Deutschland: Wellnessland Schleswig-Holstein

© ostsee resort damp/Frederik RöhKlima, gute Luft, Gesundheits- und Wellnessangebote: Für die knapp die Hälfte (46 Prozent) aller Urlaubsgäste in Schleswig-Holstein spielen diese Faktoren bei der Entscheidung für ihr Urlaubsziel eine Rolle. Das ergab eine Gästebefragung in Schleswig-Holstein, die das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa GmbH (NIT) alle zwei Jahre im Auftrag von touristischen Marketingorganisationen durchführt. Rund sechs Prozent aller Urlaubsgäste nutzten 2013 eine Gesundheits- oder Wellnesseinrichtung während ihres Urlaubs in Schleswig-Holstein. Unter den Gesundheitsurlaubern (insgesamt ebenfalls sechs Prozent aller Gäste) ist diese Nutzungsintensität sogar mehr als doppelt so hoch wie noch im Jahr 2011 (13 Prozent). Der Gesundheitsurlaub als Reiseart spielt damit eine wichtigere Rolle als der Landurlaub oder die Rundreise (mit Anteilen von jeweils fünf Prozent).

Deutschland: Berlin. Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke

Knoller, Künstler auf der Oberbaumbrücke in Berlin

Sonntag 6.7.2014  auf der Oberbaumbrücke.

Sommer, Sonne, bunte Farben … und gut für den Rücken ist es auch.

Zweimal im Jahr Open Air Kunst auf Berlins schönster Brücke.

 

Deutschland: Die Mecklenburger Seen Runde 2014

MSR - Karte mit Verpflegung

Zusammen durch die schönsten Landschaften der Mecklenburger Seenplatte

Die MECKLENBURGER SEE RUNDE ist eine einzigartige Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern, die im Mai 2014 ihre erste Auflage erleben wird. Sie fahren zusammen mit vielen anderen begeisterten Freizeitsportlern und Fahrrad-Fans durch die malerische Seenlandschaft und werden dabei rundum versorgt. Die durchweg verkehrsarmen Strecken sind sorgfältig von Kennern der Region ausgewählt und absolut rennradtauglich. Der Premium-Radmarathon über 300 Kilometer bietet Startmöglichkeiten in den Abendstunden des 23. Mai 2014 sowie in den Morgenstunden des 24. Mai.

Banner_Foto_Mecklenburger Seen Runde -- Radfahren für Jed ermann

Die exklusive Frauenrunde mit einer Streckenlänge von 90 Kilometern startet am 24. Mai um 8 Uhr. Die Frauenrunde hat nicht nur den Anspruch Deutschlands größtes Frauenradsport-Event zu werden, sondern soll vor allem einen „geschützten Raum“ schaffen, in dem Frauen unter sich Fahrrad fahren können. Gemeinsam und generationenübergreifend – die Enkelin mit der Oma und die Mutter mit ihrer Tochter zusammen auf einer Tour. Selbstverständlich sind Frauen aber auch auf der 300km-Runde herzlich willkommen.

An der Frauenrunde –mit Start in Neubrandenburg am Tollensesee teilnehmen dürfen junge Frauen ab 14 Jahren. Neben „normalen“ Fahrrädern jedweder Art sind Pedelecs, Tandems sowie Handbikes zugelassen. Eine Verpflegungsstation auf der Hälfte der Strecke sowie zwei Stopps mit Getränken und kleinen Snacks sorgen für den Energienachschub. Ambitionierte Radsportlerinnen können bei der Anmeldung einen Transponder zur Zeitmessung buchen und starten in einem Speedblock.

MSR_Rennradfahrer

Egal ob Sie mit dem Rennrad, MTB, Tourenfahrrad oder Tandem radeln möchten, bei der MECKLENBURGER SEEN RUNDE geht es allein um den Spaß am Fahrradfahren und die Bewegung draußen in der Natur. Platzierungen und Wertungen wird es daher nicht geben, aber jeder Finisher erhält für sein bestandenes Abenteuer eine Medaille. Beide Rundtouren beginnen und enden in Neubrandenburg. Jeder, der sich ein bisschen vorbereitet, kann dieses Abenteuer schaffen! Dafür tragen insbesondere die Veranstalter Sorge, die von Verpflegungsstationen über kostenlose Massagen bis hin zu einem Shuttle-Service auf der Strecke alles Notwendige vorbereitet haben. Mit den Startgeldern werden Vereine und Organisationen, die sich für die MECKLENBURGER SEEN RUNDE engagiert haben, finanziell unterstützt. Dazu gehört insbesondere der von Katharina Stahn (Botschafterin der Frauenrunde) gegründete Verein „Krebskranke Kinder in Not e.V.“.

Straße_Matthias Stiel

Bisher haben sich über 2.300 Radsportler verbindlich angemeldet, die alle Teil dieses Fahrrad-Festes sein werden. Das umfangreiche Leistungspaket, die Einbindung einer ganzen Region sowie der hohe qualitative Anspruch machen die MECKLENBURGER SEEN RUNDE zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung für Mecklenburg Vorpommern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der MECKLENBURGER SEEN RUNDE, dort ist auch die Anmeldung möglich.

Daten:
23. bis 24. Mai 2014
Start in Neubrandenburg am Tollensesee
Strecken: 300 km oder 90 km
Mindestalter: 18Jahre (bei 90 km 14 Jahre)
Aktuelle Teilnehmerzahl: 2.300 (Stand März 2014)

Service
8 Verpflegungsstationen, personalisiertes Event-Trikot, kostenlose Massagen, Shuttle-Service, Fahrradreparatur, verkehrsarme Strecken, Streckensicherung, Zeitnahme, Medaille im Ziel

Kontakt
Koepke GmbH, Detlef Koepke
Carlstein 12
17217 Penzlin
Tel: +49 (0)175 7245510
Mail: info@mecklenburger-seen-runde.de
Anmeldung: www.mecklenburger-seen-runde.de
Facebook: on.fb.me/17Lb0Vy

Vorteile bei rechtzeitiger Anmeldung:
Wunschstartzeiten werden nach dem Eingang der Anmeldungen berücksichtigt
Teilnahme an exklusiven Verlosungen und Gewinnaktionen
Regelmäßige Informationen über den Fortschritt des Events
Bessere Planbarkeit: Unterkunft kann frühzeitig gebucht werden
Übrigens: Die MSR gibt es auch zum Verschenken! Es sind attraktive Gutscheine zum Preis der jeweiligen Runde (MSR 300 km oder MSR 90 km) erhältlich.

Start- und Zielbereich sowie Startunterlagen
Der Start- und Zielbereich der MSR sowie die Startnummernausgabe befinden sich auf der Festwiese im Kulturpark in Neubrandenburg (Nähe Eiscafé Venezia). Der Kulturpark ist für Anreisende aus allen Richtungen ausgeschildert. Die Parkmöglichkeiten im Kulturpark sind begrenzt.

