USA: Florida – Mit dem Fahrrad durch die Bäume

ORLANDO. Die „Ferienhauptstadt der USA“ ist weltbekannt für ihre Freizeitparks. Ringsherum sorgt Floridas Wildnis für echte Naturabenteuer – von der Radtour über Alligatoren-Sümpfen bis zum Bad mit Seekühen.

K1024_CanopyCycling-ForeverFlorida2Die ersten Meter sind noch zaghaft. Doch es geht leichter als gedacht. Zudem ist es bequem: Fahrrad fahren, fast im Liegen, ohne auf Verkehr zu achten. Auch Wurzeln, schlechte Wege, Holpersteine sind für diesen Waldausflug per Rad kein Thema. Denn statt am Boden fährt man durch die Luft. Canopy Cycling (Baumkronenradeln) heißt dieser Spaß in der Erlebnis-Ökofarm „Forever Florida“. Nur eine Autostunde von Orlando mit zahllosen Hightech-Freizeitparks lockt die Wildnis.
Bald wird der Tritt in die Pedale fester. Die Kette schnurrt, trägt die Kraft nach oben und zieht den Baumradler samt Gefährt per Seilwinde hinauf zu den Kronen der Kiefern, Palmen und Zypressen. Eine Fahrradtour mitten durch die obere Etage des Urwalds von Florida!

K1024_Orlando-AlligatorJedes Rascheln, jeder Laut lenkt die Augen in das Gewirr aus Stämmen, Ästen, Blättern, Wurzeln. Durch das Dickicht  funkeln Wasserläufe und die schwarzen Spiegel schlammiger Tümpel. Vögel, Hirsche, Sumpfschildkröten. Ein Gürteltier. Ein Alligator! Fünf Meter unter den Füßen der Wipfel-Wanderer aalt sich die fünf Meter lange Urzeitechse im Morast.

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Nach dem stillen Höhenflug holt der Super-Truck der Orangenplantage „Showcase of Citrus“ die Orlandobesucher auf den Boden der Tatsachen zurück. Der turbulenten Tour über Stock und Stein folgt ein Ernteeinsatz. Jeder darf so viele Zitrusfrüchte pflücken, wie er tragen kann.
Für mehr Abenteuer sorgt ein Besuch  im Themenpark Disney’s Animal Kingdom. Wer dort einen „Wild Africa Trek“ bucht, kommt Respekt einflößenden Schnauzen und Klauen recht nah. Höhepunkt der Action-Safari ist ein Gang über die Wackelbrücke im Krokodilgehege. Dessen Bewohnern will keiner zu nahe kommen. Dagegen wecken die gutmütigen Karibik-Manatis (Seekühe) im Blue Spring State Park bei Orange City fast Streichellust.

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Bereits vom Ufer des St. John’s River sind die friedlichen Wasserbewohner zu sehen. Vom Kayak aus kommt man ihnen näher. Zuerst ist den Paddlern etwas mulmig. Denn wer hier zwischen Bucht und Fluss kentert, kann leicht als Reptilienmahlzeit enden.
Hinter einer Schutzschleuse, die Seekuhkälber vor fressgierigen Feinden bewahren soll, zeigt sich die Bootsbesatzung viel entspannter. Im Nu ist sie umringt von den sanften, überwiegend stummen Wesen. Wenn sie alle paar Minuten ihre dicke Nasen zum Atmen aus dem Wasser stecken, kann man in ihre schwarzen Hundeaugen blicken. Wer selber in den Fluss steigt und sich ihren langsamen Schwimmbewegungen anpasst, wird von den  faszinierenden Tieren mit Momenten voller Harmonie und Schönheit belohnt.

