DuMont Bildatlas: Fränkische Schweiz

Die Fränkische Schweiz genießen bedeutet deftige Küche und gutes Bier. Aber das ist nicht alles, was diese Region zu bieten hat. Eine abwechslungsreiche Landschaft findet sich hier, karge Bergkuppen wechseln mit bizarren Felsformationen, kleine Flüsse fließen durch grüne Täler und überall Streuobstwiesen. Wer an kulturellen Highlights interessiert ist, sollte nach Nürnberg, Bamberg und Bayreuth. Die Autoren Ralf Nestmeyer und Rasso Knoller führen den Leser in sechs Kapiteln mit beeindruckenden Fotos, spannenden Reportagen, ausgesuchten Aktivangeboten und wertvollen Reisetipps durch die Region. Neu sind die Aktiv- Kästen, die besondere Empfehlungen von Rasso Knopller enthalten: eine Wanderung auf dem „Frankenweg“, Kurse für Fliegenfischen in Wiesent oder eine Gondeltour auf der Regnitz. Geblieben sind die detaillierten Reisekarten, auf denen die Topziele zusätzlich mit Hinweisnummern versehen sind, die sich im Text der Infoseiten eines jeden Kapitels wiederfinden. Das abschließende Servicekapitel fasst noch einmal alle wichtigen Fakten zur Reise zusammen.Die Fränkische Schweiz genießen bedeutet: deftige Küche und gutes Bier. Aber das ist nicht alles, was diese Region zu bieten hat. Eine abwechslungsreiche Landschaft findet sich hier, karge Bergkuppen wechseln mit bizarren Felsformationen, kleine Flüsse fließen durch grüne Täler und überall Streuobstwiesen. Wer an kulturellen Highlights interessiert ist, sollte nach Nürnberg, Bamberg und Bayreuth.

Deutschland: Die Jeans ist ein Franke

Die Jeans ist der Inbegriff Amerikas. Doch Levi Strauss, der Mann der die blaue Arbeitshose weltweit bekannt gemacht hat, kam aus dem fränkischen Buttenheim.

In weit mehr als 100 Ländern der Welt kann man Levi’s Jeans kaufen, über 10.000 Menschen arbeiten für den Konzern und wohl kaum eine Marke hat weltweit ein solchen Bekanntheitsgrad. Doch Levi Strauss, der Gründer und Namengeber der Firma, kam ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Franken.

1983 bekam der Bürgermeister von Buttenheim einen Brief aus Milwaukee. Darin bat eine Amerikanerin, die eine Ausstellung über erfolgreiche deutsche Einwanderer organisieren wollte, um Informationen über die Jugendzeit von Levi Strauss. Der Bürgermeister war vermutlich ziemlich verwundert über das Schreiben – niemand in Deutschland wusste damals, dass der Erfinder der Jeans aus der Fränkischen Schweiz stammte. Neugierig geworden, durchsuchte man in Buttenheim die Geburtsregister und fand heraus: Ein Löb Strauss war tatsächlich am 26. Februar 1829 als Sohn eines jüdischen Hausierers in Buttenheim zur Welt gekommen. Und Löb war – wie sich bald herausstellte – nichts anderes als die deutsche Namensform von Levi.

Sogar das Geburtshaus von Löb Strauss stand noch, war aber in schlechtem Zustand. Die Stadt kaufte das baufällige Gebäude, überlegte dann aber lange hin und her, was damit passieren sollte. Zunächst hofften die Buttenheimer, der Levi’s Konzern in den USA würde den Umbau unterstützen. Doch der kam erst viel später – und dann auch nicht als Sponsor für den Bau – ins Boot. Anstelle dessen meldete ein japanischer Vergnügungspark sein Interesse an. Der wollte das Gebäude Stein für Stein abtragen und in seinem Heimatland als Attraktion zwischen Loopings und Autoscootern wieder aufbauen lassen. Trotz klammer Kassen lehnten die Buttenheimer das Angebt ab. Löbs Haus sollte in der Heimat bleiben. Schließlich machte man sich dann doch an die Renovierung des Gebäudes, und im Jahr 2000 wurde das ehemalige Wohnhaus der Familie Strauss als Museum eröffnet.

Seitdem arbeitet Tanja Roppelt Levi Strauss Museum als Direktorin. Mit sichtbarem Stolz führt die junge Frau Besucher durch ihr Haus. „Das hier war der einzige Wohnraum der Familie Strauss“, erklärt sie im ersten Ausstellungsraum. Mit geschätzten 30 Quadratmetern ist der alles andere als groß – kaum vorstellbar, dass hier der kleine Löb zusammen mit sechs Geschwistern und seinen Eltern gelebt haben soll. Der zweite Ausstellungsraum ist noch kleiner. „Die Küche der Straussschen Wohnung“, sagt Roppelt. Im Obergeschoss, in dem heute mit Fotos und Videos der Lebensweg von Levi Strauss in den USA nachgezeichnet wird, wohnte damals schon eine andere Familie.

Mit Kurzwaren durchs Land

Familie Strauss hatte immer zu wenig Geld. Der Vater zog als Händler von Hof zu Hof und verkaufte Kurzwaren. Seine Familie konnte er davon kaum ernähren. Deswegen wanderten die beiden ältesten Brüder in die USA aus, um dort ihr Glück zu versuchen. Nach dem Tod des Vaters folgte auch die Mutter, zusammen mit Löb und den jüngeren Geschwistern.

