Holz und Elfenbein verarbeitende Handwerk

Deutschland: Golfen mit Kati Wilhelm im Weimarer Land

 

K1024_Golfresort_09Johann Wolfgang von Goethe hätte wohl seine helle Freude gehabt am satten Grün. Der Dichterfürst durchstreifte gerne die Wiesen und Wälder auf seinem Weg zu Charlotte von Stein. Auf seinen Spuren kann man vor allem in der Kulturstadt Weimar streifen. Ob Goethes Gartenhaus, sein Faible für den Gingko-Baum oder auch das Museum in seinem Stadthaus: Ein Stadtrundgang führt auf die Spuren des großen Dichters, dem zusammen mit seinem „Kollegen“ Friedrich Schiller vor dem Deutschen Theater ein Denkmal gesetzt worden ist.

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Das Spa&Golf-Resort

Wandeln auf den Wegen Goethes kann man auch rund um die Stadt, im Weimarer Land. Etwa auf dem 28 Kilometer langen Wanderweg bis nach Großkochberg. Hier hatte seine Gönnerin Charlotte von Stein ein Häuschen.
Der Weg führt am Lindenstädtchen Blankenhain vorbei. Zu einer Pause inmitten der grünen Landschaft bietet sich dort das Spa&Golf-Resort Weimarer Land, ehe es auf gemütlichen Strecken weiter geht nach Großkochberg. Wer Glück hat, trifft hier auch die erfolgreiche Biathletin und Olympia-Siegerin Kati Wilhelm. Die Frau mit dem markanten roten Haarschopf, den sie sich übrigens noch immer in Bad Mergentheim „verpassen“ lässt, ist eine begeisterte Golferin und seit kurzem auch die Botschafterin des Hotels.

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Kati Wilhelm: Golf statt Biathlon

Nach dem Rückzug aus dem Spitzensport, der ihr zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen bescherte, hat sie sich in ihrer thüringischen Heimat eine neue Existenz aufgebaut: Mit dem eigenen Lokal „Heimatlon“ in ihrer Heimatstadt Steinbach-Hallenberg. Hier steht sie gern hinter dem Tresen, hat die Loipe mit dem Ausschank getauscht. Die zweifache Mutter ist aber nach wie vor dem Sport verbunden. Ob als Expertin in Sachen Biathlon oder selbst als Golferin. Zum Gewehr greift sich schon lange nicht mehr. Dafür immer öfter zu Holz und Eisen auf dem Grün.
„Golf ist bei vielen Biathleten sehr populär“, erzählt die 39-jährige Medaillengewinnerin von Parallelen beider Sportarten. Ein ruhiges Händchen und ein gutes Auge sind beiden wichtig. „Eines ist klar: Wenn man glaubt, man kann’s, geht es garantiert schief“, sagt sie mit einem entwaffnenden Lächeln. Kati Wilhelm hat bereits in ihrer aktiven Zeit als Leistungssportlerin die Platzreife gemacht. Die eine oder andere Runde hat sie schon auf den 36 Golfspielbahnen des Spa & Golf-Resort“ Weimarer Land gespielt, während ihre beiden Kinder Lotta und Jakob eher den Spielplatz vorgezogen haben.
Eingebettet in das satte Grün der Landschaft und unter dem strahlend blauen Himmel liegt der alte Gutshof ruhig und beschaulich. Zwei gepflegte Golfplätze umspielen die Fachwerkhäuser.

