Deutschland: 200 Wege über das Meer

VFF Fährfolder 2014

Auf über 200 Seerouten bringen die europäischen Fährgesellschaften Urlauber und Geschäftsreisende bequem, sicher und entspannt an ihr Ziel. Für die schnelle Reiseplanung hat der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik e. V. die praktische Broschüre „Fähren, Routen, Reedereien“ für 2014 neu aufgelegt. Das Streckennetz von 26 Reedereien ist darin übersichtlich auf Routenkarten dargestellt: über Nord- und Irische See, Ostsee, durch das Mittelmeer und jetzt neu: über das Schwarze Meer.

Deutschland wird auf 17 Fährrouten mit Skandinavien, Russland und dem Baltikum verbunden, die Passagen starten unter anderem in Kiel, Travemünde und Rostock. Insgesamt 95 Strecken im Norden listet die Broschüre auf, dazu gehören auch die Nordsee-Verbindungen ab Dänemark, Holland, Belgien und Frankreich mit Kurs auf die Britischen Inseln, nach Norwegen sowie bis nach Island. Für das westliche und östliche Mittelmeer gibt die Broschüre einen Überblick über 90 internationale und nationale Fährpassagen. Neu aufgenommen wurden Fährverbindungen im Schwarzen Meer, zum Beispiel ab Odessa über Sotschi, die Stadt der Winterolympiade 2014, bis ins georgische Batumi.

Viele Wege führen zum Fährticket: Die Übersicht der Reedereien wird ergänzt um Buchungstelefonnummern, E-Mail-, Internet- und Facebook-Adressen der Fährreedereien. Smartphone-Nutzer werden über QR-Codes direkt auf die Seiten der Fährgesellschaften gelotst oder auf die Homepage des VFF: Hier sind unter dem Navigationspunkt „Buchung“ gleich mehrere reedereiübergreifende Buchungsportale zu finden.

VFF Fährfolder 2014_Die Routen im Norden

VFF Fährfolder 2014_Die Routen im Süden

Deutschland: Bayern – Cooles Horn

Klavier, Blockflöte oder Gitarre. Das kann doch jeder. Wer beim Musik machen richtig auffallen will, der sollte Alphornsspielen lernen. In Garmisch-Partenkirchen bietet Elisabeth Heilmann auch Kurse für Touristen an. Und: Wer will, darf sogar auf dem Gipfel der Zugspitze spielen.

Alphornblasen, das kann jeder lernen. Denn: „Jeder hat einen Mund und eine Zunge“, sagt Elisabeth Heilmann, Chefin der Werdenfelser Alphornbläserinnen aus Garmisch-Partenkirchen. Die Damentruppe der lebhaften Endfünfzigerin spielt seit mehr als zehn Jahren mit Erfolg gegen die Männerdominanz im Alphornblasen an. Sogar bis auf das Sofa von Stefan Raabs Fernsehshow „tv total“ haben es die Frauen schon geschafft. Kein Wunder, denn „fesch“ sind Heilmanns Mitstreiterinnen allesamt. „Doch“, und darauf besteht Heilmann, „wir sind nicht nur schön, wir können auch was.“ Das merkt man schnell, wenn die sechs Frauen loslegen und die Hörner zum Klingen bringen.

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist es allerdings schon, das Schnurren und Brummen der Alphörner. Es gab Zeiten, da galten die Alphörnen als Instrument von Bettlern. Und das, obwohl Leopold Mozart schon 1756 die Sinfonia Pastorella, ein Stück für Alphorn, geschrieben und dem Instrument damit den Einzug in die Konzertsäle geebnet hat. Heute ist das Alphorn zwar kein Instrument, das jeder Jugendliche lernen will. Nachwuchssorgen haben die Werdenfelser Alphornbläserinnen aber keine. Sogar eine Kindergruppe hat Elisabeth Heilmann  gegründet.

Hornblasinstrumente gibt es schon lange. Angeblich haben schon Steinzeitmenschen ins Horn geblasen. Damals aber verwendeten sie hohle Tierknochen als Musikinstrumente. Alphörner, wie wir sie heute kennen, haben die Schweizer erfunden. 1527 wurde das Instrument erstmals erwähnt. Der Prior eines Schweizer Klosters hielt in seinen Abrechnungsbüchern fest, dass er einem Mann zwei Batzen fürs Alphornspielen gegeben habe. Der Batzen ist eine alte Schweizer Münze. Einen Batzen Geld hinlegen muss auch, wer heute ein Alphorn kaufen will. 1500 bis 2000 Euro kostet das fast vier Meter lange Instrument. Hergestellt werden Alphörner aus  Linden-, Erlen- oder Fichtenholz. Je nach Länge, Ausführung und Material wiegen sie drei bis acht Kilo.