Löb arbeitete zunächst für seine beiden Brüder. Die hatten im New Yorker Stadtteil „Little Germany“ einen kleinen Laden eröffnet und es damit zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Bald nahm Löb die amerikanische Staatsbürgerschaft und gleichzeitig den Namen Levi an. Im Auftrag seiner Brüder zog er in den frühen 1850er Jahren an die Westküste. Er sollte dort eine „Zweigstelle“ des New Yorker Betriebes eröffnen. In Kalifornien hatte man nämlich Gold gefunden und Tausende von Glücksrittern machten sich auf den Weg dorthin. Levi Strauss folgte zwar auf ihren Spuren,  kam selbst aber nicht, um Gold zu schürfen. Sein Geld verdiente er damit, dass er den Goldsuchern all das verkaufte, was sie zum Leben brauchten: Äxte und Tassen, Messer und Schaufeln, Hemden und Hüte. Und Hosen aus stabilem Denimstoff. Levi Strauss wurde schnell zu einem erfolgreichen Unternehmer und belieferte bald den gesamten Westen.

Jacob David hat’s erfunden

Die Jeans hat aber eigentlich nicht er, sondern Jacob Davis erfunden. Der aus Riga eingewanderten Schneider war auf die Idee gekommen, Hosen an den Stellen, an denen sie besonders strapaziert werden, mit Metallnieten zu verstärken. Strauss lieferte zwar den Stoff für die Jeans, verkaufte das fertige Endprodukt und besaß zusammen mit Davis das Patent für die „Waist Overalls“, wie die Jeanshosen damals noch hießen. Erfunden hat die Jeans aber eigentlich Davis. Doch dem fehlte das  Geld, um die Idee für die Jeans patentieren zu lassen und die Hosen zu vertreiben. Zumindest die berühmte Levi’s 501 geht auf Levi Strauss zurück – auf seinem Orderformular hatten nämlich die „Waist Overalls“ die Bestellnummer 501.

Rasso Knoller

 

Deutschland: Fliegenfischen in der Fränkischen Schweiz

Fliegenfischen in der Wisent

Aus der Mitte entspringt ein Fluss

Die Wiesent ist ein Mekka für Fliegenfischer. Äschen, Saiblinge und vor allem Bachforellen bevölkern den Fluss. Manfred Hermann aus Hammermühle in der Fränkischen Schweiz bietet hier Fliegenfischerkurse für Anfänger und Könner an.

Robert Hofmann setzt zum Wurf an. Weit holt er aus und „Zupp“ landet die Fliege auf der Wasseroberfläche. Hofmann ist Fliegenfischer und mit seiner Angel im Flussbett der Wiesent unterwegs. Mit grünen Stiefeln bekleidet stapft er durchs seichte Wasser und sucht den vermeintlichen besten Platz um Bachforellen zu fischen. Man muss wissen „wo der Fisch steht“, sagt er.

Die Fliege, mit der er den Fisch anlocken will, ist kein echtes Tier, sondern ein kunstvolles Gebinde aus Vogelfedern, Fell und Kunststoff.  Eine richtig gebundene Fliege ist ein kleines Kunstwerk. Ein passionierter Fischer kann über sie mit ebenso viel Begeisterung schwärmen, wie über den Fisch den er damit fängt. Wirkliche Profis binden deswegen auch ihre Fliegen selbst. Fliegenfischen

Die Ersten, die an der Wiesent mit der Fliege fischten, waren die Engländer: Adelige kamen schon vor mehr als hundert Jahren in die Fränkische Schweiz, um hier ihren Sport auszuüben. Wohl auch deswegen galt Fliegenfischen hierzulande lange als elitär. Während Angeln der Sport des einfachen Mannes war, versuchten sich Ärzte, Anwälte und Apotheker in der hohen Kunst des Fliegenfischens.

„Das ist heute nicht mehr so“, sagt Robert Hofmann und tritt mit seiner Person gleich den Gegenbeweis an. Hofmann ist Landwirt und Besitzer der kleinen Pension Hammermühle, in der die Teilnehmer der Fliegenfischkurse übernachten. Er führt seine Angel wie ein Profi und weiß wie man mit gekonnten Würfen die Fische anlockt. Anders als beim Angeln entscheidet beim Fliegenfischen schon die Art wie man der Köder aufs Wasser auftrifft über Erfolg oder Misserfolg.

Die beste Zeit zum Fliegenfischen an der Wiesent sind die ersten beiden Wochen im Juni, dann wenn die Maifliege schlüpft und die Fische besonders beißfreudig sind. „An solchen Tagen muss man manchmal nur die Angel auswerfen und schon beißt ein Fisch“, sagt Hofmann. Doch so leicht ist Fliegenfischen nicht immer. Im Gegenteil: In der restlichen Zeit des Jahres muss man die Technik schon beherrschen, wenn man mit einem Fang nach Hause kommen will. Aber nach dem Besuch der Fliegenfischerschule in Hammermühle sollte das kein Problem sein.

Rasso Knoller

Info: Fliegenfischer-Schule Hammermühle, 91344 Waischenfeld, Tel. 09202/252, www.fliegenfischerschule-hammermuehle.de und www.pension-hammermuehle.de, Tagekurse für Anfänger 80 €, 3-Tageskuse für Fortgeschrittene 130 €, für Anfänger 180 €.