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Stimmig bis ins Detail

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Putten auf dem Grün

Das 4-Sterne-Superior Lindner Spa&Golf Hotel Weimarer Land, 15 Kilometer außerhalb der Kulturstadt Weimar gelegen, bietet als größte Golfanlage Mitteldeutschlands besondere Erlebnisse für alle Freunde des weißen Sports. Übrigens lassen sich die Goethe- und Feininger-Course kombinieren. Die „Essenz aus beiden“, wie Golfmanager Thomas Mönch sagt, wird zu einer weiteren Runde, dem Bobby-Jones-Champion-Course. Und wer sich noch nicht vom Virus des Golfens hat infizieren lassen, kann dies im Golfresort jeden Sonntag unter fachkundiger Anleitung nachholen. Von 14 bis 15 Uhr ist kostenloses Schnuppergolfen angesagt.
Im 12. Jahrhundert als Hof Krakau erstmals urkundlich erwähnt, hat Inhaber Matthias Grafe vor einigen Jahren das Gut und 160 Hektar Land erworben und mit viel Liebe fürs historische Detail in ein modernes Haus umbauen lassen, das keine Wünsche der Gäste offen lässt. Die viereckige Anordnung des Gutshofs ist geblieben und bietet in der Mitte Platz für einen großen gepflasterten Innenhof. In den Räumen wurden sogar Hölzer aus alten Scheunen oder Fachwerkhäusern der Umgebung verbaut. Die Lobby und der großzügige Bar- und Restaurantbereich sorgen mit warmen Brauntönen für Gemütlichkeit. „Es sollte ein Refugium werden, gastfreundlich und stilvoll, in dem sich Familienurlaub, Golfen und Entspannen wunderbar ergänzen und harmonisch miteinander verbinden“, sagt Grafe über seine Vision. Die ursprüngliche Atmosphäre des alten Gutshofs lebt wieder auf mit Hotel- und Spa-Bereich Lindentherme. Sie verdankt ihren Name übrigens des zahlreichen Linden in der Region, und auch bei einigen Anwendungen stand der Baum Pate. Der 2500 Quadratmeter große Spa-Bereich bietet neben Sauna, Pools und Kosmetikbehandlungen übrigens auch spezielle Arrangements für Golfer.
Auch Familien mit Kindern fühlen sich im Resort mit dem Rabbitclub sehr wohl. Nicht nur wegen des Betreuungsprogramms und des riesigen Indoorspielplatzes, der die Herzen der Kleinen höher schlagen lässt. Großzügige Familienzimmer sind in einem separaten Gebäude untergebracht – mit direktem Zugang zum Außenpool und der großen Liegewiese des Resorts. Während Papa gerade an Loch 1 abschlägt, können ihn die Kinder im Wasser plantschend zuschauen oder auf der Wiese eine kühle Limonade trinken.

Text und Fotos: Diana Seufert

Deutschland/Bernkastel: 76 Oechsle, 160 Weine und 365 Kilometer Wanderweg

Bernkastel vom Kueser Ufer aus © Rasso Knoller

Bernkastel vom Kueser Ufer aus © Rasso Knoller

Martin Kerpen ist zufrieden. „Das wird ein richtig guter Qualitätswein“, sagt der 56-jährige Winzer aus Bernkastel-Wehlen an der Mosel. 76 Oechsle hat er gerade mit dem Refraktometer gemessen. In Oechsle gibt man das Mostgewicht des Traubenmostes an und die 76 auf der Skala ist ein durchaus ordentlicher Wert. Zu erwarten war das nicht unbedingt, denn die Essigfliege hatte den Trauben zugesetzt und auf vielen Anbauflächen Ertrag und Qualität gemindert. Nicht so bei Kerpen.

Winzer Martin Kerpen prüft den Oechslegrad © Rasso Knoller

Winzer Martin Kerpen prüft den Oechslegrad © Rasso Knoller

„2014 wird trotz alledem ein ganz ordentlicher Jahrgang“, ist der Winzer überzeugt. Freilich hat man oben am Berg bei der Lese viel zu tun und muss die fauligen Reben per Hand wegschneiden. Handlese ist in den Lagen der Mosel aber ohnehin die Regel. Erntemaschinen, die bei den Reben nicht zwischen gut und schlecht unterscheiden können, sind hier überfordert. Viel zu steil sind die Hänge für sie.

Weinlese mit Hund © Rasso Knoller

Weinlese mit Hund © Rasso Knoller

Die vielen kleinen Winzer aktivieren deswegen zur Lese Freunde und Bekannte, die größeren, wie Kerpen, heuern zusätzlich Arbeiter aus Rumänien an. „In den Steillagen ist die Arbeit sogar leichter“, verrät einer von ihnen. Denn so müsse man sich nicht ständig zu den Reben hinunterbücken.

Blick auf die Mosel, © Rasso Knoller

Blick auf die Mosel, © Rasso Knoller

Weg mit Aussicht
Für die Touristen haben die steilen Hänge einen ganz anderen Vorteil. Wer auf dem Moselsteig durch die Weinberge wandert, der genießt fast dauernd einen Panoramablick hinab auf den Fluss. 365 Kilometer ist der Weg lang. Wer gut zu Fuß ist, schafft ihn an 24 Tagen. Doch wer hier unterwegs ist, muss kein Marathonmann sein, denn selbstverständlich kann man auch jede Tagesetappe für sich bewältigen. Eine besonders schöne Tour führt von Bernkastel-Kues nach Traben-Trarbach. Wobei es vom Wanderer etwas Überwindung verlangt, damit er überhaupt losmarschiert. Bernkastel ist nämlich einer der schönsten Orte an der Mosel, die Altstadt mit ihren vielen Weinlokalen und den windschiefen Häusern scheint direkt einer Puppenstubenwelt entnommen.