Die Ausgabe der Startunterlagen erfolgt am
– Freitag, 23. Mai, 10 Uhr bis 22 Uhr und am
– Samstag, 24. Mai von 4 Uhr bis 7 Uhr (MSR 300 km) und 8 Uhr (MSR 90 km).

Viele Informationen über Ablauf und Organisation der Veranstaltung findest Du darüber hinaus in der Ausschreibung, die zum Download auf unserer Homepage (www.mecklenburger-seen-runde.de) für Dich bereitsteht.
Ferner halten wir auf unserer Homepage Angaben zum Streckenverlauf, einen navigationsfähigen Track sowie Sicherheitsinformationen zur Strecke für Dich vor.

Parkflächen in Neubrandenburg
In Neubrandenburg stehen in der Nähe des Start-Ziel-Bereiches folgende Parkmöglichkeiten zur Verfügung
— PP Weidenweg als Hauptparkfläche (550 Stellplätze)
— PP der Bundeswehr am Standort Fünfeichen:
Anfahrt von der Neustrelitzer Straße (B96), am Rewe-Supermarkt abbiegen in die Bergstraße – nach ca. 1.5 km befindet sich der Parkplatz auf der rechten Seite Kapazität – ca. 600 Plätze
— PP Brodaer Straße – Binsenwerder (180 Stellplätze)
— PP Wielandstraße (85 Stellplätze)
— PP St. Georg – Brodaer Straße (250 Stellplätze)
— Parkhaus Zentrum – Tiefgarage Markt
— Parkplatz Pferdemarkt (310 Stellplätze)
— Parkplatz Poststraße (53 Stellplätze)
— Parkplatz Stadtringtreff (170 Parkplätze)
— Parkfläche Phönix (150 Parkplätze)
— Parkfläche Krauthöfer (95 Stellplätze)
— Parkfläche Tilly-Schanzen-Str. (120 Stellplätze)
An der Stadthalle im Kulturpark befindet sich eine gesondert kenntlich gemachte
Parkfläche, die ausschließlich von der Veranstaltungsleitung und Inhabern einer
Akkreditierung genutzt werden darf. Fahrzeuge ohne Zugangsberechtigung
werden kostenpflichtig von der Parkfläche entfernt.

Getränke und Speisen an den Stationen
Die MSR soll für alle Teilnehmer auch ein kulinarischer Genuss werden. Vorab
geben wir Dir an dieser Stelle einen kleinen Einblick in unsere „Küchenplanung“
mit einigen Highlights. Den Verpflegungsplan werden wir kurz vor der
Veranstaltung noch detaillierter veröffentlichen.
Getränke:
An allen Stationen der 300 km MSR gibt es
Xenofit – Elektrolytgetränk
Wasser
Kaffee und / oder Tee
Speisen:
An allen Stationen gibt es:
Waffeln oder Kuchen
Bananen
Orangen, Gurken o.ä.
Als Highlights erwarten Euch in
Neustrelitz – Gemüsesuppe mit Backerbsen (auch für Veganer)
Röbel – Möwe-Teigwaren mit K´s weltbester Tomatensauce
und alternativ die von Maik Langefeldt vom Restaurant Müritzterasse für die MSR
2014 entwickelte Geflügelbolognese
Alt-Schönau – auf dem Hof Maiweg erwartet Euch ein neues und
für Biker entwickeltes Müsli: Das Meck-Müsli „Kette rechts“
Bredenfelde – dort werden die Waffeln frisch gebacken
Des Weiteren sind wir darum bemüht für Teilnehmer, die glutenfreie Nahrung
benötigen, an einigen Stationen neben Bananen, auch glutenfreie Speisen bereit zu
halten.

Programm am 22. Mai
Das Restaurant THE ROCK in der Schwedenstraße gegenüber des Sportgymnasiums bereitet sich mit einigen Köstlichkeiten auf die Teilnehmer der Mecklenburger Seen Runde vor.
Ebenso empfehlen wir einen Besuch des GÜTERBAHNHOF´s, wo ebenfalls die Gäste und Teilnehmer mit einem kleinen Programm willkommen geheißen werden.

Programm 23. und 24. Mai
Im Folgenden möchten wir Dir einen ersten Einblick in das Rahmenprogramm der MECKLENBURGER SEEN RUNDE geben. Weitere spannende Attraktionen und Details werden wir vor der Tour veröffentlichen.
– Am 23 Mai 15 Uhr findet eine Stadtführung durch Neubrandenburg statt.
– 13 bis 20 Uhr Kinderprogramm, Hüpfburg, Schminken, großer Spielplatz im Kulturpark u.v.m.
– ab 16 Uhr wird es auf der Festwiese in Neubrandenburg eine Pastaparty geben. Die Gastronomen Jens Petzki und Micha Schuckmann bieten frisch zubereitete Pasta mit Tomatensugo, Pesto oder Gemüse an.
– Dazu werden ab 17 bis 22 Uhr die Rockhouse Brothers spielen und für gute Stimmung sorgen.
– Am 24. Mai wird es ebenfalls ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die Teilnehmer sowie deren Begleiter und Familien geben.
– 10 Uhr Fette Reifen Rennen für Kinder. Ab 13 Uhr Kinderprogramm, Hüpfburg, Schminken u.v.m.
– 11 und 15 Uhr Stadtführungen durch Neubrandenburg
– 14 bis 18 Uhr Live-Musik, Marcel Beuter alias „Marshall“
– 15 Uhr Cheerleader-Show
– 19 bis 22 Uhr Bandauftritt Juke Boys

Wir freuen uns auf eine tolles Fahrrad-Fest mit Euch und allen Gästen der Mecklenburger Seen Runde

 

 

 

 

 

 

Deutschland: Sommerferien für Familien barrierefrei

Stadthafen Senftenberg

Die Barrierefreien Reiseziele in Deutschland präsentieren ihre Sommerurlaubsideen für Familien mit behinderten und nichtbehinderten Kindern – und Erwachsenen.

Wohin in den Sommerferien? Jährlich stehen Familien erneut vor dieser kniffligen Frage. Es ist selten leicht, die Vorstellungen von Eltern und Kindern für die schönsten Wochen des Jahres unter einen Hut zu bringen und zugleich für Abwechslung zu sorgen. Schon gar nicht, wenn dabei auch die Ansprüche von Familienmitgliedern mit Mobilitäts-, Sinnes- oder geistigen Einschränkungen zu beachten sind. Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland hilft hier weiter.