Text und Fotos: Carsten Heinke

Service-Infos ORLANDO

Anreise: Nonstop mit Lufthansa ab Frankfurt (der Flug dauert 10,5 Stunden), mit United Airlines, Delta Air Lines, British Airways u. a. jeweils mit einem Stopp.
Klima und Reisezeit: Das tropisch feuchte Orlando ist ein ganzjähriges Reiseziel mit durchgehend warmen Temperaturen, von Mai bis Oktober mit bis zu 29 Grad Celsius.
Hotels: In und um Orlando gibt es 440 Hotels mit mehr als 115.000 Zimmern. Für kurzfristige Hotelreservierung vor Ort: Official Visitor Center beim Gala Center, 8723 International Drive, Suite 101 (südöstliche Ecke des International Drive und der Austrian Row). Geöffnet täglich außer 25.12. von 8.30 bis 18.30 Uhr, Telefon 407-363-5872.
Parks und Aktivitäten: Die Erlebnis-Ökofarm „Forever Florida“ bietet Cypress Canopy Cycle (Baumfahrrad), Wald-Achterbahn (Extrem-Ziplining) und Reiten (www.floridaecosafaris.com). Im Blue Spring State Park in Orange City kann man mit Seekühen schwimmen oder sie beim Paddeln aus nächster Nähe bebachten (www.floridastateparks.org/bluespring), eine weitläufige Ranch per Monster-Truck erkunden und danach selber Zitrusfrüchte ernten bei  „Showcase of Citrus“ in Clermont (www.showcaseofcitrus.com).
Naturabenteuer direkt in Orlando gibt es im Echsen-Action-Zoo Gatorland (www.gatorland.com), in den Maritim-Parks Discovery Cove (www.discoverycove.com) und SeaWorld (www.seaworldorlando.com) oder in Disney’s Animal Kingdom (www.disneyworld.disney.go.com/parks/animal-kingdom) zu erleben. Obligatorisch: eine Fahrt mit „Boggy Creek Airboat Rides“ durch die Everglades (www.bcairboats.com).

 

FIAT schwimmt auf Kreuzfahrtschiff zu

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Der Empfang war einer echten Diva würdig: Eine Flotte schwimmender FIAT 500 geleitete die MSC Divina nach ihrer 18-tägigen Atlantiküberquerung am 19. November 2013 mit einer spektakulären Show in den Hafen von Miami. Von hier aus werden nun ganzjährig Kreuzfahrten durch die Karibik angeboten. Schon vom Abfahrtshafen Venedig an war als Reminiszenz an die Heimat des Kreuzfahrtunternehmens ein metallic-roter Cinquecento mit an Bord.

USA: Zahnarzt rettet Schildkröte

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Zahnarzt Fred Troxel und seine Patientin Elena. Fotograf: Andy Newman, Florida-Keys-News-Bureau

Dem Team des Turtle Hospitals auf Marathon, Florida Keys, ist es dank des Einsatzes eines Zahnarztes gelungen, eine vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte vor dem sicheren Tod zu retten. Das zwanzig Kilo schwere, weibliche Reptil war nach dem Zusammenstoß mit einem Boot vor gut einem Monat an der Küste von Key West gestrandet. Nach Einlieferung in das Schildkrötenkrankenhaus wurde das lebensgefährlich verletzte Tier mit viel Fürsorge und der Gabe von Medikamenten wieder aufgepäppelt. Ein großes Problem beim Genesungsprozess stellte jedoch der gebrochene Panzer dar. Fred Troxel, Zahnarzt aus den Florida Keys, wurde zu Hilfe gerufen. Er verschloss den 25 Zentimeter großen Riss mit zwei orthopädischen Platten. Diese fixierte er mit einem für die Zahnmedizin entwickelten künstlichen Füllmaterial, das sich mit organischen Substanzen verbindet. Der vollständigen Erholung der Schildkröte, die das Team des Turtle Hospitals auf den Namen „Elena“ taufte, steht nun nichts mehr im Wege. Die Chancen stehen gut, dass sie eines Tages ins Meer zurückkehren kann.

Das Turtle Hospital auf Marathon existiert seit 27 Jahren. Über 1.300 Tiere verdanken dem Team des Schildkrötenkrankenhauses ihre Rettung. Nur 25 Tiere konnten aufgrund der Schwere ihrer Verletzung nicht wieder in Freiheit entlassen werden und leben heute vor Ort oder in anderen Einrichtungen weltweit. Jährlich behandeln die Ärzte zwischen 50 und 75 gepanzerte Patienten. Deren Heilungsprozess beträgt durchschnittlich drei bis vier Monate.

 

 

 

 

USA: Das Shuttle wird Museum

Nach 135 Flügen geht die Ära des Space Shuttles zu Ende. Nach 30 Jahren sind Discovery, Endeavour und Atlantis zu alt geworden. Einst war es ihre Aufgabe, schwere Teile ins All zu befördern, doch dieses Programm ist jetzt abgeschlossen. „Während die Finanzierung für das Space Shuttle Programm ausläuft, wurden 2011 ins Kennedy Space Center mehrere Millionen Dollar investiert. Das Besucherzentrum soll erweitert werden, und wenn die NASA grünes Licht gibt, wird eines der Shuttles nach seinem letzten Flug zum Museum und für Raumfahrtfans zugänglich gemacht werden.