Stadtführer Jürgen Kettern © R. Knoller

Stadtführer Jürgen Kettern © R. Knoller

Nach vorne geneigt sind die Hausfassaden aber nicht etwa, weil Architekt und Baumeister zu tief ins Glas geschaut haben, sondern weil sie so dem Steuerrecht der früheren Tage trotzten. Der Fiskus berechnete damals die Abgabe nämlich nach der Grundfläche, wer sein Häuschen also mit Überhang baute, konnte so den ein oder anderen steuerfreien Quadratmeter schinden. Das erzählt Stadtführer Jürgen Kettern, der die Gäste in alter Tracht durch die Stadt begleitet.
Gesund durch Wein
Er weiß auch vom Doctor Wein zu berichten, der seinen Namen daher hat, weil der ortsansässige Kurfürst im 14. Jahrhundert durch seinen Genuss von einer schweren Krankheit geheilt wurde. Nachdem der Adelige bereits jede andere Medizin ausprobiert und alle Ärzte der Region konsultiert hatte, kam ein Winzer aus Bernkastel zu ihm und bot ihm seinen Wein als Medizin an. Den Doctorberg gibt es noch heute, er ist die bevorzugte Lage für die Bernkastler Weine und erhebt sich gleich hinter dem letzten Haus am Ortsrand. Ob die Reben, die hier geerntet werden, immer noch heilende Wirkung haben, muss man schon selbst rausfinden. Der beste Wein der Region jedenfalls kommt von hier. Und der teuerste auch. Laut Stadtführer Kettern werden die letzten sechs Flaschen der 1921er Riesling Trockenbeerenauslese heute fast 15000 Euro gehandelt.
Drüben, auf der anderen Moselseite im Ortsteil Kues, geht es auch um Wein. Theoretisch und praktisch. Im Weinmuseum erfährt der Besucher so ziemlich alles, was er über Anbau und Ausbau des Moselweins wissen muss, und in der angeschlossenen Vinothek, in den historischen Kellerräumen des St. Nikolaus Hospitals, kann man seine theoretischen Kenntnisse auf die Probe stellen.160 Weine fast aller Winzer der Region stehen hier zu Verkostung bereit.

Weinprobe in der Vinothek © Rasso Knoller

Weinprobe in der Vinothek © Rasso Knoller

Weinseligkeit breitet sich bei den Gästen der Vinothek nicht nur wegen der Alkoholprozente aus, sondern auch wegen der hervorragenden Qualität des gebotenen. Gern stimmt man nach einigen Kostproben Jörg Lautwein zu, dem Geschäftsführer der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues, der feststellt, „dass sich seit den 1990er Jahren der Weinanbau an der Mosel grundlegend geändert hat und man seitdem weniger auf Quantität denn auf Qualität setzt“. Wer aber noch auf dem Moselsteig weiter will, muss Selbstdisziplin beweisen, für den einmaligen Eintrittspreis von 15 Euro kann man in der Vinothek nämlich – zumindest theoretisch – alle Weine aus Deutschlands ältester Weinregion probieren.

Text und Fotos Rasso Knoller

Deutschland/Schleswig-Holstein: Plädoyer für ein Fischbrötchen

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Am 2. Mai 2015 wurde entlang der Ostseeküste von Schleswig-Holstein zum fünften Mal der Weltfischbrötchentag gefeiert. Endlich findet der „Ostsee-Burger“, eine Mahlzeit gewordene Innovation, die ihm gebührende Aufmerksamkeit.

Siegmund Grömitz (1)
Eine kräftige Scheibe Schwarzbrot, bestückt mit Fisch, ja, das passt wie die Faust aufs Auge. Aber ein mit Zwiebelringen und Gewürzgurken drapierter saurer Bismarckhering zwischen zwei knusprig-knackige, weizenhelle Brötchen-Hälften platziert, nein danke, das ist ja wie Bratwurst mit Sahne. Ein Widerspruch in sich. Die zarte Semmel und der feuchte, saure Hering, das kann ja nicht schmecken! Rein theoretisch gesehen. Praktisch gegessen aber ist so ein Fischbrötchen ein Gedicht.