Ostfriesland: Inselvergnügen im Moin-Land

In Ostfriesland etwa garantiert ein Inselausflug nach Langeoog unbeschwertes Strand- und Freizeitvergnügen. Kostenfrei können Strandrollstühle mit Ballonreifen ausgeliehen werden. Sie eignen sich für Streifzüge nahe der Wasserkante und mit speziellen Liege-Schwimm-Rollstühlen geht es sogar ins kühle Nass hinein. Das Kinderspielhaus Spöölstuuv bietet zudem Kinderbetreuung, Kreativ- und Bastelkurse und in den Sommerferien ein spannendes Piratenfest. Darüber hinaus sind in der Nordseeregion, in der man sich morgens und abends mit „Moin“ begrüßt, viele Freizeiteinrichtungen stufenlos erreichbar und haben auf Barrierefreiheit umgerüstet. Eine Seehundstation zum Beispiel, in der Kinder beobachten können, wie verwaiste Seehunde versorgt und wieder ausgewildert werden.

Ruppiner Seenland: Reiten mit Handicap

Im Ruppiner Seenland nördlich von Berlin lässt sich die Natur aktiv auf dem Rücken der Pferde erkunden. Reiterhöfe bieten therapeutisches Reiten und Reiten mit Handicap an. Auf Hof Grüneberg geht es mithilfe ausgebildeter Trainer vom Rollstuhl direkt in den Sattel. Ausritte finden meist in Gruppen statt und die Pferde werden in der Regel geführt. Auch viele weitere Reiterhöfe heißen Gäste mit Mobilitäts-, Lern- und Sinneseinschränkungen sowie mit geistiger Behinderung willkommen. Zudem lassen Kutsch- und Kremserfahrten in Rheinsberg und ein Wildpferdegehege in Liebenthal die Herzen von Pferdefans höher schlagen.

Sächsische Schweiz: Mit dem Handbike durch die Felsenwelt

Auch die Sächsischen Schweiz unweit von Dresden bietet spannende Reiterlebnisse. Der Anders-Hof in Ehrenberg ist zwar nur bedingt für Rollstuhlfahrer geeignet, hat sich jedoch auf blinde sowie lern- und geistig behinderte Besucher spezialisiert. Ausgebildete Heilerzieher und Reitpädagogen betreuen die Kinder und Jugendlichen. Übernachtet wird in der Heuscheune, in einer Jurte, im Zigeunerwagen oder in der Ferienwohnung. Ausflüge lassen sich in der Nationalparkregion aktiv gestalten. Hör-, lern- und geistig behinderte Kinder können sich einmal im Felsklettern probieren. Handbike-Touren durch die bizarre Felsenwelt sowie Schlauchboottouren auf der Elbe sind auch für mobilitätseingeschränkte Kinder Riesenspaß.

Fränkisches Seenland: Wassererlebnisse im Rollstuhl
Das Fränkische Seenland südwestlich von Nürnberg ist ein Paradies für Wasserratten. Die sieben großen Badeseen Altmühlsee, Großer und Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee, Rothsee, Hahnenkammsee und Dennerloher See bieten mit ihren Sandstränden, ebenen Uferwegen und Rollstuhlbaderampen am Kleinen Brombachsee und Rothsee Wasservergnügen für alle. Strandrollstühle mit breiten Reifen können kostenfrei am Altmühlsee, Großen und Kleinen Brombachsee sowie am Rothsee geliehen werden. Sie lassen sich am Sandstrand leichter fortbewegen und man kann mit ihnen über den Strand ins Wasser gelangen. Auf dem Altmühlsee und Großen Brombachsee sind zudem Schiffsrundfahrten möglich. Die Schiffe haben einen stufenlosen Einstieg.

Lausitzer Seenland: Auf Rädern durch neue Landschaften

Im Lausitzer Seenland geht es auf Exkursion in ein sich wandelndes Tagebaugebiet. Aus der einstigen Mondlandschaft ist ein reizvolles Seenland entstanden. Es ist die größte von Menschenhand erschaffene Wasserlandschaft ganz Europas. Aktiv geht es mit Rollfiets oder Handbike auf gut ausgebauten und asphaltierten Wegen vorwärts. Örtliche Anbieter begleiten Blinde und Sehbehinderte auf dem Tandem durch die Natur. Für Abenteuerlustige geht es auf Quads oder im Jeep durch stillgelegte Bergbaufolgelandschaften. Und reichlich Wasserspaß bieten Bootstouren auf dem Senftenberger See. Die Angebotsbreite aus Kajak, Canadier, Ruder-, Tret-, Motor- und Segelboot schafft Abwechslung und Spaß für die ganze Familie.

Erfurt: Freiluftspektakel bei den DomStufen-Festspielen

Dass auch ein Ausflug in städtische Gefilde Kinderaugen zum Strahlen bringt, zeigt sich in Erfurt. Die DomStufen-Festspiele präsentieren in diesem Jahr die Kinderoper „Die Omama im Apfelbaum“ sowie für Jugendliche und Erwachsene die Rockoper „Jedermann“. 70 Domstufen und eine 700 Jahre alte Kulisse aus Mariendom und St. Severikirche bilden die wohl schönste Open-Air-Bühne Thüringens. Hier spielen sich die Inszenierungen im Juli ab. Das Festspielgelände besitzt barrierefreie Zugänge und auch ausreichend Rollstuhlplätze.

Deutschland: Bayerische Feste rund um den Baum

Tanzlindenfest ©Bayern Tourismus

Das „Betzen“ austanzen um den Kirchweihbaum, Maibaumkraxeln, oder auf Linden tanzen / bei zahlreichen bayerischen Brauchtumsveranstaltungen dreht sich alles um den Baum. Maibaumsteigen, Kirchweihen und Tanzlindenfeste: Angefangen von Kirchweihen und dem Maibaumkraxeln bis hin zu historischen Trachtenumzügen sowie Tanzlindenfeste ist im Freistaat ab April einiges an kulturellen Veranstaltungen geboten

Für ein Schaf um den Baum tanzen

Ein Höhepunkt im fränkischen Festtagskalender sind die zahlreichen „Kerwas“ bzw. Kirchweihen und das dort stattfindende „Betzen“ austanzen. Ursprünglich wurde mit diesen Festen die Einweihung einer Kirche oder der Namenstag eines Heiligen zelebriert. Vielerorts dauern die Festlichkeiten fast eine ganze Woche und jeder Tag hat sein festes Programm: Am Kirchweihsamstag stellen die Burschen im mittelfränkischen Möhrendorf oder in Pottenstein in der Fränkischen Schweiz den Kirchweihbaum auf, der vorher gemeinsam im Wald geschlagen und anschließend geschmückt wird. Diesen brauchen die „Kerwaburschen“ dann am Sonntag für das „Betzen“ austanzen. Dabei laufen die jungen Männer mit ihrer Auserwählten um den Baum und singen selbst geschriebene Kirchweihlieder. Nach jeder Baumumrundung wird ein kleines Bäumchen an den Hintermann weitergereicht – solange bis die vorgegebene Zeit abgelaufen ist und ein Wecker klingelt. Derjenige mit dem Bäumchen in der Hand gewinnt den „Betzen“ – ein Schaf, dass ebenfalls festlich geschmückt neben der Blaskapelle auf seinen neuen Besitzer wartet. Der Gewinner muss im Anschluss alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen einladen. Serviert werden dann meistens „Küchla“, ein fränkisches Schmalzgebäck. Am Dienstag wird die Kirchweih dann traditionellerweise wieder „eingegraben“ symbolisch wird hierfür ein leeres Fass Bier neben dem Kirchweihbaum vergraben, das dann im nächsten Jahr zum Auftakt der Kirchweih wieder ausgegraben wird.