Schwer sind Alphörner aber nur vom Gewicht – das spielen dagegen fällt den meisten leicht. „Im Grunde ist es ganz einfach“, sagt Elisabeth Heilmann, „die Lippen müssen vibrieren und  man muss locker bleiben“. Mehr braucht es nicht. Angeblich. Nach meinen ersten, wenig wohlklingenden Versuchen konstatiert die Chefin aber: „Journalisten tun sich alle schwer, das sind Kopfmenschen.“ Na bitte, da haben wir es. Dabei wäre das Alphornblasen so gesund. Als Beispiel dafür führt Elisabeth Heilmann ihren Vater an. Als der mit Ende achtzig starb, war er der älteste Alphornspieler im Werdenfelser Land. Genauso wie der Vater, will  es auch die Tochter halten. „Ich werd spielen bis zum Umfallen“, sagt sie.

Bei den Frauen in Elisabeth Heilmanns Truppe muss sich die lebensverlängernde Wirkung des Alphornspielens erst noch zeigen, denn sie sind allesamt noch sehr jung. Die 19-jährige Claudia Westermeier beispielsweise besucht das St. Irmengard-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen. Sie kommt mit ihrem ungewöhnlichen Instrument bei den Klassenkameraden gut an. Dass sie Volksmusik spielt und dabei Tracht statt Jeans trägt stört keinen von ihnen. Ganz im Gegenteil: „Hey, du spielst Alphorn, des is ja cool“, berichtet sie über die Reaktionen vieler Jungs in ihrer Schule. Dass Alphornspielen „cool“ ist, bestätigt auch Elisabeth Heilmann. „Wenn ich junge Mädels anspreche und frage, ob sie mitmachen wollen, reagieren sie meist erstaunt.“ Mädels und Alphorn, das passt für viele nicht zusammen. “Aber wenn eine mal angefangen hat, bleibt sie auch dabei“, weiß Elisabeth Heilmann aus Erfahrung.

Auch Touristen können bei ihr mit dem Alphornblasen anfangen. Zweitägige Kurse bietet sie an, pauschal mit Übernachtung in ihrer kleinen Pension. Weil das riesige  Instrument nur bedingt für Innenräume geeignet ist, wird meist draußen geübt. Da trifft es sich gut, dass  Heilmanns Pension am Ortsrand liegt. So muss kein Nachbar die von Alphornschülern produzierten Geräusche ertragen, und die wiederum können mit direktem Blick auf die Zugspitze üben.

Wer noch höher hinaus will, den nimmt Elisabeth Heilmann auch mit hinauf auf die Zugspitze und erteilt ihren Unterricht auf dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg.

Rasso Knoller

Info: Ein Alphornwochenendkurs mit zwei Übernachtungen kostet 285,60 Euro. Wer oben auf der Zugspitze üben will, der muss nochmals zusätzlich 95 Euro bezahlen. Elisabeth Heilmann-Reimche, Samweberstr. 18, 82467 Garmisch-Partenkirchen,

Tel. 08821/948522, http://www.alphorn-zugspitze.de und www.haus-heilmann.de

Allgemeine Infos zur Region: Tourismusgemeinschaft Zugspitz-Region, Richard-Strauss-Platz 1a, 82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel. 08821/180484, www.zugspitz-region.de

Vatikan: Wir sind nicht mehr Papst!

Die ewige Stadt Rom

Jetzt ist es soweit, der Papst genießt ab heute 20 Uhr seinen Ruhestand. Nun muss ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt werden. Deshalb wird es in den nächsten Wochen noch mehr Menschen als sonst nach Rom ziehen.

Wie wird der Nachfolger von Papst Benedikt XVI. gewählt?

Wie viele Kardinäle sind wahlberechtigt?

Wie geht das mit dem Rauch?

Welche Päpste amtierten im letzten Jahrhundert?

All diese Fragen beantwortet der soeben erschienene Baedeker ROM.

Neben der Infografik zur Papstwahl gibt es auch ausführliche Wissensspecials zur Geschichte des Papsttums und zu Michelangelos Farbkosmos – der Ausmalung der Sixtinischen Kapelle, in der die Papstwahl durchgeführt wird.

Aber auch wer erst nach dem Trubel um die Papstwahl Rom und den Vatikan besucht, findet im neuen Baedeker alles Wissenswerte über Pantheon, Trevi-Brunnen, Kolosseum, Petersplatz, Petersdom, und die Vatikanischen Museen.

Baedeker Rom
362 Seiten inklusive Reisekarte
Preis: € 22,99 (D) / € 23,70 (A) / sfr 36,90
ISBN 978-3-8297-1444-0