K1024_Grömitz (28)Der Bismarck als Hering, in eine Schrippe geklemmt, dafür geb‘ ich mit Freuden mein letztes Hemd, reimte denn auch ein unbekannter Konsument und Dichter, von dem man nicht so recht weiß, ob er als Bismarck-Verächter oder als Liebhaber des Fischbrötchen diesen kleinen Vers schmiedete. Nehmen wir letzteres an, es würde gut zum Enthusiasmus passen, mit dem in Scharbeutz, in Heiligenhafen oder Grömitz auch in diesem Jahr für das Ansehen des Fischbrötchens in der Welt gekämpft wird. Zum fünften Mal schon feiert man mit großem Ernst und einer nötigen Portion Ironie den Weltfischbrötchentag.

K1024_Grömitz (26)Bislang gibt es diesen Ehrentag nur in Schleswig-Holstein, aber das muss ja nicht so bleiben. Schließlich ist die norddeutsche Geschmacksrevolution nicht weniger deutsches Kulturgut als die Weißwurst in Bayern oder die Currywurst in Berlin.
Jedenfalls trägt diese kleine, gesunde Zwischenmahlzeit hervorragend dazu bei, mit sattem Bauch durch das Ostseeheilbad Heiligenhafen zu bummeln. Strandattraktion schlechthin ist die neue Erlebnis-Seebrücke, 2012 eröffnet, 5,3 Millionen Euro schwer, zwei Flanier-Ebenen, Meereslounge, Sonnendeck, Kinderspielplätze, man ist mächtig stolz auf diesen hölzernen Zeigefinger, der 435 Meter lang in die See ragt. Überhaupt zählt die altehrwürdige Stadt zu den schönsten Ferienzielen an der holsteinischen Ostseeküste. Sonderlich heilig sieht sie aber keineswegs aus, bis heute ist es der Wissenschaft nicht gelungen, den Namen Hilgenhavene zu deuten. Wie auf einer Insel thront die schöne Kirche (um 1250) inmitten der Altstadt. Im Inneren des Backsteinbaus erinnert vieles an die christliche Seefahrt. Die Empore am Altar heißt denn auch „Schifferstuhl“, hier saßen nach Zahlung eines ordentlichen „Stohlgeldes“ die „Stohlbröders“, Kapitäne und Steuerleute auf große Fahrt. Über dem Schifferstuhl hängt eines der ältesten Votivschiffe im Ostseeraum, die Fregatte „Samson“, 1636 von einem Bürger der Stadt gespendet. Das wohl schönste Gebäude von Heiligenhafen ist der „Alte Salzspeicher“ aus dem Jahre 1587, heute eine Gaststätte, in der die reichhaltige Speisekarte so ziemlich alles bietet, was Leib und Seele zusammenhält, nur kein leckeres Fischbrötchen.
K1024_Grömitz (19) - KopieÜbrigens ist der Weltfischbrötchentag mehr als nur ein Werbegag. Die Fischer in Schleswig-Holstein (ja, es gibt noch einige) nutzen den Anlass, um neugierigen Touristen die regionale Fischereigeschichte nahe zu bringen. Navigation und Wetterkunde, Angel, Reuse, Stell- und Schleppnetze, man sieht den kleinen Fischkuttern, die im Möltenorter Hafen in Heikendorf oder in Neustadt/Holstein vor Anker liegen, die Mühen an, die es macht, im Zeitalter überfischter Meere Heringe, Sprotten, Dorsch, Flunder oder Scholle bei Wind und Wetter ins Netz zu bekommen. „Die Alternative zur Fischindustrie ist die handwerkliche, nachhaltige Fischerei mit Direktvermarktung, wie sie hier bei uns in Heikendorf betrieben wird“, sagte Gerhard Draasch, ein älterer Fischer. „Wir fahren nachts zum Fischen raus, und kommen in den Morgenstunden zurück. Kaum im Hafen wird vom Kutter runter Fisch verkauft. Frischer als bei uns kann er nicht sein.“
Auch in Grömitz gibt es noch Fischer, obwohl die kleine Stadt vor allem vom Tourismus lebt. Inmitten der Lübecker Bucht gelegen wirkt der Ort, der schon seit 1813 Seebad ist, ein wenig geschichtslos. Lediglich die Kirche fällt aus dem Rahmen. Um 1230 errichtet wurde sie dem Heiligen Nikolaus geweiht. Der Tourismusdirektor der Stadt, Olaf Dose-Miekley, erklärt das alterslose Aussehen der Stadt so: „Alles, was wir an schöner Bäderarchitektur hatten, wurde in den fünfziger Jahren gnadenlos abgerissen. Heute bedauern wir das sehr.“
K1024_Grömitz (7)Den historischen Mangel macht Grömitz durch ein Freizeitangebot wett, das seinesgleichen sucht. Einmal abgesehen vom 3,5 Kilometer langen Strand mit Saharasand-Qualität, an dem sich blendend weiße Strandkörbe wie stolze Einfamilienhäuser in der Sonne rekeln, einer lebendigen Fußgängerzone, auf der es schon eines eisernen Willens bedarf, die vielen Geschäfte, Cafés, Restaurants und Kneipen links liegen zu lassen, einen Hochseilpark, ein Wellarium, eine 27-Loch-Golfanlage, ein Erlebnis-Meerwasser-Brandungsbad und eine fast 400 m lange Seebrücke, an deren Ende elegant eine Gondel hängt, in der man auf Tauchfahrt in die Ostsee gehen kann. Bis zu 30 Leute finden Platz, um vier Meter tief ins Innere des Meeres abzutauchen. Lautlos schweben Quallen an den Scheiben der Gondel vorbei, ein paar Heringe betrachten neugierig die seltsame Konstruktion… Die Gondel steht vierzig Minuten lang ein Meter über dem Meeresgrund, um Brackwassermeerboden-Bewohnern wie Krabben, Seesternen oder Muscheln nicht zu stören. Und was das Schönste ist: Jeder kann Unterwasser-Gondoliere in Grömitz werden, die Gondel ist das ganze Jahr über in Betrieb.