Termine 2014: Die Kirchweih inkl. Betzen austanzen findet in zahlreichen Gemeinden in Franken zwischen April und September statt. Jedes Jahr um den 03. Sonntag im September in Möhrendorf Jedes Jahr um den 24.8. am 3. oder 4. Sonntag in Pottenstein

Tanz in der Baumkrone

Der Wuchs der Tanzlinden wurde während der Wachstumsphase so verändert, dass in Stamm und Krone künstliche Plateaus entstanden sind. Auf diesen Ebenen hoch oben in den Wipfeln der Linden finden die Tänze und Feierlichkeiten der Tanzlindenfeste statt. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, im sogenannten „Lindensaal“, am Holzgeländer die Veranstaltung mitzuerleben.

Tanzlindenfest ©Bayern Tourismus In den fränkischen Orten Limmersdorf, Langenstadt oder Peesten kann dieser Brauch miterlebt werden: Bevor auf der Linde getanzt wird, ziehen die Burschen mit schwarzen Hüten, Westen und weißen Schürzen über den Hosen und begleitet von Blaskapellenmusik los, um ihre Tanzpartnerinnen in deren Häusern im Dorf abzuholen. Mit den Mädels in Trachtenkleider und Blumenkränzen im Haar geht es dann zur Tanzlinde, wo hoch oben rund um den Baum getanzt wird.

Termine: Zweites Wochenende im Juni von Freitag bis Sonntag in Peesten Letztes Wochenende im August von Freitag bis Sonntag in Limmersdorf und Langenstadt (29.-31. August 2014).

Wo die Bayern auf Bäume klettern

Zwischen dem 1. Mai und Pfingsten findet vielerorts das Maibaumsteigen statt – eine traditionelle Veranstaltung, die Einheimische und „Zugroaste“ gleichermaßen begeistert.

Maibaumkraxeln.  ©Bayern TourismusDrei gebundene Kränze zieren die Spitze des Baums in 25 Metern Höhe. Am untersten ist eine Zeitmessung angebracht – gewonnen hat der wagemutige Kraxler, der in zwei Durchgängen die Zielglocke am schnellsten zum Klingen bringen. Damit die mutigen Burschen nicht abrutschen, werden Hände und Füße mit einer speziellen Pechmischung eingestrichen. Mit abgespreizten Fersen oder mit den Beinen den Maibaum umfassend machen sie sich auf den Weg in schwindelerregende Höhe. Den Siegerwanderpokal geben meist die Lokalmatadoren unter sich weiter. Bis in die Nacht werden die wagemutigen Teilnehmer bei Steckerlfisch, Hendl und frischem Bier gefeiert.

Termine: Passau vom 29.- 30. Mai 2014 Freinberg am 01. Juni 2014 Rottenstuben 9. Juni 2014 Nesselwang am 01. Mai 2015 (in Nesselwang wird nur alle fünf Jahre ein neuer Maibaum aufgestellt) Pfronten am 01. Mai 2015

Deutschland: Ein Prosit mit der Berliner Weißen

Berliner Weiße

Grün oder Rot?

Im Sommer, in den zahlreichen Biergärten und Gartenrestaurants schmeckt sie natürlich besonders gut: die grün oder rötlich schimmernde Berliner Weiße, das wohl berühmteste Getränk der Stadt. Serviert wird sie in einem Gefäß, das aussieht wie ein Pokal aus Glas. Zuerst schüttet die Bedienung einen Schuss Sirup in das Glas und gießt dann den größten Teil des Bieres ein. Der Rest wird langsam nachgeschenkt, damit sich die feste weiße Schaumkrone bilden kann. Die leuchten­den Farben und den süßlichen Geschmack liefert wahlweise ein Waldmeister- oder ein Himbeersirup. Man kann das Bier aber auch pur trinken, dann schmeckt es spritzig und leicht säuerlich. Heutzutage gibt es die Weiße mit Sirup meist schon als fer­tige Mischung in der Flasche. Der Tourist, nicht unbedingt der Berliner, trinkt sie mit Hilfe eines Strohhalmes – so soll sie sich besser genießen lassen. Berliner Weiße

Eine Berliner Brauspezialität

Die Weiße wird mit Gersten- und Weizen­malzen gebraut, vom Weizen stammt auch die dunkle gelbe Farbe. Eine Besonderheit sind die Milchsäurebakterien. Sie werden mit verschiedenen obergärigen Bierhefen vergoren und verursachen so den säuer­lichen Geschmack. Der Alkoholgehalt hält sich mit knapp drei Prozent ziemlich in Grenzen.

Früher trank man die Weiße pur oder „mit Strippe“, mit einem klaren Schnaps, ent­weder einem Kümmelbranntwein oder einem Korn. „Wann die Idee mit der Sirup-Mischung aufkam, weiß man nicht so ge­nau“, sagt Frank-Jürgen Methner von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin. Wahrscheinlich irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts. Methner kennt sich aus, eine ganze Dissertation hat er über die Berliner Weiße geschrieben. Die Weiße muss damals ziemlich sauer gewesen sein. Daher mischten die Berliner Wirte dem Bier oftmals etwas Zucker hinzu – was auch den Vorteil hatte, dass es auf diese Weise schön nachgärte. Die Laubenpieper verbuddelten vor Beginn des Winters gerne einige Flaschen in ihren Gärten, wo es nachreifen und außerdem kühl und dunkel lagern konnte.

Champagner des Nordens?

