Niederlande: Die Neue Wildnis kommt in deutsche Kinos

Sonnenuntergang in Flevoland_Quelle EMS Films

Sonnenuntergang in Flevoland_Quelle EMS Films

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag den 9. April startet der niederländische Dokumentarfilm Die Neue Wildnis in den deutschen Kinos. Mit fast zwei Jahren Produktionszeit ist das Werk die aufwendigste niederländische Dokumentation aller Zeiten. Aus den 380 Stunden Filmmaterial, das zahlreiche Kamerateams produziert haben, ist ein etwa 97 Minuten langes Meisterwerk über die Schönheit der niederländischen Natur in der Provinz Flevoland entstanden.

Die neue Wildnis in Flevoland

Kämpfende Hirsche_Quelle EMS Films

Kämpfende Hirsche_Quelle EMS Films

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles steht im Zeichen der Natur in Europas größtem Naturgebiet, den Oostvaardersplassen in der jüngsten niederländischen Provinz Flevoland. Zwar wurde die Provinz von Menschenhand geschaffen, indem Land trockengelegt und dem Meer abgerungen wurde, aber sie ist doch eine der unberührtesten Naturlandschaften Europas. Bei der Trockenlegung der zwölften Provinz der Niederlande gab es zuerst Pläne, die Oostvaardersplassen zu einem Industriegebiet zu machen. Da der Boden aber zu nass war, entschied man sich dafür, der Natur ihren Lauf zu lassen. Somit gilt Flevoland als das Resultat des größten Einpolderungsprojektes aller Zeiten.
Überall in dieser niederländischen Provinz wandert man auf ehemaligem Meeresgrund und das trockenen Fußes, obwohl das Land im Schnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Ein halbes Jahrhundert nach der Einpolderung sind auf diesem einstigen Meeresboden prächtige Naturgebiete entstanden. Flora und Fauna schufen sich ihre eigenen Lebensräume, wodurch heute ein Sumpfgebiet mit Mooren, Weideland und einer vielseitigen Tierwelt, darunter Wildpferde und hunderte Vogelarten entstand. Besucher können in dieser einzigartigen Region beispielsweise die holländischen „Big Five“, die „Fünf Großen“ der neuen Wildnis in den Oostvaarderplassen entdecken, die Stille im ruhigen Herzen des Horsterwolds erfahren oder sich im Waterloopbos bei einer Wanderung durch die dortige Testanlage der Deltawerke für die Häfen von Vlissingen und Lagos überraschen lassen. Die Natur der Oostvaardersplassen lieferte die Kulisse für den preisgekrönten Naturfilm Die Neue Wildnis. Der Film zeigt prächtige Bewegtbilder dieses einzigartigen Stücks Wildnis und lädt Besucher dazu ein, die unerwartete Natur in diesem „neuen Land“ zu entdecken.

Rennende Wildpferde_Quelle EMS Films

Rennende Wildpferde_Quelle EMS Films

Grönland: INUK – Der erste grönländische Film in deutschen Kinos

Erzählt wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die zwei Menschen zurück ins Leben holt. In der grönländischen Hauptstadt Nuuk lebt der Junge Inuk ein nicht ganz einfaches Leben. Allein gelassen von seiner Mutter und ihrem Freund gerät er immer mehr außer Kontrolle, so dass er von den Behörden schließlich nach Uummannaq geschickt wird. Hier begegnet er Ikuma, einem wortkargen Jäger, dessen mysteriöse Vergangenheit ihm Rätsel aufgibt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine einsame und doch heilsame Reise in die weiße Wildnis.

Auf der gefährlichen Robbenjagd im ewigen Eis lernen die beiden nicht nur einander, sondern auch sich selbst ganz neu kennen. Jenseits des Polarkreises, zwischen Eislandschaften und Gletscherpässen tauchen beide tief in die Geschichte der Inuit ein. Beide müssen verstehen lernen, dass die Erinnerung zum Schlüssel für die Zukunft werden kann. Die Hauptperson findet nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu den Traditionen Grönlands zurück: der Fahrt mit dem Hundeschlitten und der Jagd. Uummannaq bietet einen Mix aus Moderne und Ursprünglichkeit, aus „städtischem“ Leben und rauer Natur.

Uummannaq gilt als einer der Orte, an denen das echte und mystische Grönland noch lebendig ist. Etwa 1.300 Menschen leben hier auf 12 Quadratkilometern, bunte Häuser erstrecken sich am Fuße schroffer Felsen, Eisberge treiben um die Insel und Wale tummeln sich im Wasser. „Der Robbenherzförmige“ bedeutet Uummannaq auf deutsch, benannt nach dem Aussehen des fast 1.200 Meter hohen Berges, der die Landschaft prägt. Die Inuit leben von der Fischerei und der Robbenjagd, dennoch hat auch hier die Moderne Einzug erhalten: die Kajaks wurden von Motorbooten abgelöst und Fußball beim FC Malamuk Uummannaq hat sich zu einer der beliebtesten Freizeitaktivitäten entwickelt.

Naturliebhaber erleben die Insel bei Wandertouren oder Kajakausflügen, im Winter bieten die Einwohner Hundeschlittentouren für Touristen an. Die Insel ist aber nicht nur wegen des Einklangs von Ursprünglichkeit und Moderne sowie für Naturerlebnisse bekannt. Hier liegt auch das Polar Institute und zeigt unter anderem eine Ausstellung über den deutschen Pionier der Polarforschung Alfred Wegener, der 1930 auf einer Grönlandexpedition ums Leben kam.