Text und Fotos: Bernd Siegmund

Deutschland/Berlin: Live at Mauerpark

Musik im Mauerpark

Einst Todesstreifen zwischen Ost und West, ist der Grünstreifen am Mauerpark heute die Spielwiese für Berliner und ihre Gäste. Am Wochenende wird der Park zu einer riesigen Freiluftbühne:  Eine Slideshow von Sven Kästner.

Deutschland: Familienurlaub im Fichtelgebirge

Mountainbike am Ochsenkopf , Tourismus GmbH Ochsenkopf

Mountainbike am Ochsenkopf

Ein Urlaubsort für alle – für Groß und Klein, Jung und Alt – gibt es das überhaupt? Es sieht ganz danach aus. Petra Keidel-Landsee hat die Ferienregion Ochsenkopf mit Oma, Opa, Mann und Kind bereist. Ihr Urteil: Das Fichtelgebirge ist für Familien wie geschaffen.

Schöne Aussicht
Die erste Hürde ist geschafft; Oma Nora ist ganz begeistert von unserem Urlaubsdomizil, dem Landhaus Preißinger in Warmensteinach im Fichtelgebirge. “Selbst die Obermutter der Nation, Helga Beimer, war hier schon“, verrät mir meine Mutter und zeigt auf die Fotos im Entree des Drei-Sterne-Hauses, die davon zeugen, dass hier eine Folge der Kultserie gedreht wurde.

Landhaus Preissinger

Landhaus Preissinger

Herzlich empfängt uns die Wirtsfamilie gleich bei der Ankunft mit einem kleinen Umtrunk. Wir relaxen in den Korbmöbeln auf der riesigen Gartenterrasse und genießen die fantastische Aussicht. Weit schweift der Blick über dunkle Wälder hinüber zur tschechischen Grenze und zum Ochsenkopf mit seinem markanten Asenturm.

Jagen und Wandern
Am nächsten Tag ist der 1.024 Meter hohe Ochsenkopf unser Ziel, „der Erlebnisberg für die ganze Familie“, wie es im Prospekt heißt. Erst einmal gehen wir am Fuße des Südhangs mit Pfeil und Bogen auf die Pirsch. Man muss schon genau schauen, um die lebensgroßen Tierattrappen aus Schaumstoff im dichten Wald zu finden.