Die große Zeit der Weißen ist allerdings schon länger vorbei. Ein wahres Lebenselixier für die Berliner war sie vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Hunderte von kleinen Weißbierbrauereien brauten, was das Zeug hielt, um den Durst der Bevölkerung zu löschen. „Die Bier­kutscher zogen mit ihren Wagen durch die Straßen, und die Leute füllten das Bier frisch vom Fass in ihre Tonkrüge ab“, er­zählt Methner.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging es mit der Anzahl der Weißbierbrauereien und der Trinkkultur nach und nach bergab. Was auch damit zusammenhing, dass die Ber­liner immer weniger Bier tranken bzw. auf Pilsbiere umstiegen. Heute gibt nur noch zwei Brauereien, die Berliner Weiße her­stellen, die Kindl-Schultheiss-Brauerei in Weißensee und den Berliner Bürgerbräu in Köpenick. Berliner Weiße mit Himbeer

Der Brautechniker Franz-Jürgen Methner bedauert es, dass die Brauindustrie die Berliner Weiße nicht weiter entwickelt hat. „Für den Sommer ist sie mit ihrem säuer­lichen Geschmack ein ideales Getränk“, findet er. Napoleon Bonaparte jedenfalls, der der Legende nach die Weiße bereits kannte, hat vielleicht einen Hinweis für kreative Braumeister hinterlassen. Er lobte sie nämlich als „Champagne du Nord“. Tatsächlich würde das Berliner Bier ein wenig wie Champagner schmecken, wenn es länger gelagert wird, berichtet Methner. Also wer weiß, was noch aus der Weißen wird?

Angelika Friedl

Deutschland: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten von Berlin

1 Museumsinsel

Kunstliebhaber können sich in den fünf Museen verlieren und in einzigartige Schätze verlieben. Bringen Sie Zeit und Muße mit!

2 Zeughaus – Deutsches Historisches Museum

In »Epochenschritten« durch 2000 Jahre deutsche Geschichte, geschickt aufgeteilt für Eilige und solche, die es ganz genau wissen wollen.

3 Gendarmenmarkt

Die Berliner sind überzeugt: Einen schöneren Platz gibt es in ganz Europa nicht!

4 Brandenburger Tor

Einmal durchs Brandenburger Tor schreiten wie ein Staatsgast und dann die Fotos an die Freunde zuhause schicken – damit sie auch kommen!

5 Reichstag und Regierungsviertel

Nur noch nach Anmeldung, doch es lohnt sich: Der Aufstieg in die Gläserne Kuppel wird mit fantastischen Ausblicken – nach innen und außen – belohnt.

6 Denkmal für die ermordeten Juden Europas/Holocaust-Mahnmal

Das labyrinthische Stelenfeld bietet Anlass zum Nachdenken, der unterirdische Ort der Information liefert die historischen Zusammenhänge dazu.

7 Potsdamer Platz

Weltberühmt in den Goldenen Zwanziger Jahren, nach dem Krieg eine Brache im Schatten der Mauer und seit der Wiedervereinigung Berlins der neue Treffpunkt in der Mitte der Hauptstadt.

8 Neue Nationalgalerie

In Ludwig Mies van der Rohes »Tempel für die Kunst« gehören die unteren Räume der eigenen großartigen Sammlung des 20. Jahrhunderts. Zeitgenössische Künstler sind zeitweilig in der oberen gläsernen Halle zu Gast.

9 Berliner Mauer und Checkpoint Charlie

Die originalen Grenzanlagen sind verschwunden, aber große Fototafeln am ehemaligen Checkpoint vermitteln eindringlich die Situation im geteilten Berlin.

10 Schloss Charlottenburg

Flanieren auf den Spuren der Hohenzollernkönige durch Prunksäle, Wohnräume, Schatzkammern und den zauberhaften Schlossgarten.

 

Deutschland: Aktivurlaub mit Handicap

Aktivurlaub

Die Barrierefreien Reiseziele in Deutschland präsentieren ihre Angebote für Aktivurlauber und sportbegeisterte Reisende mit Behinderung.

Wer seinen Urlaub aktiv verbringt, hat nicht nur reichlich Abwechslung und Spaß, sondern weckt auch innere Kräfte und findet seinen ganz persönlichen Zugang zur Natur. Das gilt selbstverständlich auch für Menschen mit Mobilitäts-, geistigen oder sensorischen Einschränkungen. Radfahren, Wandern und Klettern sind wunderbare Betätigungsfelder für alle. Spezielle Angebote sind jedoch noch rar. Einen wichtigen Ausgangspunkt für die Recherche bietet die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland. Acht verschiedene Regionen, die zu den Vorreitern auf dem Gebiet des barrierefreien Reisens gehören, geben Anregungen für erfüllte Urlaubstage – für Behinderte und Nichtbehinderte gleichermaßen.

Lausitzer Seenland: Auf dem Tandem durch neue Natur
Das Lausitzer Seenland bietet sportliche Erholung auf und am Wasser. Mit mehr als zwanzig Seen ist das sich wandelnde Tagebaugebiet die größte von Menschenhand erschaffene Wasserlandschaft Europas. Man erlebt sie am besten vom Kajak, Ruder-, Tret-, Motor- oder Segelboot aus. Entlang der Ufer geht es mit Handbikes und Rollfiets, einer Kombination aus Rollstuhl und Fahrrad, aktiv voran. Blinde und sehbehinderte Radler begleiten Aktivanbieter auf dem Tandem durch die Natur. Mit vier Rädern und hoher Beschleunigung lassen sich auch Quads durch mondähnliche Tagebauflächen steuern. Gästen mit Handicap stehen diese Fahrzeuge mit Halbautomatik zur Verfügung.

Sächsische Schweiz: Klettern am Sandstein
Der Nationalpark Sächsische Schweiz im Elbsandsteingebirge beweist, dass sich Berge und Barrierefreiheit keinesfalls ausschließen. Hier, wo skurrile Sandsteinformen, verwunschene Schluchten und luftige Höhen Aktivurlauber anziehen, geht es mit dem Rollstuhl, Hand- oder E-Bike auf gut ausgebauten Wegen durch die Felsenwelt. Für hör-, lern- und geistig behinderte Besucher werden spezielle Kletterkurse angeboten. Die konzentrierte Bewegung in der Vertikalen, das Ertasten des Sandsteins auf der Suche nach Haltepunkten und die Beherrschung des Körpers beim Ausbalancieren des Gleichgewichts schaffen ganz neue aktive Naturerlebnisse.

Ostfriesland: Auf Ballonreifen das Wattenmeer erkunden
Wer Urlaub in Ostfriesland macht, kommt am Watt nicht vorbei. Auch Rollstuhlfahrer brauchen auf den Hautkontakt mit dem faszinierenden Lebensraum nicht zu verzichten. Viele Orte halten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Wattmobile für Touren durch das UNESCO-Weltnaturerbe bereit. Die extrabreiten Reifen der Fahrzeuge verhindern das Einsinken in den weichen Schlickboden. Die Sitzfläche befindet sich knapp über der Erde. So kommt der Wattboden tatsächlich zum Greifen nah. Ein Paradies ist die Region auch für Radfahrer. Die Wege weisen kaum Steigungen auf, führen mal direkt an der Küste entlang und mal durch das Binnenland. Highlights sind die vier Ostfrieslandtouren, die thematisch über die gesamte Ostfriesische Halbinsel führen.