Der Hirsch ist erlegt

Der Hirsch ist erlegt

“Ich hab den Hirsch“, freut sich Oma, spannt den Bogen und zielt. Doch unser Nachwuchs ist schneller und genauer. Exakt trifft er das runde Schwarz in der Mitte, während Omas Pfeil noch durch die Luft surrt. Beim 3-D Bogenschießen im Outdoorpark Oxsenkopf macht nicht nur Opa, sondern selbst den Kindern das Wandern Spaß.

Auf zum Klettern

Nach erfolgreicher Jagd und einer kleinen Stärkung nehmen wir den angrenzenden Kletterwald ins Visier. “Das ist nichts für mich“, meint Oma und macht es sich mit ihrem Buch in der Sonne gemütlich. Opa Wastl bleibt bei uns. Etwas skeptisch schaut er im Kletterwald nach oben. Schließlich baumeln nicht in jedem Wald ein Bobby Car, Bierbänke, Holzfässer oder ein Schlitten in mehreren Meter Höhe.

Kletterwald Oxenkopf

Ab in die Tonne im Kletterwald Oxenkopf

Opa und ich bleiben lieber am Boden, während sich der Nachwuchs und mein Mann in die Sicherheitsvorkehrungen einweisen lassen, bevor es auf den Parcours in luftiger Höhe geht. “Papa, du wirst mich jetzt beneiden, dass ich kleiner bin als Du“ trumpft unser Sohn auf, während er mit dem Bobbycar souverän über den schmalen Steg fährt, derweil sich mein Mann langsam durch die Tonne robbt.

Kreationen aus Wildkräutern
Zum Abendessen treffen wir uns alle im Gasthof “Deutscher Adler“ in Bischofsgrün. Der heilklimatische Kurort bildet zusammen mit den Gemeinden Warmensteinach, Fichtelberg, und Mehlmeisel die Erlebnisregion Ochsenkopf. Interessiert studiert unser Sohn Valentin die Speisekarte und frägt skeptisch: “Kann man Schlangenknöterich wirklich essen?“ Mit einem verschmitzten Lächeln kommt Chefkoch Thomas Puchtler an unseren Tisch und hält ihm die Vogelmiere mit ihrem langen Schopf unter die Nase. “Das ist der Punker unter den Wildkräutern.“ “Riecht nach Pilzen“, sagt Oma und beißt genüsslich in die längliche Dolde des Spitzwegerichs. Wir lassen uns die Schweinelendchen mit Vogelmiere, Saibling in Schlangenknöterich und Holunderblüteneisgugelhupf zum Nachtisch bestens munden. Nicht nur im Deutschen Adler wird mit Wildkräutern gekocht. Mehr als zehn Wirte der Region bieten kulinarische Reisen durch den Kräutergarten an.

Sicher am Seil
Am nächsten Morgen brechen wir wieder zum Ochsenkopf auf. Denn meine Männer haben sich zu einem Adrenalinkick zwischen Himmel und Erde entschieden: Der längste Zipline-Park Deutschlands steht auf unserem Programm.

Rein in die Gurte im Ziplinepark

Rein in die Gurte im Ziplinepark

Die Guides Tim und Tina führen die angemeldete Gruppe in die Sicherheitsvorkehrungen ein. Alle werden mit Sicherheitsgurten und Handschuhen ausgestattet. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir die erste Plattform auf halber Höhe im Südhang des Ochsenkopfs. Ich behalte zusammen mit Oma lieber die Bodenhaftung. Mir wird schon vom Zuschauen schwindlig, als ich meinen Mann, Opa und Sohn in rund zwanzig Meter Höhe durch die Lüfte sausen sehe. Insgesamt elf Zwischenstopps mit Plattformen in den Baumkronen dienen zum Umhängen zur nächsten Ziplinebahn. Auf fünf von ihnen geht es bei den so genannten Base-Jumps, den seilgesicherten Absprüngen, bis zu 22 Meter in die Tiefe. Die längste der insgesamt 2.200 Meter langen Seil-Strecke ist rund 400 Meter lang. “Ich fliege“, ruft mein Sohn begeistert und sogar Opa hat leuchtende Augen, als er wieder landet.