Eifel: Wildes Naturerlebnis im Nationalpark
Vor zehn Jahren wurde ein Teil der Eifel zum Nationalpark deklariert. Die Nationalparkverwaltung bringt seitdem nicht nur Tourismus und Naturschutz in der Region in Einklang, sie macht sich auch für die Zugänglichkeit der Landschaft stark. Ein Paradebeispiel ist der barrierefreie Naturerlebnisraum „Wilder Kermeter“ mit durchgehendem Blindenleitsystem, unterfahrbaren Informationstafeln, Führungen in Gebärdensprache und einem barrierefrei ausgebauten Wegenetz, das auch mit dem Handbike erfahren werden kann. Pünktlich zum Jubiläum des Nationalparks wird ergänzend ein neuer Erlebnispfad eröffnet. Der „Wilde Weg“ führt entlang von Forschungs-, Interaktiv- und Ruhe-Stationen mobilitätseingeschränkte, blinde, gehörlose und nichtbehinderte Besucher auf 1,5 Kilometern durch die geschützte Natur.

Deutschland: Zur Berlinale nach Berlin

Ticketschalter

Berlin ist immer eine Reise wert. Selbst im Winter, wenn der Himmel grau und Wolken verhangen ist und der Wind um die Häuserecken fegt. Dann kann man sich endlich mal in Ruhe die rund 175 unterschiedlichen Museen und Sammlungen ansehen. Oder im Februar ins Kino gehen, denn dann wird Berlin zur Weltfilmhaupststadt. Zehn Tage lang flimmern rund 400 Filme über die Leinwände von 24 Kinos, wenn sich Regisseure und Schauspieler aus aller Welt bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin treffen.

Anders als in Cannes oder Venedig stehen die Kinosäle jedem Filmfan offen, schließlich ist die Berlinale mit fast einer halben Million Zuschauer jährlich das größte Publikumsfilmfestival der Welt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Zuschauer nach fast allen Vorstellungen mit den Filmemachern ins Gespräch kommen können. Die Pressekonferenzen zu den Wettbewerbsfilmen werden auf einer großen Leinwand vor dem Festivalpalast am Potsdamer Platz übertragen und mit ein bisschen Glück kann man George Clooney oder anderen Stars ein Autogramm entlocken, sie beim Abendbrot in einer der zahlreichen Berliner Restaurants antreffen oder am roten Teppich hautnah erleben.

Schlangestehen am Ticketschalter in  den Potsdamer Platz Arkaden

Karten gibt es entweder an den drei Vorverkaufsstellen in den Potsdamer Platz Arkaden, dem Kino „International“ und dem Haus der Berliner Festspiele, jeweils drei Tage im Voraus. Das ist allerdings nur etwas für Frühaufsteher und ausdauernde Schlangesteher, die ganz Harten übernachten sogar vor der Vorverkaufskasse. Einfacher ist es über das Internet. Da gibt es zudem eine kurze Inhaltsangabe des Films oder der Doku und man kann sehen, ob es überhaupt noch Karten gibt. Ist der Wunschfilm gefunden, anklicken und per Kreditkarte bezahlen, die Tickets kann man sich dann an Extra-Kassen abholen.

Das geht schneller als Anstehen, ist allerdings nicht so kommunikativ, denn viele der Filmfans schätzen den Austausch mit anderen in der Warteschlange. Wer zur Berlinale fahren möchte, sollte sich rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern, falls nicht Familie oder Freunde ein Bett anbieten. Die großen Hotels rund um den Potsdamer Platz kann man getrost von der Liste streichen, da logieren die Stars und die ausländische Presse. Da aber die 24 Kinos über die Stadt verteilt sind, findet sich garantiert eine kostengünstige Unterkunft, zum Beispiel in einem der 143 Hostels in Berlin. Oder bei Bed & Breakfast. Seit einigen Jahren gibt es die Sonder-Reihe „Berlinale goes Kiez“, in der Filme in kleinen Kinos zum Beispiel in Neukölln, Steglitz, Kreuzberg, Wilmersdorf, Charlottenburg, Weissensee und sogar in Potsdam-Babelsberg gezeigt werden. Da hat man dann nicht nur die Filme gleich um die Ecke, es gibt auch noch Lokalkolorit und sicher den einen oder anderen „Geheim“-Ausgehtipp gratis dazu.

Auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast

Filme gucken ist nicht nur anstrengend, sondern macht auch hungrig. Während der Berlinale kann man sogar beides verbinden – also nicht das Hungern, sondern Film und Essen. In der Reihe „Kulinarisches Kino“ servieren sogar Sterneköche wie Tim Raue nach der Vorführung passend zum Filmthema ein Drei-Gänge-Menü. Da empfiehlt sich eine rechtzeitige Kartenreservierung. Neu seit 2014 sind sechs Food Trucks, auf dem Festivalgelände in der Joseph-von-Eichendorff-Gasse „Essen auf die Hand“ anbieten.

Aber auch ansonsten herrscht kein Mangel an gastronomischen Angeboten in Berlin und speziell rund um den Festivalpalast, von der traditionellen Currywurst oder dem Döner bis hin zu raffinierten Delikatessen findet da jeder etwas für seinen Geschmack.

Wenn die Augen langsam viereckig werden, empfiehlt sich ein Spaziergang abseits der Kinosäle, jedoch auf den Spuren des Kino. In Berlin finden nicht nur zahlreiche nationale und internationale Fimfestivals statt, die Hauptstadt ist auch eine beliebte Filmkulisse. Von Moritz Bleibtreu bis Matt Damon waren sie schon alle da, selbst George Clooneys neuester Film „The Monuments Man“, der auf der Berlinale läuft, wurde teilweise in Berlin gedreht.

Die Filmtour startet an der Oberbaumbrücke, wo Franka Potente als Lola um ihr Leben rannte. Entlang an der East Side Gallery in Richtung Alexanderplatz und Unter den Linden geht es zu Berlins historischer Mitte, wo Tom Cruise seine „Walküre“ filmte und Helge Schneider als der „Führer“ durch den Lustgarten stolperte. Zurück geht es dann wieder durch die Karl-Marx-Allee nach Kreuzberg zur Oranienstraße, die den Hintergrund für „Goodbye Lenin“ und „Herr Lehmann“ bildeten. Auch alten DEFA-Klassikern wie „Die Legende von Paul und Paula“ und neueren Berlin-Filmen wie „Sommer vorm Balkon“ kann man in die verschiedenen Kieze folgen, wenn die sich allerdings seit den Drehtagen

ziemlich verändert haben. Mit StattReisen Berlin geht es zu verschiedenen Drehorten des Berliner „Tatort“-Duos und zur Berliner Kinogeschichte von den legendären Filmpalästen bis hin zu den heutigen Multiplexen.