 

Fertig zum Absprung

Fertig zum Absprung

Mountainbiken im Fichtelwald
Direkt beim Zipline-Park befindet sich auch das Bullheadhouse, der Treffpunkt für Biker. Dort leihen wir uns alle bis auf Oma Mountainbikes aus. Dank des Sessellifts mit Fahrradhaltern schweben wir bequem von der Talstation Süd in Fleckl hinauf auf den Ochsenkopf. Rund zwei Kilometer geht es durch den mystischen Fichtelwald mit den wie von Riesenhand hingeworfenen und mit Moos bewachsenen Granitformationen. Opa und ich wählen die leichte Route, während Vater und Sohn die Herausforderung auf der anspruchsvolleren suchen.
Nach so viel Action lassen wir es am nächsten Tag gemütlicher angehen. Wir besuchen das Waldhaus Mehlmeisel. Hier haust Hansi, der streichelbedürftige Hirsch samt Artgenossen im Wildgehege. Rund um das Waldhaus gibt es auf dem Erlebnispfad jede Menge Holz, nicht nur in Form von Bäumen, die in den Himmel wachsen. Groß aufgeschichtet befindet sich ein Ster Holz, damit man sich unter dieser Größenordnung auch was vorstellen kann. Aber wir erfahren hier auch, welche Spuren ein Luchs hinterlässt und auch sonst noch jede Menge über das Öko-System Wald.

Mit Kettcars ins Tal
Zum Abschluss unserer Familienreise unserer ruft noch einmal der Berg; diesmal jedoch der Geiersberg bei Oberwarmensteinach. Familie Nickl hatte die witzige Idee, ihren Schlepplift im Sommer umzufunktionieren.

Downhill mit dem Kettcar

Downhill mit dem Kettcar

Wir nehmen in den großen Kettcars mit luftgefüllten Reifen Platz. Das Lenkrad der so genannten Dèvalkarts wird in den Schlepperbügel eingehängt und schon zuckeln wir bequem den Berg hinauf. Von dort sausen wir ohne störenden Motorenlärm über Stock und Stein den Hügel hinunter und lassen uns den Wind um die Nase wehen.
Schnell geht unser letzter Urlaubstag zu Ende. Und eines ist sicher, wir kommen wieder. Schließlich gibt es im Fichtelgebirge noch so vieles zu erkunden, wie etwa den Echowaldweg, den Geopark oder das Felsenlabyrinth.

Petra Keidel-Landsee

 

Deutschland: Kinderhotel in Oberjoch

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Anmutig sind die Sprünge nicht, die die beiden Ponys Max und Moritz in ihrem Gehege vollführen. Bergauf und bergab geht es. Esel Emil und die beiden Alpacas Puschkin und Picasso sind über diese Freudensprünge ihrer „Mitbewohner“ nicht wirklich entzückt. Die kleine Marie und die anderen Gäste draußen am Gatter jedoch umso mehr. Und vielleicht drehen die beiden Ponys gerade für die Kinder nun eine weitere Runde. Denn an diesem strahlenden Vormittag sind viele Mamas und Papas im Minizoo des Kinderhotels im Bad Hindelanger Ortsteil Oberjoch unterwegs.

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Drinnen im Kinderhotel ist es nicht minder faszinierend und gemütlich. Ein großzügiger Eingangsbereich empfängt die Neuankömmlinge. Nostalgische Schaukelpferde, auf denen natürlich zum schnellen Galopp angesetzt werden darf, ein riesiger Spielpilz und viele Möglichkeiten zum Toben lassen keine Langeweile aufkommen. Während die Eltern an der Rezeption einchecken, kann sich der Nachwuchs schon mal prima die Zeit vertreiben.

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„Wenn die Kinder Spaß haben, ist das für die Eltern der entspannendste Urlaub überhaupt“, sagt Hotelchef Ernst Mayer. Im rund 50 Kilometer entfernten Lermoos, an der Tiroler Zugspitze, betreibt er das „4 Sterne S-Kinderhotel „Alpenrose“. Vor zwei Jahren hat er in Oberjoch das ehemalige Sanatorium erworben und zu einem gemütlichen Kinderhotel umgebaut. Mittlerweile hat das Haus im Oberallgäu für den „All-inclusive-Urlaub“ die Auszeichnung als „Bestes Kinderhotel 2013“ und „Travellers‘ Choice Award 2014“ erhalten. Mit fünf Smileys – den besonderen Sternen für Kinderhotels – ausgezeichnet, verwöhnen die Mitarbeiter des Hauses Eltern und Kinder. Der Hit bei den Kleinen ist das 2000 Quadratmeter große Spielparadies, das eingeteilt in verschiedene Altersstufen an sieben Tagen die Woche zur Verfügung steht. Zusammen mit dem Nachwuchs kann also gebastelt, gespielt und getobt werden. Und wenn die Eltern mal zu einer Wanderung oder zum Stadtbummel in Hindelang, Oberstdorf oder Sonthofen aufbrechen, wissen sie ihre Kinder in der mit 13 Stunden am Tag sehr umfangreichen fachkundigen Baby- und Kinderbetreuung gut aufgehoben.