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er nicht nur etwas zu erzählen, da will er auch Souvenirs mitbringen. Im Berlinale Shop in den Potsdamer Platz Arkaden gibt es vom obligatorischen Berlinale-Schal und der Umhängetasche auch Berlinale-Bären, Schlüsselanhänger, Kaffeebecher, Babystrampler und vieles mehr. Wer sich damit nicht abschleppen will, kann es auch online bestellen und sich nach Hause schicken lassen.

Regina Friedrich

Bayern: Auf den Spuren der Blauen Reiter

Fesselballon über Murnau

Berge und Seen, Seen und Berge: Zwischen München und Murnau bieten sie ein abwechslungsreiches Schauspiel. Wie ein blaues Band ziehen sich die Seen malerisch durch die Landschaft. Was jede Künstlerseele inspiriert, erfreut auch den Gast – egal ob beim Innehalten, Wandern oder Radeln.
Blau ist die Farbe, die in diesem Jahr in München, Oberbayern und im Starnberger Fünf-Seen-Land dominiert. Unter dem Motto „Blaues Jahr 2011“ wird des 125. Todestages König Ludwigs II. gedacht – und der Geburtsstunde der Künstlergruppe „Blauer Reiter“ vor 100 Jahren. Zahlreiche touristische Angebote laden zu Exkursionen auf den Spuren des bayerischen Königs und der legendären Expressionisten ein. Gebündelt werden die Offerten in zwei themenbezogenen „Blauen Boxen“. Sie sind mit verschiedensten Tipps sowie Gutscheinen und wahlweise mit Hotel-Voucher versehen (45 bis 339 Euro). Kleines Beispiel: Gutscheine aus der „BlauerReiterBox“ sind etwa im Café Luitpold bei einem Malergedeck einzulösen oder aber bei einer Altstadtführung.
 

Kandinsky in Schwabing

Für alle Fans des Expressionismus ist vor allem aber die Schwabing-Führung zu empfehlen. Der Russe Wassily Kandinsky gründete in diesem Künstlerviertel seine Malschule. Er und Franz Marc stehen für den Almanach „Blauer Reiter“. Gemeinsam mit sympathisierenden Künstlern bahnten sie dem Expressionismus in Deutschland den Weg. Ihre farbenstarken Werke sind nicht nur bei speziellen Führungen anlässlich des „Blauen Jahres“ in der Münchner Pinakothek der Moderne (www.pinakothek.de) zu sehen. Im Kunstbau Lenbachhaus wird es am 24. Oktober szenische Lesungen zum 100-jährigen Jubiläum der historischen Redaktionssitzung für den Almanach „Der Blaue Reiter“ geben. Das Münchner Lenbachhaus beherbergt eine einzigartige Sammlung von „Blauer Reiter“-Werken. Nach der Generalsanierung sind sie 2013 dort in voller Schönheit wieder zu sehen (www.lenbachhaus.de).

Das Russenhaus in Murnau

Die expressionistischen Sammlungen der bayerischen Landeshauptstadt werden durch die „MuSeen Landschaft Expressionismus“ hervorragend ergänzt. Drei Top-Adressen für Kunstliebhaber widmen sich dem Expressionismus: das am Starnberger See gelegene Buchheim Museum, was auch Werke der Dresdner Künstlergemeinschaft „Brücke“ beherbergt (www.buchheimmuseum.de); das privat geführte Franz Marc Museum in Kochel am See und das Schlossmuseum in Murnau am Staffelsee.
Wer auf dem Landweg genussvoll von München nach Murnau reist, kann erspüren, was die Künstler des „Blauen Reiters“ entflammte: die dunkle Wucht der Berge, der Farbwechsel in den Seen von Strahlendblau bis Smaragdgrün. Die satten Variationen von Braun. In dieser Idylle versuchten sich einst die Maler Gabriele Münter und Wassily Kandinsky einzurichten, fernab der damals dominierenden wilhelminischen Werte. Sie bezogen 1909 in Murnau das „Münter-Haus“, auch „Russenhaus“ genannt. Ihre Liebe lebten sie im gesunden Landleben, ihre Gefühle drückten sie in zahlreichen Arbeiten in und um Murnau aus. Münterhaus in Murnau
Farbe und Gegenstände hatten für Kandinsky einen „seelischen Klang“. Wer das verstehen möchte, sollte sich den Führungen von Fritz-Walter Schmidt anschließen. Mit Herzblut stellte der ehemalige Leiter des Tourismusbüros Murnau gemeinsam mit Joachim F. Giessler ein Buch „auf den Spuren des Blauen Reiters“ zusammen. Der heutige Pensionär und Liebhaber des Expressionismus führt mit profunden Erläuterungen und vielen kleinen Geschichten zu Originalschauplätzen in Murnau, Ried, Kochel am See und Sindelsdorf.

Lieblingsfarbe Blau 

Während das uneheliche Paar Münter und Kandinsky im Murnauer Russenhaus wohnte und dort die Redaktion für den „Blauen Reiter“ betrieb, lebte Franz Marc mit seiner Frau Maria im unweit entfernten Sindelsdorf. In seinem noch heute erhaltenen, kleinen Gartenhäuschen trafen sich namhafte Größen wie August Macke, Else Lasker-Schüler, Arnold Schönberg und Paul Klee. Zum künstlerischen Reigen des „Blauen Reiters“ gehörten ebenso Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und Heinrich Campendonk. Vor allem aber Kandinsky und Marc waren sich in Sachen Kunst und Reflektion sehr verbunden. Den Namen „Der Blaue Reiter“ sollen sie laut Überlieferung am Kaffeetisch im Gartenhäuschen kreiert haben. Beide liebten die Farbe Blau.

Kathrin Fiedler

Deutschland: Saarbrücken – „Hauptsach gudd gess“

Städtische Impressionen, Fotograf: Bernd Siegmund

„Wie ich so über die grüne Tiefe hinaussah und der Fluss so still floss, da war die ganze Beschwerlichkeit des Tages vergessen wie ein Traum“, schrieb der Dichterfürst Goethe 1770 angesichts der friedlichen Saar. Doch der Fluss kann auch anders. Eine Kreuzworträtselfrage deutet das an: Nebenfluss der Saar mit 13 Buchstaben? Stadtautobahn. Manchmal ist die Welt so gemacht, dass sogar eine Kreuzworträtselfrage als Lokalkolorit dienen kann.

Es vergeht kaum ein Jahr, in dem die Saar nicht für ein paar Tage ihr Flussbett verlässt, die Stadtautobahn unter Wasser setzt und neugierig die Häuserlandschaft erkundet. Richtig unangenehm wird es für die Saarbrücker ab einem Pegelstand von acht Metern. Dann sind riesige städtische Areale überflutet und in Hunderten von Häusern steigt das Wasser bis in die erste Etage. Und auch für den St. Johanner Markt heißt es „Land unter“. Und der ist immerhin die „gute Stube“ der Stadt.

Der Ludwigsplatz, Fotograf: Bernd Siegmund

Gesäumt von barocken weißen Bürgerhäusern ist dieser Stadtflecken mit seinem berühmten Marktbrunnen (1759) ein Teil der Saarbrücker Identität. Hier schlägt das Herz der Stadt. Auf dem St. Johanner (seit 1978 Fußgängerzone) trifft man sich, amüsiert sich, trinkt das eine oder andere Glas Bier, Wein, Sekt oder Selter, schwätzt miteinander und genießt das Leben. Hippe Modegeschäfte, urige Kneipen, schicke Boutiquen, Cafés und Restaurants reihen sich Haus an Haus. Schon früh am Morgen, wenn sich die letzten Nachtschwärmer mit den Frühaufstehern bei Café au Lait und Croissants treffen, ist der heilige Johann zugange. Tagsüber bevölkern fröhlich gestimmte „Kauf-Menschen“ den Platz. An warmen Sommerabenden hat man Mühe, einen freien Stuhl im weiten Rund zu finden, St. Johanner wird zur Bühne, auf der sich jeder selbst inszeniert. Gegeben wird das immer gleiche Stück, es heißt „Leben und leben lassen“.

Das „Savoir vivre“, die Kunst zu leben, lässt sich hier auf das Angenehmste studieren. Die Nähe zu Frankreich macht sich nicht nur in den Kochtöpfen bemerkbar. Von keiner anderen deutschen Stadt kann man mit der Straßenbahn nach Frankreich reisen. Die Linie 1 braucht genau 30 Minuten, um vom Rathaus in die französische Stadt Saareguemines (Saargemünd) zu fahren. Fünf Euro kostet die Reise ins Ausland. Es gibt zweisprachige Straßenschilder, grenzüberschreitende Ehen, gemeinsame Feste, viele Franzosen arbeiten in Saarbrücken, auf den Speisekarten steht Pâté (in Kruste gebackene Pastete) wie selbstverständlich neben dem Traditionsgericht Dibbelabbes (ein kräftig gebratener Kartoffelauflauf mit viel Lauch, Speck und Zwiebeln). Die heimische Kultur vermischt sich nahtlos mit französischer Leichtigkeit. Heraus kommt jenes undefinierbare Etwas, das als saarländisches Flair beschrieben wird, chemisch gesehen ein Gemisch aus Teilchen verschiedenster Stoffe. Einfach „magnifique“, herrlich. Aber dafür muss man einen Sinn entwickeln.

Saarbrücker Spezialuhr,  Fotograf: Bernd Siegmund

Und das kann man am besten beim Essen. Dieser Tätigkeit gibt sich der Saarbrücker mit all seinen Sinnen hin. Im Gasthaus Zahm am St. Johanner Markt beispielsweise, einer Lokalität, die u. a. mit saarländischer Versuchung lockt, mit Hackfleich gefüllten Klößen (Gefillde) in Speckrahmsoße. Dazu gibt’s ein herzhaftes Sauerkraut. Natürlich kann man im „Zahm“ auch französisch essen. Schnecken in kleinen Pfännchen gratiniert mit Kräuterknoblauchbutter. Wunderbar! Und stets wird beim Essen „geschwätzet“. Erst das gepflegte Gespräch macht aus der reinen Nahrungsaufnahme eine schwelgerische Kulturtat. „Für uns Saarbrücker“, sagt der kenntnisreiche Stadtführer Peter Mögling, „ist Schwätze ein sozialer Akt“. Der Saarbrücker, neugierig, freundlich und weltoffen, schwätzt mit jedem über Gott und die Welt. Und zwar am liebsten auf Saarbrigga Platt. Spätestens hier muss man als Berliner passen.

Und so gewinnt man wenigstens Zeit für einen Mann, der Saarbrücken (178 881 Ew.) wie kein zweiter geprägt hat: Friedrich Joachim Stengel (1694-1787). Kurfürst Wilhelm-Heinrich von Nassau-Saarbrücken hatte den in Zerbst geborenen Barockbaumeister 1735 ins Saarland geholt, um sich eine seinen Ansprüchen genehme Residenzstadt bauen zu lassen. Die barocke Pracht, die damals entstand, prägt Saarbrücken bis heute. Trotz vieler Kriegswunden, die nie mehr heilten.

Schloss Saarbrücken, Fotograf: Bernd Siegmund

Zu bewundern sind u. a. das Schloss (1738-48), das Alte Rathaus (1748-50), die Friedenskirche (1743-46), der Brunnen auf dem St. Johanner Markt, der zum beliebtesten Treffpunkt der Bürger avancierte und natürlich die Ludwigskirche auf dem Ludwigsplatz (1762-1775). Dieses Bauensemble bildet, da sind sich alle Experten einig, den künstlerischen Höhepunkt im Schaffen des Barockbaumeisters Stengel. Der Platz ist so schön und vollendet in seiner Harmonie, dass man ihn sich sofort in Seidenpapier einpacken lassen möchte, um ihn mit nach Berlin zu nehmen. Leider geht das nicht, die Saarbrücker wären zu traurig.

Glockenspiel am Rathaus Saarbrücken, Fotograf: Bernd Siegmund

Ein letztes Wort noch zum Rathaus, hinter dessen Mauern fleißige Beamte am Wohl der Stadt arbeiten. Das kluge Haus, nach Entwürfen von Georg von Hauberisser 1897-1900 erbaut, hat einen 54 m hohen Turm, von dem aus täglich um 15.15 Uhr und 19.19 Uhr ein Glockenspiel ertönt. Befragt, wie diese seltsamen Zeiten zu erklären seien, antwortete ein profunder Kenner der Materie: „Um 15.15 Uhr heißt es für die Beamten: Aufwachen, bald ist Feierabend. Wer um 19.19 Uhr noch das Glockenspiel hört, der weiß, er hat verschlafen.“

Bernd Siegmund

Deutschland: Winterbadespektakel auf Usedom

Unter dem Motto „Magie des Meeres“ wagen sich am 15. Februar 2014 mehr als 100 verkleidete Eisbader beim 20. Usedomer Eisspektakel in die winterkühle Ostsee. Ab 11.00 Uhr verwandelt sich der Strand links der Ahlbecker Seebrücke zu einem Schauplatz für furchtlose Wasserratten und neugierige Zuschauer. Um 13.00 Uhr präsentieren die Eisbader ihre märchenhaften Kostüme auf dem Laufsteg, bevor sie dann „eiskalt“ in die Fluten spazieren. Die außergewöhnlichsten Kostümierungen werden mit Pokalen ausgezeichnet. Neben dem ausgefallensten Einzelbader-Kostüm und der originellsten Eisbader-Kostüm-Gruppe werden auch der älteste und jüngste sowie der am weitesten angereiste Badegast mit Pokalen prämiert.