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„Nochmal“ bettelt nicht nur Marie im Schwimmbad, nachdem sie auf Papas Schoß mit der Reifen-Wasserrutsche ins Becken gesaust ist. Mit 128 Metern ist dies die längste Hotelwasserrutsche Deutschlands. Hier toben sich alle aus, bevor es für die Erwachsenen zum Entspannen in die Sauna geht.
Doch was machen die Teenager, wenn die kleinen Geschwister im Kinderclub spielen, in der Indoorschlittschuhbahn oder mit dem Gokart die Runden drehen? In vielen Hotels schauen die größeren meist in die Röhre. Nicht im Kinderhotel Oberjoch. Hier finden sie einen ganz eigenen Bereich mit Playstation, Chill-Ecke und Teenie-Bar. Unbeobachtet von den anderen Gästen.
Zum All-Inclusive-Konzept gehören natürlich auch Essen und Trinken. So können sich die Gäste rund um die Uhr kostenlos mit Softdrinks, Kaffee oder Tee versorgen. Und täglich wechselnde Themenbüffets sorgen dafür, dass auch auf dem Teller keine Langeweile aufkommt. Der Clou: Im Kinderbereich dürfen sich die Knirpse natürlich selbst bedienen. Alles ist auf Augenhöhe für den Nachwuchs angerichtet und lädt einfach zum Ausprobieren ein. Da bleiben bei der vierjährigen Marie schon mal die Pommes liegen und Gurke und Salat landen auf dem Teller. Aber ein selbstgemachtes Eis geht anschließend immer, findet auch ihr Bruder Ben.

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Der Erfolg hat seinen Preis, aber er gibt Mayer recht. „Wir bieten den Eltern einen Urlaub, bei dem sie nichts mitbringen müssen“, betont er. Denn vom Babybrei bis zum Flaschenwärmer, von der Windel bis zum Kinderwagen für Ausflüge steht alles zur Verfügung. Für die Touren darf man sich übrigens beim Frühstück jederzeit Lunch-Pakete packen, bevor es ins Oberallgäu in Richtung Berge geht.
Während im Winter die Skipiste in Sichtweite lockt, kann man sich im Sommer auf ein tolles Bergpanorama freuen. Schnell erreicht ist vom Hotel aus der Aussichtspunkt Ifenblick oder die Hütte an der Hirsch-Alpe, wo man die traumhaften Gipfel wunderbar genießen kann. Das Sport- und Freizeitprogramm im Kinderhotel begleitet die Gäste übrigens auch zum Urlaubserlebnis in der Allgäuer Bergwelt. Wöchentlich wechselt das Angebot an Wander- und Erlebnistouren. Bad Hindelang ist ein zentraler Ausgangsort für Ausflüge im Oberallgäu und über die Grenze nach Tirol. Canyoning und einegeführte Bootstour auf der Iller versprechen Spannung ebenso wie Piratenfahrten auf dem Alpsee. Die imposanten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sind in weniger als einer Autostunde erreichbar. Oberstdorf lockt mit der eindrucksvollen Breitachklamm und der größten Skiflugschanze der Welt. Im 3000 Quadratmeter großen Hallenspielplatz Allgäulino in Wertach gibt es Kletterberge und Türme, eine fast zehn Meter hohe Drachenburg und Elektroautos für Formel-Eins-Fans. Gäste des Kinderhotels Oberjoch bekommen gleich beim Einchecken ihre Bad Hindelang PLUS Card ¨C und damit ein buntgemischtes Programm mit Gratisangeboten und Vergünstigen bei über 70 Partnern im Oberallgäu und dem benachbarten Kleinwalsertal.
Die Kleinen sind in Oberjoch ganz groß. Und so finden alle den gewünschten Urlaub: Die Kinder haben ihre Abwechslung, die Erwachsenen dürfen auch mal die Ruhe genießen.

Text und Fotos: Diana Seufert